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Ein Überblick über Pädagogische Ansätze. Was ist der beste Ansatz zur Förderung von Kindern?

Akademische Arbeit 2017 16 Seiten

Didaktik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung.

2. Definition Pädagogische Konzepte
2.1 Überblick Konzepte und Ansätze
2.2. Montessoripädagogik
2.4. Waldorfpädagogik
2.5 Waldpädagogik

3. Offene Arbeit
3.1 Bezüge zur Praxis

4. Zusammenfassung der Leitgedanken

5. Persönliches Fazit

1. Einleitung

Bei der vorliegenden Facharbeit habe ich mich für das Thema „Pädagogische Ansätze und Modelle“ entschieden, da ich mich persönlich dafür interessiere und die Gelegenheit nutzen möchte, mich im Selbststudium damit näher auseinanderzusetzen. Ich werde den Begriff Erzieher für beide Geschlechter gleichermaßen benutzen. Zunächst habe ich mich damit beschäftigt, was genau Ansätze und Modelle überhaupt sind und wie diese definiert werden. Mir ist gleich zu Beginn der Recherche aufgefallen, dass es eine große Vielfalt von Ansätzen und Modellen gibt. Zu Beginn erwähne ich einige, die ich im Buch gefunden habe. Ich habe mir fünf Ansätze rausgesucht, die ich interessant finde und die wesentlichen Kerngedanken zusammengetragen. Zum jeweiligen Konzept habe ich meine Meinung und den Bezug zu der Praxis geäußert. Im Anschluss beziehe ich mich noch einmal tiefer auf die offene Arbeit, da meine Einrichtung nach diesem Ansatz ausgerichtet ist und ich den Fokus auf die praktische Umsetzung für meine persönlich pädagogische Arbeit nutzen werde. Im Anschluss fasse ich die Leitgedanken der pädagogischen Modelle zusammen. Ich habe mir die Frage gestellt, welcher der von mir vorgestellten Ansätze nach meiner Meinung am besten für die Förderung der Kinder geeignet ist. Weiterhin werde ich darstellen, ob es tatsächlich möglich ist, dieses Konzept in der Praxis auszuführen und welche Bedingungen dafür vorherrschen müssten. Zum Abschluss formuliere ich mein persönliches Fazit.

2. Definition Pädagogische Konzepte

Wenn die Erzieher von Konzepten und Ansätzen sprechen, wissen die meisten, was damit gemeint ist. Aber was genau beinhalten Konzepte?

Ich habe im Buch folgende Definition gefunden:“Handlungskonzepte beschreiben den Zusammenhang von Inhalten, Verfahren, Zielen, Menschenbild, Methoden und Techniken der praktischen Arbeit. Ansätze hingegen können als Ausgangspunkt bezeichnet werden, an denen Konzeptionen entwickelt werden können. Beide Begriffe werden oft als Synonym benutzt“. (Erzieherinnen und Erzieher: 2014, S. 260)

Pädagogische Konzepte beinhalten also keine Patentrezepte oder lassen sich als Gebrauchsanweisungen verstehen, wie Erziehung und Bildung funktionieren kann. Dies erklärt, dass pädagogische Handlungskonzepte einzeln für sich stehen und den Mitarbeitern in den Einrichtungen eine gemeinsame Richtung vorgeben. Sobald ein Team ein pädagogisches Konzept für sich ausgewählt hat, sind alle Schritte, die es zur Umsetzung benötigt einzuhalten. Auch wenn die Rahmenbedingungen in den Einrichtungen ungünstig sind, bedeutet es nicht, dass ein Konzept weniger erfolgreich ist. Aufgeschlossenen, kreativen und flexiblen Mitarbeitern kann es gelingen, die Aussagen der Handlungskonzepte in den pädagogischen Alltag zu übertragen.

