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Migrationsspezifische Bildungsungleichheit am Ausbildungsmarkt in Deutschland

Hausarbeit 2019 14 Seiten

Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theorie
2.1 Der Erklärungsansatz für migrationsspezifische Bildungsungleichheit nach Boudon
2.2 Theoretische Diskriminierungsansätze auf dem Arbeitsmarkt
2.2.1 Statistische Diskriminierung
2.2.2 Präferenzbasierte Diskriminierung

3 Einflussfaktoren auf den Übergang von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in eine Berufsausbildung
3.1 Primäre Herkunftseffekte
3.2 Sekundäre Herkunftseffekte
3.3 Diskriminierung im Auswahlprozess

4 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Während einer beruflichen Ausbildung werden die Weichen für das zukünftige Leben von jungen Menschen gestellt. Diese bedeutende Phase hat Einfluss darauf, wie viel sie später verdienen wer­den und wo sie sich in der Gesellschaft platzieren. Junge Menschen mit Migrationshintergrund, wel­che heutzutage auch im Rahmen der Flüchtlingsdebatte ein wichtiges Thema der deutschen Gesell­schaft darstellen, sollten die gleichen Zugangschancen zu beruflicher Bildung haben wie deutsche Personen (Beicht & Walden 2018: 2). Personen mit Migrationshintergrund sind Personen, welche im Ausland geboren sind, über eine ausländische Staatsangehörigkeit verfügen oder eine ausländi­sche Sprache als Muttersprache erlernt haben (Bundesinstitut für Berufsbildung 2018: 231). Gerade in einer Zeit in der Deutschland durch eine wachsende Bevölkerung, eine alternde Gesellschaft so­wie eine gestiegene Zahl von Studienanfängern einem drohenden Fachkräftemangel gegenüber­steht (Bundesinstitut für Berufsbildung 2018: 150), wird dieses gesellschaftliche Thema der Integra­tion immer präsenter. Demnach erscheint es paradox, dass laut der BIBB-Umfrage aus dem Jahr 2016 lediglich 29% der bei der Bundesagentur registrierten Bewerberinnen und Bewerber mit Mig­rationshintergrund einen Ausbildungsplatz in einer dualen Berufsausbildung erhalten konnten. Dies gelang im Vergleich dazu 47% der Bewerber ohne Migrationshintergrund (Bundesinstitut für Berufs­bildung 2018: 326). Diese Ungleichheit betrifft vor allem Personen mit türkischem oder arabischen Migrationshintergrund. Für diese Gruppen lag die Einmündungsquote im Jahr 2016 bei 21%, für Personen aus Südeuropa bei 24% und für Mitglieder der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS- Staaten) bei 28%. Welche Ursachen sind für die migrationsspezifische Bildungsungleichheit beim Übergang in eine Berufsausbildung verantwortlich?

Zur Beantwortung der Forschungsfrage werden in Kapitel zwei der Arbeit zunächst drei Theorien vorgestellt, welche migrationsspezifische Ungleichheit auf verschiedene Weise erklären. Zuerst wird die Theorie von Raymond Boudon erläutert, welcher sich auf primäre und sekundäre Herkunftsef­fekte beruft. Daraufhin werden zwei Diskriminierungsansätze dargestellt, welche die Ursache für Ungleichbehandlung von Personen mit anderer Ethnie und Herkunft bei den Unternehmen suchen, jedoch jeweils einen anderen Ansatz verfolgen. Im dritten Kapitel wird der aktuelle Forschungsstand aufgezeigt, welcher konkrete Ursachen für die migrationsspezifische Bildungsungleichheit beim Übergang in eine Berufsausbildung aufdecken soll. Zunächst werden die primären und sekundären Herkunftseffekte dargelegt, welche den Zugang zu einer beruflichen Ausbildung beeinflussen. Da­raufhin werden Studien vorgestellt, welche die Diskriminierung am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt untersucht haben. Die Ergebnisse sollen den vorgestellten Diskriminierungstheorien zugeordnet und diskutiert werden. Ein Fazit fasst in Kapitel vier abschließend alle wichtigen Ergebnisse zusammen. Darüber hinaus werden Handlungsmöglichkeiten vorgestellt, welche den Übergang von Personen mit Migrationshintergrund in eine Berufsausbildung erleichtern könnten. Im Rahmen dieser Arbeit soll keine bestimmte Migrantengruppe untersucht werden, da Unternehmen Bewerbungen von Per­sonen mit unterschiedlichem Migrationshintergrund erhalten.

