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Der Online-Handel Alibaba und die wirtschaftlichen Perspektiven am deutschen E-Commerce Markt

Akademische Arbeit 2019 19 Seiten

BWL - Handel und Distribution

Leseprobe

I. Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Online-Handel
2.1 Der E-Commerce in Deutschland
2.2 Der E-Commerce in China

3 Alibaba
3.1 Geschäftskonzept und Unternehmensstruktur
3.2 Expansion

4 Die wirtschaftlichen Perspektiven der Alibaba-Group am deutschen E-Commerce-Markt

5 Fazit

II. Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die Geschichte des Handels reicht weit bis an die Anfänge der Menschheitsgeschichte. Während man im frühen Mittelalter noch hauptsächlich Tauschhandel (Ware gegen Ware) betrieb, entwickelte sich der alltägliche Handel zu einem Handelsgeschäft (Ware gegen Geld). Heutzutage gewinnt der Online-Handel an Konjunktur und kann mit einem Wachstum von 9,4 Prozent im Jahr 2018 einen Umsatz von 85,5 Milliarden Euro verzeichnen.[1] Aufgrund der Tatsache, dass der Online-Handel an immenser Bedeutung in unserer Zeit gewonnen hat, bieten viele Unternehmer ihre Güter und Dienstleistungen im Internet an. In allen Bereichen des Konsums versuchen die Wettbewerber ihr Geschäft, aufgrund der vielen Vorteile, in die Online Welt zu verlagern. Der Online Markt ist sehr breit gefächert und ist noch immer ausbaufähig. Das Potenzial des Online Marktes sah auch Jack Ma, als er 1999 mit 18 anderen Mitgründern in Hangzhou eine Online-Handelsplattform, namens Alibaba, wo kleine und große Unternehmer ihre Waren zum Kauf anboten, gründete.[2] Im Jahre 2001 konnten sie schon eine Anzahl von einer Million registrierten Nutzern verbuchen.[3] Der Anstieg der Unternehmung Jack Ma’s hatte innerhalb geringer Zeiträume schon großen Erfolg eingefahren und ist heute die größte Online-Handelsplattform weltweit. Aufgrund der Tatsache, dass der chinesische Markt ein erheblich großer Markt ist, wird China ein „Spätstarter beim Rennen um die globalen Märkte“ genannt.[4] Umfragen zufolge wussten nur 38 Prozent der deutschen Befragten was die Alibaba-Group ist und wofür sie stehe.[5] Obwohl der Name Alibaba im europäischen Raum nicht geläufig ist, hat der Internetgigant bereits im ausländischen Markt agiert und Experten gehen davon aus, dass das milliardenschwere chinesische Unternehmen in den nächsten Jahren mit den lokalen und den amerikanischen Betreibern des E-Commerce konkurrieren kann. Doch könnte sich dies im Laufe der nächsten Jahre drastisch ändern? Könnte die Alibaba-Group zukünftig hierzulande mit Größen wie Amazon oder Ebay konkurrieren? Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit ist es, den gegenwärtigen Stand des E-Commerce in China und Deutschland zu vermitteln. Wie der Online-Handel sich in der Gesellschaft Chinas manifestiert hat und die Parallelen zu Deutschland werden im Anschluss erläutert. Schließlich wird das Geschäftskonzept und die Internationalisierung der Ali Baba Group genau analysiert. Am Ende soll mittels einer SWOT-Analyse genau diskutiert werden, welche wirtschaftliche Perspektiven sich der Alibaba-Group am deutschen E-Commerce-Markt eröffnen.

2 Der Online-Handel

2.1 Der E-Commerce in Deutschland

Statistiken zufolge ist Deutschland in Europa volkswirtschaftlich die am besten aufgestellte Nation. In der Weltwirtschaft belegen sie nach den USA, China und Japan den vierten Rang.[6] Man kann festhalten, dass in Deutschland, aufgrund des hohen Exports[7] ein sehr weltoffener Markt herrscht.[8] Dabei setzen die deutschen Bürger ebenfalls im Online-Handel eine beachtliche Summe um. Im Jahre 2018 konnte Deutschland mit etwa 63 Milliarden Euro Umsatz den fünften Platz in der Weltrangliste einnehmen.[9] Die umgesetzte Summe der durch Online-Handel getätigten Transaktion hatte in den letzten zwei Jahrzehnten einen enormen Anstieg. Der im Jahre 1999 umgesetzte Betrag von 1,25 Milliarden Euro wurde innerhalb von 10 Jahren auf 21,9 Milliarden Euro beinahe verzwanzigfacht.[10] Für das Jahr 2019 wird prognostiziert, dass eine Summe von 57,8 Milliarden Euro durch die Verbraucher generiert werden würde.[11] Es gibt zahlreiche bekannte deutsche Unternehmen, die ebenfalls E-Commerce betreiben. Internetplattformen, wie Otto.de, Zalando.de oder Notebookbilliger.de gehören zu den führenden Unternehmen im Online-Handel[12]. Trotz dessen ist führender Anbieter im E-Commerce der amerikanische Internetgigant Amazon. Im Jahre 2018 hatte Amazon, gemessen am totalen Marktvolumen des Online-Handels in Deutschland, 54 Prozent Marktanteil[13] und konnte dabei 19,88 Milliarden Euro umsetzen.[14] Die oben genannten Unternehmen konnten zusammenaddiert nicht so viel umsetzen wie der amerikanische Internetkonzern. Oft fehlen lokalen Unternehmen die finanziellen Mittel und die internationalen Beziehungen um global-vertretenen Unternehmen wie Amazon im Thema Preis oder Service Konkurrenz zu bieten.