Pädagogische Ansätze sind also als Grundlage zu verstehen, die in ihrer Gestaltung und Auslegung flexibler sind, da keine starren Vorgaben vorliegen für die pädagogische Arbeit. (vgl. Erzieherinnen und Erzieher: 2014, S. 161)

2.1 Überblick Konzepte und Ansätze

Wie schon erwähnt, gibt es zahlreiche pädagogische Konzepte. Bevor ich auf die fünf von mir ausgewählten genauer eingehe, möchte ich einige Konzepte, die es noch gibt, nennen:

Freinet Pädagogik, Kneipp Pädagogik, Pädagogik von Janusz Korczak, Pädagogik von Emmi Pikler, Psychoanalytische Pädagogik, Montessori Pädagogik, Reggio Pädagogik, Situationsansatz, Systemische Pädagogik, Erlebnispädagogik, infans Konzept

(vgl. Erzieherinnen und Erzieher: 2014, S. 162-313)

2.2. Montessoripädagogik

Nach Maria Montessori (*1870, +1925)

Die Montessori-Pädagogik geht auf die Pädagogin und italienische Ärztin Maria Montessori zurück, 1907 entstand durch sie in Rom das erste Montessori-Kinderhaus. (vgl. Montessori oder Waldorf?:1996, S 20)

Die Montessori-Pädagogik orientiert sich primär am Kind und dessen Bedürfnissen. Danach soll man in erster Linie das Kind in seiner Persönlichkeit achten, es als ganzen, vollwertigen Menschen sehen, seinen Willen entwickeln und ihn dabei unterstützen selbständig zu handeln und zu denken. (vgl. Erziehen mit Maria Montessori: 1997, S. 52)

Die Ärztin geht von der Grundannahme aus, dass das Baby von Geburt an die Fähigkeit zur Kreativität besitzt und auch spontan sein kann. Dem Kind obliegt die Aufgabe selbst, sich zur mündigen Persönlichkeit zu entwickeln, also kann Erziehung von Anfang an nur verstanden werden als Unterstützung zur Selbsthilfe. Montessori war der Ansicht, dass jedes Kind selbst die nötigen Materialien aus seiner Umgebung wählt, die es für seine Entwicklung braucht und wir Erwachsenen bereiten diese Umgebung vor und stellen sie zur Verfügung. (vgl. Erziehen mit Maria Montessori: 1997, S. 22)

Für Montessori stellt auch der Erwachsene einen Teil der vorgegebenen Umgebung dar. Von der Art und Weise wie der Erwachsene sich gegenüber dem Kind verhält, hängt der Entwicklungsprozess des Kindes ab. Für die Entwicklung des Kindes sind Liebe und Achtung von großer Bedeutung. Der Erzieher muss auf die Eigenkraft des Kindes bauen, um sich selbst zu entfalten und ein hohes Maß an Geduld mitbringen. Der Erzieher gilt als Unterstützer für das Kind zum Erlernen von Selbstständigkeit und Unabhängigkeit. Des Weiteren ist er als Berater des Kindes anzusehen, der die Entwicklung und Lernprozesse des Kindes beobachtet und zu verstehen lernt. (vgl. Erziehen mit Maria Montessori: 1997, S. 40)

Die Pädagogin hat beobachtet, wie wichtig es für die Kinder ist, die Umwelt mit allen Sinnen wahrzunehmen und diese Erfahrungen den Kindern zu ermöglichen. (vgl. Montessori oder Waldorf? 1996, S. 37)

Maria Montessori erkannte, dass alle Kinder selbst aktiv arbeiten wollen und dies auch können. Kinder tragen selbst die Kraft in sich, ihre Entwicklung voranzutreiben.

(vgl. Erziehen mit Maria Montessori: 1997,S. 15).

Die Konzentration des Kindes zeigt sich im wiederholten Tun aus eigenem Antrieb. Dies wird als Phänomen der Polarisation der Aufmerksamkeit bezeichnet und ist für das Kind nicht eigenständig zu erreichen, sie ist streng gebunden an Voraussetzungen und Bedingungen. (vgl. Erziehen mit Maria Montessori: 1997, S. 38.)

