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Methoden der Schulsozialarbeit

Ein Überblick

Essay 2019 5 Seiten

Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Leseprobe

Methoden der Schulsozialarbeit Ein Überblick

Insgesamt gibt es in der Schulsozialarbeit ein grundsätzliches Verständnis der handlungsleitenden Methoden, welches allerdings in der Praxis sehr unterschiedlich ausgeprägt sein kann (vgl. Galuske 2001). So sind die Methoden der Schulsozialarbeit u.a. abhängig von der jeweiligen Schulform als auch von dem Standort der Schule (vgl. Kooperationsverbund Schulsozialarbeit 2015, S.11). Darüber hinaus „berücksichtigen [sie] die konzeptionelle Rahmung, die vertragliche Auftragslage, die Ausstattung an der jeweiligen Schule sowie das Selbstverständnis des Trägers der Schulsozialarbeit“ (ebd. 2015, S.11).

Im Wesentlichen greift die Schulsozialarbeit, als eine Leistung der Jugendhilfe, auf die gleichen Methoden zurück wie die Soziale Arbeit. Diesbezüglich bezieht sie sich besonders auf den klassischen Methodentrias der Einzelfallhilfe, der Sozialen Gruppenarbeit und der Gemeinwesenarbeit (vgl. Speck 2006, S.235 / Spies, Pötter 2011, S.67 f.). Die Methoden der Sozialen Arbeit müssen zudem in den Kontext der Schule übertragen werden (vgl. Spies, Pötter 2011, S. 67 f.). In diesem Sinne erarbeiten SchulsozialarbeiterInnen in der Einzelfallhilfe Unterstützungsmaßnahmen, mithilfe derer sie den SchülerInnen individuelle und zielorientierte Hilfen ermöglichen können (vgl. Kooperationsverbund Schulsozialarbeit 2009, S.43). Im Rahmen der Sozialen Gruppenarbeit kann die Schulsozialarbeit vielfältige Angebote an der Schule arrangieren, in denen sie u.a. gruppendynamische Prozesse anregen und fördern kann (vgl. ebd., S.43). Weiterhin befördert sie im Sinne einer Gemeinwesenorientierung eine Öffnung der Schule in ihre sozialräumliche Umgebung sowie ihre Einbindung in regionale Netzwerke (vgl. ebd., S.43). Eine umfassende Gemeinwesenarbeit kann allerdings nicht grundsätzlich Aufgabe der Schulsozialarbeit sein (vgl. Spies, Pötter 2011, S.82), weshalb bewusst der Begriff der Gemeinwesen orientierung übernommen wird. Ferner können SchulsozialarbeiterInnen durch Methoden der Qualitätsentwicklung eine höhere Wirksamkeit ihrer Arbeit erreichen (vgl. Kooperationsverbund Schulsozialarbeit 2009, S.43). Überdies kann die Schulsozialarbeit beispielsweise auch vielfältige Methoden der Schulpädagogik oder der Erlebnispädagogik in ihre Arbeit aufnehmen (vgl. Spies, Pötter 2011, S.67 f.).

Der Kooperationsverbund Schulsozialarbeit (2015, S.11) kategorisiert fünf verschiedene Methoden (Beratung, Gruppenarbeit, Einzelfallarbeit, Krisenintervention, Deeskalation und Konfliktlösung), „welche sich in den vergangenen Jahrzehnten sinnhaft etabliert und fachlich bewährt haben“. Zugleich wird aber betont, dass die genannten Methoden nicht als ausschließlich und abschließend anzusehen sind und auch nicht in ihrer Gewichtigkeit geordnet sind (vgl. ebd. 2011, S.11). Da die fünf erarbeiteten Kategorien des Kooperationsverbundes Schulsozialarbeit (2015, S.13 f.) einen fundierten Überblick über die Methodenvielfalt der Schulsozialarbeit geben, werden die einzelnen Methoden im Folgenden als Orientierungspunkt genutzt und inhaltlich etwas näher beleuchtet.