2.2 Der E-Commerce in China

Die im fernen Osten liegende Volksrepublik China ist in der Weltwirtschaft eine der größten Wirtschaftsmächte. Mit ihren 1,4 Milliarden Einwohnern ist sie das bevölkerungsstärkste Land der Welt.[15] Seit 1978, als die chinesische Wirtschaft sich dem Weltmarkt öffnete, konnte sich das Wirtschaftswachstum nahezu durchschnittlich um zehn Prozent pro Jahr steigern.[16] Es wird prognostiziert, dass China im Jahre 2020 die USA als die größte Wirtschaftsmacht ablösen könnte.[17] Dabei sticht in der Wirtschaft Chinas ein Segment heraus – der Online-Handel. Das Fundament dafür liefert die überdurchschnittliche Internetnutzung der Bevölkerung Chinas. Das Jahr 1999 in denen Internetkonzerne, wie Alibaba oder Eachnet gegründet wurden, war der Startschuss für das E-Commerce Geschäft in China.[18] In den Jahren danach konnte stetig ein exponentielles Wachstum hergestellt werden. Bis zum Jahre 2005 hat der Online-Handel noch einen Wert von 650 Milliarden chinesischen Yuan generiert. Dieser konnte bis zum Jahre 2009 mit einem durchschnittlichen Wachstum von 42,36 Prozent zu einem Wert von 3,8 Billionen chinesischen Yuan beinahe versechsfacht werden.[19] Gemäß dem Buchautor Wolfgang Hirn ist „[K]eine Gesellschaft so internetaffin wie die chinesische“.[20] Diese Aussage trifft der China Experte aufgrund von Statistiken, die vorweisen, dass im Jahre 2017 über 750 Millionen Internetnutzer verbucht werden konnten.[21] Zudem liegt das Durchschnittsalter eines Internetnutzers bei 28 Jahren.[22] Dabei sind von den 750 Millionen Nutzern 455 Millionen, die auch ihre Waren online erwerben und bezahlen.[23] Des Weiteren verdienen weit über 100 Millionen Beschäftigte ihr Geld direkt oder indirekt über die chinesische Internetkommunikation.[24] Im lokalen chinesischen Markt sind die US-Firmen kaum bis gar nicht vertreten. Örtliche Großunternehmen wie Baidu bei Suchmaschinen, Alibaba im E-Commerce und Tencent im Chatten sind die Marktführer in ihrem Bereich.[25] Dabei hat die heimische Regierung groß mitgeholfen, denn sie errichtete in frühen Jahren eine Firewall, die amerikanische Internetkonzerne wie Facebook oder Google nicht überwinden konnten und legte keine Hindernisse für die jungen chinesischen Unternehmer.[26] Alibaba und dessen verschiedene Plattformen machen im chinesischen Markt rund 80 Prozent des E-Commerce aus.[27] Weshalb und mit welchen Mitteln und Strategien die Alibaba-Group lokal und auch international so erfolgreich wurde, wird im Folgenden erläutert.

