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Betrachtungen zur Pubertät

Hausarbeit 2003 22 Seiten

Zusammenfassung

Fängt Pubertät heutzutage früher an? Werden Kinder früher Jugendliche bzw. Erwachsene? Gibt es psychische und/oder physische Auswirkungen? Als eine der schwierigsten Entwicklungsphasen gilt die Pubertät. In der Tat kann die Pubertät des Kindes sowohl für die ganze Familie, als auch für LehrerInnen und das gesamte soziale Umfeld sehr anstrengend werden. Die meisten Eltern (um hier nur ein soziales Umfeld zu nennen) erleben Zeiten der Ermüdung, Entmutigung bis hin zur Verzweiflung. Eine Menge an Verständnis, Toleranz und Vertrauen gegenüber ihrem Kind wird von ihnen abgefordert.

Die Phase der Pubertät ist nicht nur für die Eltern, sondern auch für das Kind schwierig. Denn es erlebt sie als eine Zeit der Unsicherheit und eine Zeit der großen Sprünge von der Kindheit in das Erwachsenenalter. Innere und äußere Verände-rungen stürzen es in Unruhe, ja, sogar in Angst und manchmal in Verzweiflung. Es führt einen Kampf aus, bei dem es Unterstützung und viel, viel Liebe braucht.

„Jugend braucht Tugend“, sagt ein deutsches Sprichwort. „Alte Kuh gar leicht vergisst, dass sie ein Kalb gewesen ist“, meint ein anderes. Es geht um die Frage, wie Jugendliche eigentlich sind oder welchen Weg sie gehen. Viele Eltern vergessen oft, dass auch sie einmal Kinder und Jugendliche waren. Sie mussten ihren Weg finden und die Gewohnheiten ihrer Eltern hinter sich lassen. Auch sie brauchten die Unterstützung ihrer Eltern.

Die Situation der heute Jugendlichen ist jedoch ganz anderes, als die ihrer Eltern oder Großeltern. Es herrscht ein rasches Lebenstempo, alles ist teuer, die Risiken sind groß. Heute zählt: „Streng dich an, dass du gefällst, sei sexy, locker, setz’ dich durch, sei perfekt.“ Sie wissen schon sehr früh über alles Bescheid, ganz egal, ob es sich dabei um Sexualität, Scheidung, Kindesmissbrauch, Gewalt,...handelt. Dieses frühe Wissen wirkt sich auf den jungen Menschen aus. Darum ist es wichtig, dass Eltern ihren Kindern helfen und falls nötig, auch bei entsprechenden Einrichtungen Hilfe suchen. Als Eltern kann man sich heute keine Beiläufigkeit leisten.

Zunächst beschäftige ich mich mit der Pubertätsentwicklung (Körperveränderung und geistig-seelischer Entwicklung). Im darauf folgenden Kapitel führe ich eigene Untersuchungen anhand eines Interviews mit Jugendlichen durch und komme dann zu den Schlussfolgerungen und Konsequenzen für die pädagogische Arbeit.

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Einleitung

2. Pubertätsentwicklung
2.1. Sexuelle Aufklärung
2.2. Sexualität in der Pubertät
2.3. Persönlichkeitsentwicklung in der Pubertät
2.4. Veränderungen der Gefühle
2.5. Suchtprobleme in der Pubertät

3. Fragen/Methoden
3.1. Auswertung

4. Fazit ® Konsequenzen für die pädagogische Arbeit

5. Literaturverzeichnis

Anhang

Abkürzungsverzeichnis

Interviews

Vorwort

Es gibt schon viele Untersuchungen über die Pubertät. Vor dem Hintergrund wissen-schaftlicher Theoriebildung, möchte ich meine eigenen Erfahrungen und Untersu-

chungen zu dieser Thematik vorstellen.

Zudem ist es schwierig, ein so umfangreiches Thema in ein paar wenigen Sätzen zu dokumentieren. Daher habe ich auch nicht alle Probleme, die die Pubertät mit sich bringen, angesprochen.

Ich danke den drei Jugendlichen (Mädchen 11 und 17, Junge 14), die sich bereit er-klärt haben, Fragen in einem Interview zu beantworten. Aus diesen drei Interviews lässt sich natürlich noch keine Statistik erstellen, auch keine zentrale Aussage formulieren. Dazu bedarf es weit mehr. Trotzdem ist es sehr interessant, was diese drei Jugendlichen in wenigen Worten – und unabhängig von einander – zu sagen haben.

Bellnhausen, 31.12.2003

1.Einleitung

Fängt Pubertät heutzutage früher an? Werden Kinder früher Jugendliche bzw. Er-wachsene? Gibt es psychische und/oder physische Auswirkungen? Das sind Fragen, die mich sehr interessieren und mich dazu bewogen haben, eine Hausarbeit zu diesem Thema zu verfassen.

