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Quartiersbezogene Strategien. Pflege und Hilfe für Menschen im pflegebedürftigen Alter

Hausarbeit 2019 12 Seiten

Biologie - Krankheiten, Gesundheit, Ernährung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Quartiersbezogene Strategien nach Klie

3 Diskussion und Fazit

4 Literaturverzeichnis

I Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Altersaufbau der Bevolkerung in Deutschland 1990 vs. 2016.

Abbildung 2: Vergleich der Pflegestatistiken aus den Jahren 2007 und 2017.

1 Einleitung

Abbildungen zum demografischen Wandel in Deutschland zeigen den Altersaufbau der Be- völkerung eines Jahres des vergangenen Jahrhunderts im Vergleich zu den aktuellen Daten (Statistisches Bundesamt (Hrsg.) 2015, S. 18). Abbildung 1 bildet die Altersstruktur in Deutschland von 2013 (schwarz) im Vergleich zu prognostizierten Daten für das Jahr 2060 (gelb/orange) ab. Die Abbildung ist gegliedert in die Gruppe der männlichen Personen auf der linken Seite und die der weiblichen Personen, auf der rechten Seite. Die x-Achse zeigt die Anzahl der Personen in einer Altersgruppe (in tausend Personen) und die y-Achse bildet die einzelnen Altersgruppen (in Jahren) ab (Statistisches Bundesamt (Hrsg.) 2015, S. 18).

Die Abbildung zeigt, dass bereits im Jahr 2013 eine deutliche Verschiebung der Häufigkeiten in Richtung der älteren Altersstufen stattgefunden hat. Der Verlauf verengt sich nach unten, in Richtung der jüngsten Generationen deutlich und bildet eine Form, die häufig als „Urnen- form“ bezeichnet wird. Die Prognose für das Jahr 2060 macht deutlich, dass selbst bei stärke- rer Zuwanderung eine Verschmälerung in den unteren Altersstufen stattfindet. Der demografi- sche Wandel, der hier deutlich wird, stellt die betroffene Gesellschaft vor Herausforderungen und Folgen, die vor allem durch ihren Verbrauch von Ressourcen entstehen (Statistisches Bundesamt (Hrsg.) 2015; Klie 2012, S. 125).

Thomas Klie, ein Rechts- und Verwaltungswissenschaftler, der sich an mehreren Instituten der evangelischen Hochschule Freiburg mit dem Thema Gerontologie befasst, verfasste im Jahr 2012 den Text „Rahmenbedingungen quartiersbezogener Strategien für ein Leben im pflegebedürftigen Alter“ (Klie 2012; Kirchhoff o.J.). Der Text befasst sich mit den Themen demografischer und sozialer Wandel sowie deren Einfluss auf Nachbarschaften und wie Nachbarschaften und damit zusammenhängende quartiersbezogene Strategien – vor allem bei der Pflege älterer Personen – Einfluss nehmen können. Die Grundlage für diesen Text bildet dabei seine Forschung an genannter Hochschule (Klie 2012, S. 123).

Der soziale Wandel verschärft die Folgen des demografischen Wandels – besonders auf die Pflege älterer Personen – hinsichtlich der Ressourcen zur Unterstützung im „familialen Kon- text“ (Klie 2012, S. 127). Er fasst soziologische Faktoren zusammen und wird durch den Wer- tewandel, die Entwicklung der Lebensentwürfe und die Zusammensetzung der Gesellschaft bedingt (Klie 2012, S. 126). Erkennen lässt sich der soziale Wandel an Veränderungen in den sozialen Milieus einer Gesellschaft. Während 1992 das sogenannte Unterschichtmilieu einen großen Teil (> 40 %) der Bevölkerung ausmacht, nehmen die Mittelschicht und das bürgerli- che Milieu in den folgenden Jahren deutlich zu und liegen 2004 zusammen bei über 70 % (Blinkert und Klie 2008).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Altersaufbau der Bevölkerung in Deutschland 1990 vs. 2016. (Quelle: Statistisches Bundesamt (Hrsg.) 20 1 5 , S. 18)

Je nach Milieu wird eine andere Form der Versorgung pflegebedürftiger Personen präferiert. Das Unterschichtmilieu bevorzugt die häusliche Versorgung – vor allem ohne professionelle Hilfe, während die Mittelschicht eher professionelle Hilfe bei der häuslichen Versorgung in Anspruch nimmt, beziehungsweise nehmen möchte. Die stationäre Versorgung macht im bür- gerlichen Milieu einen wesentlich größeren Anteil aus, als in den Milieus darunter. Die Präfe- renz für die häusliche Versorgung mit und ohne professionelle Hilfe bleibt jedoch mit Anga- ben von insgesamt 66 % bestehen (Blinkert und Klie 2008, S. 27).

