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Beeinflusst Gewalt im Bildschirm Gewalt im Alltag? Die Suche nach den Schuldigen

Studienarbeit 2015 17 Seiten

Medien / Kommunikation - Medienethik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Medien und ihre moglichen Auswirkungen
2.1 Definition von Medien
2.2 Gefahren durch Medien
2.3 Definition von Gewalt
2.4 Gewalt in den Medien

3. Erklarungsmodell: Lernen am ModellSeite

4. Tragen Medien Schuld an Taten wie dem Amoklauf in Winnenden?
4.1 Zwei Sichtweisen der Schuldfrage
4.2 Wissenschaftliche PerspektiveSeite

5. Personliches Fazit

6. Literaturverzeichnis

1 . Einleitung

Ich habe den Themenbereich „Gewalt in Medien“ gewählt, da es dabei um eine immer wieder aufkommende Grundsatzfrage geht, die gerade durch die aktuellen Amokläufe wieder stark diskutiert wird. In meiner Ausarbeitung beschäftige ich mich schwerpunktmäßig mit einem Erklärungsmodell von Bandura und versuche die Frage zu beantworten, ob reale Gewalt das Resultat der heutigen Medien ist.

Zu Beginn werde ich in der Ausarbeitung Näheres zu Medien und deren möglichen Auswirkungen auf deren Rezipienten erläutern. Im Hauptteil gehe ich auf das Lernen am Modell ein, da es meiner Meinung nach die umfangreichste und somit auch neutralste Lerntheorie darstellt. Um eine Antwort auf die Frage, ob Medien Schuld an realer Gewalt tragen zu finden, werde ich in meinem Schlussteil zwei unterschiedliche Sichtweisen und die wissenschaftliche Perspektive aufzeigen. Abschließend werde ich noch mein persönliches Fazit ziehen.

2 . Medien und ihre mögliche Auswirkungen

Medien sind zu einem großen Bestandteil unseres Lebens geworden und auch so gut wie nicht mehr wegzudenken Wer könnte heute schon noch ohne seine allmorgendliche Zeitung oder ohne das Smartphone, das einem, dank überall verfügbarem Internet, so gut wie jede Information liefert die man will? Doch nicht nur für den Einzelnen sind Medien von großer Wichtigkeit, sondern auch in der modernen Industriegesellschaft erfüllen sie eine wichtige Funktion. Jeder kommt heutzutage, ob gewollt oder ungewollt, in Kontakt mit Medien. Daher ist es von größter Wichtigkeit, dass Kinder von Anfang an lernen richtig mit ihnen umzugehen und sie einschätzen zu können. Besonders Filme und Spiele mit gewalthaltigem Inhalt können sich negativ auf das Kind auswirken. Eltern sollten deshalb darauf achten, mit welchen Medieninhalten ihre Kinder in Kontakt kommen und ob sie für das jeweilige Alter bzw. den jeweiligen Reifestand entsprechend sind. (vgl. Hobmair, S 276-277)

2.1 . Definition von Medien

Medien sind verschiedene Instrumente, die wir Tag für Tag nutzen um Informationen an andere Personen zu übertragen bzw. um mit ihnen zu kommunizieren. Als Massenmedien bezeichnet man Medien wie zum Beispiel das Fernsehen, den Hörfunk, den Computer, das Telefon, Tonträger oder auch Printmedien wie Zeitungen und Zeitschriften. Diese nennen sich Massenmedien, da sie ein möglichst großes Publikum ansprechen wollen. Medien dienen uns zur Meinungsbildung, Information, Unterhaltung und Kommunikation, sowie zur Anregung auf bestimmte Produkte, etc.. Doch Medien haben nicht nur Vorteile für uns, sondern können bei übermäßigem Konsum auch schädlich sein. (vgl. Hobmair, S. 265)

