Lade Inhalt...

Bevölkerungsentwicklung in der Schweiz zur Zeit der Industriellen Revolution

von Olivia Schütt (Autor) Janine Meyer (Autor) Oriana Somarriba (Autor) Tobias Nussbaum (Autor)

Studienarbeit 2005 21 Seiten

Medien / Kommunikation - Forschung und Studien

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Entwicklung der Bevölkerung der Schweiz während der Industrialisierung

1. Abstract

2. Einleitung

3. Die Industrialisierung in Europa

4. Fazit

5. Prognose mit Stella

6. Schlusswort und Ausblick

7. Literaturverzeichnis

8. Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

9. Anhang

Entwicklung der Bevölkerung der Schweiz während der Industrialisierung

Autoren/Klasse/Jahr

Tobias Nussbaum

Oriana Somarriba

Olivia Schütt

Janine Meyer

JO05 / 2006

1. Abstract

In dieser Arbeit betrachten wir die Entwicklung und die räumliche Verteilung der Bevölkerung in der Schweiz im Zeitalter der industriellen Revolution. Die Analyse dient der Darstellung von räumlichen und zeitlichen Mustern und dem Nachweis, dass die räumlichen Muster von den zeitlichen bedingt werden.

Wir erläutern die Grundzüge der industriellen Revolution und deren Auswirkungen auf die Bevölkerung. Dabei gehen wir nicht ausschliesslich auf die Gesamtbevölkerung ein, sondern betrachten auch einige Teilgruppen.

2. Einleitung

Denkt man an „Muster“, so denkt man zuerst meist an Räumliches: An Teppichmuster beispielsweise oder an Mosaike, Ornamente, Fliesen. Gleiche oder ähnliche Figuren – Muster – wiederholen sich in einem Raum; möglicherweise in verschiedene Richtungen, sich überlagernd, begrenzt oder „endlos“.

Aber da gibt es nicht nur diese Art von Mustern. Man spricht auch von Mustern, wenn sich etwas bewegt, verändert; die Rente zum Beispiel oder das Pflanzenwachstum. Jene nennt man „dynamische“ oder „zeitliche Muster“. Durch diese Art von Mustern entstehen dann räumliche Muster, wie das Aussehen der Pflanze oder deren Blätter.

Wir leben in Mustern und unser Leben wird in Mustern dargestellt. Ob und wie wir diese Muter wahrnehmen, hängt jedoch ganz von den äusseren Umständen ab, aber auch von uns selber und unserer eigenen Wahrnehmung der Realität. Wo beispielsweise Christoph Blocher Schlösser und Schlachten sieht, sieht Charlie Brown nur Pferdchen und Entchen. In diesem Zusammenhang ist es interessant zu erwähnen, dass „wahrnehmen“ ursprünglich „währen lassen“, „beständig machen, behalten“ (Vgl. Etymologischer Duden) bedeutete. Dennoch verändert sich das „Gewohnheitstier“ Mensch laufend. Und mit ihm verändern sich seine Umwelt und deren Muster.

In unserer Arbeit versuchen wir nun am Beispiel der Schweiz zu zeigen, wie räumliche Muster von zeitlichen bedingt werden. Die Motivation, ausgerechnet die Schweiz zur Zeit der Industrialisierung zu wählen, liegt darin, dass wir erstens in der Schweiz leben und uns mit dem Land identifizieren können, und zweitens darin, dass die Industrialisierung allgemein eine interessante Zeit im Hinblick auf die Veränderung der Bevölkerungszahl darstellt. Wir gingen davon aus, dass ein exponentielles Wachstum bei der Bevölkerungsentwicklung stattgefunden haben muss, wie dies beispielsweise in England der Fall gewesen ist. Im Laufe unserer Recherchen haben wir allerdings festgestellt, dass der Anstieg der Wachstumsrate in der Schweiz nicht so markant war und es keine Bevölkerungsexplosionen gab.

3. Die Industrialisierung in Europa

„Auf einem Hügel erheben sich dreissig oder vierzig Fabriken. Mit ihren sechs Stockwerken ragen sie hoch in die Luft. Ihr unabsehbarer Bereich kündet weithin von der Zentralisation der Industrie.“ (Alexis de Tocqueville während seiner Reise nach England, um 1835).

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts begann in England die industrielle Revolution. Ihr Motor war sowohl in England, wie auch in der Schweiz, die Textilindustrie, deren Mechanisierung zum Aufbau der Maschinenindustrie und auch der chemischen Industrie führte. Letztere hat aufgrund der Herstellung von Farbstoffen von der Industrialisierung profitiert.

