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Burnout in der Pflege. Belastungen und begünstigende Faktoren

Hausarbeit 2016 24 Seiten

Medizin - Krankenhauswesen, Klinische Medizin

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Stress
2.1 Was versteht man unter Stress?
2.2 Stressmodelle
2.2.1 Stressmodell nach H. Selye
2.2.2 Stressmodell nach R. Lazarus
2.3 Gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Stress

3 Das Phänomen Burnout
3.1 Definition des Begriffes Burnout
3.2 Symptomatik und Verlauf
3.3 Risikofaktoren

4 Belastungen in der Pflege
4.1 Begriffsklärung
4.1.1 Pflege
4.1.2 Belastung/Arbeitsbelastung
4.2 Burnout begünstigende Faktoren
4.3 Erfahrungsberichte aus der Pflege

5 Supervision
5.1 Formen von Supervision
5.1.1 Teamsupervision
5.2 Der Ablauf einer Supervision
5.3 Die Supervisionssitzung
5.4 Der Nutzen für Pflegende

6 Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

„An manchen Tagen konnte die Pflegedienstleiterin eines großen Krankenhauses nur noch Halbsätze herausbringen. Auf unerklärliche Weise war ihr Wortschatz drastisch zusammengeschrumpft. Obwohl sie sich schon morgens beim Aufwachen völlig zerschlagen fühlte und ihre Beine sich kaum noch bewegen wollten, arbeitet sie weiter, telefonierte, diktierte, rechnete, schrieb Berichte, rannte im Stechschritt von Station zu Station. Je schwächer sie sich fühlte, desto unerbittlicher schwang sie ihre innere Peitsche: „Stell dich nicht so an. Reiß dich verdammt noch mal zusammen!“ Doch dann brach sie mitten in einem Gespräch in Tränen aus und konnte nicht mehr aufhören zu weinen. Die Hausärztin diagnstizierte ein Burnoutsyndrom, schrieb sie krank und schickte sie in psychotherapeutische Behandlung. Erst im Verlauf der Therapie wurde […] klar, dass die Erschöpfung sich schon über Jahre aufgebaut und sie alle Warnsignale ignoriert hatte.“1

„Erschöpfung, Müdigkeit, Unzufriedenheit und das Gefühl von großer Überforderung sind typische Syndrome eines Burnouts“2, welches umgangssprachlich auch als „Ausgebrannt-Sein“ definiert wird. Die Gesundheitsreformen der vergangenen Jahre sowie der demographische Wandel brachten einige gravierende Veränderungen und Folgen für die Pflegebranche mit sich. Die Auswirkungen jahrelanger Stellenkürzungen in der Pflege sind nunmehr in einem überalternden und reduzierten Personalbestand ersichtlich. Dazu kommt eine geringere Verweildauer der Patienten in Krankenhäusern sowie eine Zunahme von älteren, multimorbiden Patienten. Dies führt folglich zu einer erhöhten Arbeitsbelastung für das übriggebliebene Pflegepersonal und hat oft nachteilige Auswirkungen auf die Patientenversorgung. Der Anspruch, eine qualitativ hochwertige Pflege zu gewährleisten, setzt viele Pflegekräfte unter Druck und führt sie an ihre Grenzen. Die Folge ist eine steigende Zahl an psychischen Erkrankungen in der Pflege, die zu hohen Fehlzeiten führen.3

Mehrere Studien belegen:

„Pflegeberufe gehören zu jenen „helfenden Berufen“ (wie auch Arzt, Lehrer etc.), die von einem intensiven Einsatz für andere Menschen geprägt sind und daher schneller als andere gefährdet sind auszubrennen.“4

Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit der Thematik Burnout in der Pflege. Ziel der Arbeit ist es, den Zusammenhang zwischen stressauslösenden Faktoren und Burnout näher zu beleuchten, mögliche tätigkeitsbedingte Ursachen des Ausbrennens im Pflegeberuf zu identifizieren und abschließend eine ausgewählte präventive Maßnahme zur Vermeidung des Burnout-Syndroms aufzuzeigen. Dazu werden zunächst die Begriffe Stress und Burnout näher erläutert. Anschließend erfolgt die Auseinandersetzung mit dem Thema Burnout in der Pflege. Dabei wird auf ausgewählte tätigkeitsbedingte Belastungsfaktoren und im Anschluss auf die Supervision als mögliche präventive Maßnahme zur Verhinderung von Stress und Burnout eingegangen. Im Fazit erfolgt eine abschließende Betrachtung des Themas.

Literaturrecherche

Die Literaturrecherche fand vorwiegend in der Bibliothek der Evangelischen Hochschule (EHS) und der Sächsischen Landesbibliothek-, Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) statt, außerdem wurden verschiedene Onlinequellen hinzugezogen.

2 Stress

2.1 Was versteht man unter Stress?

Der allgegenwärtig scheinende Begriff Stress entspringt dem lateinischen Wort stringere und bedeutet übersetzt „zusammendrücken, zusammenziehen“. Hinsichtlich der exakten Einordnung des Begriffes existiert eine gewisse Unschärfe, da er im Alltag oftmals nicht eindeutig verwendet wird. Stress ist weitestgehend negativ behaftet. Umfragen in Deutschland haben ergeben, dass sich über 80 Prozent der Befragten gestresst fühlen und Stress bei etwa einem Drittel der Bevölkerung ernsthaft das Wohlbefinden einschränkt.5 Aus der Gesundheitsdefinition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) - „Zustand vollständigen physischen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur die Abwesenheit von Krankheit“6 wird deutlich, dass das geistige Wohlbefinden einen wichtigen Grundpfeiler für die Gesundheit darstellt. Jeder Mensch ist der Gefahr ausgesetzt, dass dieser Grundpfeiler ins Wanken gerät. Die Hauptursache dafür ist in der Konfrontation mit Stress zu sehen, der neben Bewegungsmangel und sozialer Isolation zu den drei bedeutendsten krankmachenden Gegenwartsbedingungen gezählt wird.7 Beispielhaft dafür steht die von den Krankenkassen und Rentenversicherungsträgern verzeichnete Zunahme der Krankschreibungen, Behandlungskosten und vorzeitigen Berentungen durch psychische Erkrankungen.8

Der Biochemiker H. Selye spricht von Stress, „wenn der Körper auf einen Reiz mit Aktivierung reagiert. Das kann sowohl bei negativen als auch bei positiven Erlebnissen der Fall sein.“9 Die Reize, also die stressauslösenden Bedingungen, werden auch als Stressoren bezeichnet. Es besteht ein Unterschied zwischen physischen Stressoren, z. B. Lärm, psychischen Stressoren, z. B. Überforderung, und sozialen Stressoren, z. B. Konflikte.10 Der Stressor bzw. mehrere Stressoren werden über die Sinnesorgane wahrgenommen und an das Gehirn weitergeleitet.

Durch die Aktivierung von Hypothalamus und Sympathikus werden Hormone, z. B. Adrenalin, Endorphine, freigesetzt. Durch diesen Prozess sind alle Sinne geschärft und zu einer Reaktion bereit. Diese Stressreaktion kann als angenehm oder unangenehm empfunden werden. Wird Stress positiv empfunden, bspw. als Zeichen für Leistungsbereitschaft, wird dies als Eu-Stress bezeichnet. Die Tatsache, dass Stress auch positiv empfunden werden kann widerspricht der Annahme der meisten Menschen, dass Stress ausschließlich etwas Schlechtes sei. Häufig verursachen alltägliche Lebenssituationen negativen Stress, auch Dis-Stress genannt. Dieser wird als belastend empfunden und kann sich negativ auf die Gesundheit auswirken. Ein weiterer wichtiger gesundheitsrelevanter Aspekt besteht darin, ob Stress akut, also vorübergehend oder chronisch auftritt. An dieser Stelle bleibt noch festzuhalten, dass die Empfindung von Stress subjektiv ist und seine individuelle Wahrnehmung eine wichtige Rolle spielt.11

