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Welche Folgen hat Bullying an Schulen für Täter und Opfer? Mögliche Präventionsmaßnahmen

Hausarbeit 2019 11 Seiten

Pädagogik - Schulpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Einführung
1.2 Definition von Bullying
1.3 Erscheinungsform

2. Häufigkeit von Bullying an Deutschen Schulen
2.1 Studien im Vergleich
2.2 Unterschiede im Alter und beim Geschlecht
2.3 Ursachen und Merkmale von Täter und Opfer

3. Folgen
3.1 Folgen für Opfer und Täter

4. Prävention an Schulen
4.1 Grundsätze der Prävention
4.2 fairplayer.manual

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Einführung

Bullying gehört zum Alltag vieler Schüler*innen und tritt im sozialen Kontext ,,Schule´´stabil auf. Dabei unterstützt der Zugriff von den Schülern*innen auf die Medienformen, wie social Media in Form von Cyberbullying diese Gewaltart. Ein Opferbericht (Olweus von 2008) berichtet von einem 13-jährigen Schüler, der zwei Jahre lang, ein menschliches Spielzeug für seine Klassenkameraden war. Die Teenager zwangen ihn Unkraut zu schlucken und Milch, die mit Waschmittel vermengt war, zu trinken. Tagtäglich verprügelten sie ihn, um an sein Taschengeld zu kommen. Außerdem legten sie ihm ein Strick um den Hals, mit dem sie ihn wie ein Tier an der Leine herumführten. Bis heute hat der Schüler psychische Probleme. In meiner Hausarbeit möchte ich deshalb wissen, was Bullying bedeutet. Wie es sich unter den Schülern*innen ausdrückt beziehungsweise wie die verschiedenen Erscheinungsformen sind. Auf aktuelle Aspekte der Bullyingfoschung möchte ich eingehen. Dabei betrachte ich ob es Unterschiede zwischen den Geschlechtern und dem Alter gibt. Des weiteren stelle ich das integrative Erklärungsmodell vor. Was für Folgen hat das Bullying für Täter und Opfer und welche Merkmale weisen sie auf? Zum Schluss möchte ich die Prävention an Schulen erläutern und das Programm ,,fairplayer.manual´´ beschreiben. Mit all diesen Aspekten in meiner Hausarbeit, möchte ich das Thema Bullying näher bringen.

1.2 Definition von Bullying

,,Bullying bedeutet wiederholtes und aggressives Verhalten eines Schülers, bei dem (a) das Verhalten des Schülers die Ursache sein soll oder der Schüler wissen sollte, dass das Verhalten einer anderen Person, einschließlich, schaden, Angst oder Leiden verursachen kann psychischer Schaden oder Schaden für den Ruf des Individuums und (b) das Verhalten tritt in einem Kontext auf, in dem ein reales oder wahrgenommenes Machtungleichgewicht zwischen dem Schüler und dem Individuum vorliegt, das auf Faktoren wie Größe, Stärke, Alter, Intelligenz, Gruppenkraft beruht , wirtschaftlicher Status, sozialer Status, Religion, ethnischer Herkunft, sexueller Orientierung, familiären Umständen, Geschlecht, Rasse, Behinderung oder dem Erhalt einer Sonderausbildung.´´(Accepting Schools Act of Ontario, 2011 (Bill 13 as of February 4, 2012)). Bullying ist ein Muster von aggressiven/gewalttätigen Handeln, was zielgerichtet zur Schädigung eines Opfers führt. Dabei wird es immer wiederholt und über einen längeren Zeitraum von einem*r Schüler*in oder einer Schülergruppe ausgeführt. Zwischen den sogenannten Täter*in (Bully) oder der Tätergruppe (Bullies) und einem Opfer (Victim) herrscht ein Kräfteungleichgewicht. Das heißt in den Peer-Gruppen basieren verschiedene psychische Kräfte, soziale und verbale Kompetenzen oder es basiert auf den zugeschriebenen Status, den man in einer Gruppe hat. Da Bullying eine Unterart von Gewalt und Aggression ist, kann es schnell zu Verwechslung führen. Der erste abzugrenzende Begriff ist Mobbing. Während man beim Mobbing, meist im Bereich der Arbeits- und Organisationspsychologie liegt, bezieht sich das Bullying auf den sozialen Lebensraum ,,Schule´´. Außerdem wird unter Mobbing verstanden, dass eine Gruppe von Tätern daran beteiligt ist. Wie es der Name Bullying (Bully = brutaler Kerl) aussagt, wird meist als Einzeltäter*in agiert. Es kann aber auch kollektive Übergriffe geben. Es ist ein regelmäßiger und systematischer Machtmissbrauch gegenüber schwächeren Schülern*innen. Eine weitere Definition aus Massachusetts definiert Bullying so: , ,Bullying (ist) der wiederholte Gebrauch eines oder mehrerer Schüler eines schriftlichen, verbalen oder elektronischen Ausdrucks oder einer körperlichen Handlung oder Geste oder einer Kombination davon, die sich an ein Opfer richtet, das: (i) dem Opfer körperliche oder seelische Schäden zufügt oder Schäden am Eigentum des Opfers; (ii) das Opfer in angemessener Weise befürchtet, sich selbst oder sein Eigentum zu beschädigen, (iii) in der Schule ein feindliches Umfeld für das Opfer schafft, (iv) die Rechte des Opfers an verletzt oder (v) den Bildungsprozess oder den ordnungsgemäßen Betrieb einer Schule materiell und wesentlich stört. „ (Massachusetts General Laws (2011), Chapter 71, §37O.).