2 Theorie

Im Folgenden soll einerseits auf den theoretischen Ansatz von Raymond Boudon eingegangen wer­den. Diskriminierung ist jedoch ein weiterer Mechanismus, welcher zu migrationsspezifischer Bil­dungsungleichheit beim Übergang in eine Berufsausbildung führt. Diese wird jedoch bei Boudon nicht berücksichtigt und daher wird der theoretische Rahmen anschließend ergänzt.

2.1 Der Erklärungsansatz für migrationsspezifische Bildungsungleichheit nach Boudon

Der französische Soziologe Raymond Boudon hat einen Ansatz entwickelt, um migrationsspezifi­sche Bildungsungleichheiten zu erklären. Diese Ungleichheiten des Bildungserwerbs manifestieren sich vor allem häufig bei Personen mit Migrationshintergrund dauerhaft im Lebensverlauf. Im Erklä­rungsansatz von Boudon (1974) lassen sich hierfür zwei Mechanismen aufweisen: Die primären und sekundären Herkunftseffekte. Primäre Herkunftseffekte sind im Allgemeinen zunächst soziale Un­gleichheiten, welche abseits des Bildungssystems und vor Beginn der schulischen Bildungsphase innerhalb der Familie entstehen (Hillmert 2014: 77). Boudon sieht bei Schülern aus höheren sozialen Schichten einen Vorteil bezüglich der Eingliederung in die Gesellschaft, welcher sich positiv auf den Erwerb von schulischen Kompetenzen und Zertifikaten auswirkt. Diese sind für den Schuleintritt und spätere Bildungsübergänge erforderlich (Waterman 2014: 236). Familien aus unterschiedlichen so­zialen Schichten unterscheiden sich ebenfalls hinsichtlich der Sprachkultur sowie der Vermittlung von Lernmotivation. Auch das finanzielle Kapital, welches beispielsweise für den Erwerb von Lern­materialien notwendig ist, sowie das kulturelle Kapital der Familien, beispielsweise der Besuch eines Museums, schlägt sich in den schulischen Kompetenzen der Schüler nieder. Insgesamt wirken sich demnach geringere finanzielle, zeitliche und kulturelle Ressourcen des Elternhauses negativ auf die Schulleistung der Kinder aus (Waterman & Maaz 2010: 313).

Sekundäre Herkunftseffekte treten während der Bildungsphase im Bildungssystem auf. Sie be­schreiben die Unterschiede beim Übergang auf die nächste Bildungsstufe und betreffen demnach die Bildungsentscheidung (Hillmert 2014: 77). Es lassen sich Unterschiede in den Entscheidungs­parametern der Eltern aufzeigen. Diese können die Kosten und den Nutzen des ausgewählten Bil­dungsweges sowie die Erfolgserwartung betreffen (Waterman & Maaz 2010: 313). Ein unterschied­licher Informationsstand der Eltern über das Bildungssystem kann die Bildungsentscheidung eben­falls in unterschiedlicher Weise beeinflussen (Hillmert 2014: 77). Bildungsentscheidungen variieren somit entsprechend der sozioökonomischen Herkunft, nicht zuletzt auch deswegen, weil Eltern ver­suchen den sozioökonomischen Status generationenübergreifend zu bewahren (Waterman & Maaz 2010: 313). Sekundäre Herkunftseffekte können sich innerhalb des Bildungssystems zum Beispiel konkreter darauf auswirken, ob der Weg einer Hochschulbildung eingeschlagen wird oder jener einer beruflichen Ausbildung. Jugendliche Personen aus Akademikerhaushalten schlagen häufiger ein Hochschulstudium ein, damit sie den hohen sozioökonomischen Status ihrer Eltern erhalten können. Jugendliche aus statusniedrigeren Haushalten wählen dagegen häufiger den Weg einer beruflichen Ausbildung, da ihnen dies als Bildungsziel genügt und sie auf diese Weise den sozioökonomischen Status ihrer Eltern beibehalten. Weiterhin wählen diese Personen den Weg einer beruflichen Aus­bildung, da sie von den Kosten eines Studiums abgeschreckt sind. Hierbei lässt sich zwischen di­rekten und indirekten Kosten unterscheiden. Direkte Kosten sind zum Beispiel die Studiengebühren oder andere Kosten des Studiums. Unter indirekten Kosten sind Oppertunitätskosten zu verstehen, also zum Beispiel das entgangene Gehalt, welches die Person bereits während der Berufsausbil­dung erhalten hätte (Waterman 2014: 236). Diese Entscheidungen an Schnittstellen des Bildungs­systems sind sehr relevant für die Entwicklung migrationsspezifischer Ungleichheiten im Hinblick auf den Bildungserwerb (Maaz & Nagy 2010: 156).