Mit den sozialen Milieus ist die sogenannte Nah- und Fernraumsolidarität korreliert. Dabei bezeichnet Nahraumsolidarität die Bereitschaft, innerhalb von Familien beziehungsweise einem geografischen und/oder sozialen Nahraum füreinander zu sorgen und Fernraumsolida- rität ein freiwilliges Engagement im öffentlichen Bereich. Ein niedriger sozialer Status und ein „vormoderner“ Lebensentwurf gehen meist mit einer ausgeprägten Nahraumsolidarität einher (Klie 2012, S. 127).

Im Hauptteil dieser Arbeit werden Nachbarschaften anhand des Textes von Klie und dessen Forschungsfragen betrachtet und wie diese mit Hilfe quartiersbezogener Strategien auf die Pflege älterer Personen einwirken und die Folgen des demografischen und des sozialen Wan- dels abschwächen können.

2 Quartiersbezogene Strategien nach Klie

Der in Kapitel 1 erläuterte demografische und soziale Wandel wirkt sich laut Klie auf allen Ebenen der Gesellschaft aus (Klie 2012, S. 123). Zu diesen Ebenen zählen auch die Nachbar- schaften und sozialen Quartiere. Die vorwiegenden Fragen, die Klie in seiner Abhandlung stellt, sind „Wie gelingt es, den Zusammenhalt der Gesellschaft, letztlich ihre Integrationsfä- higkeit zu erhalten und zu fördern?“ und „Wie kann das Verhältnis der Generationen neu kon- figuriert werden, um im Kontext einer Menschenrechtskultur menschenfreundliche Lebensbe- dingungen heute und morgen zu schaffen und zu erhalten?“ (Klie 2012, S. 123). Als Antwort werden die Nachbarschaften und die quartiersbezogenen Ansätze genannt, in denen pflegebe- dürftige Personen aufgefangen werden sollen (Klie 2012, S. 123).

Klie prognostiziert anhand der Pflegestatistik aus dem Jahr 2007 des statistischen Bundesam- tes für die Zeit bis 2020 einen deutlichen Anstieg der pflegebedürftigen Personen in Deutsch- land mit einem theoretischen zusätzlichen Bedarf von über zwei Millionen Pflegeheimplätzen (Klie 2012, S. 129). Aufgrund von möglichen Rationierungen und erschwerter Integration und Teilhabe der Pflegebedürftigen, die daraus folgen könnten, gibt er an, dass die „Antwort Pfle- geheim “ nicht die einzige Reaktion auf den steigenden Pflegebedarf sein darf (Klie 2012, S. 129). Hinzu kommt die Prognose für das Jahr 2050 für das sogenannte „informelle Pflegepo- tential“ und für die Zahl der Pflegebedürftigen. Dabei bezeichnet „informelles Pflegepotenti- al“ die für Pflegeaufgaben zur Verfügung stehenden Angehörigen. Hier zeigt sich eine Sche- renentwicklung, da sich die Zahl der Pflegebedürftigen laut Prognose bis 2050 verdoppeln wird, während das „informelle Pflegepotential“ auf 60 % seines derzeitigen Niveaus sinkt (Blinkert und Klie 2008, S. 25).

Der in Abbildung 2 dargestellte Vergleich der Pflegestatistiken aus den Jahren 2007 und 2017 zeigt einen deutlichen Anstieg der pflegebedürftigen Personen (Statistisches Bundesamt (Hrsg.) 2008, 2018). Jedoch wird auch deutlich, dass relativ gesehen mehr Menschen zuhause (mit und ohne professionelle Pflege) versorgt werden und weniger in Heimen. Trotzdem ist neben der Anzahl der ambulanten Dienste und deren Beschäftigten auch die Anzahl an statio- nären Einrichtungen in einem ähnlichen Maß gestiegen (Statistisches Bundesamt (Hrsg.) 2008, 2018).

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Details

Seiten
12
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783668944756
ISBN (Buch)
9783668944763
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v468693
Institution / Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen – Institut für Wirtschaftslehre des Haushalts und Verbrauchsforschung
Note
13,0
Schlagworte
Klie Pflege quartiersbezogene Strategien Nachbarschaften Quartiere demografischer Wandel Nahraumsolidarität Fernraumsolidarität Pflegestatistik Welfare Mix Caring Community Wohlfahrtspluralismus

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Titel: Quartiersbezogene Strategien. Pflege und Hilfe für Menschen im pflegebedürftigen Alter