3 Alibaba

3.1 Geschäftskonzept und Unternehmensstruktur

Die Alibaba Gruppe hat es sich mit ihren über 66.000 Mitarbeitern (Stand: 03/2018)[28] zur Aufgabe gemacht, mittels der heute gegebenen Telekommunikation, jede Art von Verbrauchern oder Unternehmern, an jedem Platz der Welt und zu jeder Zeit eine Plattform zu bieten, an dem sie Waren einkaufen oder verkaufen können.[29] Anders als ihr großer Rivale Amazon, bietet die Alibaba-Group keine Waren an, sondern leistet lediglich Dienstleistung.[30] Dabei ist ihnen die Zufriedenheit der Kunden, gemäß dem Unternehmensgrundsatz des Gründers Jack Ma, am aller wichtigsten. Denn der ehemalige Chief Executive Chairman setzte seine Prioritätenliste wie folgt: „Zuerst die Kunden, dann die Mitarbeiter und erst dann die Aktionäre“.[31] So werden beispielsweise für Kunden, die jährlich über 15.000 Dollar in Taobao oder Tmall ausgeben, ein sogenannter „APASS“ ausgehändigt. Mit diesem Ticket, den über 100000 Chinesen besitzen, kann man an exklusiven Clubabenden oder an Kulturreisen teilhaben.[32] Aufgrund ihrer Innovation, ihres Grundsatzes und ihrer breitgefächerten Diversität ist es ihnen gelungen, mehr Verkäufe auf ihren Plattformen zu verwalten als die US-Firmen Amazon und Ebay zusammen.[33] Die Alibaba-Group beinhaltet viele Tochtergesellschaften. Deswegen wird jene oft auch als die Kombination von Amazon, Ebay und PayPal gesehen. Alibaba ist allerdings nicht nur im E-Commerce tätig. Sie beteiligen sich ebenso in vielen anderen Bereichen. Die verschiedenen Plattformen der chinesischen Unternehmung werden nun vorgestellt.

- Alibaba.com: mit dieser Unternehmung startete Jack Ma im Jahre 1999 sein Geschäft. Auf dieser Plattform ist es ausschließlich verifizierten Händlern mit einem Gewerbe gestattet Handel zu betreiben. Alibaba.com hat es möglich gemacht, Geschäftsbedingungen und Preise – Informationen, die früher nur lokalen Geschäftsleuten bekannt war, für alle Nutzer öffentlich zu machen. Es ermöglicht Unternehmen aus über 190 Ländern[34] mit chinesischen Herstellern Handel zu betreiben. Käufern und Verkäufern, besonders Start-up Unternehmer, wird hier ein lukratives Geschäft geboten, denn der Verkäufer erhält die internationale Aufmerksamkeit, die Alibaba.com bietet. Und dem Käufer ist es möglich auf die niedrigen Marktpreise der chinesischen Industrie zuzugreifen.
- 1688.com: Ebenfalls im Jahre 1999 erschienen[35]. Es unterliegt der gleichen Geschäftsidee wie Alibaba.com. Allerdings ist es nur inländischen Unternehmen gestattet, auf 1688.com Handel zu betreiben. Viele Unternehmer im Inland beziehen ihr Inventar aus 1688.com[36]
- AliExpress: Chinesischen Herstellern soll es aus der im Jahre 2010 gestarteten Unternehmung möglich gemacht werden, ihre Ware international an Endverbrauchern zu verkaufen. Es ist ausschließlich Endverbrauchern möglich Güter zu erwerben[37] und die agierenden Händler müssen in China stationiert und mit einer „Store Number“ verifiziert sein.[38] AliExpress bietet zudem weltweiten Versand an. Dabei gewinnt es in den Ländern Russland, USA, Brasilien, Spanien und Frankreich an großer Beliebtheit.[39] Es kommt dem hierzulande bekannten Amazon.com am Nächsten.

[...]


[1] Vgl. bevh (2019).

[2] Vgl. Hirn (2018), S. 173.

[3] Vgl. o. V. (2019a).

[4] Vgl. Hirn (2018), S.77.

[5] Vgl. Statista (2019e).

[6] Vgl. o. V. (2019d).

[7] Vgl. Statista (2019a).

[8] Vgl. Hirn (2018), S.268.

[9] Vgl. Statista (2019b).

[10] Vgl. Metz (2012), S.18.

[11] Vgl. Statista (2019f).

[12] Vgl. o. V. (2018).

[13] Vgl. Statista (2019h).

[14] Vgl. Statista (2019g).

[15] Vgl. countrymeters (2019).

[16] Vgl. Segers (2016), S.3.

[17] Vgl. ebd.

[18] Vgl. Metz (2012), S.6.

[19] Vgl. ebd.

[20] Vgl. Hirn (2018),S. 168.

[21] Vgl. Ebd.

[22] Vgl. Hirn (2018), S. 172.

[23] Vgl. Hirn (2018), S. 168.

[24] Vgl. ebd.

[25] Vgl. ebd.

[26] Vgl. Hirn (2018), S. 169.

[27] Vgl. Hirn (2018), S. 175.

[28] Vgl. o. V. online (2018).

[29] Vgl. Segers (2016), S.14.

[30] Vgl. Boos/Peters online (2016), S. 139.

[31] Vgl. Hirn (2018), S. 176.

[32] Vgl. ebd.

[33] Vgl. ebd.

[34] Vgl. o. V. (2019c).

[35] Vgl. ebd.

[36] Vgl. ebd.

[37] Vgl. Hirn (2018), S.174.

[38] Vgl. China Checkup (2014).

[39] Vgl. ebd.

Details

Seiten
19
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783346011893
ISBN (Buch)
9783346011909
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v495988
Institution / Hochschule
Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
Note
1.3
Schlagworte
online-handel alibaba perspektiven e-commerce markt

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