Mit dieser Revolution setzte nun nicht nur ein Strukturwandel in der Wirtschaft ein, es begann auch eine Umwälzung in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens. Durch die Aufhebung der Heiratsschranken, mehr verfügbare Nahrungsmittel und massgebliche Verbesserungen in der Medizin und der Hygiene, wuchs die Bevölkerung rasant.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Eine Arbeiterfamilie um 1900 „wahllos zusammengepfropft“

"Alexis de Tocqueville soll während seiner Reise durch England weiter gesagt haben: „Um sie [die Fabriken] herum sind gleichsam willkürlich die ärmlichen Behausungen der Arbeiter verteilt. […] je zwölf bis fünfzehn menschliche Wesen wahllos zusammengepfropft.“ De Tocqueville ist damit – wohl ungeahnt – Zeuge einer der grossen Umwälzungen dieser Welt geworden. Doch auch wenn die Industrialisierung Effizienzsteigerungen, Wirtschaftswachstum und somit auch volle Kassen – wenigstens für die Besitzer der Manufakturen – bedeutete, so stellte sich bald die so genannte soziale Frage: „Wie soll man die durch die industrielle Revolution entstandenen neuen Probleme lösen?“ Denn für die Masse der Bevölkerung bedeutete sie erst einmal unmenschliche Arbeits- und Wohnbedingungen, Existenznot und Armut.

4. Die Schweizer Bevölkerung um 1900

Ein exponentielles Wachstum wie beispielsweise in Grossbritannien war während der Industrialisierung in der Schweiz nicht zu verzeichnen. Dennoch wuchs die Einwohnerzahl kontinuierlich, wie folgende Tabelle und Diagramme zeigen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1: Bevölkerung der Schweiz x 1000

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: In den Jahren 1896 – 1910 waren Wachstumsraten von bis zu 1.44%, bzw. über 47'000 Menschen, zu verzeichnen. Das Durchschnittswachstum liegt bei 0.73% pro Jahr. Insgesamt wuchs die Bevölkerung von 2'515'396 auf 3'883'360 Personen an.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Vergleich des gesamten Bevölkerungswachstums; die auffallend rasche Abnahme der Zuwachsrate von Männern und Frauen gegen den Schluss der Zeitachse betrifft insbesondere das Jahr 1918: Aufgrund der Grippeepidemie nahm die männliche Bevölkerung um rund 12'000 Personen ab

Betrachtet man die Zeit von 1860 bis 1920, gab einen Zuwachs von 1'368’000 Menschen. Also ist die Bevölkerung in 60 Jahren um 35 % angewachsen, von 2'515’400 auf 3'883’400.

Im Vergleich zu einem heutigen jährlichen Wachstum von durchschnittlich 0.49% (vgl. CIA factbook) gab es früher zwar starke Veränderungen, jedoch unbedeutend, wenn man bedenkt, dass zwischen 1816 und 1910 die Bevölkerung in Deutschland um 161 % zunahm.

Besonders interessant scheint der Frauenanteil, der sich um 1900 deutlich erhöht hat (siehe folgende Grafik). Dies mag daran liegen, dass die Frauen mehr Rechte bekamen und so eigenständig Entscheidungen treffen konnten. Zum Beispiel jene, ob frau nun zum Arzt gehen soll oder nicht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Um 1900 stieg das Wachstum des Frauenanteils sprunghaft an.

Eine Krankheit, die mit dem sozialen Elend einherging, ist der Alkoholmissbrauch. Dieser forderte besonders unter den Männern viele Todesopfer.

Da über die Zeit von 1860 bis 1920 keine spezifischen Daten zum Alkoholkonsum vorhanden sind, lag es nahe, eine aktuelle Statistik aus dem Jahr 2001 zu Rate zu ziehen. Gemäss Gutjahr und Gmel, 2001, zeigen sich die Folgen des Alkoholkonsums wie folgt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 2: Akute und chronische Folgen des Alkoholkonsums

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: Grafisch dargestellt fällt auf, dass vorwiegend Männer im „besten Alter“ dem Alkohol zum Opfer fallen

Sowohl Männer als auch Frauen sterben mit zunehmendem Alter an den Folgen des Alkoholmissbrauchs. Besonders betroffen sind Männer im Alter von 45-54. Gemäss einem Mitarbeiter der Suchtberatungsstelle Wil liegt dies meist daran, dass sie bereits über mehrere Jahre stark abhängig sind und ihr Körper darum geschwächt ist.

Es gab also verschiedene dynamische Prozesse bei der Bevölkerungsentwicklung.

Der Alkoholkonsum, der die meisten Opfer forderte, wurde durch den steigenden Frauenanteil ausgeglichen.

Vielleicht liegt in diesem Ausgleich die Begründung dafür, dass es keine markante Bevölkerungsentwicklung gab. Darüber kann jedoch nur spekuliert werden.

Im Zusammenhang mit der zunehmenden Bevölkerung der Schweiz wollen wir uns nun auf die daraus resultierenden räumlichen Muster, also die räumliche Verteilung der Bevölkerung, konzentrieren.

[...]

Details

Seiten
21
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638460392
Dateigröße
1.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v49650
Institution / Hochschule
Zürcher Hochschule Winterthur
Note
Bestnote
Schlagworte
Bevölkerungsentwicklung Schweiz Zeit Industriellen Revolution Kontexte

Autoren

  • Olivia Schütt (Autor)

    1 Titel veröffentlicht

  • Janine Meyer (Autor)

  • Oriana Somarriba (Autor)

  • Tobias Nussbaum (Autor)

Teilen

Zurück

Titel: Bevölkerungsentwicklung in der Schweiz zur Zeit der Industriellen Revolution