2.2 Theoretische Diskriminierungsansätze auf dem Arbeitsmarkt

Neben den unterschiedlichen Ausstattungsmerkmalen wie Bildungsabschlüssen, bestimmten Res­sourcen oder Kompetenzen, werden Ausbildungschancen durch das Rekrutierungsverhalten der Betriebe beeinflusst. Daher ist es sinnvoll ebenfalls Theorien zu betrachten, welche die Arbeitgeber­seite berücksichtigen (Seibert 2011: 199).

2.2.1 Statistische Diskriminierung

Auf der Arbeitgeberseite hat sich die Signaltheorie von Spence (1974) bewährt. Diese besagt, dass Arbeitgeber Bewerber aufgrund von bestimmten Merkmalen in eine Warteschlange einordnen. Dadurch wollen sie unvollständigen Informationen hinsichtlich der Produktivität, der Trainierbarkeit oder Zuverlässigkeit der Jugendlichen mit Migrationshintergrund bestmöglich vorbeugen. Diese Kompetenzen und Charaktereigenschaften sind zentral für Unternehmen und werden für den erfolg­reichen Abschluss einer Berufsausbildung vorausgesetzt. Betriebe schließen jedoch aufgrund von unvollständigen Informationen bei den Auswahlverfahren von den Verhaltenswahrscheinlichkeiten verschiedener Gruppen auf das Verhalten einzelner Bewerber. Dieser Aspekt ist unter dem Begriff der statistischen Diskriminierung bekannt. So wird beispielsweise ein geringerer Schulabschluss, welcher bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund öfter vorkommt, als bei einheimischen Jugend­lichen, mit geringerer Leistungsfähigkeit, Leistungsmotivation, Belastbarkeit oder Zuverlässigkeit as­soziiert (Becker 2011: 26). Der Schulabschluss ist ein Signal, welches die mögliche Produktivität der Bewerber vorhersagt. Auch Indizes, unveränderliche Personenmerkmale wie zum Beispiel das Ge­schlecht, die Ethnie oder die Hautfarbe, geben dem Arbeitgeber so Aufschluss über die mögliche Produktivität von Bewerbern (Seibert 2011: 199). Weiterhin werden Jugendliche mit Migrationshin­tergrund als Fehlinvestition angesehen, da die Unternehmen mit ihnen einen organisatorischen Mehraufwand aufgrund von mehrheitlichen Sprachproblemen haben. Zudem sind Arbeitgeber nicht sicher, ob die Lehrlinge oder Arbeitskräfte lange im Betrieb verweilen und dann würde der Verwer­tungsgrad jener Lehrlinge oder Arbeitskräfte sinken (Beck & Becker 2010: 324). All diese Faktoren wirken sich für ausländische Lehrstellenbewerber nachteilig auf die Chance des Erhalts eines Aus­bildungsplatzes aus (Becker 2011: 26).

