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Brain Drain und Brain Gain in Indien

von Dennis Pulimittathu (Autor) Jörg Geuting (Autor)

Hausarbeit (Hauptseminar) 2005 17 Seiten

Politik - Internationale Politik - Region: Südasien

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung Indien

2. Begriffsdefinitionen
2.1 Brain Drain
2.2 Brain Gain
2.3 Brain Circulation oder Brain Exchange
2.4 Diaspora Netzwerke
2.5 Hochqualifizierte

3. Brain Drain in Indien
3.1 Entwicklung des Brain Drain in Indien
3.2 Ursachen des Brain Drains in Indien
3.3 Folgen des Brain Drain für Indien
3.4 Mögliche Lösungsansätze zur Eindämmung des Brain Drain

4. Brain Gain in Indien
4.1 Vom Brain Drain zum Brain Gain
4.2 Brain Gain – „die indische Erfolgstory“
4.3 Einflussfaktoren der indischen Erfolges
4.4 Brain Gain – „DAS ASIATISCHE JAHRHUNDERT“

5. Fazit

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1 Bundesstaaten Indiens

Abb. 2 Bevölkerungszahlen Indiens

Abb. 3 Erteilte H1-B Visa für die USA nach ausgewählten Nationalitäten im Zeitraum von Oktober 1999 bis Februar 2000

Abb. 4 Entwicklung der IT Industrie Indiens

Abb. 5 Führende IT Unternehmen Indiens

Abb. 6 Aufbruch ins Asiatische Jahrhundert

Abb. 7 Indiens Wirtschaftszahlen

Tabellenverzeichnis

Tab.1 Anzahl der Einwanderer aus ausgewählten Entwicklungsländern in den USA und OECD-Ländern insgesamt nach Ausbildungsstand 1990

Einleitung:

Mit der vorliegenden Arbeit soll der Brain Drain und Brain Gain Prozess, wie er sich in vielen Ländern darstellt an einem Beispiel veranschaulicht werden. Indien gilt schon lange in der Literatur als beispielhaft für einen Umkehrungsprozess vom Brain Drain zum „Brain Gain – Land“. Neuere Ansätze sehen die Emigration von Hochqualifizierten nicht mehr als einen abgeschlossenen Prozess, der für die Abgabeländer ausschließlich negative Folgen hat. Stattdessen wird die Elitenmigration als ein zirkulärer Prozess verstanden von dem neben den Industrieländern auch die Schwellen- und Entwicklungsländer profitieren können. Denn die einst abgewanderten Eliten können sich, nach ihrer Rückkehr ins Heimatland mit ihrem gewonnenen Know-How, Kapital und Kontakten in den Industrieländern, am Entwicklungsprozess beteiligen. Dieser Prozess der Brain Circulation soll am Beispiel Indiens aufgezeigt werden und anschließend bewertet werden.

Die Arbeit ist in fünf Kapitel gegliedert: Nach der Einleitung soll zunächst ein Überblick über das Land Indien gegeben werden. Denn wenn man über einen Raum berichtet, sollte der Leser auch wissen wie es in diesem Raum aussieht und welche speziellen Vorraussetzungen gegeben sind. Im zweiten Kapitel sollen zunächst die Begrifflichkeiten definiert werden. Denn diese sind in der Literatur nicht einheitlich und daher soll zunächst definiert werden, was man mit den verschiedenen Begriffen meint. Im dritten Kapitel sollen die Ursachen, Folgen, Probleme und mögliche Lösungsansätze aufgezeigt werden durch die sich der Brain Drain Prozess in Indien charakterisiert. Ob es sich bei Indien um einen Verlierer im Brain Circulation Prozess handelt, soll im Kapitel vier geklärt werden. Im fünften Kapitel sollen die Ergebnisse noch einmal kurz zusammengefasst werden und bewertet werden.

1. Einführung - Indien

Indien ist mit einer Fläche von Knapp 3,3 Millionen Quadratkilometern geographisch der siebtgrößte Flächenstaat der Erde und der weiten größte Staat der südasiatischen Region. Indien ist eine föderale Republik mit der Hauptstadt in Neu-Delhi. Sie gliedert sich administrative wie aus der Abbildung ersichtlich in 30 Bundesstaaten (2001) sowie 6 Unionterritorien, die direkt der Zentralregierung unterstehen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Bundesstaaten Indiens

