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Quantitative versus qualitative Forschung. Zwei Forschungsmethoden im Fokus

Mit Beispielen aus der Sozialforschung

Hausarbeit 2018 14 Seiten

Sozialwissenschaften allgemein

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis

III. Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung – Hinleitung zum Kernthema

2. Vorstellung der beiden Forschungsmethoden
2.1 Quantitative Daten
2.2 Methoden der quantitativen Forschung
2.3 Qualitative Daten
2.4 Methoden der qualitativen Forschung

3. Aus der Praxis: Vorstellung von zwei Studien
3.1 Qualitative Forschung am Beispiel der Studie: „Neuausrichtung als zentraler Prozess nach der pränatalen Diagnose 'Nichtlebensfähigkeit' des Kindes“ von Katharina Rost
3.2 Quantitative Forschung am Beispiel der Studie: „Lebenszufriedenheit und psychische Gesundheit von Müttern und Nichtmüttern im Vergleich“ von Yve Stöbel-Richter, Elmar Brähler und Markus Zenger

4. Gegenüberstellung, Vergleich und Fazit

IV. Literaturverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis

Grafik 1 - Grafische Darstellung „Unterschied quantitative und qualitative Forschung“, in Anlehnung an: (https://www.bachelorprint.de/quantitative-forschung/, [letzter Zugriff: 17.05.18])

Abbildung 1 - Schematische Darstellung Quantitative Daten: Eigene Darstellung in Anlehnung an (Bortz, Döring, 2006, S.65)

Abbildung 2 - Entwicklung einer Fragestellung – aus Przyborski A., Wohlrab-Sahr M. (2014), Qualitative Sozialforschung – Ein Arbeitsbuch, 4. erweiterte Auflage, Oldenbourg Verlag München, ISBN 978-3-486-70892-9

Diagramm 1 - Ballgröße: Eigene Darstellung in Anlehnung an Abbildung 1

III.Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung – Hinleitung zum Kernthema

Die Welt befindet sich in einer komplexen und fortwährenden Entwicklung, die sich auf vielschichti- ge Weise im Leben der Menschen bemerkbar macht. Unsere Neugier und die wachsenden Er- kenntnisse rundum das Leben, ermöglichen uns bekannte und bisher unbekannte Phänomene auch im Kontext einer sich wandelnden Gesellschaft zu erforschen. Damit ermöglichen die neu ge- wonnenen Erkenntnisse den Menschen, sich den Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft zu stellen, und dadurch mögliche Handlungsalternativen zu entwickeln.

In den Sozialwissenschaften gibt es viele Gegebenheiten, die sich in unterschiedliche Dimensio - nen überführen lassen. Um diese Zusammenhänge, die sich auch im Miteinander von Menschen auftun, erklären zu können, bedarf es unterschiedlicher Methoden. Dabei wird zwischen quantitati - ven und qualitativen Forschungsmethoden unterschieden. In den 1960er Jahren im sogenannten Positivismusstreit noch kritisch hinterfragt und diskutiert, stehen bei Ansätze mittlerweile gleichbe - rechtigt nebeneinander. Bortz und Döring betonen hierbei, dass beide Methoden in keinem direk- ten Konkurrenzverhältnis stehen, sondern sich vielmehr unterschiedliche Vor- und Nachteile erge- ben, „[…] die sowohl forschungspraktischer als auch inhaltlicher Natur sind.“ (Bortz, Döring, 2006, S.297-288).

Katja Makowsky schreibt in der Studie „Was sagen die Mütter? Qualitative und quantitative For- schung rund um Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett“, dass „[...]unterschiedliche Datenquel- len dazu beitragen, die Wirklichkeiten aus unterschiedlichen Perspektiven darzustellen und da- durch ein tragendes Gesamtbild [...] skizzieren.“. (siehe Makowsky, 2013, S.9)

Welche Vor- und Nachteile sich bei der Nutzung der beiden un- terschiedlichen Methoden erge- ben, mit welchen Schwerpunkten innerhalb der beiden Methoden gearbeitet wird und was sich da- durch für Möglichkeiten ergeben, möchte ich durch die nachfolgen- de Arbeit anhand der gewählten Studie darstellen. Die nebenste- hende Grafik 1 bietet dazu einen ersten inhaltlichen sowie auch bildlichen Einstieg.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Vorstellung der beiden Forschungsmethoden

