Lade Inhalt...

Basale Stimulation als Frühförderung

Seminararbeit 2005 16 Seiten

Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was eigentlich ist eine Frühförderung?
2.1. Definitionsversuch
2.2. Wer braucht die Frühförderung?
2.3. Wo findet die Frühförderung statt?
2.4. Was geschieht in der Frühförderung?
2.4.1. Die Eingangsphase
2.4.2. Frühbehandlung und Therapie
2.4.3. Angebote der Frühförderung für die Eltern
2.4.4. Abschluss der Frühförderung

3. Was ist Basale Stimulation®?
3.1. Der Grundgedanke
3.2. Der Ausgangspunkt und die Ziele der Basalen Stimulation®

4. Förderungsbereiche und Übungen
4.1. Vestibuläre Anregung
4.2. Somatische Anregung
4.2.1. Grundprinzip der Symmetrie
4.2.2. Grundprinzip der Spannung und Entspannung
4.2.3. Grundprinzip der Rhythmisierung
4.3. Vibratorische Anregung
4.4. Orale und Auditive Stimulation
4.5. Taktil/Haptische Stimulation und Visuelle Stimulation
4.6. Olafaktorische Stimulation

5. Vorteile der Basalen Stimulation®
5.1. Für den Patienten
5.2. Für den Träger

6. Wie ist die allgemeine Meinung über Basale Stimulation®?

7. Stellungnahme: Was halte ich von der Basalen Stimulation®

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Jeder Mensch, der schon einmal in einer Schule für geistigbehinderte Kinder war hat bemerkt, dass auch dort die Schüler unterschiedliche Qualifikationen aufweisen. Allerdings sind es meistens die schwerstbehinderten Kinder, die aufgrund ihrer Wahrnehmungs- und Bewegungsstörungen, extrem auffallen. Oft sitzen diese Kinder nur teilnahmslos auf ihrem Stuhl/ Rollstuhl und es scheint, als ob nichts, was um sie herum geschieht zu ihnen durchdringt. Andreas Fröhlich beschäftigte sich mit diesen Kindern und entwarf das Modell der Basalen Stimulation®, welches helfen soll die schwerstbehinderten Kinder aus ihrer Isolation herauszuführen. Häufig wird diese Therapieform bereits in der Frühförderung verwendet, um behinderten, oder von Behinderung bedrohten Kindern zu helfen und ihre Teilhabe in der Gesellschaft zu sichern.

Ob dieses Modell nun viel versprechend ist oder nicht, soll in der folgenden Abhandlung geklärt werden.

2. Was eigentlich ist eine Frühförderung?

2.1. Definitionsversuch

Es ist sehr schwer eine genaue Definition für Frühförderung zu finden, da von sehr verschiedenen Problemen ausgegangen wird, die man mit sehr unterschiedlichen Angeboten von ebenso vielen Arbeitern zu lösen versucht.

Die Arbeitshilfe der Bundesvereinigung Lebenshilfe fasst die Zielstellung der Frühförderung folgendermaßen zusammen: „Frühförderung hat immer zum Ziel, im Zusammenwirken von Eltern und Fachleuten, die Entwicklung des behinderten und entwicklungsverzögerten Kindes sowie die Entfaltung seiner Persönlichkeit anzuregen, zu unterstützen, seine Erziehung zu fördern und zu helfen, sie sicherzustellen.“ (vgl. Arbeitshilfe der Bundesvereinigung Lebenshilfe)

Hier werden die Ziele (die Entwicklung und die Entfaltung der kindlichen Persönlichkeit anzuregen, zu unterstützen, seine Erziehung zu fördern und zu helfen, sie sicherzustellen), sowie die grundlegende Methodik (Zusammenwirken von Eltern und Fachleuten) und der Zuständigkeitsbereich (das behinderte und entwicklungsverzögerte Kind)der Frühförderung benannt. Damit ist eine grobe Definition der Frühförderung gegeben.

2.2. Wer braucht die Frühförderung?

Die Antwort hierauf bietet ansatzweise schon die Zielsetzung, nämlich das behinderte und entwicklungsverzögerte Kind. Hierzu gehören Kinder, bei denen eine geistige und/oder körperliche Behinderung diagnostiziert wurde. Aber solche, bei denen frühkindlicher Autismus, das Katzenschrei-Syndrom oder das Rett-Syndrom beobachtet wurde.

Darüber hinaus wird auch die Entwicklungsverzögerung genannt, die sich auf Motorik, Kommunikation, Wahrnehmung und Selbstständigkeit eines Kindes auswirken kann. Auch Verschlossenheit, geringes Interesse, unruhiges oder aggressives Verhalten fallen in den Zuständigkeitsbereich der Frühförderung (vgl. Finger & Steinbach, 1992, S. 42).

Ein großer Anteil der Kinder, die eine Frühförderung bekommen, leidet unter dem so genannten ADHS-Syndrom (Aufmerksamkeits-Defizit und Hyperaktivitäts-Syndrom).

