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Die Konstruktion einer Bildungsnachricht. Eine vergleichende Untersuchung zweier Tageszeitungen

von Kilian Norden (Autor)

Hausarbeit 2012 24 Seiten

Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einführung

2. Fall A – taz.die tageszeitung
2.1 Formulierende Interpretation
2.2 Reflektierende Interpretation

3. Fall B – DIE WELT
3.1 Formulierende Interpretation
3.2 Reflektierende Interpretation

4. Vergleich

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Der am 12. März 2012 in der taz erschienene Artikel „Schulsystem durchlässig – nach unten“ im Seitenkontext (Titelseite) .. 3

Abb. 2: Der am 12. März 2012 in der WELT erschienene Artikel „Bildung: Deutschland muss von Sachsen lernen“ im Seitenkontext (Titelseite) 11

Anmerkung der Redaktion: Der genaue Wortlaut der Artikel wurde aus urheberrechtlichen Gründen entfernt, kann aber anhand der Quellenangaben leicht nachvollzogen werden.

1. Einleitung

Für unsere Jugend sind Bildungschancen gleichzusetzen mit Lebenschan- cen. Dabei dient Bildung nicht nur der Generierung von persönlichem Erfolg, sondern ist zudem auch unentbehrlich für die Integration in die Gesellschaft. Faire Bildungschancen sind somit ein Gebot der Gerechtigkeit und immanen- te Voraussetzung für Wohlstand, Demokratie und gesellschaftlichen Zusam-menhalt.1

Vor dem Hintergrund dieses Zusammenhangs sowie der deutschen PISA- Ergebnisse wurde mit dem “Chancenspiegel“ eine neue Studie entworfen, denn die Leistungen der deutschen Schüler haben sich zwar in den letzten Jahren erfreulicherweise verbessert, allerdings ist der Bildungserfolg noch immer maßgeblich von der Herkunft abhängig. Die neue Studie analysiert die Leistungsfähigkeit und Gerechtigkeit der einzelnen deutschen Schulsysteme und soll zukünftig regelmäßig erscheinen. Die erste Veröffentlichung erfolg- te im März 2012 und erzeugte vor allem in den Printmedien zahlreiche Reak- tionen.

In der vorliegenden Seminararbeit “Die Konstruktion einer Bildungsnachricht“ soll der Frage nachgegangen werden, inwiefern eine Bildungsnachricht in zwei Tageszeitungen divergent konstruiert werden kann. Hierbei bildet die Veröffentlichung des Chancenspiegels die “Bildungsnachricht“ und die Ta- geszeitungen werden durch taz sowie WELT abgebildet.

Für die Bearbeitung werden zunächst die beiden Artikel „ Schulsystem durch- lässig – nach unten “ (Fall A – taz) sowie „ Bildung: Deutschland muss von Sachsen lernen “ (Fall B – DIE WELT) bearbeitet. Dabei wird im Rahmen der dokumentarischen Methode für beide Artikel jeweils eine formulierende sowie reflektierende Interpretation durchgeführt. Bezugnehmend auf die Interpreta- tionen wird daran anschließend ein Vergleich der beiden Artikel vorgenom- men und somit die argumentative Basis für die im Fazit erfolgende Beantwor-tung der Leitfrage gelegt.2

2. Fall A –taz.die tageszeitung

Anmerkung der Redaktion: Der genaue Wortlaut des Artikels wurde aus urheberrechtlichen Gründen entfernt, kann aber anhand der Quellenangaben leicht nachvollzogen werden.

Abb. 1: Der am 12. Marz 2012 in der taz erschienene Artikel ,Schulsystem durchlassig- nach unten"3 im Seitenkontext (Titelseite)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.1 Formulierende Interpretation

Fall A - taz.die tageszeitung, Artikel „Schulsystem durchlässig – nach unten“:

4 Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2 Reflektierende Interpretation

Der Artikel “Schulsystem durchlässig – nach unten“ erschien am 12. März 2012 auf der Titelseite der Druckausgabe der “taz“ (taz.die tageszeitung) und wurde von Christian Füller (CIF) verfasst. Im Artikel wird die Möglichkeit ei- nes Schulformwechsels insbesondere unter dem Aspekt eines möglichen “Abstiegs“ thematisiert sowie auf weitere Artikel (Schwerpunkt, S.4; Meinung u. Diskussion, Seite 12) in der gleichen Ausgabe hingeführt.

Die Überschrift „ Schulsystem durchlässig – nach unten “ (Z. 1-3) ist zweige- teilt zu betrachten. Zuerst wird mit der Durchlässigkeit des Bildungssystems ein gemeinhin positiv konnotierter Aspekt eingeführt. Im direkten Anschluss wird diese Konnotation jedoch relativiert bzw. sogar ins Negative umgekehrt. Ein solches taz-typisches Stilmittel (witzige Überschriften5 ) kann sein Ziel nur erreichen, wenn die Leserschaft über einen ausreichenden Wissensfundus verfügt. Im konkreten Fall muss bspw. bekannt sein, dass im deutschen Bil- dungssystem seit mehreren Jahren intensive Anstrengungen für mehr Durchlässigkeit unternommen werden. Denn nur vor diesem Hintergrund kann die vermeintlich “endlich“ erreichte Durchlässigkeit ad absurdum geführt werden.

Die Unterüberschrift des Artikels verortet diesen in das Ressort „ Bildung “ (Z. 4). Der Begriff ist ferner rot unterlegt, was auch die einzige Farbgestaltung im Artikel bleibt. Da dieses gestalterische Mittel auf der Titelseite wiederholt ein- gesetzt wird, dient es wahrscheinlich lediglich einer besseren Navigation für den Leser. Nachfolgend wird in der Unterüberschrift mittels „ Neue Studie “ (Z. 4) auf die Hauptquelle des Artikels verwiesen, wobei durch die Begriffswahl “neu“ auch aktuell und mit “Studie“ ferner eine gewisse Qualität der Quelle impliziert wird. Weiterhin erfolgt im Bereich der Unterüberschrift eine erste Information: „ Auf einen schulischen Aufsteiger kommen mehr als vier Abstei- ger “ (Z. 4-5). Hiermit wird an die Überschrift angeknüpft und durch die Nen- nung eines Verhältnisses von schulischen Auf- zu Absteigern erfolgt ferner eine erste Konkretisierung. Allerdings bleibt die Information dennoch relativ unspezifisch, da der Leser über diverse Aspekte im Unklaren gelassen wird (bspw. betroffene Bundesländer, Schulformen; Wie viel genau bedeutet mehr als vier?). Eine einleuchtende Erklärung für diese unspezifische Information ist der Verweis auf die Funktion einer Unterüberschrift als “Appetitmacher“ auf den Gesamtartikel.

[...]


1 Vgl. Berkemeyer/Bos/Manitius 2012, S. 7.

2 Vgl. Jäger 2006, S. 83ff; vgl. Keller 2010, S. 69ff.

3 Fuller 2012. S. 1.

4 Die Verwendung des Begriffs „Dienstklassenherkunft“ erfolgt in Anlehnung an: Berkemey- er/Bos/Manitius 2012, S. 57.

5 Vgl. taz 2012a [online]; vgl. Heiser 2009 [online].

Details

Seiten
24
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783668973855
ISBN (Buch)
9783668973862
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v489767
Institution / Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
2,0
Schlagworte
konstruktion bildungsnachricht eine untersuchung tageszeitungen

Autor

  • Kilian Norden (Autor)

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Titel: Die Konstruktion einer Bildungsnachricht. Eine vergleichende Untersuchung zweier Tageszeitungen