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Entwicklungsvorhaben zum Thema: Habitus der Lehrperson

Hausarbeit (Hauptseminar) 2018 6 Seiten

Pädagogik - Der Lehrer / Pädagoge

Leseprobe

1. Abstract

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Beschreibung der Ausgangslage

Die Motivation meines Entwicklungsvorhabens liegt darin, dass ich wissen wollte, wie ich auf Schüler und Schülerinnen wirke. In meiner aktuellen Praxis hat mich meine Praxispädagogin darauf hingewiesen, dass ich häufig im Dialekt spreche und mich daher nicht alle SuS verstehen können. Ich wollte allerdings bewusst nicht nur das Thema Sprache evaluieren, da ich auch wissen wollte wie meine Körperhaltung, Mimik und Gestik bei den Kindern ankommt. Darüber hinaus war es mir wichtig zu wissen, ob ich auf die Kinder authentisch bzw. sympathisch wirke und ob sie sich durch meinen Unterricht motiviert fühlen. Die Rückmeldungen meiner bisherigen Praxispädagogen und Pädagoginnen in Bezug auf den Habitus und Lehrerprofessionalität waren zwar durchwegs positiv, allerdings ist die Wirkung unter Kollegen und Kolleginnen häufig anders als auf die SuS.

3. Formulierung des Entwicklungsziels

Mein Ziel besteht, neben der Verbesserung meiner sprachlichen Kompetenzen, darin dass ich weiß wie ich auf Schüler und Schülerinnen wirke und Überlegungen anstellen kann, was ich noch verbessern kann. Durch das Feedback der Kindern kann ich meinen Unterricht und mein Wirkung als Lehrperson noch besser und kritischer reflektieren. Ich erhoffe mir durch die Evaluation ein Ergebnis zu erzielen, dass mir dabei hilft mich zu verbessern und andere Meinungen, als die der Praxispädagogen und Pädagoginnen zu erhalten. Meiner Meinung nach ist die Beurteilung der Kinder essentiell für eine Lehrperson, da die SuS die Zielgruppe ist, die erreicht werden soll.

4. Ergebnisse der Recherchearbeit

Als Expertin für mein Entwicklungsvorhaben habe ich meine Praxispädagogin Frau Karin Hanna befragt, ihre Rückmeldung war sehr positiv und sie hat mir Verbesserungsvorschläge mit auf den Weg gegeben. Sie meinte ich sollte zu Hause üben Standarddeutsch zu sprechen, sodass es natürlich wirkt und ein Automatisierungsprozess stattfindet.

5. Datenerhebung

Für mein Entwicklungsvorhaben habe ich einundzwanzig Kinder der 3M direkt nach meine gehaltenen Unterricht befragt. Die Zielscheibenmethode habe ich gewählt, da ich damit viele Bereiche des Habitus und der Wirkung der Lehrperson abdecken konnte. Außerdem ist diese Art der Befragung einfach, schnell und für die Kinder ansprechend. Die Evaluation mittels Zielscheibe ist ein bildliches Evaluationsinstrument, bei dem die Schülerinnen und Schüler Rückmeldung zu einer vorangegangenen Arbeitsphase geben können. Hierbei werden die subjektiven Einschätzungen der einzelnen Schülerinnen und Schüler anonym auf einer Zielscheibe angegeben. Zu beachten ist jedoch, dass diese Art der Befragung das Stimmungsbild der Kinder wiederspiegelt, welches nicht die Frage nach dem „Warum“ abdeckt. Für die Evaluierung habe ich mich für folgende Fragen entschieden:

- Ich empfinde die Lehrperson im Unterricht als sympathisch/echt.
- Ich finde die Lehrperson vermittelt auch durch ihre Körpersprach Interesse am Unterricht und an den SuS.
- Ich finde die Lehrperson sagt klar und deutlich, welche Aufgaben zu erledigen sind.
- Ich finde die Lehrperson spricht klar und deutlich, sodass ich sie gut verstehen kann.
- Ich finde die Lehrperson ist motiviert und vermittelt das auch im Unterricht.
- Ich habe den Eindruck, die Lehrperson fühlt sich im Unterricht wohl.
- Ich finde die Lehrperson motiviert die SuS im Unterricht mitzumachen und sich zu trauen.
- Ich finde die Lehrperson spricht eine gehobene Umgangssprache, die für alle SuS verständlich ist.

Die Zielerreichung ist durch die Auswertung der Zielscheibe gut und klar erkennbar, auf das Ergebnis der Befragung komme ich allerdings zu einem späteren Zeitpunkt zurück.

