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Das Palais-Royal in der Französischen Revolution

Seminararbeit 2004 19 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Palais- Royal vor der Französischen Revolution
2.1. Der Herzog Louis- Philippe d’ Orléans

3. Die städtische Revolution
3.1. Die Ursachen der städtischen Revolution in Paris

4. Die Funktion des Palais- Royal in der Französischen Revolution

5. Der Einfluss der Ereignisse im Palais- Royal auf den Verlauf der städt- ischen Revolution
5.1. Camille Desmoulins

6. Fazit

7. Literatur- und Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Das Thema meiner Hausarbeit lautet „Das Palais- Royal in der Französischen Revolution“, Oberthema des Seminars war „Die Französische Revolution“. Ich beziehe mich in meiner Arbeit nahezu ausschließlich auf die städtische Revolution speziell in Paris und gehe damit davon aus, dass die Französische Revolution kein einheitliches, in sich geschlossenes Ereignis war, sondern das es ein sich um ein Zusammenspiel verschiedener Teilrevolutionen handelte. Meine Arbeit beschäftigt sich speziell mit der Frage, welche Rolle das Palais- Royal als Versammlungsort und Freiheitsraum der Bürger während des Beginns der städtischen Revolution in Paris spielte. Bei der Schreibweise von Begriffen wie zum Beispiel „Palais- Royal“ richte ich mich nach dem „Dictionnaire de l’histoire de France“.

Die Arbeit beginnt mit einer Übersicht über die Geschichte und Entwicklung des Palais- Royal vor der Revolution und einer Beschreibung des Anwesens. So soll dem Leser ein allgemeiner Eindruck vom Aufbau des Gebäudes gegeben werden. In dem Abschnitt 2.1. gehe ich auch auf die Biographie von Louis-Philippe d’Orléans ein. Als Besitzer des Palais- Royal zur Zeit der Revolution ermöglichte er die öffentliche Nutzung des Palais als Versammlungsort. Mit seiner liberalen Einstellung gehörte er zu einer Minderheit unter den Adligen und spielte in der Revolution in Paris eine wichtige Rolle. Abschnitt 3. Befasst sich mit der Bedeutung der städtischen Revolution, ihren Protagonisten und Ursachen, wobei hier nur ein Überblick über die für das Thema der Arbeit relevanten Ursachen gegeben werden soll. Eine vollständige Darstellung der Hintergründe der städtischen Revolution würde den Rahmen der Arbeit sprengen.

Im folgenden Abschnitt wird die Funktion des Palais- Royal kurz vor und während der Revolution allgemein beschrieben. In Abschnitt 5 beschäftige ich mich dann konkret mit den Zusammenhängen zwischen den Ereignissen im Palais- Royal und den Ereignissen der städtischen Revolution. Dabei beschränke ich mich fast ausschließlich auf die Ereignisse im Sommer und Herbst 1789 und ende mit dem Zug der Frauen nach Versailles. Das Palais- Royal hat seine Bedeutung als Versammlungsort der politischen Gruppen zwar nach dem 5. Oktober nicht verloren, jedoch lässt sich ab diesem Punkt aus den mir vorliegenden Quellen eine eindeutige Verbindung zwischen bestimmten Ereignissen in Paris und Vorgängen im Palais- Royal kaum noch belegen. Unter Punkt 5.1 gehe ich kurz auf die Biographie von Camille Desmoulins ein, der zu den bekanntesten Politikern im Palais- Royal gehörte.

Die Arbeit stützt sich vor allem auf die Briefe des Deutschen Friedrich Schulz, der zur Zeit der Revolution in Paris und häufig auch im Palais- Royal war. Die Briefe sind der Internetseite http://www.historicum.net entnommen, und im Anhang als Ausdruck zu finden. Des weiteren stütze ich mich auf die Revolutionsbriefe Campes aus Paris und auf verschiedene Monographien und Lexikonartikel zum Thema „Französische Revolution“. Im Anhang findet sich neben einem Ausdruck der Internetseiten auch ein Plan des Paris von 1789 aus dem Buch „Die Französische Revolution“ von Axel Kuhn.

2. Das Palais- Royal vor der Französischen Revolution

Als das Palais- Royal im 17. Jahrhundert erbaut wurde, trug es seinen späteren Namen noch nicht, und war als reines Wohnhaus gedacht. Der Kardinal Richelieu erwarb das Grundstück des Palais- Royal im zweiten Arrondissement von Paris nachdem er im Jahr 1624 zum Premierminister unter Ludwig XIII. wurde, und ließ darauf seinen Wohnsitz errichten. Zunächst umfasste das Anwesen ein so genanntes „Hotel“ (das heißt ein vornehmes Wohnhaus) auf einem großen Grundstück gegenüber des Louvres. Im Louvre hatte sich seit den Unruhen des 16. Jahrhunderts der königliche Hof niedergelassen.