2.2 . Gefahren durch Medien

Gerade bei Kindern und Jugendlichen sollte darauf geachtet werden, welche Medien sie konsumieren. Ein übermäßiger Konsum, zum Beispiel zu langes fernsehen oder vor dem Computer sitzen, kann psychische sowie physiologische Schäden zur Folge haben. Durch den extremen Bewegungsmangel und die dauerhafte Überreizung des Gehirns können beispielsweise physiologische Schäden wie Nervosität, Verdauungsschäden, Neigung zu Übergewicht, Kreislaufprobleme, Haltungsfehler, Augenschäden, Kopfschmerzen oder auch Schlafstörungen auftreten. Des Weiteren kann vor allem durch gewalthaltige Medieneinflüsse die Lern- und Konzentrationsfähigkeit negativ beeinflusst werden. Durch gewalthaltige Inhalte kann es bei Kindern und Jugendlichen zu Angst und Schockreaktionen kommen, die eine starke Prägung hinterlassen, welche sich so äußert, dass der Jugendlich mit Ablehnung und Verunsicherung reagiert. Außerdem kann es zu einer Aggressionsneigung, zur Gefühlsabstumpfung oder zu Angstgefühlen kommen. In einer US-Studie fanden Forscher heraus, dass sich bei den „Vielsehern“ die Gehirnstruktur so stark verändert, dass es zu Verhaltensauffälligkeiten (ADHS), Lautbildungsstörungen oder sogar zur Beeinflussung der Hirnentwicklung kommen kann. (vgl. forum-gesundheitspolitik, 18.02.2009)

Immer mehr Familien zerbrechen, da Familienmitglieder beginnen sich zu isolieren und Stück für Stück alle personalen und innerfamiliären Kontakte abbrechen. Durch diese Isolation vereinsamen die Familienmitglieder innerlich und verlernen die Bedürfnisse der Anderen zu erwägen. (vgl. Hobmair, S 276-277)

2.3 . Definition von Gewalt

Gewalt ist die Ausübung verbaler und körperlicher Attacken gegenüber einem Opfer, wobei Dieses dann meist mit psychischen und physischen Schäden zurück gelassen wird. Bei solchen Handlung geht ein Zwang vom Täter aus, den das Opfer über sich ergehen lassen muss. Gewalt findet immer zwischen einem oder mehreren Opfern und einem oder mehreren Tätern statt. Die Täter machen sich meist die Hilflosigkeit, wie zum Beispiel die körperliche Unterlegenheit des Opfers zu nutze, um ihre Macht auszuspielen. Wenn an einem Opfer körperliche Gewalt verübt wird, kommt es jedoch nicht nur zu physischen Schäden, sondern auch zu psychischen Belastungen in Form von Angst oder Scham. Bei psychischer Gewalt kommt es ebenso zu physischen Schäden, wie Übelkeit oder Schlafstörungen. (vgl. Hobmair, S 278-279)

2.4 . Gewalt in den Medien

Gewalt wird auch in den Medien immer verbreiteter und ist bei vielen der Zuschauer sehr beliebt. So schreibt beispielsweise „Der Spiegel“, 2006: „Nie in der Geschichte des deutschen Fernsehens wurde so viel geschossen und gemordet, observiert und obduziert wie in diesem Jahr. Was dem ZDF sein „Samstagskrimi“ ist, ist der ARD ihr quotenstarker „Tatort“ am Sonntag. Privatsender wie RTL sind gar dazu übergegangen, an ausgewählten Abenden ein kriminalistisches Vollprogramm anzubieten. Bei Sat.1 und RTL hat sich die Häufigkeit von Sendungen mit Kriminalitätsinhalten seit 1995 etwa vervierfacht, bei ARD und ZDF stieg sie immerhin um etwa 50 Prozent.“ (Ulrich/Verbeet, in: Der Spiegel, Heft 50, 2006, S.58)

