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Slow Food und die wachsende Bedeutung der Herkunft von Lebensmitteln

Der Slow Food-Trend als Ausprägung der Wirtschaftsgeographie

Hausarbeit 2019 21 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie

Leseprobe

Inhalt

Abstract

1. Einleitung

2. Wirtschaftsgeographischer Hintergrund
2.1 Die erste Transition
2.2 Die zweite Transition

3. Konsumgeographie
3.1 Konsum und Gesellschaft
3.1.2 Moralischer Konsum
3.2 Geographischer Bezug des Konsums

4. Slow Food
4.1 Entstehung der Slow Food-Bewegung
4.2 Grundwerte der Slow Food-Bewegung
4.3 Aktuelle Beispiele und Entwicklungen
4.3.1 Fast Food versus Slow Food
4.4 Der geographische Bezug von Nahrungsmitteln
4.5 Slow Food in der Marktwirtschaft
4.6 Wirtschaftsethischer Hintergrund des moralischen Konsums
4.7 Die Herkunft der Lebensmittel im Marketing

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Abstract

Diese Seminararbeit zum Thema „Slow Food – die wachsende Bedeutung zur Herkunft von Lebensmitteln“ behandelt die Slow Food-Bewegung aus Ausprägung der Wirtschaftsgeographie. Mit der Wirtschaftsgeographie habe ich mich im Rahmen einer Lehrveranstaltung bereits näher beschäftigt. Nach intensiver Recherche und Auseinandersetzung mit dem Thema sowie der Abhaltung einer teils interaktiven Präsentation in der Seminargruppe, habe ich großes Interesse für den Teilbereich der Konsumgeographie entwickelt. Besonders spannend war für mich das Thema Slow Food, da auch mein Studien-Zweitfach Ernährung und Haushalt in dieser Thematik Anwendung findet und ich auch mein privates Konsumverhalten als zumindest teilweise dem Slow Food-Trend folgend einstufe.

Diese Seminararbeit beleuchtet das Phänomen Slow Food aus der wirtschaftsgeographischen Perspektive, wobei auch andere spannende Aspekte wie der wirtschaftsethische Hintergrund sowie konkrete Anwendungsbeispiele angesprochen werden.

Die Arbeit wurde als reine Literaturarbeit verfasst, da ein empirischer Teil den von der Hochschule erwarteten Umfang der Seminararbeit übersteigen würde.

1. Einleitung

Die Slow Food Bewegung ist ein die Nahrungsmittelindustrie und den Lebensmittelkonsum betreffendes Phänomen, das sich in den letzten Jahrzehnten ausgehend von Italien in den westlichen Ländern verbreitet hat. Als überzeugte Gegenbewegung zur Globalisierung vertritt die Slow Food Bewegung die drei Grundwerte Good, Clean und Fair, und ihre Anhänger legen einen großen Wert auf Achtsamkeit, Genuss, Regionalität und Nachhaltigkeit, wenn es um ihre Auswahl von Nahrungsmitteln geht. Die Wichtigkeit der Regionalität implementiert in diesem Fall eine besondere Bedeutung der geographischen Herkunft von Lebensmitteln.

Da die Slow Food Bewegung eine moderne Ausprägung der Konsumgeographie und somit der Wirtschaftsgeographie ist, ist eine historische Analyse der Wissenschaftlich von Raum und Wirtschaft von Vorteil, um den Slow Food Trend besser verstehen zu können. Während einst nur der Raum und seine Geofaktoren beachtet wurden, gewann später auch die Wirtschaft an Bedeutung, die natürlicherweise in wechselseitiger Verbindung mit dem Raum, in dem sie stattfindet. Später erkannte man die Untrennbarkeit von wirtschaftlichen und sozialen Faktoren, weswegen inzwischen auch die menschlichen Handlungen mit dem Raum und der Wirtschaft in Verbindung gesetzt werden – was sich am Beispiel Slow Food sehr gut beobachten lässt. Der geographische Ort der Produktion, des Erwerbs und des anschließenden Konsums wird nicht willkürlich gewählt, sondern unterliegt wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Faktoren, die von den Produzenten und Konsumenten mehr oder weniger bewusst beachtet werden.