Beratung

Die Beratung stellt eine wesentliche Aufgabe der Schulsozialarbeit, insbesondere im Rahmen der Einzelfallhilfe, dar (vgl. Kooperationsverbund Schulsozialarbeit 2015, S.13 f. / Spies, Pötter 2011, S.72). „Mit Beratungsangeboten werden sowohl die jungen Menschen als auch Lehrkräfte, Bezugspersonen und Administration bei der Bewältigung von Schwierigkeiten unterstützt“ (Kooperationsverbund Schulsozialarbeit 2015, S.13). Spies und Pötter (2011, S.73) betonen dabei, dass sich die sozialpädagogische Beratung vorrangig an die Schülerinnen richtet „und nur mittelbar auch an deren Eltern oder Personensorgeberechtigten, die Lehrer und Lehrerinnen sowie andere im schulischen Feld Tätige. Dabei muss die Schulsozialarbeit in ihrer Beratungsfunktion einerseits die Rahmenbedingungen innerhalb der Schule und andererseits die Lebenswelten der SchülerInnen beachten und in diesem Sinne ihre Angebote nach den Bedarfen der SchülerInnen ausrichten (vgl. Kooperationsverbund Schulsozialarbeit 2015, S.13 f. / Spies, Pötter 2011, S.73). Die Beratung für Eltern ist eher als Kooperationsarbeit zu verstehen und kann der Erziehungsberatung zugerechnet werden. Ähnlich verhält es sich bei der Beratung mit Lehrkräften, welche generell eher kollegial und kooperativ ausgestaltet sein sollte und in diesem Rahmen dem Bereich der Schulentwicklung zugeordnet werden kann (vgl. Spies, Pötter 2011, S.72).

Insgesamt sind „[d]ie sozialpädagogischen Beratungsangebote der Schulsozialarbeit […] zwischen der hochspezialisierten schulpsychologischen Beratung und den Grenzen der Alltagsberatung im sozialen Umfeld angesiedelt und sind so angelegt, dass sie Lernbedingungen und Lebenssituationen von Schülern und Schülerinnen lebensweltorientiert, parteinehmend, aufklärend und befähigend, motivierend sowie unterstützend verbessern“ (ebd. 2011, S.74).

Gruppenarbeit

Die Schulsozialarbeit kann sozialpädagogische Gruppenarbeit „in unterschiedlichen Settings (Klassenverbände, Lerngruppen, Freizeitgruppen, Arbeitsgemeinschaften u.a.m.)“ anbieten, um „gruppendynamische Prozesse anzuregen und zu begleiten“ (Kooperationsverbund Schulsozialarbeit 2009, S.43). Des Weiteren kann „Gruppenarbeit […] sowohl in arbeitsgleichen als auch in arbeitsteiligen, homogenen (z.B. Jungengruppen) oder heterogenen (z.B. jahrgangsübergreifenden, altersgemischten) Lerngruppen eingesetzt werden“ (Spies, Pötter 2011, S.76). Zudem kann unterschieden werden, ob die Gruppenarbeit in Form von kürzeren Projektarbeiten erfolgt oder als ein dauerhaftes Angebot konzipiert ist (vgl. ebd., S.76). Zumeist werden die Rahmenbedingungen und das Thema der Gruppenarbeit von der Schulsozialarbeit vorgegeben. Dennoch muss die Gruppe selbst auch für die Planung und Gestaltung der Gruppenarbeit zuständig sein, damit die Kommunikation und Gemeinschaft innerhalb der Gruppe aufgebaut bzw. gestärkt werden. Die SchülerInnen sollen selbst aktiv werden und gemeinschaftlich ihr Ziel erreichen (vgl. ebd., S.76 f.).

Einzelfallarbeit

Im Rahmen der Einzelfallarbeit, wie sie bereits zu Beginn angeschnitten wurde, plant und realisiert die Schulsozialarbeit individuelle und zuverlässige Hilfen und Unterstützungsmaßnahmen für die SchülerInnen und ihre Eltern oder anderen Bezugspersonen. Hierzu zählen beispielsweise das Case Management, das Erstellen von Förderplänen oder das Lern-Coaching (vgl. Kooperationsverbund Schulsozialarbeit 2009, S.43). SchulsozialarbeiterInnen „informieren über Angebote, unterstützen die Auswahl, begleiten die Hilfen und überprüfen deren Wirksamkeit“ (Kooperationsverbund Schulsozialarbeit 2015, S.14).

Krisenintervention

Diese bedeutet, dass die Schulsozialarbeit situativ die SchülerInnen in persönlichen Krisensituationen unterstützt und sofern notwendig, auch weitere Stellen, wie z. B. das Jugendamt, den schulpsychologischen Dienst oder die Polizei, einschaltet (vgl. Kooperationsverbund Schulsozialarbeit 2015, S.14).

Deeskalation und Konfliktlösung

Hierunter wird „die Schlichtung von Streit und Auseinandersetzungen durch bewährte Interventionsstrategien wie zum Beispiel Mediation“ verstanden (ebd. 2015, S.14). Beispielsweise kann auch die Ausbildung von Konfliktlotsen oder Streitschlichtern ein Instrument sein, um einerseits bereits präventiv adäquate Strategien zur Konfliktbewältigung zu entwickeln und andererseits intervenierend angemessene Problemlösungen zu finden (vgl. ebd. 2015, S.14).

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Titel: Methoden der Schulsozialarbeit