Auch wenn Medien wie das Fernsehen, der Computer, etc. nur fiktive und keine realitätsgetreuen Bilder zeigen, lieben es die Menschen, wie schon zu Römerzeiten, passiv daran teilzunehmen, wie andere gequält werden. Auch wenn die fiktiven Gewaltdarstellungen im Fernsehen etwa hundertmal häufiger als in der Realität vorkommen, geht man davon aus, dass diese nicht spurlos am Zuschauer vorbei gehen. Man weiß zwar nicht welche Darstellung und in welchem Ausmaß in die Realität umgesetzt wird, aber es ist unbestreitbar, dass manche Darstellungen immer wieder nachgeahmt werden. Doch geht man nach der sozial-kognitiven Lerntheorie von Albert Bandura, so weiß man, dass die Bereitschaft zur Nachahmung nicht nur von den Medien, sondern auch von vielen verschiedenen Merkmalen wie zum Beispiel der Persönlichkeit oder den Lebensumständen des Zuschauers abhängig ist. (vgl. Hobmair, S. 279)

Des Weiteren geht man davon aus, dass ein Zusammenhang zwischen dem Konsum von gewalthaltigen Medien und der Situation zu Hause besteht. So erhöht sich das Risiko von Jugendgewalt, wenn Faktoren wie Gewalt in der Familie, soziale Benachteiligung der Familie und schlechte Zukunftschancen des Jugendlichen zusammenkommen. (vgl. Hobmair, S.280)

Durch den übermäßigen Konsum von gewalthaltigen Medien kann es außerdem dazu kommen, dass der Jugendliche beginnt emotional abzustumpfen, was dazu führt das er gleichgültiger gegenüber Gewalt im realen Leben wird und auch selber aggressive Verhaltensweisen aufweist. Doch diese Wirkung muss nicht immer eintreten, da es auch zu einem so genannten Umkehreffekt kommen kann. Das bedeutet, dass der Jugendliche Gewalt vollkommen ablehnt und die Medien somit einen belehrenden Effekt auf ihn haben. (vgl. Hobmair, S. 281-282)

3 . Erklärungsmodell: Lernen am Modell

Es gibt viele verschiedene Arten, auf die man versuchen kann sich schlimme Taten, wie zum Beispiel Amokläufe zu erklären, doch wenn man dies im Bezug auf Medien tun will, zieht man am Besten die sozial-kognitiven Lerntheorie oder auch „Lernen am Modell“ genannt, von Albert Bandura zur Hilfe. Bei dieser Theorie lassen sich relativ viele Aspekte aus dem Leben von eines Täters mit einbringen, so dass man letztendlich eine umfassendes Gesamtbild der von ihm/ihr und der jeweiligen Lebenssituation bekommt.

Lernen am Modell ist der Vorgang bei dem sich eine Person (Beobachter) Erlebens- und Verhaltensweisen aneignet, die sie bei einer anderen Person (Modell) durch reine Beobachtung erfahren konnte.

Um 1950 entdeckte Albert Bandura an der Uni von Stanford das Modelllernen. Diese Entdeckung geschah zufällig, während er an familiären Ursachen für Aggressionen forschte. Nachdem dann 1959 und 1963 seine ersten beiden Bücher erschienen, entwickelte er das Modelllernen zusammen mit Walter Mischel immer weiter und veröffentlichte in seinem Buch „Sozial-kognitive Lerntheorie“ eine umfassende Theorie darüber. (vgl. Hobmair, S. 162)

Um einen klaren und strukturierten Überblick des Modelllernens aufzuzeigen, füge ich als nächstes eine Grafik ein, an der ich die Theorie im weiteren Verlauf erkläre:

[...]

Details

Seiten
17
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668952270
ISBN (Buch)
9783668952287
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v470757
Institution / Hochschule
Business and Information Technology School - Die Unternehmer Hochschule Iserlohn
Note
1,3
Schlagworte
Gewalt Medien Egoshooter Verhalten Lernen am Modell Winnenden Amoklauf Communications Media Management

Autor

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