Montessori teilt die Entwicklung des Kindes in Wachstumsphasen die „Sensiblen Perioden“ ein. Sie hat beobachtet, dass in einem bestimmten Alter das Kind eine bessere Empfänglichkeit für bestimmte Entwicklungsschritte besitzt. Erhält das Kind geeignete Anregungen aus der Umwelt, dann kann es ohne Schwierigkeiten lernen. Ist die sensible Phase vorbei, erfordert es große Anstrengungen. (vgl. Einführung in die Montessori-Pädagogik: 2011, S.30)

In meinem Selbststudium war ich von der Ansicht Maria Montessori sehr angetan. Das Motto von ihr „hilf mir es selbst zu tun“ finde ich persönlich am wichtigsten. Alle Erzieher sollten viel Geduld mitbringen und dem Kind nichts in der Entwicklung vorenthalten. Das Kind soll die nötige Zeit bekommen, Dinge auszuprobieren, bis es eigenständig zu der richtigen Lösung kommt und dabei auch Fehler machen dürfen, denn nur so kann es selbständig lernen. In der Praxis erlebe ich oft, dass der strukturelle Ablauf (In der Krippe die Schlaf und Essenzeiten, im Hort die Abholzeiten oder Stundenpläne) dem Erzieher oft Probleme bereitet, den Kindern die nötige Zeit zum freien Spiel zu geben. Vieles läuft nach Plan oder vorgegebener Zeit und es wird den Kindern schnell, z.B. beim Anziehen oder beim Basteln, geholfen. Die ganze Gesellschaft ist darauf ausgerichtet, die Terminkalender sind vollgefüllt. Auch ich, als Mutter einer zweijährigen Tochter merke, dass es manchmal schwer ist, die Balance zwischen gesellschaftlichen Normen und Werten zu finden (z.B. pünktlich zu sein) und dem Kind aber die nötige Zeit zu geben und die Welt zu erkunden. Auch, wenn ich dafür Zeit einplane, gelingt es mir nicht immer. Auf dem Weg z.B. zur Kita entdeckt mein Kind die Welt, es sieht Grashalme, Pusteblumen (die alle ausgeblasen werden müssen), Steine etc. alle Sinne werden angeregt. Fernab vom vollen Terminkalender. Kinder sind Vorbilder, „[…] wenn wir loslassen, hingucken und ihnen folgen“. ( Einblicke in die Offene Arbeit:2006, S.7). Doch im Hinterkopf sind meist die Termine, ich muss pünktlich die Bahn oder den Bus schaffen oder das Kind pünktlich zum Frühstück bringen. Auch im Hort merke ich, dass die Kinder oft aus ihrem Spiel gerissen werden und deshalb nicht nach Hause gehen möchten. Deswegen wurde schon mit einigen älteren (4. Klasse) Kindern vereinbart, länger im Hort zu bleiben, auch wenn ihr jüngeres Geschwisterchen schon abgeholt wird. Sie können dann später ab einer bestimmten Uhrzeit alleine nach Hause gehen, sofern eine Dauervollmacht vorliegt. Diese Idee finde ich gut. Doch oft stelle ich mir die Frage, wie schafft man eine Balance zwischen der Zufriedenheit der Eltern und Kinder und der Gesellschaft? Ich denke, da gibt es nicht die eine Lösung für alle. Die Erzieher müssten individuell schauen. Mit den Hortkindern könnten z.B. Absprachen gehalten und Kompromisse geschlossen werden, mit dem Arbeitgeber müsste evtl. eine Gleitzeit vereinbart werden, was aber leider nicht überall möglich ist. Das primäre Ziel sollte sein, dass jeder Beteiligte seinen Teil der gemeinsamen Vereinbarung trägt und vertritt.

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Details

Seiten
16
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668999671
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v493917
Note
1
Schlagworte
Pädagogik

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