2.2.2 Präferenzbasierte Diskriminierung

Der amerikanische Ökonom Gary Becker hat eine Diskriminierungstheorie aufgestellt, welche die Präferenzen und Abneigungen von Unternehmen, Arbeitnehmern und Konsumenten gegenüber Mit­gliedern bestimmter sozialer Gruppen, wie beispielsweise Personen mit Migrationshintergrund, in den Mittelpunkt stellt. Diese persönlichen Präferenzen und Vorurteile werden von Becker als tastes for discrimination bezeichnet. Diese können sowohl direkt vom Unternehmen als auch von der Kun­denseite ausgehen, welche Vorbehalte gegenüber Mitgliedern anderer sozialer Gruppen hat und nicht will, dass ihre Produkte von ihnen hergestellt werden. Eine dritte Möglichkeit ist, dass die Vor­urteile von den Arbeitnehmern und dem Stammpersonal ausgehen (Becker 1971: 153). Individuen, welche gleich gut qualifiziert sind, werden gemäß der Theorie aufgrund von Merkmalen, welche für die Produktivität unerheblich sind, auf dem Arbeitsmarkt unterschiedlich behandelt. Diese aus­schlaggebenden Merkmale können die Rasse, die Religion, das Geschlecht, die Hautfarbe, die so­ziale Schicht oder die Persönlichkeit sein (Becker 1971: 153). Nach Becker wollen die Arbeitgeber den sozialen und physischen Kontakt mit den einzelnen Gruppenmitgliedern vermeiden, um auch mögliche Kunden nicht zu verlieren. Die Unternehmen sind tendenziell sogar dazu bereit ökonomi­sche Einbußen, wie beispielsweise geringeren Profit oder Produktivität, zu akzeptieren, wenn sie den Kontakt zu den Mitgliedern der anderen sozialen Gruppen vermeiden können (Becker 1971: 39).

3 Einflussfaktoren auf den Übergang von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in eine Be­rufsausbildung

Im Folgenden soll die Forschungsfrage, welche Ursachen für die migrationsspezifische Bildungsun­gleichheit beim Übergang in eine Berufsausbildung verantwortlich sind, anhand von konkreten Be­funden beantwortet werden. Zunächst sollen die relevanten primären und sekundären Herkunftsef­fekte auf der Bewerberseite betrachtet werden. Daraufhin wird die Arbeitgeberseite hinsichtlich der Auswahlkriterien sowie dem diskriminierenden Verhalten der Unternehmen beleuchtet.

3.1 Primäre Herkunftseffekte

Wie sich zeigen wird, ist die Bewerbungsphase von Personen mit Migrationshintergrund mit vielen Hürden verbunden. Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund unterscheiden sich bereits in den Such- und Bewerbungsprozessen (Beicht 2017: 28). Zunächst ist es auffällig, dass Bewerber mit Migrationshintergrund tendenziell weniger soziale Netzwerke wie beispielsweise Freunde oder Bekannte nutzen, um eine Ausbildungsstelle zu finden oder an einem Bewerbungsgespräch teilzu­nehmen. Es ist denkbar, dass ihre Kapazitäten dieser Netzwerke im Immigrationsland begrenzt sind oder auch gar nicht vorhanden. Dieser Aspekt wirkt sich nachteilig auf die Chance auf einen Ausbil­dungsberuf aus (Beicht und Granato 2010: 9). Diese geringen Netzwerkressourcen, welche den Jugendlichen während des Bewerbungsprozesses fehlen, können als primärer Herkunftseffekt ka­tegorisiert werden (Beicht & Walden 2018: 3).

