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Die Situation der Frauen in der DDR und deren Darstellung in Filmen des DEFA-Regisseurs Konrad Wolf

Hausarbeit 2016 11 Seiten

Filmwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Frauen in der DDR

3. Die DEFA

4. Konrad Wolf

5.1 Der Geteilte Himmel
5.2 Solo Sunny
5.3. Vergleich: Rita - SunnyS
5.3.1 Person
5.3.2 Karriere
5.3.3 Beziehung

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern ist seit jeher ein wichtiges Thema, besonders die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) machte es sich in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) zur Aufgabe, den Sozialismus zu verbreiten und somit unter anderem auch die Gleichstellung der Geschlechter. Diese Thematik findet sich auch in Werken von Konrad Wolf wieder, einem der wichtigsten Regisseure der DDR.

In der folgenden Hausarbeit möchte ich untersuchen, ob und inwiefern sich die Entwicklung der Frauen und ihrer gesellschaftlichen Rollen in der DDR in Wolfs Filmen und besonders in deren Protagonistinnen widerspiegelt. Dazu werde ich zunächst einen kleinen Einblick in die Situation der Frauen in der DDR geben und kurz die wichtigsten Punkte in der Geschichte der Deutschen Film Aktien Gesellschaft (DEFA) nennen. Im Anschluss widme ich mich Konrad Wolf, gebe einen inhaltlichen Einblick in seine Filme D ER GETEILTE H IMMEL (DDR 1964, R: KONRAD WOLF), sowie S OLO S UNNY (DDR 1980, R: KONRAD WOLF) und vergleiche diese hinsichtlich ihrer weiblichen Hauptfiguren. Zum Schluss werde ich die gewonnenen Erkenntnisse in einem Fazit zusammenfassen.

2. Frauen in der DDR

„Nach der Befreiung von der Nazi-Diktatur 1945 war die Zeit angebrochen, jahrhundertelanges Unrecht gegenüber den Frauen zu beseitigen.“ (Hörz 2010, S. 9)

Ein wesentliches Ziel der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) war die Gleichstellung der Geschlechter, mit Karl Marx als Vorbild, da dieser bereits früh die Stellung der Frau innerhalb der Gesellschaft als Kriterium der Fortschrittlichkeit sah (vgl. Hörz 2010, S. 15).

Inwieweit die Frauen in der DDR emanzipierter waren als ihre Nachbarinnen in der BRD und wie erfolgreich letztlich die Gleichstellung der Geschlechter von statten ging, ist weit umstritten. Fakt ist jedoch, dass ein Großteil der DDR-Frauen selbstständig war und arbeiten ging, auch wenn dies für sie in Verbindung mit Hausarbeit und Kindererziehung oftmals extreme Belastung bedeutete. Auch begannen immer mehr Frauen zu studieren, ab den Siebzigerjahren bestand an Universitäten ein nahezu ausgeglichenes Verhältnis zwischen männlichen und weiblichen Studenten. Zudem sollten die Frauen durch Einrichtungen wie Kinderbetreuung oder ähnlichem vom Staat unterstützt werden. Bereits in der Weimarer Republik wurden viele Fortschritte bezüglich der Gleichstellung der Frau gemacht, welche allerdings von den Nationalsozialisten während der Zeit ihrer Herrschaft so gut es ging zurückgedrängt wurden. Die Frau sollte wieder das Heim und die Kinder hüten, was sich jedoch spätestens dann als problematisch beziehungsweise nicht umsetzbar erwies, als eine Vielzahl von Männern an der Front starb oder gefangen genommen wurde (vgl. Kaminsky 2014, S. 6 ff.). So mussten Frauen besonders in den ersten Nachkriegsjahren die meisten Arbeiten übernehmen, denn auch wenn einige Männer zurückkehrten, waren diese zum Teil traumatisiert oder auch schwer verletzt, sodass sie keiner richtigen Arbeit nachgehen konnten. Die Frau wurde so zur Kämpferin und Unterstützerin des Mannes an ihrer Seite (vgl. Kaminsky 2014, S. 23).

In diesem Sinne sollte im Sozialismus der DDR weitergeführt werden, was bereits in der Weimarer Republik zu entstehen begann und während, sowie nach dem Krieg erneut aufblühte.

3. Die DEFA

Die DEFA wurde als erste deutsche Nachkriegs-Filmgesellschaft im Mai 1946 in der Sowjetischen Besatzungszone gegründet. Die ersten Produktionen der Gesellschaft mit Sitz in Potsdam-Babelsberg, dem ehemaligen Sitz der Universum-Film-Aktiengesellschaft (Ufa) waren noch im Gründungsjahr D IE M ÖRDER SIND UNTER UNS (DDR 1946, R:WOLFGANG STAUDTE), F REIES L AND (DDR 1946, R: MILO HARBICH), sowie I RGENDWO IN B ERLIN (DDR 1946, R: GERHARD LAMPRECHT).

In ihrem Schaffen unterstand die DEFA der Kulturabteilung der SED, teilweise wurden die Produktionen in diesem Zuge überwacht.

