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Subjektives Empfinden der Leistungstransparenz im Unterricht

Praktikumsbericht / -arbeit 2019 25 Seiten

Ratgeber - Schule, Bildung, Pädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Darstellung des Themenschwerpunktes

3. Fragestellung und Methode
3.1 Entwicklung der Fragestellung
3.2 Relevanz der Fragestellung
3.3 Operationalisierung der Fragestellung
3.4 Forschungsdesign und Untersuchungsmethode

4. Analyse und Interpretation der Ergebnisse

5. Fazit und Reflexion des Studienprojekts

4. Literaturverzeichnis

I Anhang

1. Einleitung

„Alle Welt redet von der notwendigen Qualitätssicherung im Unterricht, aber niemand sagt genau, wie sie vonstatten gehen soll“ (Meyer 2004, S. 7). Mit diesem Zitat führt Hilbert Meyer in sein Werk „Was ist guter Unterricht?“ ein und betont dabei den Stellenwert, den die Qualitätssicherung in der heutigen Bildungsdiskussion einnimmt. Und obwohl sich zahlreiche Forscherinnen und Forscher mit der Untersuchung guten Unterrichts befassen, sind die zehn Merkmale guten Unterrichts von Hilbert Meyer die wohl bekanntesten unter den LehrerInnen, da sie sowohl ökonomisch als auch praktikabel erscheinen. Zu diesen zehn Kriterien gehören die klare Strukturierung des Unterrichts, der hohe Anteil echter Lernzeit, ein lernförderliches Klima, inhaltliche Klarheit, das sinnstiftende Kommunizieren, die Methodenvielfalt, individuelles Fördern, intelligentes Üben, eine klar formulierte Leistungserwartungen sowie eine vorbereitete Umgebung (vgl. Meyer 2004). Guter Unterricht wird dadurch erreicht, dass jedes dieser Merkmale Beachtung findet und sicherlich sind sie auch in ihrer Bedeutung für den Unterricht kaum generalisierend zu gewichten, jedoch soll sich diese empirische Untersuchung vor allem mit dem Merkmal der Leistungstransparenz befassen, da die Transparenz inhaltlicher Ziele und unterrichtlicher Methoden den SchülerInnen die Möglichkeit eröffnet, selbst zum Akteur ihres Lernens zu werden und so eine motivierende und wertschätzende Lernatmosphäre zu schaffen (vgl. Moegling & Schude 2016). Untersucht werden soll das subjektive Empfinden der Leistungstransparenz im Unterricht sowohl der SchülerInnen als auch der Lehrpersonen der 7.Klasse einer Förderschule mit den Förderschwerpunkten Lernen und sozial-emotionale Entwicklung, denn die subjektive Klarheit der Unterrichtsprozesse ist ein entscheidender Faktor für das Erleben der Lernwirksamkeit (vgl. ebd.). Des Weiteren kann das Ergebnis der subjektiven Empfindungen auch für die jeweilige Lehrperson eine aufschlussreiche Möglichkeit darstellen, ihre Unterrichtsgestaltung zu reflektieren, sodass die Ergebnisse für beide Seiten bedeutsam sein können. Dafür soll ein Fragebogen konzipiert werden, welcher es der Klassenlehrperson sowie den SchülerInnen der Klasse ermöglicht, anonym über ihr Empfinden der Leistungstransparenz zu berichten.

In Kapitel zwei sollen zunächst theoretische Hintergründe und empirische Befunde offengelegt werden, welche verdeutlichen, worum es sich bei Leistungstransparenz handelt und welchen Stellenwert das Thema in der Unterrichtsforschung einnimmt. Kapitel drei wird sich mit der Fragestellung und der Methode der Untersuchung beschäftigen, wobei zunächst in Kapitel 3.1 eine leitende Forschungsfrage entwickelt werden soll. In Kapitel 3.2 soll die Relevanz der Forschungsfrage herausgearbeitet werden, in Kapitel 3.3 wird diese operationalisiert, sodass die einzelnen Aspekte der Leistungstransparenz empirisch untersuchbar gemacht werden können. In Kapitel 3.4 werden das Forschungsdesign und die Methode näher beschrieben, welche der Erhebung dient. Im darauf folgenden Kapitel werden die Daten der Untersuchung dargestellt und interpretiert, sodass sie in den wissenschaftlichen Diskurs eingeordnet werden können. Abschließend soll das fünfte Kapitel die Möglichkeit bieten, über die Forschungsarbeit zu reflektieren und die Ergebnisse der Erhebung hinsichtlich der Lehrerprofessionalität einzuordnen.

