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Störungsbild und Behandlung der Depression

Ausarbeitung 2015 9 Seiten

Psychologie - Beratung, Therapie

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1. Depression – Definition

2. Symptome der Depression

3. Diagnose und Häufigkeit

4. Therapiemöglichkeiten

5. Resümee und Ausblick

Literaturverzeichnis

Einleitung

Obwohl viele Menschen unter Depressionen leiden, ist es dennoch ein Tabuthema in unserer Gesellschaft. Betroffene Menschen verstecken sich oft und niemand will zugeben, dass er oder sie an einer depressiven Erkrankung leidet.

„Ich kann nicht schlafen. Ich kann nicht essen. Ich kann nicht lesen, keine Unterhaltung führen und mich nicht länger als ein paar Sekunden am Stück konzentrieren. Die Schwerkraft, die mich umgibt, hat sich verdreifacht. Es ist eine ungeheure Anstrengung, nur den Arm zu heben, oder einen Schritt vorwärts zu machen. Wenn ich nicht zusammengerollt auf dem Sofa liege, gehe ich langsam auf und ab. Ich schaukle in meinem Schaukelstuhl. Ich ringe die Hände... Weinend komme ich nach Hause. Wieder sinnlose Tränen. Warum lässt Gott das alles zu? Ich weine, damit endlich alles aufhört. Ich weine um Gnade...“(Hammen, 1999, S.7).

Depression ist ein Zustand, der am häufigsten von Trauer hervorgerufen werden kann und es gibt viele Lebenssituationen, die nur schwer zu verarbeiten sind. Somit kann Depression jeden betreffen. Aber ist jeder Mensch, der mal einen schlechten Tag hat, traurig ist oder der den ganzen Tag zu Hause sitzt, gleich depressiv? Es ist notwendig, dass in diesem Bereich noch Aufklärungsarbeit betreiben wird, damit Betroffene und Angehörige auch wissen, wie mit Depressionen am besten umzugehen ist, denn es gibt viele Therapiemöglichkeiten, die Betroffenen helfen, damit sie wieder ein glückliches Leben führen zu können.

Einführend wird in Kapitel 1 der Begriff „Depression“ definiert und die Diagnose erläutert. Anschließend werden in Kapitel 2 einige Symptome aufgezählt, bevor im 3.Kapitel verschiedene Formen der Depression beschrieben werden. Abschließend im Kapitel 4 wird noch auf die Behandlungsformen für Betroffene eingegangen.

1. Depression – Definition

„Depressionen sind psychische Störungen, bei denen über längere Zeiträume charakteristische Symptommuster mit ausgeprägten Stimmungsveränderungen, insbesondere Niedergeschlagenheit, Freudlosigkeit, emotionale Leere, Interessenslosigkeit und Antriebsverlust bestehen. Damit verbunden treten häufig verschiedenste körperliche Beschwerden auf“ (Härter, 2010, o.S.).

Weiters werden depressive Erkrankungen den affektiven Störungen zugeordnet, diese sind im ICD-10 unter der Kategorie F zu finden (vgl. Berking & Rief, 2012, S. 29). Wichtige Aspekte bei der Klassifikation von affektiven Störungen sind das Vorliegen depressiver und manischer Symptome, sowie der Schweregrad dieser Symptome. Innerhalb der Depression wird zwischen Störungsbildern unterschieden, die einen phasischen Verlauf haben und solchen, die chronisch verlaufen. Sowohl bei der Klassifikation der Störung nach ICD-10, als auch nach DSM-IV lässt sich auch die Schwere der Depression spezifizieren (vgl. Berking & Rief, 2012, S. 32).

Depressive Menschen wollen nicht mehr Leben und deshalb auch nicht mehr aktiv am Leben teilhaben. Aus diesem Grund ziehen sie sich zurück, sind antriebslos, wollen niemanden mehr sehen, pflegen keine Kontakte mehr zur Außenwelt und schließen sich zu Hause ein. Betroffene verändern also ihre gesamte Persönlichkeit.

Jeder Mensch muss aber aktiv am Leben teilnehmen, damit ein lebenswertes Leben entstehen kann. Wichtig ist es in einem ständigen Austausch mit der Welt und sich selbst zu stehen, denn nur so kann man ein erfüllendes Leben führen. Im Grunde genommen braucht der Mensch also gut funktionierende Beziehungen, sei es zu Freunden oder zur Familie, die das Leben ausfüllen. Man braucht Kontakte zu anderen Bezugspersonen, damit man sich besser fühlt, um Gefühle auszutauschen, oder auch um einfach nur zuzuhören, wie das Leben des Anderen ist. Es ist wichtig zu wissen, dass man nicht alleine ist und sich immer auf jemanden verlassen kann, wenn es hart auf hart kommt.

Wenn man keine guten, liebenden Beziehungen kennt, dann fehlt die wichtigste Erfahrung eines förderlichen Austausches mit dem Dasein. Das Leben wäre kalt und leer. Man hätte niemanden mit dem man sich austauschen kann und niemanden der einfach mal zuhört, wenn man Probleme hat. Wenn man das Leben belasten, behindern oder sogar abtöten möchte, führt dies in den meisten Fällen zu einer Depression.