1.3 Erscheinungsform

Die Täter können Bullying in vier verschiedenen Formen anwenden. Davon lassen sich drei Formen differenzieren, die isoliert oder in Mischform auftreten. Das physische Bullying besteht aus Schlagen, Treten, Schupsen und Erpressen. Es sind die körperlichen Übergriffe, die die Täter verwenden. Anders als das physische Bullying ist das verbale Bullying. Es beinhaltet jegliche Art, das Opfer zu beleidigen, beschimpfen und sich über das Opfer lustig zu machen. Das relationale Bullying, wird meist von Gruppen ausgeführt. Die Täter ignorieren und isolieren das Opfer. Nebenbei verbreiten sie Gerüchte und grenzen es von allen Aktivitäten aus. Die letzte Form des Bullying, zeichnen die ,,neuen Medien´´aus. Das sogenannte Cyberbullying, SMS-Bullying beziehungsweise das Bullying mit sexuellen oder fremdenfeindlichem Hintergrund, wird über die Medien, meist Anonym ausgeführt.

2. Häufigkeit von Bullying an Deutschen Schulen

2.1 Studien im Vergleich

An Deutschen Schulen gibt es starke Schwankungen zwischen den einzelnen Schulen und den Schulklassen. Die Studie von Scheithauer et al. (2006) wurde in Wittmund und Bremen durchgeführt. Es wurden 5.-10. Klassen befragt an Haupt-/Realschulen und Gymnasien. Es wurde festgestellt, dass im Durchschnitt 12,1 % der Schüler*innen regelmäßig die Rolle des Bullies einnehmen. Dagegen sagen 10,6 % der Schüler*innen, dass sie regelmäßig das Opfer sind. Viele der Befragten konnten sagen, dass sie noch nicht Täter oder Opfer eines dauerhaften Bullyingerlebnisses waren (,,Bully/Victims´´: z.B. 2,3 % der befragten Jugendlichen bei Scheinhauer,Hayer,Jugert & Petermann, 2006). Im Vergleich dazu eine Studie von Lösen et al. von 1997. Diese Studie wurde in Nürnberg und Erlangen durchgeführt. Die befragten waren in der 7. und 8. Klasse einer Haupt-/Realschule und einem Gymnasium. Verglichen mit Scheitenhauers Ergebnissen, sieht man, wie niedrig der Wert vor 9 Jahren war. Hier sind es 5,3% die physisches Bullying durchgeführt haben. Es ist eine spanne von 6,8% zu den Ergebnissen von 2006. Die Victims des physischen Bullyings waren dabei 4,9%. Die Studien zeigen, dass sich das Bullying an den Schulen vermehrt. In der PISA Studie von 2015, wollte man herausfinden inwieweit das Bullying in Schulen verbreitet ist. 11% der befragten Schüler*innen gaben an, dass sie sich ein paar mal pro Monat über ein*e Schüler*in lustig gemacht haben. 8% waren sogar Opfer, über die Gerüchte verbreitet wurden. Hieraus entnahm man auch, dass Schulen wo Prozentual weniger Bullying vorgekommen ist, diese auch einen besseren Abschlussdurchschnitt hatten.