Für den Übergang in eine berufliche Ausbildung spielen außerdem die Noten auf dem Schulab­gangszeugnis eine wichtige Rolle. Je besser die Noten und die Schulabschlüsse sind, desto höher sind die Chancen einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Ein mittlerer sowie ein hoher Schulab­schluss haben positive Einflüsse auf den Übergang in eine Berufsausbildung im Gegensatz zu ei­nem Hauptschulabschluss (Beicht 2017: 29 - 30). Jugendliche mit Migrationshintergrund weisen je­doch insgesamt niedrigere Schulabschlüsse und schlechtere Noten auf. Vor allem Jugendliche mit türkischem und arabischem Migrationshintergrund schnitten im Jahr 2016 hinsichtlich der Schulab­schlüsse am schlechtesten ab (Beicht 2017: 32). Weiterhin sind die Deutschnoten auf dem Schul­abgangszeugnis bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund häufig schlechter als bei Jugendlichen ohne Migrationshintergrund (Beicht 2017: 28). Erstaunlicherweise hat die Mathematiknote mehr Ein­fluss auf die Chance auf einen Ausbildungsplatz als die Deutschnote. Jedoch sind Jugendliche mit Migrationshintergrund auch hier im Nachteil, denn schon eine ausreichende oder schlechte Mathe­matiknote lässt die Chance auf einen Ausbildungsplatz sinken und die Jugendlichen verbleiben häu­fig ohne Ausbildungsberuf außerhalb des Bildungssystems (Beicht 2017: 30). Dies lässt sich unter anderem auf die geringen finanziellen und kulturellen Ressourcen des Elternhauses zurückführen, welche nach Boudon als primärer Herkunftseffekt zu verzeichnen sind. Beispielsweise können Per­sonen mit Migrationshintergrund ihren Kindern seltener Nachhilfestunden finanzieren (Gresch et al. 2009: 235).

Die Sprachkompetenz spielt neben den finanziellen Ressourcen eine signifikante Rolle. Jugendliche mit Migrationshintergrund der ersten Generation, welche seit ihrem sechsten Lebensjahr in Deutsch­land wohnen, haben schlechtere Chancen auf einen Ausbildungsplatz und verbleiben vermehrt ohne Ausbildungsberuf. Diese Jugendlichen verfügen über zu geringe Deutschkenntnisse und sind häufig Quereinsteiger in das deutsche Schulsystem. Dies erschwert ihnen die Chance auf gute Noten (Hunkler 2016: 620). An dieser Stelle ist weiterhin interessant, dass Bewerber, welche über zwanzig Jahre alt sind, schlechtere Chancen haben eine Ausbildungsstellte zu erhalten (Beicht 2017: 30). Dies sind möglicherweise Quereinsteiger, welche länger brauchen, um die Schule zu beenden und dann aufgrund ihres Alters schlechtere Chancen auf einen Ausbildungsplatz haben. Im Gegensatz zu der ersten Generation ist bei Jugendlichen der zweiten Generation, in Deutschland geborene Ausländer, eine deutliche Verbesserung zu verzeichnen. Die besten Chancen in eine Berufsausbil­dung überzugehen haben jedoch Jugendliche der dritten Generation, deren Eltern in Deutschland geboren wurden, da diese innerhalb der Familie, neben der Herkunftssprache, mehr deutsch spre­chen (Beicht & Walden 2018: 5). Dadurch erlangen sie bessere Noten und höhere Schulabschlüsse, teilweise sogar häufiger einen mittleren Schulabschluss im Vergleich zu Jugendlichen ohne Migrati­onshintergrund. Der Übergang in eine berufliche Ausbildung wird demnach durch einen aufsteigen­den Generationenstatus positiv beeinflusst (Beicht & Walden 2018: 18). Sprachdefizite und gerin­gere Sprachkompetenzen können ebenfalls als ein primärer Herkunftseffekt nach Boudon eingeord­net werden (Beicht & Walden 2018: 3).

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Details

Seiten
14
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783346010353
ISBN (Buch)
9783346010360
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v496292
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen – Soziologie
Note
2,0
Schlagworte
Bildungsungleichheit Migration Primäre und Sekundäre Herkunftseffekte Boudon Statistische und Präferenzbasierte Diskriminierung Ausbildungsmarkt Deutschland

Autor

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Titel: Migrationsspezifische Bildungsungleichheit am Ausbildungsmarkt in Deutschland