Der Umbau des Wohnhauses in einen Palast erfolgte erst im Jahr 1633 durch den bekannten Architekten Lemercier. Er hatte bereits 1626 den Umbau der Sorbonne geleitet und gestaltete den Palast im Stil des Barock, brachte aber auch Elemente aus Palladio und Renaissance ein. Zu diesem Zeitpunkt wurde das Gebäude noch als Kardinals-Palast bezeichnet.[1] Der Garten wurde von Desgots, dem damaligen königlichen Gärtner gestaltet, es handelte sich um eine der größten Gartenanlagen im damaligen Paris. Im Jahr 1636 übertrug Kardinal Richelieu den Palast und das dazugehörige Grundstück dem französischen König Ludwig XIII., von diesem Zeitpunkt an wurde das Gebäude „Palais- Royal“ genannt.

Zunächst diente der Palast als Residenz für Anna von Österreich und ihren Sohn, den späteren Ludwig XIV..

Von 1648 bis 1653 kam es zum so genannten Aufstand der Fronde. Hierbei handelte es sich um den Widerstand des Parlaments von Paris und des Hochadels gegen die zunehmende Zentralisierung der Herrschaft unter Ludwig XIII. und seinen Kardinälen Richelieu und Mazarin.[2] In dieser Zeit floh die königliche Familie in den Louvre. Danach erhielt Henriette-Marie de France, die Witwe von Charles I. von England, den Palast. Die Hochzeit ihrer Tochter Henriette-Anne mit dem Bruder von Ludwig XIV. brachte das Anwesen in den Besitz der Familie d’ Orléans wo es bis 1854 blieb.

Philippe II. von Orléans, der das Palais- Royal von seinem Vater erbte, setzte die von diesem begonnenen Umbaumaßnahmen fort. Er stellte eine außergewöhnlich große Kunstsammlung zusammen, und machte aus dem Palais einen bekannten Treffpunkt der Pariser Oberschicht (so waren zum Beispiel die Abendgesellschaften im Palais- Royal damals legendär).

Louis-Philippe, der Enkel von Philippe II., begann nach einem Brand einen vollständigen Umbau des Palais- Royal. Er wollte so in das Immobiliengeschäft einsteigen, da er Probleme hatte seinen luxuriösen Lebensstil zu finanzieren.[3] So ließ er an drei Seiten des Gartens Mietshäuser errichten in deren Erdgeschoß sich Ladenlokale befanden, die er an Boutiquen und Galerien vermietete. Gestaltet wurden die Gebäude von dem Architekten Victor Louis, der auch schon die Oper von Bordeaux geplant hatte. Die Umbaumaßnahmen waren ein großer kommerzieller Erfolg für den Herzog: die Galerien und Gärten des Palais- Royal wurden schnell ein beliebtes Ziel in Paris. Grund für diese Beliebtheit des Anwesens waren nicht nur die zahlreichen Cafés, Clubs und Geschäfte im Palais- Royal, sondern auch die Freiheiten die die Besucher dort genossen. Die Polizei von Paris überwachte die Bürger sehr gründlich. Allein auf dem Gelände des Palais- Royal konnten die Bürger sich, vor allem seit es Louis-Philippe von Orléans gehörte, frei bewegen. Als Privatbesitz einer Adelsfamilie war es dem Zugriff der Polizei entzogen und der Besitzer duldete auch die offiziell illegalen Aktivitäten, wie zum Beispiel Prostitution und Glücksspiel, die dort stattfanden. Das Palais- Royal wurde zwar vor der Revolution von der Polizei überwacht, diese ging jedoch nicht gegen den Herzog von Orléans oder die Besucher vor.[4]

[...]


[1] Schulz, Friedrich: „Ueber Paris und die Pariser (1791)“ S. 398, online im Internet http://www.revolution.historicum.net/quellen/schulz/transkription.html [zugegriffen am 23.03.2004]

[2] Sösemann, B., „Die Französische Revolution“, in: „Neuzeit seit 1789“(=Grundriss der Geschichte, Band 2), Stuttgart 1998, S. 293.

[3] Schulz, Friedrich, „Ueber Paris und die Pariser (1791)“ S. 410, online im Internet http://www.revolution.historicum.net/quellen/schulz/transkription.html [zugegriffen am 23.03.2004].

[4] Cobb, Richard C., „Der Beginn der revolutionären Krise in Paris“, in: Grab, Walter (Hg.), „Die Debatte um die Französische Revolution“, München 1993, S. 42.

Details

Seiten
19
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638450225
ISBN (Buch)
9783638824019
Dateigröße
499 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v48266
Institution / Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen – Historisches Institut
Note
1,7
Schlagworte
Palais-Royal Französischen Revolution Proseminar Französische

Autor

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Titel: Das Palais-Royal in der Französischen Revolution