Viele von der DEFA produzierte Filme beschäftigen sich mit der Aufarbeitung der Kriegserlebnisse und des Nationalsozialismus, nicht ganz frei von den Vorstellungen der Partei, wie dies dargestellt werden sollte. Auch entstanden viele Gegenwartsfilme, welche allerdings zum Teil zensiert oder gar gänzlich verboten wurden. Ein Beispiel dafür ist Die Spur der Steine (DDR 1966, R: FRANK BEYER), welcher zwar zunächst aufgeführt, jedoch direkt im Anschluss abgesetzt und erst wieder Ende der 1980er Jahre öffentlich gezeigt wurde. Später wurden von der DEFA viele Dokumentarfilme produziert, diese beschäftigten sich häufig „mit dem Faschismus und der Haltung beider deutscher Staaten zur Vergangenheit [und] […] [der] kritische[n] Auseinandersetzung mit dem Alltag in ihrem Land[.]“ (Koebner 2002, S. 111) Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde die DEFA letzen Endes im Jahr 1992 von der französischen Firma CGE aufgekauft und schließlich im Jahr 1993 endgültig aus dem Handelsregister genommen.

4. Konrad Wolf

Konrad Wolf gilt als der bedeutendste Regisseur der DEFA und hat einen beträchtlichen Lebenslauf sowie Schaffenswerk vorzuweisen. In diesem Kapitel werde ich kurz die wichtigsten Aspekte über den Regisseur zusammenfassen, welcher die beiden zu vergleichenden Filme produziert hat.

Geboren wurde Wolf am 20. Oktober 1925 in der Nähe von Tübingen, im Jahr 1927 zog seine Familie dann nach Stuttgart. Später zog die Familie über Frankreich und die Schweiz in die Sowjetunion und erhielt dort 1936 die sowjetische Staatsbürgerschaft. in diesem Jahr sammelte Wolf bereits seine erste Erfahrung mit dem Film, er spielte eine Nebenrolle in Gustav von Wangenheims BORTSY (KÄMPFER, SU 1936). Im Winter 1942 trat Wolf freiwillig der roten Armee bei, wo er später als Leutnant unter anderem an der Rückeroberung Warschaus und der Befreiung Berlins beteiligt war.

Nach dem Krieg engagierte er sich stark im kulturellen Bereich des besetzten Berlins und war zudem an der Gründung der DEFA beteiligt. 1949 begann Wolf dann sein Regie-Studium in Moskau und kehrte anschließend zurück nach Berlin um dort Filme für die DEFA zu produzieren. In seiner Schaffenszeit führte er Regie bei 14 Spielfilmen, bei einigen davon schrieb er ebenfalls das Drehbuch. Insgesamt wirkte er noch an vielen weiteren Filmen mit und erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Auch politisch war Konrad Wolf stets engagiert und begleitete verschiedene Ämter, hauptsächlich auf kultureller Ebene. Am 7. März 1982 erlag er schließlich seiner Krebserkrankung und starb in Berlin mit gerade einmal 56 Jahren (vgl. Filmportal).

5.1 Der geteilte Himmel

Der Film Der geteilte Himmel aus dem Jahr 1964, nach dem gleichnamigen Buch von Christa Wolf, wird aus der Sicht der jungen Rita Seidel erzählt, welche einen Nervenschock erleidet und sich während ihrer Genesung in ihrer Heimat an die vergangenen zwei Jahre erinnert. Rita lernt bei einem Tanz den Chemiker Manfred Herrfurth kennen und schon bald darauf verlieben sich die beiden. Durch einen Zufall wird sie von ihrem Chef nach Halle zum studieren geschickt, dort wohnt auch Manfred, im Dachzimmer seiner Eltern, wo Rita nun mit einzieht. Bis zum Studiumsbeginn arbeitet Rita im Waggonwerk von Manfreds Vater, wo sie sich mit dem älteren Rolf Meternagel anfreundet. Manfred wird währenddessen immer deprimierter, da das neue Färbeverfahren, welches er in seiner Doktorarbeit vorgestellt und erfolgreich verteidigt hatte, plötzlich und ohne Begründung abgelehnt wird. Bald darauf wird er nach Westberlin geschickt und nach Monaten des Wartens erhält Rita einen Brief, in welchem Manfred sie darum bittet, zu ihm in den Westen zu kommen. Rita kommt dieser Bitte nach, fühlt sich in der Großstadt allerdings nicht wohl und reist ohne Manfred wieder zurück nach Halle, wo sie schließlich ihren Nervenschock erleidet. Nachdem sie sich ein wenig erholt hat nimmt sie ihr Studium wieder auf und zieht nun zunächst einmal zu ihrem Kollegen Rolf Meternagel.

[...]

Details

Seiten
11
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668977242
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v493634
Institution / Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz – Institut für Film-, Theater- und empirische Kulturwissenschaft
Note
1,5
Schlagworte
DEFA DDR Konrad Wolf Solo Sunny Der geteilte Himmel Frauen

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