Was das Alter des zu fördernden Kindes betrifft, sollte das Kind so bald wie möglich gefördert werden, denn je eher begonnen wird, desto größer sind die Chancen die Folgeschäden zu reduzieren, die Behinderung zu minimieren, oder sie sogar zu vermeiden. In der Regel werden Kinder im Alter von 0 bis 6 Jahren, also bis zur Einschulung in die Förderung aufgenommen.

2.3. Wo findet die Frühförderung statt?

Die unterschiedlichen Einrichtungen der Frühförderung lassen sich grob in 3 Teilsysteme untergliedern:

- Teilsystem A: Die freipraktizierenden, niedergelassenen Ärzte, Therapeuten, Psychologen, (Heil-)Pädagogen, die zum Teil mit Frühförderstellen in Kooperationsbeziehungen stehen

- Teilsystem B: Regionale (im Bereich der Kinder mit Sinnesbeeinträchtigung auch überregionale) Frühförderstellen, die ihren fachlichen Schwerpunkt zum großen Teil in sonder- und heilpädagogischen, psychologischen sowie sozialpädiatrischen Bereichen haben. Sie arbeiten darüber hinaus überwiegend interdisziplinär und zwar sowohl durch die direkte Teameinbindung ärztlich medizinischer Professionen als auch durch offene Formen der interdisziplinären Kooperation.

- Teilsystem C: Überregionale, zentrale Einrichtungen des medizinischen Komplexes (Sozialpädiatrische Zentren, spezialisierte Kliniken bzw. Fachabteilungen für Neuro- und Sozialpädiatrie u.a.) (vgl. Wilken, 1999, S.23)

Häufig findet die Frühförderung bei dem Kind zu Hause statt, also in seiner gewohnten Umgebung. Hiermit soll ein Herausgerissenwerden aus der Alltagswelt vermieden werden. In dieser vertrauten Welt fasst das Kind leichter Vertrauen und lässt sich meist besser auf die Therapie ein. Außerdem müssen neu erlernte Fähigkeiten nicht erst auf die Alltagssituation übertragen werden, sondern können da geübt werden, wo sie auch zum Einsatz kommen sollen.

Eine weitere Möglichkeit ist die Frühförderung in dem Kindergarten, wo zusätzlich bestimmte Situationen, in denen das Kind Schwierigkeiten hat, an ort und stelle eingeübt werden. So kann es beispielsweise durchaus sein, dass man mit dem Kind einkaufen geht, um Kommunikation und Wahrnehmung zu fördern.

2.4. Was geschieht in der Frühförderung?

2.4.1. Die Eingangsphase

Die Angebote der Frühförderung beziehen sich auf die oben genannte Zielsetzung.

Sie beginnt mit der so genannten Eingangsphase, welche die Kontaktaufnahme zwischen der Familie und der Frühförderstelle ermöglicht und dazu dient Informationen über das zu fördernde Kind und die bevorstehende Therapie zu sammeln. Diese Eingangsphase gliedert sich in folgende sechs Punkte:

a. Telefonischer Erstkontakt der Eltern: Die Eltern wollen sich ein grobes Bild der Frühförderung machen.
b. Erstgespräch und Anamnese: Das Erstgespräch gibt dem Anliegen der Eltern Raum, Schwerpunkt liegt hierbei eher auf der Sicht- und Erlebnisweise der Eltern. Die Eltern sollen Informationen über die rechtliche, organisatorische und finanzielle Seite der Frühförderung bekommen.
c. Diagnostik: Ist in drei Bereiche unterteilt: 1. ärztliche Diagnostik, 2. psychologische Testdiagnostik, 3. fachspezifische allgemeine und spezielle Entwicklungsdiagnostik
d. Diagnosemitteilung: Die Diagnose wird den Eltern mitgeteilt, Fragen aus dem Erstgespräch sollen beantwortet werden
e. Behandlungsempfehlung und Förderplan: Der Förderplan zeigt Strategien zur therapeutischen Bearbeitung des jeweiligen Problems auf und benennt Ziele der Frühförderung, er wird im Laufe der Förderung regelmäßig ergänzt und erneuert
f. Erstgespräch der Förderin/Therapeutin: Hier besteht eine Möglichkeit des gegenseitigen Kennenlernens von Therapeuten, Eltern und Kind als Grundlage für die gemeinsame Arbeit

(vgl. Thurmair & Naggl, 2000, S. 47f)

2.4.2. Frühbehandlung und Therapie

Nach der oben beschriebenen Eingangsphase wird zur Frühbehandlung und Therapie übergegangen. Meist findet diese ein- bis maximal zweimal in der Woche statt, da eine häufigere Förderung in der Regel nicht finanziert werden kann. Aus diesem Grunde ist es enorm wichtig, dass die Eltern so genannte Kooperationspartner der Förderer sind, da die Anzahl an eigentlichen Frühförderstunden für eine kindgerechte Förderung viel zu gering ist.

[...]

Details

Seiten
16
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638455718
Dateigröße
638 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v49021
Institution / Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Note
1-2
Schlagworte
Basale Stimulation Frühförderung

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Basale Stimulation als Frühförderung