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Wassernutzung in Israel - Der Jordan

Hausarbeit (Hauptseminar) 2005 20 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Regionalgeographie

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Warum Wasser?

3. Israel als Naturraum
3.1 Klimatische Situation
3.2 Der Wasserverbrauch in Israel

4. Hydrologie des Jordan
4.1 Ursprung und Einzugsgebiet
4.2 Die Wasserqualität des Jordan im Oberlauf
4.3 Andere Wasserreservoirs in Israel

5. Projekte zur Wassernutzung in Israel
5.1 NWC
5.2 Regional Sharing
5.3 Entsalzung von Meer- und Brackwasser
5.4 Abwassernutzung

6. Die Wasserproblematik in Israel in der Zukunft

7. Literatur

1. Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit hat die Wassernutzung in Israel zum Thema. Hierbei wird der Fluss Jordan in das zentrale Blickfeld gerückt und seine Auswirkungen auf die Wasserwirtschaft Israels analysiert.

Die Betrachtungsweise des Jordans begrenzt sich auf jedoch auf dessen Oberlauf sowie den See Genezareth, da von hier aus der größte Einfluss auf die Bewässerungs- und Versorgungswirtschaft Israels ausgeht.

Nach der Klärung der grundlegendsten aller Fragen, nämlich warum Wasser überhaupt wichtig ist, folgt eine kurze Darstellung der klimatischen Gegebenheiten Israels. Anschließend wird kurz der Wasserverbrauch Israels und dessen Verteilung auf Sektoren und Haushalte beschrieben.

Im Folgenden beschäftige ich mich mit dem Jordan selbst, dessen Einzugsgebiet und Zuflüssen sowie seiner Wasserqualität. Zusätzlich beschreibe ich einige andere Wasserquellen Israels und deren Bezug zur israelischen Wasserversorgungswirtschaft.

Eine Auswahl an Möglichkeiten zur sinnvollen Nutzung der Ressource Wasser schließt sich an, besonders werden hier der National Water Carrier, das Regional Water Sharing sowie die Entsalzung als Möglichkeit zur Frischwassergewinnung behandelt.

Abschließend gebe ich einen kurzen Ausblick auf die Wasserproblematik, mit der Israel sich in der Zukunft wird auseinander setzen müssen.

2. Warum Wasser?

Wasser stellt für uns Menschen nicht nur ein unverzichtbares Nahrungsmittel dar, sondern es ist auch ein Faktor gesellschaftlicher Strukturen und Institutionen.

Die Unverzichtbarkeit des Wassers erschließt sich erst, wenn es nicht mehr im Überschuss vorhanden ist, sondern limitierend in Erscheinung tritt, sei es, das es quantitativ weniger wird oder auch die Qualität merklich abnimmt. Diese Erscheinung ist global nachweisbar, jedoch gilt der Nahe Osten als Kulminationspunkt der Problematik, da hier

- eine ausreichende Trinkwasserversorgung nicht überall gesichert ist,
- Wasser zum limitierenden Faktor für wirtschaftliche Aktivitäten wird,
- Grundwasserleiter irreversibel geschädigt werden,
- und Wasser eine zentrale Rolle in zwischenstaatlichen Konflikten spielt[1].

Die Ressource Wasser scheint auf der Erde im Überfluss vorhanden zu sein, ist doch unser Planet zu fast ¾ von Wasser bedeckt. Bei näherer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass 97% des Wassers der Erde das Salzwasser der Ozeane ist, welches als Trinkwasser ohne vorherige Aufbereitung nicht geeignet ist. Von den restlichen drei Prozent sind etwa 77% in fester Form in den Polkappen gebunden, ungefähr 22% finden sich als Grundwasser oder Feuchtigkeit im Boden und nur 1% aller Wasserressourcen durchläuft als erneuerbarer, vom Menschen nutzbarer Anteil den Wasserkreislauf.

Somit ist die Ressource Wasser knapp und ein verantwortungsvolles Umgehen mit ihr zwingend erforderlich. Wenn dies nicht erfolgt oder die Verteilung des Wassers durch Konflikte untereinander Länder übergreifend nicht möglich ist, führt dies zu Engpässen, die durch die Wasserwirtschaft und deren Projekte abgebaut werden müssen. Einige solcher Projekte werden im Folgenden beschrieben.

3. Israel als Kulturraum

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.1 Klimatische Situation

Abb. 1: Klimadiagramm der Stadt Tel Aviv

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Klimadiagramm der Stadt Eliat

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Israels Position zwischen dem Ostende des Mittelmeeres einerseits und dem Beginn des großen Wüstengürtels andererseits bestimmt stark die klimatischen Eigenschaften des Landes. Das Klima kann als Übergangsklima zwischen dem mediterranen und dem Wüstenklima beschrieben werden[2].

