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Pädagogische Beratung. Ein kurzer Überblick

Hausarbeit 2005 24 Seiten

Pädagogik - Allgemein

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1 Beratung
2.2 Pädagogische Beratung
2.2.1 Gesundheitsberatung

3. Fazit

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Im Verlauf dieser Hausarbeit möchte ich mich mit dem Thema „pädagogische Beratung“ beschäftigen. Da Beratung ein sehr vielfältiges Feld ist, die Darstellung aller einzelnen Bereiche für diese Hausarbeit dennoch kaum möglich ist, werde ich mich auf einige Hauptmerkmale von Beratung beschränken, die sich während meiner Auseinandersetzung mit verschiedenen Autoren gezeigt haben. Zuerst soll zwischen informeller und professioneller Beratung unterschieden werden. Anschließend möchte ich die Eigenschaften der Berater-Klient-Beziehung vorstellen und auf die verschiedenen Beratungssituationen eingehen, um gegen Ende noch mögliche Probleme, die in Bezug auf Beratung auftreten können, zu beschreiben. Als Literaturbasis für diese Hausarbeit dient u.a. das Buch „Pädagogische Beratung“, herausgegeben von Christina Krause et al. (2003), sowie Texte der Autoren Nestmann, Sickendieck & Engel.

Nachdem einige Merkmale, welche auch für pädagogische Beratung gelten können, dargestellt wurden, werde ich versuchen, mich mit den speziellen Eigenschaften von pädagogischer Beratung zu befassen. Dazu soll auf Abgrenzungsprobleme zwischen pädagogischer Beratung und anderen Beratungsformen am Beispiel von psychologischer Beratung eingegangen werden. Anschließend werde ich verschiedene Beratungsansätze beschreiben, um zu verdeutlichen wie ihr Verständnis auf pädagogische Beratung einwirkt. Danach möchte ich Gründe für eine Inanspruchnahme von Beratung, die Anforderungen an den Beratenden und die mögliche Wirksamkeit eines in Phasen eingeteilten Beratungsprozesses vorstellen. Am Ende dieses Teils der Hausarbeit werde ich auf die Probleme pädagogischer Beratung zu sprechen kommen.

Um einen Einblick in die Vielfältigkeit von pädagogischer Beratung zu geben, soll eine weitere Form von Beratung - die Gesundheitsberatung angedeutet werden. An diesem Beispiel kann gezeigt werden, dass der Arbeitsbereich eines pädagogischen Beraters nicht eindeutig auf ein Berufsfeld beschränkt ist und die Beratungsformen miteinander zu kombinieren sind. Neben einer Definition von Gesundheit soll sowohl auf das Programm der Gesundheitsförderung als auch auf das salutogenetische Gesundheitsverständnis kurz eingegangen und Möglichkeiten erwähnt werden, die hieraus für pädagogische Beratung folgen können.

Im Schlussteil der Hausarbeit werde ich die Ergebnisse, welche sich während meiner Auseinandersetzung mit verschiedenen Autoren zum Thema Beratung ergeben haben, kurz zusammenfassen. Abschließend möchte ich die Merkmale pädagogischer Beratung hervorheben und sie von den Merkmalen psychologischer Beratung (Schmalohr 2001), welche in 2.2 vorgestellt werden, abgrenzen. So soll deutlich gemacht werden, was pädagogische Beratung auszeichnet.

2. Hauptteil

2.1 Beratung

Beratung ist ein vielfältiges Tätigkeitsfeld und kann somit nicht auf eine Disziplin beschränkt werden. Sie findet täglich als zwischenmenschliche Interaktion in Familien, Schulen, Firmen und an Orten, die nicht speziell als Beratungsstelle ausgewiesen sind, informell statt. Die Art der Beratung, auf die ich in diesem Teil der Hausarbeit eingehen möchte, ist jedoch eine professionelle Variante, welche durch Fachpersonal in Beratungsstellen, Krankenhäusern oder Praxen durchgeführt wird. Die erwähnten Beratungstypen haben gemeinsam, dass es sich um helfende Interaktion zwischen zwei oder mehreren Beteiligten handelt, wobei eine dieser Personen Hilfe sucht, während die Andere Unterstützung bietet. Der Anlass für Beratung kann unterschiedlicher Art sein, häufig handelt es sich um Informationsbedarf oder die Hoffnung auf Stabilisierung eines instabilen Bereichs im Leben des Klienten, wozu die Identifikation von Problemen und die Aufdeckung von Ressourcen gehören können (vgl. Krause 2003a, S.28/29).