Kaum ein anderes Land der Erde hat eine so vielfältige Bevölkerung wie Indien. Hier sind 4.635 verschiedene Kasten, Stammesvölker, Religionsgemeinschaften und Sprachgruppen zu Hause. Seine Geschichte ist geprägt durch eine Abfolge von Eroberungszügen fremder Völker, und sie alle haben das Land entscheidend beeinflusst und die kulturelle, ethnische, sprachliche und religiöse Vielfalt dieser Region vergrößert. Alle großen Weltbevölkerungen sind heute in Indien vertreten. Mit 82,6% bilden die Hindus die Mehrheit und gefolgt von Muslime mit 11,4% etc (vgl. Election Commission of India und CIA, 2001).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Bevölkerungszahlen Indiens

Im Jahr 2005 zählte Indien ca. 1,1 Milliarden Einwohner (vgl. Census of India 2001) und ist damit das bevölkerungsreichste Land nach China, wobei Schätzungen des U.S. Census Bureau davon ausgehen, dass es in 35 Jahren mit 1,5 Milliarden Einwohnern sogar China überholen wird. Allein zwischen 1991 und 2001 hat Indien die gesamte heutige Einwohnerzahl Brasiliens (ca. 180 Mio.) hinzugewonnen. Die städtische Bevölkerung wuchs im selben Zeitraum um 70 Mio. auf ca. 286 Mio. Einw. in 2001 an (vgl. Mistelbacher,J., 2005). Abgesehen von der stetigen (unkontrollierten) Bevölkerungswachstum und der hohen Urbanisierungsdynamik, wird es schnell deutlich, wie groß Indiens Anteil in der heutigen Globalisierten Welt ist. Westliche Konzerne und Investoren lockt nicht nur die schiere Größe des Landes als Absatzmarkt. Vor allem das Bildungsniveau, die Sprachkenntnisse und der Eifer der jungen Generation ziehen viele Konzerne bzw. Unternehmen an. Indien hat sein Potential noch lange nicht erschöpft bzw. entfaltet. Man kann schon meinen „Indien gilt dank der Globalisierung als Wirtschaftssupermacht von Morgen“ (vgl. Spiegel 21/2005)

2. Begriffsdefinitionen:

Bevor wir uns mit der Thematik des Brain Drain und Brain Gain Prozesses in Indien auseinandersetzen wollen, sollten einige Begriffe im Vorhinein geklärt werden, damit keine Missverständnisse auftreten.

2.1 Brain Drain

Wörtlich übersetzt heißt dieser Begriff „Gehirn-Entleerung“ oder „Gehirn-Abfluss“. Doch in unserem Zusammenhang verstehen wir unter dem Begriff Brain Drain den Verlust von Hochqualifizierten Arbeitskräften oder Know-how durch Migration über die Landesgrenzen hinweg. Brain Drain ist ein weit verbreitetes Phänomen in den Ländern der Dritten Welt. Die Industrieländer werben dort die Hochqualifizierten Arbeitskräfte wie zum Beispiel Ärzte, Techniker, Wissenschaftler und andere besonders Ausgebildete ab. Die Emigranten folgen in den meisten Fällen diesen Angeboten, weil sie in den Industrieländer auf bessere Arbeitsbedingungen hoffen. In unserem Beispiel Indien geht es vorwiegend um Computerspezialisten, die in die USA emigriert sind.

2.2 Brain Gain

Unter dem Begriff Brain Gain versteht man einen Gewinn oder eine Vermehrung von Intelligenz oder Verstand im Sinne von Humankapital. Dieser Gewinn von Humankapital kann entweder durch landeseigene Ausbildung oder durch Zuwanderung in das Land erfolgen.

Beide Begriffe (Brain Drain / Brain Gain) werden gerne bei politischen und wirtschaftlichen Auseinandersetzungen benutzt um bestimmte Entwicklungen und Trends zu verdeutlichen.

2.3 Brain Circulation oder Brain Exchange

In den 1970er Jahren wurde dieser Begriff von dem Migrationsforscher Ladame eingeführt. Seiner Meinung nach könne der Brain Drain Prozess seinerzeit noch nicht ausreichend bewertet werden, weil man noch nicht voraussagen könne, ob die Emigranten nicht doch eines Tages in ihr Heimatland zurückkehren werden.

Der Begriff Brain Circulation soll ein Verhältnis zwischen den Zahlen abgegebener und aufgenommener Hochqualifizierter eines Landes darstellen. Somit ist er nicht nur auf negative Folgen für das Abgabeland fixiert, sondern schließt somit auch positive Effekte für das Abgabeland mit ein.

[...]

Details

Seiten
17
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638445986
Dateigröße
1008 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v47716
Institution / Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster – Institut für Politikwissenschaft
Note
1,7
Schlagworte
Brain Drain Gain Indien

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Titel: Brain Drain und Brain Gain in Indien