2.2 Unterschiede im Alter und beim Geschlecht

Das Bullying nimmt mit fortschreitendem Alter ab. Smith, Shu und Madsen nehmen an, dass die jüngeren Kinder noch keine bestimmten sozialen Fähigkeiten und Fertigkeiten besitzen. Dadurch denken sie nicht an die Folgen von Täter und Opfer. Bullying kann schon im Kindergarten beginnen, wird allerdings nicht aktiv ausgeführt. An Grundschulen und in der Mittelschule nimmt die Anzahl der Bullies zu. Wobei man mit einer Zunahme des sexuellen Bullying rechnen kann, mit fortschreitenden Alter. Ab dem elften Lebensjahr und damit der Einsatz der Pubertät, nimmt die gegengeschlechtliche Beziehung mehr zu. Es geht darum, dass man Beliebt ist und eine hohe Popularität hat. Ab den achtzehnten Lebensjahr nimmt das Bullying meist ab. Es gibt auch Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Man kann sagen, dass Jungen überwiegen auf der Täterseite stehen. Wobei die Opferzahl ein Gleichgewicht zwischen Jungen und Mädchen erkennen lässt. In Tätergruppen sind meist Jungs die Anführer und in der Überzahl in einer Gruppe. Zwischen den Geschlechtern gibt es zudem auch Unterschiede in den Erscheinungsformen. Das physische Bullying wird überwiegend von Jungen ausgeführt. Bei den Mädchen wird die relationale Gewalt bevorzugt. Sie wollen ihren Standpunkt in den Peer-Gruppen festlegen. Im Gegensatz dazu, wird das verbale Bullying von beiden Geschlechtern ausgeführt. Es wird sich über das Opfer lustig gemacht und es Beleidigt. Es ist einer der häufigsten Bullying Arten.

2.3 Ursachen und Merkmale von Täter und Opfer

Die Ursache ein Täter zu werden, kann in der Familie liegen. Die meisten kommen aus einer Familie, wo wenig Unterstützung und Zuneigung von den Eltern kommt. Der Erziehungsstil ist autoritär und es gibt viele Strafen für die Kinder und Jugendlichen. Es herrscht in der Familie selbst auch Gewalt und es besteht nur ein geringer Zusammenhalt untereinander. Es wird vermutet, dass die Eltern keine Zeit oder zu wenig Zeit für die Kinder und Jugendlichen aufbringen können. Dadurch kann eine Unterentwicklung bei den Kindern und Jugendlichen auftreten.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder der Täter, selbst einmal zu Tätern werden, ist dabei groß, weil sie die Verhaltensweisen von zu Hause auf die Schule übertragen. Im Gegensatz zum autoritären Erziehungsstil der Eltern vom Täter, werden Opfer meist überbehütet und es liegt ein restriktiver Erziehungsstil vor. Außerdem werden die Kinder und Jugendlichen in den Elternhäusern zu viel Unterstützt. In manchen Fällen kommt es auch zu einem Missbrauch in der Familie oder die Eltern distanzieren sich und sind dem Kind gegenüber kalt und negativ eingestellt. Jedes Kind und jeder Jugendlicher, aus allen sozialen Schichten kann dabei betroffen sein.