Der Unterschied zwischen informeller und professioneller Beratung liegt unter anderem darin, dass es sich in professioneller Beratung um ein Berater-Klienten-Verhältnis handelt, in welchem der Berater versucht, dem Klient in Bezug auf eine Frage oder ein Problem Orientierung oder Klarheit zu geben. Der ratsuchende Klient wird beim Erwerb von Bearbeitungs- und Bewältigungskompetenzen unterstützt, so dass er in der Lage ist, seine Schwierigkeiten zu reduzieren (vgl. Sickendieck et al. 1999). Beratung kann dabei „präventive, kurative und rehabilitative Aufgaben erfüllen“, und so entweder vor der Entstehung eines Problems, bei aktuell bestehenden oder bei bereits vergangenen Problemlagen, deren Folgen noch Auswirkungen auf die Situation des Klienten haben, zur Seite stehen (ebd., S.13).

Dadurch sei gerade der Aufbau dieser speziellen Beratungsbeziehung laut Reinhard Fuhr (2003a) der schwierigste Teil im Beratungsgeschehen, da jeder Klient andere Merkmale aufweise und so keine Handlungsanleitungen vorhanden seien, die dem Berater vermittelten, wann welches Verhalten angebracht sei. Die Ausbildung halte zurzeit noch keine Kompetenzen dieser Art bereit (ebd., S.32), dennoch müsse sich der Berater die Intensität der Berater-Klienten-Beziehung deutlich machen (ebd., S.38). So darf der Klient während des Beratungsprozesses nicht geschädigt oder manipuliert werden (vgl. Sickendieck & Nestmann 2003, S.164f), die Informationen sind vertraulich zu behandeln. Das Berater-Klienten-Verhältnis besteht aus zwei Beziehungsarten, einer funktionalen (professionellen) Ebene, welche eine asymmetrische Verteilung von Wissen zwischen Berater und Klient enthält, die dem Berater durch seine Ausbildung also einen Expertenstatus zuteilt, und einer persönlichen Ebene, die sich durch Symmetrie auszeichnen sollte. Gerade Störungen auf der persönlichen Ebene können den Beratungsmoment entsprechend behindern und auch auf die inhaltliche Ebene einwirken. Die Störfaktoren müssen sich nicht immer auf die Beziehung zwischen Klient und Berater beziehen, Erlebnisse im Alltag oder Beziehungsstörungen mit der Umwelt können auf das Verhältnis einwirken, obwohl sie nicht der eigentliche Grund für die Beratung sind und somit zuerst kein Gesprächsthema dargestellt haben (vgl. Fuhr 2003a, S.39-41). Fuhr (2003a, S.34ff) erklärt diese Einwirkungen mit der ständigen Eingebundenheit des Menschen in Beziehungen, selbst wenn er diese gerade nicht aktiv erlebt. Durch die unterschiedliche Eingebundenheit in Beziehungen entstehe, so Fuhr (ebd.) ein Beziehungsmuster, welches auf Erfahrungen mit vorherigen Beziehungen und Erlebnissen basiere. Dieses Beziehungsmuster könne ebenfalls auf die Berater-Klient-Beziehung einwirken.