6. Maßnahmen

Zunächst war es mir persönlich wichtig meinen eignen bisher gehaltenen Unterricht zu reflektieren, um ein sinnvolles und ausbaufähiges Entwicklungsziel zu erreichen. Bei meiner Selbstreflexion ist mir aufgefallen, dass ich zwar immer ein positives Gefühl beim Unterrichten habe, allerdings kaum bis wenig Rückmeldung von den Schülern und Schülerinnen erhalten habe. Nach einigen Gesprächen mit meiner Praxispädagogin und meiner LVA-Leiterin habe ich mich dazu entschieden, mein Wirken und meinen Habitus, sowie meine Professionalität von den SuS bewerten zu lassen, um mich sowohl sprachlich, als auch in meinem Tun zu verbessern. Ich habe mich wie oben bereits erwähnt für die Zielscheibenmethode entschieden, allerdings habe ich mich, bevor ich das Evaluierungsinstrument angewendet habe, gründlich mit der Auswertung und Aufbereitung der Zielscheibe mittels Literatur beschäftigt. Außerdem recherchierte ich zum Thema Habitus, Wirkung der Lehrperson im Unterricht und sprachliche Verbesserung im Unterricht. Hinzu kommt, dass ich besonders meine sprachlichen Fertigkeiten, vor allem das Sprechen von Standardsprache, zu Hause trainiert habe.

7. Datenauswertung

Die Befragung der Schüler und Schülerinnen aus der 3M hat im Einzelnen ergeben, dass sie alles im allen sehr zufrieden mit meinem Auftreten und Habitus waren. Von einundzwanzig befragten Kindern haben fünfzehn bei der Frage nach der Sympathie die volle Punktezahl gegeben. Neunzehn der SuS haben meine Körpersprache, Motivation und Wohlbefinden im Unterricht als überdurchschnittlich positiv empfunden. Auch bei den Punkten in Bezug auf Sprache und Deutlichkeit hat die Mehrheit der Befragten das beste Ergebnis angekreuzt, wobei zu sagen ist, dass die Antworten der SuS hierbei deutlich durchwachsener war, als bei den oben genannten Punkten. Hierbei war das Ergebnis weniger eindeutig, besonders bei der Frage „Ich finde die Lehrperson spricht klar und deutlich, sodass ich sie gut verstehen kann“ gab es eine deutliche Abweichung, mehr als die Hälfte der Kinder hat nur die zweitbeste Bewertung abgegeben. Diese Zahlen bedeuten für mich, dass ich an einer deutlicheren Sprache und Formulierung im Unterricht arbeiten muss. Allerdings möchte ich mich auch in den anderen Punkten noch verbessern und weiterentwickeln. Als Resümee lässt sich abschließend sagen, dass meine Wirkung im Unterricht als positiv wahrgenommen wird, wobei ich aber weiterhin an meinen sprachlichen Kompetenzen arbeiten muss. Überraschend war für mich, dass im Hinblick auf die Sprache mein Dialekt merklich weniger „kritisiert“ wurde als die Klarheit und Deutlichkeit meiner Aussprache. Für mich persönlich heißt das, dass ich gezielt an einer präziseren Artikulation arbeiten möchte.

8. Reflexion des Gesamtvorhabens

Meine gewählte Vorgangsweise habe ich als positiv empfunden, allerdings hätte ich mich vor der Befragung noch mehr mit der Definition des Begriffs Habitus und dessen Auswirkung im Unterricht auseinandersetzten sollen. Mit der Methodenauswahl war ich sehr zufrieden, da diese sehr leicht zu handhaben war und die Kinder nicht überfordert waren. Hilfreiche Schritte waren neben den Gesprächen mit meiner Praxispädagogin und meiner Lehrveranstaltungsleiterin, auch die Auseinandersetzung mit der Zielerreichung. Ich habe versucht mich in die Lage der Schüler und Schülerinnen hineinzuversetzen, um herauszufinden, was mir damals selbst als Schülerin bei einer Lehrperson wichtig war. Der Prozess der Selbstreflexion hat sich zwar als sehr langwierig entpuppt, allerdings war dieser essentiell für eine sinnvolle und bedeutsame Erstellung der Zielformulierung. Wie oben bereits erwähnt würde ich mich bei einer neuerlichen Durchführung noch mehr in die Materie einarbeiten und vertiefen. Desweiteren spielt der Zeitfaktor eine große Rolle, beim nächsten Mal werde ich mehr Zeit für die Ausarbeitung der Zielformulierung einplanen.

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Details

Seiten
6
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783346007254
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v495800
Institution / Hochschule
Pädagogische Hochschule Oberösterreich
Note
1,00
Schlagworte
entwicklungsvorhaben thema habitus lehrperson

Autor

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