Darüber hinaus ist das Schulumfeld ein weiterer Faktor für Ursachen der Täter- und Opferrollen. Wenn eine Schule kein gutes Schulklima vorweist, dann kommt es häufig zum Bullying. Es sollte eine Reaktion auf das Bullying erfolgen. Dabei spielen die Regeln für Schüler*innen eine wichtige Rolle. Selbst das Erscheinungsbild einer Schule kann zu weniger Bullying beitragen. Es sollten die Klassenräume so gestaltet werden, dass man sich damit Identifizierten kann. Somit fühlen sich die Schüler*innen wohl und weisen ein besseres Klassenklima auf. Denn wenn ein*e Schüler*in sich nicht wohl fühlt, dann kommen Aggressionen auf. Die Merkmale der Täter und Opfer unterscheiden sich erheblich. Die meisten Täter sind älter als ihre Opfer und haben viel Selbstvertrauen. Sie sind in den Peer-Gruppen sehr beliebt. Die Täter zeigen jedoch wenig Empathie auf und haben durch das Elternhaus eine positive Gewalteinstellung. Auf Konflikte können sie nicht weiter reagieren, da keine Handlungsalternativen vorhanden sind. Hingegen hat das Opfer einen niedrigen Status in den Peer-Gruppen. Es hat ein geringes Selbstwertgefühl und ist sehr ängstlich. Diese Schüler*innen werden oft zurück gewiesen und sind in Gruppen nicht erwünscht. Die Opfer haben meist Schulangst und drücken sich. Sie täuschen Bauchschmerzen,Kopfschmerzen und Müdigkeit vor. Selbst die Noten werden immer schlechter und Hausaufgaben werden nicht mehr gemacht. Zudem haben Opfer meist äußere Auffälligkeiten. Eventuell liegt eine physische oder psychische Beeinträchtigung vor oder sie sind homosexuell beziehungsweise entsprechen nicht den stereotypen eines Kindes oder eines Jugendlichen.

3.Folgen

3.1 Folgen für Opfer und Täter

Das integrative Erklärungsmodell nach Olweus zeigt, dass das Bullying ein Kreislauf ist. Durch erlernte Verhaltensweisen, die aus dem Umfeld kommen, wird verstärkt Bullying durchgeführt. Wie die Abbildung 1, im Anhang zeigt wirkt das Opfer durch das Bullying ängstlich und verunsichert. Mitschüler sind davon fasziniert und Eltern erfahren nichts. Die Lehrer*innen sind hilflos und unentschlossen. Da sie nicht wissen, wie sie mit der Situation richtig umgehen sollen. Durch das weitere Bullying auf das Opfer wird es passiv und es zieht sich zurück. Die Mitschüler agieren selbst nicht und sind Mitläufer. Eltern können dagegen nichts machen und die Lehrer zeigen keine Reaktion. So können die Bullies oder der Bully ungehindert weiter machen. Die Folgen der Opfer durch das Bullying sind erheblich. Sie können sich nicht helfen und ihre Gefühle können sie nicht kontrollieren. Sie beschuldigen sich selbst, dass sie gemobbt werden und versinken dadurch in Selbstmitleid. Die Opfer sind isoliert und einsam. Sie leiden darunter und Traurigkeit kann zu Depressionen führen. Sie können andere Menschen nicht vertrauen und haben Bindungsängste. Oft kommt es zu einem gestörtem Essverhalten der Opfer. Dabei versuchen sie durch psychosomatische Beschwerden, wie Bauchschmerzen nicht in die Schule zu müssen. Es kommt zu einem Leistungsabfall in der Schule. Außerdem haben sie oftmals Knochenbrüche, Unfälle und andere Verletzungen, die von dem Täter verursacht wurden. Die Täter haben ein großes Risiko straffällig zu werden. Ihre Schulleistungen sind wie beim Opfer sehr schlecht. Sie konzentrieren sich mehr auf das Bullying und sind vom Unterricht abgelenkt. Trotz des hohen Ansehens, kann es zu Bindungsproblemen kommen. Ein Teil der Peer-Gruppen wird sich gegen das Bullying äußern und somit den Täter ablehnen. Er hat wenig prosoziales Verhalten und seine Verhaltensweisen sind riskant. Außerdem besteht keine Bindung an die Schule und er fühlt sich nicht wohl. Es kann sein, dass der Täter ein gestörtes Sozialverhalten ausweist. Im schlimmsten Fall hat ein Täter Suizid Gedanken.

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Details

Seiten
11
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783346021175
ISBN (Buch)
9783346021182
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v493697
Institution / Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
2,0
Schlagworte
Bullying Aggression

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