2.2 Stressmodelle

Verschiedene Forscher haben sich den Theorien über Stress gewidmet und entsprechende Stressmodelle aufgestellt. Im Folgenden sollen zwei ausgewählte Modelle vorgestellt werden. Zunächst wird das physiologisch orientierte Modell nach H. Selye und danach das psychologisch orientierte nach R. Lazarus dargestellt.12

2.2.1 Stressmodell nach H. Selye

H. Selye gilt als einer der Urväter der modernen Stressforschung. Er setzte in den 1930er Jahren Labortiere schädigenden Einflüssen, wie z. B. erzwungene Bewegungseinschränkungen aus. Daraufhin beobachtete er, dass jene Tiere komplexe Reaktionen zeigten. Daraus entwickelte H. Selye seine Stresstheorie, wonach viele verschiedene Stressoren die gleiche Reaktion hervorrufen. Als Auswirkung auf die Stressoren versucht ein Organismus, das Wohlbefinden wieder zurückzugewinnen, indem er sein Gleichgewicht wiederherstellt. Es kommt zu einer Anpassung an den Stressor. H. Selye beschrieb diesen Vorgang als allgemeines Anpassungs- bzw. Adaptationssyndrom, welches aus drei Stufen besteht. In der ersten Stufe, der Alarmreaktion, erregt ein Stimulus kurzzeitigen Stress. Dadurch wird der Körper in die Bereitschaft versetzt, den Stressor abzuwehren. Wird der Stressor erfolgreich abgewehrt, dann wird die Stressreaktion zurückgebildet, der Körper erlangt sein Wohlbefinden zurück. Dieser Prozess läuft während des Lebens vielfach ab. Dauert der starke Stress aber weiterhin an, dann geht der Körper in die zweite Phase, dem Widerstand, über.

Nun ist es nicht mehr möglich, die Stressreaktion hinreichend abzubauen. Der Organismus kann den anhaltenden Stressoren noch widerstehen. Der anhaltende Stress führt dazu, dass die Ressourcen schwinden und die Ermüdung zunimmt. Wird der Stressor nun erfolgreich abgewehrt, bildet sich die Stressreaktion wieder zurück. Bei weiterhin anhaltendem Stress werden dem Körper seine letzten Ressourcen zur Abwehr entzogen und die dritte Stufe, die Erschöpfung, tritt ein. In dieser treten zwar die Zeichen der ersten Stufe wiederholt auf, die Möglichkeiten einer Stressabwehr sind allerdings erschöpft. Die Erschöpfung ist so stark, dass es in diesem Stadium zur ernsthaften Erkrankung und sogar zum Tod des Betroffenen kommen kann.13

2.2.2 Stressmodell nach R. Lazarus

Im transaktionalen Erklärungsmodell des Psychologen R. Lazarus wird Stress als etwas Individuelles angesehen, d. h. jeder reagiert auf einen bestimmten Stressor anders. Für R. Lazarus sind die persönlichen Bewältigungsstrategien (Coping) im Umgang mit Stressoren entscheidend. Nach diesem Modell ist zu allererst die individuelle Verarbeitung einer stressauslösenden Situation von Bedeutung. Es werden drei Bewertungskategorien beschrieben. Nachdem ein Ereignis wahrgenommen wurde, kommt es zunächst zu einer primären Bewertung. Ein bestimmter Reiz wird individuell unterschiedlich als nicht relevant oder positiv, d. h. als zu bewältigende Herausforderung und somit als Eu-Stress, oder aber negativ und somit Auslöser von Dis-Stress, gesehen. Wenn ein Ereignis den Organismus aus dem Gleichgewicht bringt, dann ist eine Anpassung notwendig. In der sekundären Bewertung wird das individuelle Bewältigungsvermögen in Bezug auf den Reiz eingeschätzt und das Ereignis in ein zu bewältigendes oder ein nicht zu bewältigendes Ereignis eingestuft. Nachdem die Bewältigungsstrategien beurteilt wurden, kommt es zu einer Neubewertung der Ausgangssituation. Für den Fall, dass die Bewältigungsmöglichkeiten als ausreichend gesehen werden, führt dies zu positiver Aktivierung. Ist allerdings das Gegenteil der Fall, dann wird die Situation als Bedrohung betrachtet und der negative Stress nimmt zu. Die Folge ist, dass damit die Stressgefühle ansteigen. Jede zusätzliche Information hinsichtlich eines Reizes kann die Bewertung erneut verändern. Wird keine Stressbewältigung gefunden, kann der Stress außer Kontrolle geraten und gesundheitliche Schäden verursachen.14