Eine ausführliche Betrachtung des Slow Food-Trends, unter Berücksichtigung der historischen Entwicklung der Wirtschaftsgeographie, ermöglicht es zu verstehen, warum Slow Food in der heutigen Zeit funktionieren kann und viele Anhänger finden kann und warum dies vor einigen Jahrzehnten vermutlich nicht so gewesen wäre.

2. Wirtschaftsgeographischer Hintergrund

Da die Grundsätze der Slow Food Bewegung einen konsumgeographischen Hintergrund aufweisen und die Konsumgeographie ein wichtiger Teilbereich der Wirtschaftsgeographie ist, ist eine Beschäftigung mit der Wirtschaftsgeographie im Allgemeinen von zentraler Bedeutung, um den Slow Food Trend verstehen und sinnvoll analysieren zu können.

Die Wirtschaftsgeographie lässt sich in mehrere Teilbereiche untergliedern. Grundsätzlich beschäftigt sie sich mit der räumlichen Ordnung und Organisation der Wirtschaft. Jedes wirtschaftliche Handeln findet in einem räumlichen Kontext statt – sowohl die Produktions- als auch die Konsumationsseite des wirtschaftlichen Handelns haben einen Raumbezug. Zu erwähnen gilt auch, dass die Wirtschaft und der Raum in einem wechselseitigen Verhältnis zueinanderstehen – was bedeutet, dass sie sich gegenseitig beeinflussen und somit einander formen. Die Wirtschaft prägt den Raum, doch der Raum prägt auch die Wirtschaft. Dies lässt sich auf alle Wirtschaftssektoren und alle wirtschaftlichen Prozesse übertragen. Diese Zusammenhänge werden von der Wirtschaftsgeographie thematisiert und in ihren Ursachen und Auswirkungen im Allgemeinen oder auf konkrete Beispiele bezogen analysiert.

Das Ziel der theoriegeleiteten Wirtschaftsgeographie ist das Erkennen von Gesetzmäßigkeiten innerhalb von Wirtschaftsräumen. Die dazu untersuchten Objekte sind die räumlichen Strukturen sowie deren Beziehungen zueinander innerhalb des Wirtschaftsraums. Dadurch werden die räumlichen Verbreitungs- und Verknüpfungsmuster als Ergebnis ökonomischer Aktivitäten des Menschen verdeutlicht (Haas, o.J.).

Aufgrund dieser Definition der Wirtschaftsgeographie lässt sich eine klare Legitimation der Slow Food Bewegung als Ausdruck der Wirtschaftsgeographie erkennen. Sowohl die Produktion als auch die Konsumation von Nahrungsmitteln unterliegt einem geographischen Bezug. Der vorliegende Raum, mit seinen gegebenen Voraussetzungen, beeinflusst die dort produzierten und konsumierten Nahrungsmittel und diese können wiederum den jeweiligen Raum beeinflussen. Der Raum prägt die Wirtschaft in diesem expliziten Beispiel insofern, dass besonders die naturräumlichen Gegebenheiten die landwirtschaftliche Nahrungsproduktion einer Region beeinflussen. Umgekehrt sorgt eine höhere Nachfrage an regionalen Produkten auch für eine höhere Produktion von diesen, woran der Raum mit entsprechenden Produktionsplätzen angepasst wird.

2.1 Die erste Transition

Ursprünglich wurde die Geographie in allen ihren Teilbereichen als Länderkunde gehandhabt, die auf der reinen Beschreibung der naturräumlichen Gegebenheiten basierte und keine weitere Reflexion sowie keine Implementierung von sich in diesen Räumen zutragenden Prozessen ermöglichte. Die erste Transition stellte jedoch einen Paradigmenwechsel in der Geographie dar, der sich auch auf die Wirtschaftsgeographie auswirkte, beziehungsweise den Forschungsgegenstand „Wirtschaftsraum“ erst legitimierte. Vor der ersten Transition wurde die jetzige Wirtschaftsgeographie als Geofaktorenlehre bezeichnet und befasste sich mit Wirtschaftslandschaft und Wirtschaftsinformation getrennt, bevor diese Bereiche im Sinne des Wirtschaftsraumes als Forschungsgegenstand vereint wurden. Die wirtschaftlichen Aspekte wurden in der sogenannten Raumwirtschaftslehre behandelt, in der Geographie und Wirtschaft vereint wurden (Bathelt & Glückler, 2002).