Als eine der schwierigsten Entwicklungsphasen gilt die Pubertät. In der Tat kann die Pubertät des Kindes sowohl für die ganze Familie, als auch für LehrerInnen und das gesamte soziale Umfeld sehr anstrengend werden. Die meisten Eltern (um hier nur ein soziales Umfeld zu nennen) erleben Zeiten der Ermüdung, Entmutigung bis hin zur Verzweiflung. Eine Menge an Verständnis, Toleranz und Vertrauen gegenüber ihrem Kind wird von ihnen abgefordert.

Die Phase der Pubertät ist nicht nur für die Eltern, sondern auch für das Kind schwierig. Denn es erlebt sie als eine Zeit der Unsicherheit und eine Zeit der großen Sprünge von der Kindheit in das Erwachsenenalter. Innere und äußere Verände-rungen stürzen es in Unruhe, ja, sogar in Angst und manchmal in Verzweiflung. Es führt einen Kampf aus, bei dem es Unterstützung und viel, viel Liebe braucht.

„Jugend braucht Tugend“, sagt ein deutsches Sprichwort. „Alte Kuh gar leicht vergisst, dass sie ein Kalb gewesen ist“, meint ein anderes. Es geht um die Frage, wie Jugendliche eigentlich sind oder welchen Weg sie gehen. Viele Eltern vergessen oft, dass auch sie einmal Kinder und Jugendliche waren. Sie mussten ihren Weg finden und die Gewohnheiten ihrer Eltern hinter sich lassen. Auch sie brauchten die Unterstützung ihrer Eltern.

Die Situation der heute Jugendlichen ist jedoch ganz anderes, als die ihrer Eltern oder Großeltern. Es herrscht ein rasches Lebenstempo, alles ist teuer, die Risiken sind groß. Heute zählt: „Streng dich an, dass du gefällst, sei sexy, locker, setz’ dich durch, sei perfekt.“ Sie wissen schon sehr früh über alles Bescheid, ganz egal, ob es sich dabei um Sexualität, Scheidung, Kindesmissbrauch, Gewalt,...handelt. Dieses frühe Wissen wirkt sich auf den jungen Menschen aus.

Darum ist es wichtig, dass Eltern ihren Kindern helfen und falls nötig, auch bei entsprechenden Einrichtungen Hilfe suchen. Als Eltern kann man sich heute keine Beiläufigkeit leisten.

Zunächst beschäftige ich mich mit der Pubertätsentwicklung (Körperveränderung und geistig-seelischer Entwicklung). Im darauf folgenden Kapitel führe ich eigene Unter-suchungen anhand eines Interviews mit Jugendlichen durch und komme dann zu den Schlussfolgerungen und Konsequenzen für die pädagogische Arbeit.

Wer bin ich?!

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Pubertätsentwicklung

Das Wort Pubertät kommt aus dem Lateinischen und heißt eigentlich „Mannbarkeit“,

„Zeit der menschlichen Entwicklung zur Geschlechtsreife“. Das ist die Entwicklungs-phase, in der aus Jungen Männer und aus Mädchen Frauen werden. Die Pubertät ist eine Zeit des Umbruchs, in der große körperliche und seelische Veränderungen ab-laufen. Sie beginnt zwischen dem 10. und 15. Lebensjahr. Mädchen kommen in der Regel ein bis zwei Jahre früher in die Pubertät, als Jungen. Die Pubertät dauert etwa 3-5 Jahre. Das Ende (Erreichen der vollen Geschlechtsreife) liegt bei Mädchen im Alter von 14-18 und bei Jungen von 16-20 Jahren.

Bei den Mädchen kommt es zunächst zum Wachstum der Gebärmutter; zirka 2 Jahre danach entwickelt sich die Brust (8-13 Jahre), dann die Schambehaarung (8-14 Jahre); die erste Regelblutung tritt mit 10-16 Jahren (zirka 2-2½ Jahre nach Beginn der Brustentwicklung; Mittel: 13 Jahre) ein. Sie ist anfangs unregelmäßig. Regelmä-ßig wird sie nach 6-24 Monaten.

Bei den Jungen ist die Pubertät schwerer definierbar. Die Ausbildung der sekundären Geschlechtsmerkmale beginnt mit einer Größenzunahme der Hoden (10-13½ Jahre), dann folgen Schambehaarung (10-15 Jahre), Peniswachstum (ca. um 14 Jahre). Schließlich folgen sexuelles Verlangen, Stimmbruch und die Bildung reifer Samen-zellen (vgl. www.akademie.de).

Gleichzeitig verändern sich bei beiden Geschlechtern die Körperproportionen. See-

lische Veränderungen mit einer Hinwendung zum anderen Geschlecht und dem ver-

stärkten Willen zur Auseinandersetzung mit dem sozialen Umfeld prägen die Zeit des Erwachsenwerdens in starkem Maße.