2.3 Gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Stress

Die kurzfristige Aktivierung des Körpers, gefolgt von Entspannungsphasen kennzeichnen das Leben und sind keinesfalls gesundheitsschädlich.15 Grenzenlose Belastung ohne entsprechende Phasen der Erholung wirkt sich auf einen Organismus hingegen negativ aus.

Dabei ist es unerheblich, ob Stress auslösende Reize physischer Natur sind, z. B. dauerhafte Schmerzen, oder ein Resultat seelischer Konflikte. Kein Mensch ist in der Lage, Stressoren ununterbrochen zu ertragen.16 Kaluza führt vier Aspekte an, die gesundheitsschädliche Beeinträchtigungen in Folge von Stressreaktion nach sich ziehen. Nicht verbrauchte Energie bei einer Stressreaktion stellt dahingehend den ersten Faktor dar. Der auftretende Stressor bewirkt, dass der Organismus dem Körper zusätzliche Energie für einen evtl. Kampf oder eine Flucht zur Verfügung stellt. Dieses seit Urzeiten im menschlichen Körper verwurzelte Reaktionsmuster stellt allerdings oftmals keine adäquate Hilfe gegenüber den Stressoren der heutigen Zeit dar und bewirkt, dass die durch Glukoneogenese und Lipolyse bereitgestellten Zucker sowie Fette nicht verbraucht werden und in der Blutbahn verbleiben. Mögliche Folgen können Arteriosklerose Herz-, Hirninfarkte sowie Lungenembolien sein. Der zweite Faktor mit möglichen negativen Auswirkungen auf die Gesundheit sind chronische Belastungen. Viele Stressoren, mit denen sich Menschen heute konfrontiert sehen bestehen über eine lange Zeit oder treten immer wieder erneut auf. Dies widerspricht dem menschlichen Stressreaktionsprogramm, welches auf die Bewältigung von kurzzeitig auftretenden Stressoren konzipiert ist. Der Organismus befindet sich über einen langen Zeitraum in Widerstandsbereitschaft. Organerkrankungen, ständig erhöhter Blutdruck, verspannte Muskulatur, mangelnde Fähigkeit zur Selbstregulation und die abnehmende Fähigkeit des Körpers zur Erholung können die Folgen chronischer Belastungen sein. Durch den dauerhaft erhöhten Kortisolspiegel wird die Wirkung des Insulins im Körper gehemmt. Daraus resultiert, dass das Diabetesrisiko steigt. Ein chronisch hoher Kortisolspiegel führt des Weiteren zu negativen Auswirkungen auf neuronale Strukturen im Gehirn, was sich in Gedächtnisstörungen bemerkbar macht. Eine geschwächte Immunkompetenz ist der dritte Faktor mit möglichen negativen gesundheitlichen Auswirkungen. Auch in diesem Zusammenhang entfaltet bei lang andauernden Stressbelastungen ein chronisch überhöhter Kortisolspiegel im Organismus seine schädigende Wirkung. Durch das geschwächte Immunsystem unterliegt der Betroffene einer erhöhten Entzündungs- und Krankheitsanfälligkeit sowie der Neigung zu allergischen Reaktionen und Autoimmunerkrankungen. Ebenfalls nachgewiesen ist der Zusammenhang einer geschwächten Immunkompetenz mit einem Wachstum von Tumorzellen. Der vierte Faktor mit möglichen negativen Auswirkungen auf die Gesundheit ist gesundheitliches Risikoverhalten. Verhaltensweisen, wie z. B. Alkohol-, Zigaretten-, Koffein- und Medikamentenkonsum oder ungesunde Ernährung werden von Dauerstressbetroffenen als mögliche Bewältigungs- bzw. Entspannungsstrategie angesehen. Dies kann zur Gewöhnung, evtl. sogar zur Sucht führen. Eine weitere mögliche Folge ist Übergewicht und Adipositas, was wiederum andere Risikofaktoren, wie Bluthochdruck, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen begünstigt. Schlussendlich tragen die als kompensatorisch angesehenen Verhaltensweisen dauerhaft dazu bei, dass die Widerstandskräfte des Körpers schneller aufgezehrt werden.

