Lade Inhalt...

Kreativitätstechniken

Referat (Ausarbeitung) 2004 11 Seiten

Führung und Personal - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Was ist Kreativität?

2. Die Funktionen von Kreativitätstechniken

3. Die verschiedenen Kreativitätstechniken

4. Drei Kreativitätstechniken im Detail
4.1. Die Lexikon-Methode
4.1.1. Die Vorgehensweise
4.1.2. Der Zeitbedarf
4.1.3. Die Teilnehmeranzahl
4.1.4. Die Beurteilung
4.2. Die Kopfstand-Technik
4.2.1. Die Vorgehensweise
4.2.2. Der Zeitbedarf
4.2.3. Die Teilnehmeranzahl
4.2.4. Die Beurteilung
4.3. Die sechs Hüte des Denkens
4.3.1. Die sechs Hüte
4.3.2. Die Vorgehensweise
4.3.3. Der Zeitbedarf
4.3.4. Die Teilnehmeranzahl
4.3.5. Die Beurteilung

5. Literaturverzeichnis

Kreativitätstechniken

1. Was ist Kreativität?

Ob im Bereich der Bildung, der Arbeitswelt, des Alltags, der Kunst oder der Psychologie, jeder versteht unter Kreativität etwas anderes. Auch Wissenschaftler geben zu, dass sich Kreativität nicht endgültig definieren lässt[1]. Edward de Bono, Erfinder zahlreicher Kreativitätstechniken hat ein Modell entworfen, um den Zusammenhang zwischen konventionellem und kreativen Denken zu verdeutlichen. Dieses Modell des “lateralen Denkens“ soll anhand einer Geschichte erklärt werden:

Die Geschichte mit den Kieselsteinen

Es spielt in einer Zeit, als die Menschen wegen Schulden noch im Kerker gelandet sind. Ein Händler in Köln hat das Unglück, einem Geldverleiher viel Geld zu schulden. Sein Schiff mit den Waren ist verschollen und er weiß nicht wie er das Geld zurückzahlen soll.

Der Geldverleiher, ein hässlicher, feister Kerl, will die Tochter des Händlers zur Frau. Der Geldverleiher macht dem Händler folgenden Vorschlag: "Ich erlasse dir alle Schulden, wenn ich deine Tochter zur Frau bekomme."

Da der Händler und seine Tochter über den Vorschlag entsetzt sind, macht der Geldverleiher folgendes Angebot: "Lassen wir die Vorsehung entscheiden. Ich gebe in einen Beutel einen schwarzen und einen weißen Kieselstein. Deine Tochter zieht einen der beiden Steine. Zieht sie den schwarzen, muss sie mich heiraten und deine Schulden sind getilgt, zieht sie den weißen, dann ist sie frei und deine Schulden sind dir erlassen. Weigert sie sich, dann gehst du ins Gefängnis und wirst bei Wasser und Brot darben."

Die Beiden willigen ein, weil sie keinen Ausweg sehen. Während sie sich beraten, bückt sich der Verleiher und hebt zwei Kieselsteine auf. Die Tochter des Händlers kann erkennen, dass der Verleiher zwei schwarze Kieselsteine in den Beutel gibt.

Dann bittet er das Mädchen, den Stein zu ziehen, der über ihr und das Schicksal des Vaters entscheidet.

Was würden Sie an der Stelle des unglücklichen Mädchen machen? Wozu würden Sie ihr raten?

Man möge annehmen, dass eine genaue logische Analyse zu einer Lösung führt. Diese Art des Denkens ist das nach vorne gerichtete lineare Denken, durch das sich drei Handlungsmöglichkeiten ergeben:

1. Das Mädchen soll sich weigern, einen Stein zu nehmen.
2. Das Mädchen soll zeigen, dass zwei schwarze Steine im Beutel liegen und damit den Geldverleiher als Betrüger entlarven.
3. Das Mädchen soll einen schwarzen Stein ziehen, sich selbst opfern und damit den Vater vor dem Gefängnis bewahren.

Keiner dieser Vorschläge ist besonders hilfreich: Nimmt sie keinen Stein, dann geht der Vater ins Gefängnis, nimmt sie einen, muss sie den Geldverleiher heiraten. Entlarvt sie den Geldverleiher, führt es bestenfalls dazu, dass sie eine fünfzigprozentige Chance bekommt.

Laterales Denken bedeutet, logische Hindernisse zu überwinden, indem das Problem auf neue Weise formuliert wird. Das Denken wird also auf den Stein gerichtet, der im Beutel zurückbleibt.

Die Tochter steckt ihre Hand in den Beutel und zieht einen Stein heraus. Ohne ihn zu zeigen, ließ sie ihn sofort fallen, wo er zwischen all den anderen schwarzen und weißen Kieselsteinen verschwindet. “Oh, wie ungeschickt von mir“, sagt sie. “Aber das macht nichts, denn wir brauchen ja nur in den Beutel zu schauen, um zu sehen, welcher Stein übrig ist.“

Laterales Denken heißt, quer zu den Mustern, den Hauptbahnen unseres Denkens zu gehen. Hat man die Aufmerksamkeit erst mal auf den “anderen Stein“ gelenkt, erscheint die Lösung im Nachhinein völlig logisch. Man fragt sich, warum man darauf nicht früher gekommen ist. Man kann Kreativität also lernen, indem man lernt sich aus den Hauptbahnen unseres Denkens herauszubewegen[2]. Einer Vielzahl von Kreativitätstechniken bauen auf diesem Modell auf.

[...]


[1] Vgl. Wack, Otto G. und Georg Detlinger und Hildegrad Grothoff: kreativ sein kann jeder. 2. Aufl. Hamburg 1998, S.11.

[2] Vgl. Novak, Andreas: Schöpferisch mit System. Kreativitätstechniken nach Edward de Bono. Heidelberg 2001, S.14-16.

Details

Seiten
11
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638442480
Dateigröße
428 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v47256
Institution / Hochschule
Hochschule Deggendorf – Betriebswirtschaftslehre
Note
1,3
Schlagworte
Kreativitätstechniken Lern- Arbeitstechniken

Autor

Zurück

Titel: Kreativitätstechniken