Jeder Mensch ist anders. Mädchen und Jungen werden schon geschlechtsreif, bevor die gesamte körperliche und geistig-seelische Entwicklung abgeschlossen ist. Die körperliche und seelische Reifung kann bei dem einen früher oder später beginnen, schneller oder langsamer verlaufen. Es existiert kein fester Zeitpunkt für den Beginn des Erwachsenwerdens – und auch keiner für das Ende der Kindheit.

2.1. Sexuelle Aufklärung

Der Begriff Sexualität (von spätlat.: sexualis; aus lat.: sexus Geschlecht) umfasst die Gesamtheit der im Geschlechtstrieb begründeten Lebensäußerungen, Empfinden und Verhaltensweisen.

Sexuelle Aufklärung ist die geschlechtliche Erziehung von Kindern und Jugendlichen mit dem Ziel, die jungen Menschen zu einer „gesunden“, vorurteilsfreien Ausübung ihres angeborenen Sexualtriebs zu führen. Sie findet heute (teilweise) früher statt, als vor 30, 40 Jahren oder noch länger.

Noch in den 50er Jahren war die menschliche Sexualität ein öffentliches Tabuthema. Abbildungen in Schulbüchern zeigten den Menschen meist als geschlechtsloses We-sen.

In den 60er Jahren kam es u. a. in Folge der Pille zu einer Gegenbewegung: Der so genannten „Sexwelle“. Gesundheitsministerin Käte Strobel[1] brachte den ersten Sex-ualkundeatlas heraus, befürwortete die Einnahme der Antibabypille und zeichnete auch für den ersten Aufklärungsfilm Helga (1967) verantwortlich. Es folgten die Auf-klärungsfilme von Oswalt Kolle[2]. Seitdem zog auch die Sexualkunde in die Schulen ein.

Heute ist die sexuelle Aufklärung kein Tabuthema mehr. Der Aufklärungsunterricht im Rahmen der „Menschenkunde“ ist ein obligatorischer und wesentlicher Bestand-teil des Schulfaches Biologie. Jugendzeitschriften wie Bravo (mit ihrer Dr. Sommer-Redaktion) und andere Magazine sorgen mit ihren Beiträgen dafür, dass kein Tabu-thema mehr ausgelassen wird.

Die sexuelle Aufklärung sollte zu Beginn der Pubertät längst abgeschlossen sein. Trotzdem gibt es immer noch Jugendliche, die kaum eine Aufklärung erfahren haben, weil ihre Eltern aus Scham dieses Thema scheuten und die persönliche Einstellung des Lehrers beim Sexualkundeunterricht es nicht zulässt. Spätestens beim Eintritt in die Pubertät sollten Eltern ein Gespräch mit dem Kind suchen, bei dem sie offen und ehrlich über alle Probleme der Pubertät sprechen. Je öfter und offener über dieses Thema gesprochen wird, desto weniger Geheimnisse birgt es und desto natürlicher kann das Kind seine pubertären Veränderungen annehmen. Eltern sollten beim Auf-treten der ersten Regel oder des ersten Samenergusses das Gespräch mit ihrem Kind suchen und ihm erklären, dass es nun selber ein Kind zeugen kann. Natürlich werden die Pubertierenden diese Möglichkeit weit von sich weisen; dennoch sollten Eltern ihren Kindern vermitteln, dass auch sie irgendwann einem Jungen oder einem Mädchen begegnen werden, mit dem sie schlafen wollen. Und dann sollten sie auch von den Gefahren der Sexualität sprechen (wie frühe Schwangerschaft und Anste- ckungsrisiken).

Die rechtzeitige Aufklärung erfüllt zwei wichtige Funktionen: Einerseits wird der Ju- gendliche über die Gefahren und Freuden einer frühen sexuellen Beziehung infor-miert. Andererseits erlebt er die Eltern als Partner, die offen über Sexualität sprechen und offensichtlich sexuelle Gefühle achten und verstehen. Sie werden damit im Notfall zu wichtigen Ansprechpartnern und können Hilfestellung bei entstehenden Problemen leisten (vgl. www.familienhandbuch.de).

[...]


[1] (1907-1996); deutsche Politikerin und erste sozialdemokratische Bundesministerin für das Gesund-heitswesen (1966-1969) und als Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit (1969-1972).

[2] (geb. 1928); Publizist, erhielt viele Spitznamen u. a. „Aufklärer der Nation“, „Schlafzimmer-Pesta-lozzi“ und „Sexualpapst“.

Details

Seiten
22
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638439572
ISBN (Paperback)
9783638659130
DOI
10.3239/9783638439572
Dateigröße
459 KB
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2005 (November)
Note
1
Schlagworte
Betrachtungen Pubertät

Autor

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