Die gesundheitsschädlichen Auswirkungen von chronischem Stress sind äußerst vielfältig. Alle wichtigen Organsysteme können betroffen sein. Neben den physischen Störungen sind auch weitreichende Auswirkungen auf die psychische Gesundheit nachgewiesen. Die chronische Konfrontation mit Stress ist mitverantwortlich für Depressionen und psychosomatische Störungen.17

3 Das Phänomen Burnout

3.1 Definition des Begriffes Burnout

Der Begriff Burnout, welcher heute selbstverständlich zur Umgangssprache gehört, wäre für Personen zu Beginn der 1970er Jahre noch fremd und ohne Bedeutung gewesen. Der Arzt und Psychoanalytiker H. Freudenberger schrieb ab 1974 Artikel und Bücher, in denen er u. a. seine eigenen Erfahrungen mit körperlicher und geistiger Erschöpfung im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit niederschrieb. Freudenberger verglich das unermüdliche Erbringen von Höchstleistungen mit einer Batterie, deren Kapazität irgendwann aufgebraucht ist. Insbesondere Personen aus Helferberufen stellten Parallelen zwischen sich selbst und dem, was Freudenberger beschrieb, fest. Eine exakte Abgrenzung des Burnout- Begriffes zu anderen psychosomatischen Beeinträchtigungen ist auf Basis von Freudenbergers Artikel noch nicht möglich.18 Mittlerweile sind mehr als 50 verschiedene Beschreibungen, die den Begriff Burnout einordnen, im Umlauf. Trotz dieser Vielzahl existiert allerdings keine feste Definition. Dies ist u. a. darauf zurückzuführen, dass für Burnout keine klare klinische Diagnose existiert und eine Abgrenzung, z. B. zur Depression, schwierig ist. Wörtlich übersetzt ist „to burn“ gleichbedeutend mit „aus- bzw. durchbrennen“. Darunter wird das Beenden von Aktivität verstanden. In der Literatur wird häufig davon gesprochen, dass eine Person, die ausgebrannt ist, einmal entflammt, also für eine Sache begeistert gewesen sein muss. Ebenso wird Burnout häufig als Cluster geistiger, emotionaler und körperlicher Erschöpfung bezeichnet19. In den verschiedenen Burnout-Definitionen finden sich häufig Gemeinsamkeiten wieder. So wird die Motivation, mit der in einen Beruf eingestiegen wird stets als hoch bezeichnet. Wenn die angestrebten Ziele nicht erreicht und/oder Erwartungen enttäuscht werden führt dies bei den Betroffenen zur Frustration. Die Arbeitsanforderungen stellen sich oftmals als zu hoch oder widersprüchlich heraus, denen der Betroffene mit nicht- oder wenig effektiven Bewältigungsstilen entgegentritt. Die Auseinandersetzung der Person mit ihrer Arbeitstätigkeit ist lang und erfolglos. Unter Berücksichtigung der Vielzahl an Definitionen und Gemeinsamkeiten bezeichnen Litzcke/Schuh Burnout als „einen Zustand von Frustration und Erschöpfung, infolge dessen Betroffene keine Kraft und Motivation mehr haben, ihre Arbeit in der bisher durchgeführten Intensität fortzusetzen.“20

[...]


