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Der Umgang mit dementen Menschen

Seminararbeit 2017 6 Seiten

Gesundheit - Pflegewissenschaft - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Fallbeschreibung

2 Reflexion über den Umgang von Menschen mit Demenz

3 Schlussfolgerungen

4 Literaturverzeichnis

1 Fallbeschreibung

Frau T. ist seit einigen Jahren aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters und ihrer diagnostizierten Demenz in einem Seniorenheim ansässig. Früher war Frau T. verheiratet, bis ihr Gatte an einem Kehlkopfkarzinom starb. Laut der Information ihrer Angehörigen hat sie am Tod ihres Gatten gelitten und konnte sich nicht damit arrangieren, alleine weiter zu leben. Sie wurde introvertierter und ließ sich ab dem tragischen Zeitpunkt äußerst selten in der Öffentlichkeit blicken. Diese Situation blieb jahrelang bestehen. Als die Tochter von Frau T. eines Tages darauf aufmerksam wurde, dass ihre Mutter mit dem Führen des Haushaltes heillos überfordert war und sie anfängliche Zeichen von Demenz aufwies, beschloss sie, um einen Platz in einem Seniorenheim anzusuchen. Frau T. war zu diesem Zeitpunkt 86 Jahre alt und erhielt vier Monate später eine Zusage. Im Seniorenheim schritt ihre vom Arzt diagnostizierte Demenz im Laufe der Jahre soweit voran, dass sie teilweise ihre Enkelkinder und ihren Schwiegersohn bei deren abgestatteten Besuchen nicht mehr erkannte. Ihre Tochter erkennt sie jedoch bei jedem Besuch. Mit Letzterer spricht sie auch gerne über die Vergangenheit und über den verstorbenen Gatten.

Frau T. ist heute 94 Jahre alt und hat einige Diagnosen vorzuweisen, wie zwei Oberschenkelhalsbrüche, Morbus Parkinson, Sarkopenie, Harninkontinenz, Presbyopie, konstant rezidivierender Harnwegsinfekt und die bereits erwähnte Demenz im dritten Stadium. Aufgrund ihres zweiten Oberschenkelhalsbruches innerhalb einer kurzen Zeit, hat Frau T. starke Schmerzen und erhält deshalb Medikamente, die ihre Schmerzen lindern sollen. Die Schmerzen können aber nicht immer mit hundertprozentiger Wirkung beseitigt werden. Außerdem erhält Frau T. Schlafmedikamente, da sie durch ihre Schmerzen nicht ausreichend schlafen kann und eine optimale Schlaflage nicht gegeben ist. Die Pflegeperson, die Nachtdienst hat, muss in regelmäßigen Abständen einen Lagerungswechsel durchführen, um der Gefahr des Dekubitus frühzeitig auszuweichen. Bei pflegerischen Tätigkeiten wie Körperpflege, Mobilisation oder Intimtoilette äußert Frau T. oft starke Schmerzen, die trotz der Schmerzmedikation vorhanden sind. In Folge dessen lehnt Frau T. je nach Tagesverfassung bestimmte, alltägliche Dinge wie Körperpflege oder Mobilisation ab. Außerdem müssen die Pflegepersonen Frau T. Tag für Tag erklären, dass sie zwei Oberschenkelhalsfrakturen innerhalb kurzer Zeit erlitten hat, um ihr das Vorgehen und die Situation im Allgemeinen verständlich zu machen.

2 Reflexion über den Umgang von Menschen mit Demenz

„Die Kommunikation mit dementen Menschen, der tägliche Umgang und die daraus resultierenden Situationen sind für die Menschen in der sozialen Umgebung eine große Herausforderung“ (Döbele & Schmidt, 2014, S. 26). Der Autor stimmt der vorhergehenden Aussage zu und ergänzt, dass nicht nur die soziale Umgebung dem Umgang dieser Herausforderung unterliegt, sondern alle Menschen, die sowohl aus privaten Gründen als auch aus beruflichen Gründen mit dementen Menschen in Kontakt treten, davon betroffen sind. Diese Herausforderung versuchen Pflegepersonen im Seniorenheim zu umgehen, indem sie beispielsweise Frau T. motivieren und alle möglichen Schritte einleiten, um ihre Lebensqualität so gut wie möglich zu erhalten. Beispielsweise werden täglich Gehübungen mithilfe einer Pflegeperson durchgeführt. Im Zuge dieser Übung wird Frau T. mit Lob und Anerkennung motiviert.

„Immer wieder spürt man, dass man mit seiner Geduld an Grenzen stößt, dass man Mühe hat, den Betroffenen zu verstehen, oder dass dieser Wünsche äußert, die man nicht erfüllen kann oder möchte“ (Döbele & Schmidt, 2014, S. 26). Fast jeden Morgen fragt Frau T. nach ihrem Mann und wann dieser von der Arbeit zurückkehren würde. In solchen Situationen ist dem Autor nahgelegt worden, keinesfalls die Welt der dementen Person zu zerstören, indem zum Beispiel salopp gesagt wird, dass der Gatte bereits vor 30 Jahren gestorben sei. Gleichzeitig sollen aber auch nicht Versprechungen gemacht werden, die ohnehin nicht eingehalten werden können, indem die Pflegeperson beispielsweise sagt, dass sie mit dem Mann gerade telefoniert hätte und dass dieser bald kommen würde. Dies würde die Person vollkommen aus der Bahn werfen und diese auch den ganzen Tag beschäftigen. Weiters ist es von Bedeutung, geduldig zuzuhören und der Person nicht das Gefühl zu geben, dass ihr ohnehin nicht zugehört wird oder, dass es nicht von Interesse ist, was sie von sich gibt. Im Seniorenheim wurde in solchen Situationen versucht, Bewohnerin T. abzulenken, indem das Thema unauffällig gewechselt wurde. Ein großes Anliegen der Pflegekräfte war auch, dass demente PatientInnen und somit auch Frau T. nicht wie ein Kind behandelt werden und mit ihnen auf keinen Fall in einer kindlichen Tonlage gesprochen wird, da es sich zwar um demente Personen handelt, die teilweise in frühkindliche Bindungsmuster zurückfallen, diese jedoch alle ältere, erwachsene Menschen sind.

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Details

Seiten
6
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783346012241
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v497370
Institution / Hochschule
UMIT Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik
Note
1,0
Schlagworte
umgang menschen

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Titel: Der Umgang mit dementen Menschen