2.1 Quantitative Daten

Es gibt eine Vielzahl an unterschiedlichen Informationen, die sich zur Klärung einer im Vorwege gestellten Frage oder auch Hypothese als nützlich erweisen können. Im Zusammenhang quantita- tiver Daten werden kardinalskalierte Merkmale herangezogen. Allgemein wird dabei in vier wichtige Skalenarten unterteilt: Nominal-, Ordinal-, Intervall- und Verhältnisskala. (siehe Bortz, Döring, 2006, S.69) Hierbei ordnet die verwendete Skala den Objekten (z.B. Pulsfrequenz, Körpergewicht, Größe etc.) eines empirischen Relativs1 Zahlen zu, die zum Beispiel im Fall der Ordinalskala „[…] so geartet sind, dass von jeweils zwei Objekten das dominierende Objekt die größere Zahl erhält. Bei Äquivalenz sind die Zahlen identisch.“ (siehe Bortz, Döring, 2006, S.67)

Das numerische Relativ2 zeichnet dabei das Ergebnis aus dieser Transformation ab. Dazu ein Bei- spiel: in der nachfolgenden Abbildung 1 werden unterschiedliche Kreise (z.B. ein Ball) in Zahlen bzw. in eine Anzahl nach der farblichen Merkmalsausprägung überführt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die eingangs erwähnten kardinalskalierten Merkmale werden dann in einer sog. Urliste zusam- mengefasst. Um die dadurch gewonnenen Daten im Kontext ihrer Bedeutung darstellen zu kön - nen, werden diese merkmalspezifisch visualisiert. (siehe Bortz, Döring, 2006, S.143)

„In Studien, die einem quantitativen Design folgen, wird die Sprache in Zahlen übertragen, um die- se mittels unterschiedlicher statistischer Verfahren analysieren und im Hinblick auf Hypothesen in- terpretieren zu können.“ (siehe Makowsky, 2013, S.23)

Anhand der gewonnenen Daten aus dem Transformationsprozess (siehe Abbildung 1) können wir Diagramm 1 erstellen, in der die Gegebenheit operationalisiert3 wurden und Mithilfe mathematisch statistischer Verfahren visualisiert werden. Anhand dieses Diagramms lässt sich nun die erhalte - nen Häufigkeitsverteilung in einer bildlichen Darstellung vereinfachen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Um bei quantitativen Studien möglichst genaue und fehler- freie Messwerte zu erhalten, werden klar definierte Gütekri- terien bei der Verwendung un- terschiedlicher Methoden im Forschungsprozess berück- sichtigt. Bortz und Döring (2006) erwähnen hierbei die Bedeutung von Objektivität4, Reliabilität5 und Validität6. Be- trachtet man die Standpunkte und Ideen anderer Forscher, lassen sich auch noch weitere Gütedi- mensionen beschreiben. In diesem Zusammenhang möchte ich auf Lienert und Raatz (1994) ver- weisen, die weitere Nebengütekriterien formuliert haben.

Das ist ein Beispiel dafür, dass es auch innerhalb der Forschungsmethoden unterschiedliche Auf- fassungen oder auch Wege gibt, Studienergebnisse zu untermauern und darzustellen. Der Weg zur finalen Darstellung wird durch den Forschenden und den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln bestimmt.

2.2 Methoden der quantitativen Forschung

Beobachtungen, Befragungen und physiologische Messung sind elementarer Bestandteil quantita- tiver Forschung und damit auch das Ergebnis von Untersuchungsabsichten. (siehe Bortz, Döring, 2006, S.296) So werden unter anderem im Bereich der Pflege- und Gesundheitsbranche standar- disierte Befragungen dazu genutzt, die Zufriedenheit der Patienten und Besucher zu erfragen. So- genannte Ratingskalen (engl. Rating = Einschätzung) ermöglichen hier eine Urteilsbildung.7 Bortz und Döring unterscheiden hier z.B. zwischen vier unterschiedlichen Varianten: numerische Mar- ken, verbale Marken, symbolische Marken und grafisches Rating. (siehe Bortz, Döring, S.177) So werden zum Beispiel in der Befragung von Kindern oder auch Mitarbeitern gerne symbolische Mar- ken (z.B. Smileys) genutzt, da diese die Urteilsabgabe vereinfachen und dadurch auch eine auflo - ckernde Stimmung erzeugen. (siehe Bortz, Döring, 2006, S.177)

In den 1920er und 1930er Jahren entstand die quantitative Inhaltsanalyse, die erstmals durch Be- relson (1952) in einem Lehrbuch ausgearbeitet wurde. (siehe Bortz, Döring, 2006, S.150) Dieses Verfahren lässt sich wie folgt beschreiben: „Die quantitative Inhaltsanalyse erfasst einzelne Merk- male von Texten, indem sie Textteile in Kategorien einordnet, die Operationalisierungen der inter- essierenden Merkmale darstellen. Die Häufigkeiten in den einzelnen Kategorien geben Auskunft über die Merkmalsausprägungen des untersuchten Textes.“ (siehe Bortz, Döring, 2006, S.149) Anhand der im Vorwege formulierten Untersuchungsabsicht lassen sich Gegebenheiten auf unter- schiedlichste Weise untersuchen, Ähnlichkeiten darstellen und Unterschiede festmachen. So ge- hören zum Beispiel zu den Ähnlichkeitspaarvergleichen, die klassische multidimensionale Skalie- rung (MDS), die nonmetrische multidimensionale Skalierung (NMDS) und die Analyse individueller Differenzen (INDSCAL). Eben jene gehören zu den multidimensionalen Skalierungen, die jedoch sowohl in mathematischer als auch theoretischer Sicht aufwendig sind. (siehe Bortz, Döring, 2006, S.170-171)