Zusammengefasst beschreibt die erste Transition einen Übergang von der reinen Länderkunde zum Paradigma der Raumwissenschaft, indem die reine Geographie um wirtschaftliche Aspekte erweitert wurde. Diese erste Transition war der erste von zwei Schritten der Verwandlung der ursprünglichen Geographie in die multidisziplinäre und multiparadigmatische Geographie mit ihren Teilbereichen wie der Wirtschaftsgeographie, wie wir sie heute kennen.

2.2 Die zweite Transition

Nachdem die erste Transition bereits einen Wandel in der Geographie gebracht hat und die reine Länderkunde um die Raumwissenschaft erweitert hat, entwickelte sich die Wissenschaft wiederum weiter, und die sozialen Aspekte bekamen immer mehr Rücksicht, was auch besonders die Wirtschaftsgeographie betrifft. Seit den 1990er Jahren prägt eine zentrale Debatte die Entwicklung der Wirtschaftsgeographie. Die neue Bezeichnung „geographical economics“ verdeutlicht, dass keine klare Trennung von ökonomischen und sozialen Aspekten und dem Raum vorgenommen werden kann. Diese Erkenntnis führte zu einem weiteren Perspektivenwechsel, der als zweite Transition bezeichnet wird. Die zweite Transition beschreibt das Übergehen von einem inzwischen wieder als veraltet angesehenen Paradigma in ein neues. Die zentralen Veränderungen im neuen Paradigma sind die stärkere Betonung der Handlungen und der Menschen innerhalb der Geographie. Während die erste Transition die reine Geographie mit der Wirtschaft ergänzt hat, führte die zweite Transition auch noch soziale Aspekte ein. Die Geographie wird seitdem als handlungszentriert und akteursbezogen bezeichnet, da klar wurde, dass keine Trennung von räumlichen, wirtschaftlichen und sozialen Aspekten vorgenommen werden kann. Bei diversen Forschungsfragen und Betrachtungen des Raumes steht der Mensch im Mittelpunkt und die menschlichen Handlungen im Raum sowie deren Auswirkungen werden beleuchtet. So kann auch die Wirtschaft seither unter einer neuen Perspektive betrachtet werden: sie ist nicht nur von der Länderkunde, sondern auch von den sozialen und gesellschaftlichen Dimensionen abhängig. Aus der Raumwirtschaftslehre wird dadurch die relationale Wirtschaftsgeographie, die sich letztendlich mit der Erforschung des wirtschaftlichen Raumes unter Einbeziehung des menschlichen Handelns befasst (Bathelt & Glückler, 2002).

3. Konsumgeographie

Die Konsumgeographie stellt einen relativ neuen Teilbereich der Humangeographie dar, der eine Emergenz aus den Aspekten Raum, Wirtschaft und Mensch darstellt, da diese beim Konsum alle in einer wechselseitigen Beziehung stehen. Somit lässt sich die Konsumgeographie der relationalen Wirtschaftsgeographie zuordnen, die nach der zweiten Transition entstanden ist.

3.1 Konsum und Gesellschaft

Dem Wort „Konsum“ können unterschiedliche Bedeutungen und Definitionen zuteilwerden. Die folgenden Synonyme und Bedeutungen erklären Konsum auf unterschiedlichen Ebenen (Ermann, 2013, S. 201):

- Konsum als technisch verstandene Versorgung
- Konsum als Mittel zur Bedürfnisbefriedigung
- Konsum als simpler Akt des Kaufens, Verbrauchens oder des Wertverzehrs
- Konsum als makroökonomische Nachfrage
- Konsum als grundlegende paradigmatische Ausrichtung einer kapitalistisch-marktwirtschaftlichen Konsumgesellschaft
- Konsum als Basis der Konsumkultur, in der immer mehr Lebensbereiche neu ausgerichtet werden, sodass sie kommerziell, käuflich und konsumierbar werden
- Konsum als politischer Akt der Meinungsäußerung

Welche Bedeutung den Konsum am passendsten beschreibt, ist vermutlich sehr situationsbedingt und vom jeweiligen Kontext abhängig – jede Definition hat jedoch ihre Berechtigung – auch in der sozialwissenschaftlichen sowie sozialgeographischen Betrachtung.