2. Darstellung des Themenschwerpunktes

Um zu untersuchen, als wie transparent Leistung sowohl von LehrerInnen als auch von SchülerInnen empfunden wird, soll zunächst dargelegt werden, was Leistungstransparenz bedeutet. Meyer beschreibt Leistung als eine Variable, welche sich aus dem Lernangebot, dem Leistungsvermögen sowie dem Einsatz zusammensetzt. Damit grenzt er sich von Definitionen ab, welche die Verantwortung für Leistung einzig und allein bei den Schülerinnen und Schülern selber sehen. Denn auch das Lernangebot und seine Darreichungsform spielt eine Rolle für das Erbringen von SchülerInnenleistungen. Nach Meyer (2004) besteht die Transparenz der Leistungserwartungen darin,

„(1) den Schülern ein an den gültigen Richtlinien oder an Bildungsstandards ausgerichtetes und ihrem Leistungsvermögen angepasstes Lernangebot zu machen,
(2) dieses Angebot verständlich zu kommunizieren und zum Gegenstand eines Arbeitsbündnisses zu machen
(3) und ihnen nach formellen und informellen Leistungskontrollen zügig Rückmeldungen zum Lernfortschritt zu geben.“ (Meyer 2004, S.114).

Maitzen (2016) beschreibt Transparenz im Unterricht als:

„(1) Die Offenlegung der Lehrziele, Kompetenzerwartungen und Absichten der Lehrkraft zu Beginn eines Lehr- Lernzyklus, einer Sequenz oder eines Projektes (…)
(2) Die Darstellung, Beschreibung und Vermittlung des unterrichtlichen Vorgehens (z.B. Arbeitsweise, Wahl der Sozialform, methodisches Arbeiten) zu Beginn, aber auch orientierend während des Lernprozesses (…)
(3) Die Beurteilung der formativen (orientierenden) und summativen (bewertenden) Lernstandsfeststellung gemessen an den Kompetenzerwartungen“ (Maitzen 2016, S.193-194).

Hier wird deutlich, dass für eine transparente Leistungserwartung seitens der Lehrperson sowohl die Grundlage des Lernangebotes (Warum soll ich etwas lernen?), die Klarheit des Arbeitsauftrages (Wie soll ich etwas lernen?) als auch die Rückmeldung über erbrachte Leistungen relevant sind (Habe ich das Ziel erreicht?). Dies kann sowohl mündlich in Lerngesprächen geschehen als auch schriftlich durch Arbeitsaufträge oder Noten, wobei zu beachten ist, dass SchülerInnen deutlich wird, ob es sich bei den Bezugsnormen für die Bewertung um ein soziales Bezugssystem (Orientierung an den Leistungen der Klasse, der Stufe, des Bundeslandes etc.), ein kriteriumsorientiertes Bezugssystem (Orientierung an Sachnorm) oder um ein individuelles Bezugssystem (Orientierung an Leistungen des individuellen Schülers) handelt (vgl. Meyer 2004).

Maitzen (2016) stellt in einem Prozessmodell fünf Handlungsfelder des kompetenzorientierten Unterrichts und den ihnen innewohnenden Aspekten der Transparenz sowie mögliche Instrumente zur Umsetzung im Unterricht vor. Dieses Modell umfasst die Unterrichtssequenzen „Lernen vorbereiten und initiieren“, „Lernen eröffnen und gestalten“ sowie „Orientierung geben und erhalten“. Außerdem beschreibt er die Aspekte der Transparenz in den Bereichen „Kompetenzen stärken und erweitern“ sowie „Lernen bilanzieren und reflektieren“. Damit umfasst das Prozessmodell die drei bereits beschriebenen Aspekte der Leistungstransparenz und stellt eine praktische Handreichung für LehrerInnen dar, die die Unterrichtsprozesse transparenter gestalten wollen (vgl. Maitzen 2016).