Im Wesentlichen gibt es zwei sehr ausgeprägte Jahreszeiten mit etwa viereinhalbmonatiger Dauer, nämlich den Sommer und den Winter. Die Übergangszeit zwischen diesen beiden Jahreszeiten beträgt jeweils etwa sechs Wochen.

Folgt man der Klimaklassifikation W. Köppens, so herrschen in Israel verschiedene Klimate. Während das eher zentral gelegene Tel Aviv ein Csa-Klima aufweist (Abb.1), wird Eilat im Süden der Wüste Negev als ein BWh-Klimat klassifiziert (Abb. 2).

Eine Csa-Klima meint die warmgemäßigte Klimazone mit einem warmen, sommertrockenen Klima und heißen Sommern (Monatsdurchschnitt über 22°C).

Das BWh-Klimat kennzeichnet die Klimazone des Trockenklimas, der Klimatyp ist das Wüstenklima, der Untertyp wird als „heiß“ bestimmt (Jahresdurchschnittstemperatur über 18°C).

Der Sommer zeichnet demnach sich durch eine hohe Stabilität der Großwetterlage über Israel aus, im Allgemeinen strahlt die gesamte Jahreszeit über die Sonne aus einem wolkenlosen Himmel.

Auch die Tages- und Monatsdurchschnittstemperaturen unterliegen nur sehr geringen Schwankungen (siehe auch Abb. 1 und Abb. 2[3]). Allerdings kann es erhebliche regionale Unterschiede bedingt durch die unterschiedlichen Höhenlagen der Messorte geben. So kommt es zum Beispiel im Vergleich der Städte Jerusalem (785 über NN) und Deganya (200 unter NN) im Monat August im Mittel zu einem Temperaturunterschied von über 6°C (siehe Abb. 3[4]).

Niederschläge sind im Sommer nicht zu verzeichnen, was natürlich erhebliche Auswirkungen auf die israelische Wasserwirtschaft mit sich bringt.

Der Winter hingegen besitzt kein so einheitliches Erscheinungsbild. Hier entfaltet das Mittelmeer mit seinen selbst in großen Tiefen hohen Temperaturen von etwa 13°C seine Wirkung auf das israelische Klima. Kühlt die aufliegende Luft auf unter 13°C ab steigt warmes Wasser aus den Tiefen auf und sorgt für einen Temperaturausgleich. Somit herrschen an der Küste selbst im tiefsten Winter relativ hohe Temperaturen, in den Hochlagen kann es jedoch zeitgleich zu Frost und Schneefall kommen. Bedingt durch unregelmäßige Zyklonenbildungen über dem östlichen Mittelmeer kann es im Winter sowohl stürmische Regentage mit viel Niederschlag als auch sonnige Tage mit hohen Temperaturen geben.

Auch in Bezug auf die Temperatur zeigt sich der Winter als sehr uneinheitlich. Die Monatsdurchschnittstemperatur ist hier nur als eine rein mathematische Zahl anzusehen, die der Wirklichkeit nicht auch nur annähernd gerecht werden kann. Abweichungen von 10°C über oder unter dem Monatsmittel sind normal. Allerdings verhindern warme Winde von der Küste her die Frostbildung in den küstennahen Gebieten, was ein entscheidender Gunstfaktor für die Landwirtschaft ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Temperaturen in Israel (ausgewählte Standorte)

Eine Besonderheit stellt die Situation im äußersten Süden, in der Wüste Negev, dar. Hier kann es selbst im Winter durch die äußerst südliche Exposition noch zu Temperaturen um die 40°C kommen[5].

Niederschläge fallen, wie oben erwähnt, nur in den Wintermonaten. Die Regenzeit erstreckt sich von Ende Oktober bis Anfang Mai. 70% der Regenfälle sind auf die Monate Dezember bis Februar konzentriert. Jedoch ist die Verteilung und Menge der Niederschläge oftmals so variabel, dass kaum eine Grenze für Landwirtschaft nach Süden gezogen werden kann. Kann es im äußersten Norden zu

[...]


[1] Dombrowsky, Ines: Wasserprobleme im Jordanbecken – Perspektiven einer gerechten und nachhaltigen Nutzung internationaler Ressourcen. Wirtschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. Berlin 1995. S. 19

[2] Karmon, Yehuda: Israel – Eine geographische Länderkunde von Yehuda Karmon. Wissenschaftliche Länderkunden Band 22. Wissenschaftliche Buchgesellschaft. Darmstadt 1994.

[3] www.klimadiagramme.de

[4] siehe 2 S. 26

[5] siehe 2 S. 27

Details

Seiten
20
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638460842
ISBN (Buch)
9783640353231
Dateigröße
817 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v49702
Institution / Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel – Geographisches Institut
Note
1,7
Schlagworte
Wassernutzung Israel Jordan Strömen Ostasiens Orients

Autor

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