Das anhand dieser Ausarbeitung zu beleuchtende Phänomen „Slow Food“ vereint Aspekte der Bedürfnisbefriedigung, der makroökonomischen Nachfrage und die politische Meinungsäußerung mittels Konsum besonders stark. Da jedoch im Sinne der Slow Food-Bewegung viele Nahrungsmittel selber produziert werden, anstatt sie käuflich zu erwerben, wird der klassische Konsum als Akt des Kaufens gewissermaßen zurückgestellt. Außerdem erkennt sich die Slow Food-Bewegung als determinierte Gegenbewegung zur Globalisierung und zum Konsum von Produkten, die der Industrialisierung entsprungen sind.

Die Konsumentin oder der Konsument ist als die Personifizierung der Nachfrageseite auf dem ökonomischen Markt zu betrachten, was ihm eine große Macht und Verantwortung zuschreibt. Jede Konsumentscheidung ist somit nicht nur eine Entscheidung, die sich auf das persönliche Leben auswirkt, sondern setzt auch ein politisches Zeichen und beeinflusst die wirtschaftliche Situation. Auch beim Thema Slow Food ist dies nicht zu missachten – je mehr Menschen ihr Interesse an der Slow Food Bewegung entdecken und ihre Konsumentscheidungen dahingehend gestalten, das heißt mehr regionale Erzeugnisse zu konsumieren, desto stärker werden sich auch die Produzenten mit diesem Gedankengut auseinandersetzen. Es lässt sich somit sagen, dass im Moment gleichzeitig neben dem Trend der Globalisierung auch ein Trend zur bewussten Deglobalisierung in der Wirtschaft erkennen lässt. Die weiteren Veränderungen und Verläufe sind von den Konsumentinnen und Konsumenten selbst abhängig.

3.1.2 Moralischer Konsum

Es stellt sich nun die Frage, wie es möglich ist, dass sich diese beiden Prozesse zur selben Zeit parallel ereignen. Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Beschäftigung mit dem moralischen Konsum, der aufgrund von Aspekten der Nachhaltigkeit in den letzten Jahren stärker in Diskussion geraten ist. Moralischer Konsum hat laut Cook (1998, zitiert nach Ermann, 2013, S.200) eine biographische und eine geographische Komponente. Die beiden Hauptfragen, die sich ein moralischer Konsument demnach beim Erwerb und Gebrauch einer Ware stellen sollte, sind „Wo“ diejenige Ware herkommt sowie „wie“ sie „von wem“ und „unter welchen Bedingungen“ produziert wurde. Neben der Textilindustrie, die in den vergangenen Jahren aufgrund von menschenrechtlich und gesundheitlich bedenklichen Produktionsbedingungen angekreidet wurde, begannen auch die Diskussionen über die Herstellung von Nahrungsmitteln stärker diskutiert zu werden. In Bezug auf die in den Supermärkten angebotenen Waren werden die Fragen wo, wie, von wem und unter welchen Bedingungen sie produziert wurden, von immer mehr Menschen gestellt.