2. Symptome der Depression

„…Denn ein Auslöser oder der Nährboden für die Erkrankung begegnet uns jeden Tag aufs Neue. Hinzu kommen die über Jahre hinweg antrainierten Verhaltensweisen, die im Unterbewusstsein vorhanden sind und nicht so einfach auszustellen sind“ (Braun, 2008, S. 21).

Depressionen können die verschiedensten Auslöser haben, diese sind bei jedem Menschen individuell. Jede Person reagiert in den verschiedensten Situationen unterschiedlich. Genau so ist es auch bei der Wahrnehmung und Verarbeitung von Ereignissen. Aus diesem Grund gibt es auch keine typischen Schemata wie eine Depression exakt verläuft. Es gibt viele verschiedene Arten und Verlaufsmuster, unterschiedlich lang andauernde Episoden, unterschiedliche Schweregrade von Depressionen, die alle von ihren jeweiligen Auslösern und der Art der Verarbeitung von Ereignissen der betroffenen Personen abhängen. Mögliche Auslöser könnten sein: der Verlust einer wichtigen Bezugsperson, innere Konflikte mit sich selbst, Lebensunzufriedenheit, chronischer Stress, Isolation, Schichtdienst oder Trennungen und noch vieles mehr. Oft sind es auch nicht nur einmalige belastende Lebensereignisse an denen man eine Depression festmachen kann. Es sind mehrere Faktoren, entweder genetische, oder äußere Umweltereignisse, die mit der Zeit die Überhand von einem übernehmen.

Die typischen Merkmale einer Depression wie Traurigkeit, gedrückte Stimmung und Antriebslosigkeit gehören zum Leben dazu und sind auch wichtige Funktionen, bei der Bewältigung von belastenden Ereignissen. Übersteigen diese Beeinträchtigungen aber hinsichtlich der Intensität und Dauer ein bestimmtes und vor allem kritisches Maß, so stellt sich die Frage, ob man von einer depressiven Störung ausgehen kann (vgl. Berking & Rief, 2012, S. 30).

Depressive Erkrankungen gehen auch häufig mit anderen Störungen einher. Viele Betroffene haben auch immer wieder Suizidgedanken. Die häufigste Ursache für einen Suizid sind Depressionen.

„Ein Suizid ist in der Regel kein Kurzschlussakt, sondern häufig geplant. Menschen, die eine Selbsttötung vorhaben, wirken paradoxer Weise für ihre Umwelt oft besonders gelöst, ja heiter. … Der Entschluss, zu sterben, hat eine scheinbar befreiende Wirkung. Eine echte Besserung der Depression erfolgt dagegen allmählich. … Rund 9000 Suizide werden jedes Jahr in Deutschland verzeichnet, Depressionen gelten dabei in mindestens neun von zehn Fällen als Ursache“ (Wewetzer, 2009, o.S.).

Betroffene wollen sich das Leben nehmen, weil es für sie keinen anderen Ausweg mehr gibt. Viele Erkrankte meinen sie seien dann endlich von ihrem Schmerz erlöst. Sie denken nicht daran, dass Suizid ihnen eigentlich nur die Möglichkeit nimmt, aus ihren Lebenssituationen und Problemen zu lernen und an ihnen zu wachsen, auch wenn sie oft noch so schmerzhaft sind und ausweglos erscheinen.

3. Diagnose und Häufigkeit

Depressive Störungen zählen zu den am häufigsten auftretenden psychischen Störungen. Depressionen können in jedem Lebensalter und in jeder Lebenssituation auftreten, vermehrt aber im Alter zwischen 25 und 35 Jahren (vgl. Berking & Rief, 2012, S. 33). Frauen sind ungefähr doppelt so häufig betroffen als Männer (vgl. Berking & Rief, 2012, S. 32).

Eine depressive Episode kann zwischen zwei Wochen und mehreren Jahren andauern. Die Mehrzahl der Betroffenen, ungefähr 80%, erlebt auch mehr als eine depressive Episode. Dauert eine depressive Episode länger als zwei Jahre, kann man laut DSM IV die Diagnose der chronischen Major Depression erstellen (vgl. Berking & Rief, 2012, S. 33).

„Weltweit erleiden 16-20% der Menschen zumindest einmal im Verlauf ihres Lebens eine klinisch relevante depressive Störung“ (Härter 2010, o.S.).

Die Dunkelziffer liegt sicherlich höher, aber viele Menschen schämen sich für ihre Depressionen und lassen sich deshalb auch nicht freiwillig helfen. Außerdem verstecken sie ihr Leiden lieber und verkriechen sich zu Hause. Aus diesem Teufelskreis auszubrechen ist wohl eine der schwierigsten Aufgaben der Betroffenen.

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Details

Seiten
9
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668991699
ISBN (Buch)
9783668991705
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v493423
Institution / Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz
Note
2
Schlagworte
störungsbild behandlung depression

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Titel: Störungsbild und Behandlung der Depression