Ein weiteres Merkmal, was die professionelle Beratung von informeller Beratung unterscheidet, bezieht sich ebenfalls auf das Berater-Klienten-Verhältnis. Der professionelle Berater hat, anders als möglicherweise in einem Gespräch unter Freunden oder Familienangehörigen, kein persönliches Interesse an der Richtung, die die Beratung, bzw. der Klient einschlagen könnte (vgl. Sickendieck & Nestmann 2003, S.155) und sollte eine neutrale Haltung einnehmen. Uneigennützigkeit stellt ein wichtiges Merkmal dar (ebd., S.163). Darum verweist Reinhard Fuhr (2003a, S.39) besonders auf die Neutralität des Beratungsprozesses. Beratung solle wertfrei sein, der Klient dürfe nicht den Eindruck haben, für seine Aussagen eine Bewertung erwarten zu müssen. Aus diesem Grund dürfe Beratung nach Nestmann (vgl. Sickendieck et al. 1999, S.13) nicht mit der Tätigkeit des Ratgebens verglichen werden. Der Klient soll im Beratungsverlauf unterschiedliche Sichtweisen für sein Problem erarbeiten und keine Handlungsanweisung erhalten. Seine Kompetenzen sollen erkannt und falls nötig wiederhergestellt werden, so dass der Klient auch ohne die Hilfe des Beraters in Zukunft mit seiner Situation zurecht kommt. Der Beratende versucht ihm dabei Vorstellungen über einen angemessenen Umgang mit Problemsituationen zu vermitteln und alternative Sichtweisen vorzustellen (vgl. Sickendieck 2003).

Zwar ist die Mehrheit der zustandekommenden Beratungssituationen durch Freiwilligkeit gekennzeichnet und der Klient hat jederzeit die Möglichkeit die Sitzung zu beenden, doch muss bemerkt werden, dass nicht jede Beratung aus freien Stücken entstanden ist. Gerade im sozialen, medizinischen und juristischen Bereich können Beratungen angeordnet werden, wenn es sich um Bewährungsauflagen in Form von Drogenberatung, oder richterliche Anordnungen bzgl. einer Familienberatung nach einem Scheidungsprozess, handelt. In diesem Fall sind die Klienten nicht aus eigener Entscheidung zur Beratung gekommen, welches sich negativ auf das Berater-Klienten-Verhältnis auswirken kann. Diese Ausnahme macht es möglich, eine Unterscheidung in der Art der Motivation zu machen, die den Klienten zur Beratungssitzung geführt hat. Es kann zwischen drei Stufen unterschieden werden, der „kann“, „soll“ oder „muss“ – Beratung. Die erste Stufe beschreibt die Mehrheit der Fälle und ist freiwillig, die zweite Stufe deutet an, dass die Beratung von Vorteil wäre, da ein Problem akut vorhanden ist, dennoch die Möglichkeit besteht, es ohne die Hilfe einer Beratung zu beheben. Die letzte Stufe dagegen stellt die oben beschriebene Pflichtberatung dar. Zum Abschluss der Beschreibung des Berater-Klienten-Verhältnisses muss hinzugefügt werden, dass dies nur einige der möglichen Merkmale sind, durch die eine Beratungsbeziehung bestimmt wird. Je nach Beratungsansatz kann sich das Verhältnis von Berater und Klient noch unterscheiden (Fuhr 2003a). Da sich im Verlauf der Entwicklung von Beratung als Disziplin ein Wandel im Ansatzverständnis vollzogen hat, der auch die pädagogische Beratung betrifft, werde ich die Beratungsansätze unter Punkt 2.2 kurz vorstellen.

Beratung ist mit verschiedenen Problemen konfrontiert, welche zum einen die Beschaffenheit des Klienten betreffen oder sich zum anderen auf Beratung als Disziplin beziehen. Ein Problem, Klient und Beratungsbeziehung betreffend, können festgefahrene Meinungen oder Stereotypen sein, aber auch Erwartungen, die an Beratung und Berater gestellt, aber nicht erfüllt werden können. Darum sollte der Berater über Vorurteile, die ihm aufgrund seines Berufs entgegengebracht werden könnten, informiert sein. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Berater und Klient in den ersten Sitzungen testen, ob eine Zusammenarbeit für sie möglich ist.

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Details

Seiten
24
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638446822
ISBN (Buch)
9783638927802
Dateigröße
580 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v47824
Institution / Hochschule
Universität Trier
Note
2,3
Schlagworte
Pädagogische Beratung

Autor

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Titel: Pädagogische Beratung. Ein kurzer Überblick