1 Schönberger, Birgit: Ausgebrannt. In: Psychologie Heute Januar 2016. S. 19 (Julius Beitz GmbH & CO. KG) Weinheim 2016

2 Zander, Britta; Dobler, Lydia; Busse, Reinhard: Studie spürt Gründe für Burnout nach. In: Pflegezeitschrift 64 (2): 98-101, 2011 Verfügbar unter: https://www.mig.tu-berlin.de/fileadmin/a38331600/2011.publications/2011_zander_Pflegezeitschrift_Burnout.pdf [26.07.16]

3 a.a.O., S. 98

4 a.a.O., S. 98

5 Litzcke, Sven Max; Schuh, Horst (Hrsg): Stress, Mobbing und Burn-out am Arbeitsplatz. Heidelberg (Springer Medizin Verlag) 2007, S.2

6 Eifler, Christoph; Strack, Andreas; Albers, Torsten (Hrsg.): Lehrbrief Gesundheitstrainer. Saarbrücken (BSA-Akademie) 2006, S. 10

7 Geiger, Ludwig: Gesundheitstraining. München (BLV Verlagsgesellschaft mbH) 2003, S. 9

8 Tegtmeier, Catri; Tegtmeier, Michael A. (Hrsg): Wie Stress im Beruf krank macht und wie Sie sich schützen. Regensburg (Walhalla Fachverlag) 2013, S. 17

9 Litzcke, Sven Max; Schuh, Horst (Hrsg): Stress, Mobbing und Burn-out am Arbeitsplatz…a.a.O., S. 6

10 a.a O., S.6

11 Hofmann, Irmgard.: Stress- und Burnoutprävention in der Pflege für die Aus-, Fort- und Weiterbildung. Berlin (Cornelsen Verlag) 2010, S. 56 - 58

12 Hofmann, Irmgard.: Stress- und Burnoutprävention in der Pflege für die Aus-, Fort- und Weiterbildung…a.a.O., S. 62 - 63

13 Gerrig, Richard J.: Psychologie. Hallbergmoos (Pearson Deutschland GmbH) 2015, S. 476 - 477

14 Hofmann, Irmgard.: Stress- und Burnoutprävention in der Pflege für die Aus-, Fort- und Weiterbildung…a.a.O., S. 63-64 und Schmidt, Brinja: Burnout in der Pflege. Stuttgart (W. Kohlhammer GmbH) 2015, S. 86 - 88

15 Kaluza, Gert.: Stressbewältigung. Berlin Heidelberg (Springer-Verlag GmbH) 2011, S. 23

16 Litzcke, Sven Max; Schuh, Horst (Hrsg): Stress, Mobbing und Burn-out am Arbeitsplatz…a.a.O., S. 41 - 43

17 Kaluza, Gert.: Stressbewältigung…a.a.O., S. 23-25

18 Linneweh; Heufelder; Flasnoecker (Hrsg): Balance statt Burn-out. Germering München (Zuckschwerdt Verlag) 2010, S. 1-4

19 Tegtmeier, Catri; Tegtmeier, Michael A. (Hrsg.): Wie Stress im Beruf krank macht und wie sich schützen…a.a.O., S.64-66

20 Litzcke, Sven Max; Schuh, Horst (Hrsg): Stress, Mobbing und Burn-out am Arbeitsplatz…a.a.O., S. 155-164

Details

Seiten
24
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783346002129
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v493739
Note
1,0
Schlagworte
Pflege Burnout Supervision

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