- Wo werden die Nahrungsmittel produziert? Diese Frage klärt den geographischen Aspekt des moralischen Konsums, der neben den philosophischen Werten sehr bedeutsam ist. Hierbei stellt sich die Frage der Herkunft der Produkte, wobei besonders die Regionalität und Saisonalität der Ware von den Konsumentinnen und Konsumenten geschätzt wird. Einerseits hat es sich in den vergangenen, stark von der Globalisierung geprägten Jahrzehnten zu einem bereichernden Privileg entwickelt, dass auch in Österreich das ganze Jahr über Erdbeeren erworben werden können. Andererseits führte diese Entwicklung auch dazu, dass sich viele Konsumentinnen und Konsumenten Gedanken über die langen Transportwege sowie den sich negativ auf den Geschmack auswirkenden geringeren Reifegrad der Früchte machen und sie die Erdbeeren daher lieber nur in der Zeit kaufen, in der sie in der Heimat Saison haben und regional angeboten werden können. Dies gilt nicht nur für Erdbeeren, denn so es sich bei vielen anderen Obst- und Gemüsesorten. Das permanente Überangebot führte gewissermaßen zu einem Umdenken zu der Frage, ob diese ursprünglich positive Bereicherung überhaupt eine Notwendigkeit darstellt, wenn die negativen Aspekte ebenfalls Berücksichtigung finden.
- Wie werden die Nahrungsmittel produziert? Hinter dieser Frage verbergen sich unter anderem Aspekte wie der Einsatz von Düngemitteln und Chemikalien sowie die ethischen, hygienischen und gesundheitlichen Umstände in der (Massen-)Tierhaltung.
- Von wem werden die Nahrungsmittel produziert? Hierbei werden nicht nur die Arbeitsbedingungen der Angestellten beleuchtet, sondern auch dahinterstehende Konzerne und deren Interessen werden teilweise kritisch betrachtet.
- Unter welchen Bedingungen werden die Nahrungsmittel produziert? Die Konsumentin oder der Konsument zeigen hierbei Interesse daran, wie die Produktion sich auf die Arbeitskräfte, die bei bestimmten Produkten beteiligten Tiere oder die Umwelt auswirkt. Auch andere Aspekte der Nachhaltigkeit wie entstehende Chemikalien oder die Frage nach der Müllentsorgung können hinterfragt werden.

3.2 Geographischer Bezug des Konsums

Im raumwirtschaftlich orientierten Paradigma der Wirtschaftsgeographie (welches das Ergebnis der zweiten Transition darstellt) wird der Konsum meist als Nachfrage angesehen, die Auskunft darüber gibt, in welchen Regionen (an welchen Konsumorten) welche Produkte in welcher Menge von den Konsumentinnen und Konsumenten gefordert werden. Dies hilft Handelsunternehmen bei ihrer betrieblichen Standortwahl und kann auch zu einer Verlagerung der Konsumgüterproduktion führen (Ermann, 2013, S. 202).

Unter der Betrachtung der relationalen Wirtschaftsgeographie (die durch die zweite Transition entstanden ist) gewinnt die arbeitsteilige Produktions- und Wertschöpfungskette an Bedeutung, die an unterschiedlichen geographischen Orten stattfinden können und durch soziale Interaktion und Kommunikation miteinander laufend in Kontakt stehen. Der Ort des Konsumierenden spielt eine untergeordnete Rolle, denn laut diesem Paradigma „funktionieren“ die Konsumentinnen und Konsumenten nach einem gewissen Schema, das sich auch regelmäßig wiederholt und was dazu führt, dass bereits durchlebte Nachfragezyklen und schon gegebene Konsummuster zur Erklärung vorangehender Prozesse herangezogen werden (Ermann, 2013, S. 202).

Unter Berücksichtigung der Einzelhandelsgeographie wird besonders die Wahl der Standorte für Verkaufsstätten aus Sicht des Einzelhandels sowie die Wahl der aufzusuchenden Einkaufsstätten aus Sicht des Konsumierenden thematisiert. Die Einzelhandelsgeographie befasst sich mit der Konsumentin oder mit dem Konsumenten als Figur und versucht herauszufinden, wie sich ihre präferierte Wahl der Einkaufsstätten und Einkaufsorte auf deren Konsumverhalten auswirkt. Dies gibt für die unternehmerische Seite wiederum Ausschluss darüber, wo es Sinn macht, neue Standorte zu suchen und wie diese zu bewerten sind. Als Instrumente für die Standortforschung in der Einzelhandelsgeographie dienen verschiedene Mittel der Marktforschung (Ermann, 2013, S. 204).

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Details

Seiten
21
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783346017031
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v497306
Institution / Hochschule
Pädagogische Hochschule Oberösterreich
Note
1,00
Schlagworte
Wirtschaftsgeographie Ernährung Geographie Sozialwissenschaft Sozialgeographie Wirtschaftswissenschaften Slowfood Konsumgeographie Konsum

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Titel: Slow Food und die wachsende Bedeutung der Herkunft von Lebensmitteln