Auch gibt es psychophysikalische Verfahren, auf die ich jedoch aus rein umfänglichen Gründen nicht näher eingehen werde. Dazu zählen unter anderem die Konstanzmethode nach Fechner (1860) und das Signalentdeckungsparadigma, welches durch Tanner und Swets (1954) bzw. Green und Swets (1966) in die Human- und Sozialwissenschaft eingeführt wurden. (siehe Bortz, Döring, 2006, S.163-164.)

2.3 Qualitative Daten

Anders als bei den vorgestellten quantitativen Daten, handelt es sich bei den qualitativen Daten um nichtnumerisches Material. In diesem Zusammenhang spricht man von der Gewinnung verba- ler Daten. Die gewonnen Daten entstehen hierbei aus direkten Befragungen, Interviews oder auch Beobachtungen, die verschriftlicht und interpretativ ausgewertet werden. (siehe Bortz, Dö- ring, 2006, S.296-297) Mögliches qualitatives Material sind vorrangig Texte „[...] (z.B. Beobach- tungsprotokolle, Interviewtexte, Briefe, Zeitungsartikel), aber auch andere Objekte (z.B. Fotografi- en, Zeichnungen, Filme, Kleidungsstücke).“. (Bortz, Döring, 2006, S.297) Dabei liegt jedem Materi- al ein Phänomen zu Grunde, welches durch den Forschenden untersucht wird. „Forschungen, die einem qualitativen Forschungsdesign folgen, beinhalten in der Regel die direkte Interaktion zwi- schen forschenden und zu-beforschenden Personen. Die erhobenen und aufgezeichneten Daten werden unter Zuhilfenahme von Verfahren der Textanalyse direkt ausgewertet.“. (Makowsky, 2013 , S. 15) Das interessierende Phäno- men (siehe Abbildung 2) wird hier- bei durch den Forschenden an- hand einer eingangs formulierten Fragestellung und im Kontext aktu- eller Wissenschaft untersucht und evtl. weiterentwickelt. Aglaja Przy- borski und Monika Wohlrab-Sahr betonen im Zusammenhang der qualitativen Forschung die Bedeu- tung der Weiterentwicklung von Fragestellungen, Konzepten und Instrumenten und betonen gerade in diesem Zusammenhang den wertvollen Charakter dieser Me- thode. (siehe Przyborski, Wohlrab-Sahr, 2014, S.3)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


1 Empirisches Relativ: „[…] ein Relationssystem, das aus einer Menge von Objekten sowie einer oder mehre- ren Relationen besteht, welche die Art und Beziehung der Objekte untereinander charakterisieren.“ (Bortz, Döring, 2006, S.65)

2 Numerisches Relativ: Bezieht sich immer auf das Empirische Relativ und repräsentiert eine in Zahlen aus - gedrückte Objektrelation. (Bortz, Döring, 2006, S.65)

3 Operationalisierung: „[...] Gegebenheiten werden in messbare Dimensionen überführt [..]“ (Makowsky, 2013, S.23)

4 Objektivität: „Die Objektivität eines Tests gibt an, in welchem Ausmaß die Testergebnisse vom Testanwender unabhängig sind.“ (Bortz, Döring, 2006, S.195)

5 Reliabilität: „Die Reliabilität eines Tests kennzeichnet den Grad der Genauigkeit, mit dem das geprüfte Merkmal gemessen wird.“ (Bortz, Döring, 2006, S.196)

6 Validität: „Die Validität eines Tests gibt an, wie gut der Test in der Lage ist, genau das zu messen, was er zu messen vorgibt.“ (Bortz, Döring, 2006, S.200)

7 Im Zusammenhang von Screening Instrumenten, werde ich bei der späteren Gegenüberstellung der Metho- den über die Studie „Lebenszufriedenheit und psychische Gesundheit von Müttern und Nichtmüttern im Vergleich“ zurückkommen.

Details

Seiten
14
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668952652
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v471410
Institution / Hochschule
Internationale Fachhochschule Bad Honnef - Bonn
Note
2,0
Schlagworte
quantitative forschung zwei forschungsmethoden fokus beispielen sozialforschung

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