Dass transparente Leistungserwartungen den Lernerfolg von SchülerInnen erhöhen können, ist empirisch bereits belegt (vgl. Meyer 2004). So hat Helmut Fend (1998) herausgefunden, dass hohe fachliche und überfachliche Leistungserwartungen, die tatsächlich erbrachten Leistungen, das Bemühen von LehrerInnen und ein gutes Schulklima positiv miteinander korrelieren. Das von der Lehrperson kommunizierte Lerntempo, sowohl sprachlich als auch nonverbal, hat einen großen Einfluss auf die subjektiv empfundenen Leistungsansprüche durch SchülerInnen (vgl. Gruehn 2000).

Diese Studienergebnisse bestätigen den positiven Einfluss der einzelnen Komponenten leistungstransparenten Unterrichts, jedoch wurden die Studien an Regelschulen durchgeführt, der Unterricht an Förderschulen an welchen nicht zielgleich unterrichtet wird, verläuft meist anders. Deshalb ist es interessant, diese Zielgruppe zu untersuchen. Diese Forschungsarbeit soll sich vor allem mit der Frage beschäftigen, ob es Unterschiede in der Wahrnehmung der Leistungstransparenz zwischen LehrerInnen und SchülerInnen gibt. Dazu gibt es in der Fachliteratur ebenfalls noch keine empirischen Befunde.

3. Fragestellung und Methode

Im folgenden Kapitel soll die für die Untersuchung relevante Fragestellung entwickelt und ihre schulpädagogische Relevanz erläutert werden. Anschließend sollen die theoretischen Grundlagen operationalisiert werden, um sie für die Erhebung nutzbar zu machen. Das Erhebungsinstrument sowie die Erhebung sollen in Kapitel 3.4 erläutert werden.

3.1 Entwicklung der Fragestellung

Die im vorangegangenen Kapitel beschriebenen Theorieaspekte weisen auf die Bedeutung der transparenten Leistungserwartung für einen gelingenden Unterricht hin. Der Unterricht einer Lehrperson, welche sich dieser Aspekte bewusst ist und diese in den Unterricht implementiert, müsste demnach leistungstransparent sein. SchülerInnen, die an einem solchen Unterricht teilnehmen, sollten demnach wissen, warum sie etwas lernen, auf welche Weise sie es lernen sollen und anschließend eine Rückmeldung darüber enthalten. Jedoch kann es durchaus sein, dass eine Lehrperson ihren Unterricht zwar für Leistungstransparenz hält, sich die SchülerInnen jedoch im Gegenteil unsicher über die erwartete Leistung sind. Diese Forschungsarbeit soll sich deshalb mit der Frage auseinandersetzen, als wie transparent der Unterricht von LehrerInnen und SchülerInnen empfunden wird und ob es Diskrepanzen in den Aussagen der beiden Parteien gibt. Deshalb müssen zwei Aspekte betrachtet werden:

1. Gestaltet die Lehrperson ihren Unterricht ihrer Meinung nach nach den Normen der Unterrichtstransparenz?
2. Empfinden die SchülerInnen den Unterricht als transparent?

Dafür soll der Unterricht anhand der drei zuvor genannten Kriterien (1) Begründung des Lernangebotes, (2) Klarheit des Arbeitsauftrages und (3) die Rückmeldung über erbrachte Leistungen durch zwei Fragebögen für die Lehrpersonen und die SchülerInnen evaluiert werden. Anschließend können die Aussagen gegenübergestellt werden, um die Ergebnisse zu vergleichen.

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Details

Seiten
25
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783346011503
ISBN (Buch)
9783346011510
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v496156
Institution / Hochschule
Technische Universität Dortmund
Note
1,3
Schlagworte
subjektives empfinden leistungstransparenz unterricht

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Titel: Subjektives Empfinden der Leistungstransparenz im Unterricht