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Stressassoziierte Harninkontinenz. Einfluss des Beckenbodentrainings auf die Lebensqualität von Frauen

Seminararbeit 2019 38 Seiten

Gesundheit - Pflegewissenschaft - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemdarstellung
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit

2 Methodik
2.1 Forschungsfrage
2.2 Literaturrecherche
2.2.1 Identifizierung relevanter Literatur
2.2.2 Selektion relevanter Literatur und kritische Bewertung

3 Ergebnisse
3.1 Tabellarische Darstellung der drei Studien
3.2 Deskription der Studie
3.3 Synthese der Studien zu zwei Kernthemen
3.3.1 Harnverlust nach dem Beckenbodentraining
3.3.2 Lebensqualität nach dem Interventionsprogramm
3.4 Zusammenfassung der Ergebnisse

4 Diskussion mit Limitationen
4.1 Limitationen der inkludierten Studien
4.2 Limitationen der Seminararbeit

5 Schlussfolgerungen
5.1 Relevanz für die Pflegepraxis
5.2 Relevanz für die Pflegeforschung

6 Literaturverzeichnis

7 Anhang

1 Einleitung

„Eine Harninkontinenz liegt vor, wenn Urin unkontrolliert und unwillkürlich abgeht. Dabei fehlt oder mangelt es dem Körper an der Fähigkeit, den Blaseninhalt zu speichern, und Betroffene können selbst nicht mehr steuern, wann Urin abgegeben wird“ (Pflege, 2019). Laut den Daten der sechsten internationalen Konferenz über Inkontinenz (ICI) reicht das Problem der Harninkontinenz in der gesamten Bevölkerung von vier bis acht Prozent. Die Zahl der von dieser Erkrankung betroffenen Menschen hat in der gesamten Weltbevölkerung in den letzten Jahren stetig zugenommen. Im Jahr 2008 litten 346 Millionen Menschen an einer Harninkontinenz. Fünf Jahre später waren 383 Millionen davon betroffen. Gleichzeitig liegt eine Schätzung vor, dass im Jahr 2018 die Zahl der Menschen mit Harninkontinenz weltweit bei ungefähr 420 Millionen lag, davon 300 Millionen Frauen und 120 Millionen Männer (Radziminska et al., 2018).

1.1 Problemdarstellung

Die meisten Frauen, die an einer stressassoziierten Harninkontinenz leiden, klagen sowohl über körperliche als auch über soziale Einschränkungen. Folglich führt dies zu einem negativen Einfluss auf deren Lebensqualität. So kann beispielsweise das Schlafverhalten der Betroffenen beeinträchtigt sein. Anfangs besteht die Möglichkeit, dass sich diese Defizite kaum bemerkbar machen. Sie schleichen sich langsam ein und beeinträchtigen so nach und nach das Leben der Menschen mit Harninkontinenz. Um solchen Einschränkungen vorzubeugen, ist die Identifizierung und Charakterisierung von Faktoren, die zur Entwicklung von präventiven, diagnostischen und therapeutischen Strategien zur Verbesserung der Lebensqualität führen, erforderlich. Daher ist das Heranziehen von diversen Interventionsprogrammen notwendig. Durch Programme, wie beispielsweise das Beckenbodentraining, könnten hinderliche Umstände beseitigt oder besänftigt werden (Lopes et al., 2018).

1.2 Ziel der Arbeit

Das Ziel der Seminararbeit ist es, die Auswirkung des Beckenbodentrainings auf die Lebensqualität von Frauen mit stressassoziierter Harninkontinenz aufzuzeigen.

1.3 Aufbau der Arbeit

Die Seminararbeit ist in sieben Kapitel gegliedert, wobei die letzten zwei das Literaturverzeichnis und den Anhang beinhalten. Die nachstehenden Kapitelüberschriften haben jeweilige Unterbegriffe, die ebenfalls in dieser Arbeit behandelt werden. Generell erfolgt der Aufbau der Arbeit nach den Kriterien von Sturma, Ritschl, Dennhardt und Stamm (2016, S. 214). Im ersten Kapitel werden das Thema und die dazugehörigen Fakten dargestellt und definiert. Die Beschreibung des Forschungsproblems, das Ziel der Arbeit und der Aufbau der Arbeit runden den ersten Überbegriff ab. Im zweiten Abschnitt wird die Methodik thematisiert. Hier soll die Forschungsfrage aufgezeigt und die Vorgehensweise bei der Literaturrecherche beschrieben werden. Zudem wird die Selektion relevanter Literatur und deren kritische Bewertung veranschaulicht. Hierbei werden die Schritte von Sturma et al. (2016, S. 212ff) berücksichtigt und als Anhaltspunkt verwendet. Das dritte Kapitel behandelt die Ergebnisse der herangezogenen Studien. In diesem Abschnitt wird die Literatur analysiert, zusammengefasst und die Ergebnisse tabellarisch aufgezeigt. Anschließend wird die Deskription der Studien anhand des EME-Formats (Einleitung, Methodik, Ergebnisse) durchgeführt. Danach wird mit den Synthesen zu zwei Kernthemen fortgefahren und die Ergebnisse wie auch bei Sturma et al. (2016, S. 212ff) zusammengefasst. Die Ergebnisse werden im weiterführenden Kapitel Diskussion interpretiert und Limitationen benannt. In Kapitel fünf Schlussfolgerungen wird auf die Relevanz für die Pflegepraxis sowie für die Pflegeforschung eingegangen. Abgeschlossen wird die Seminararbeit mit dem Literaturverzeichnis und dem Anhang, welcher ein Suchprotokoll und drei kritische Würdigungen nach Panfil (2013, S. 209ff) beinhaltet.

2 Methodik

In diesem Abschnitt wird die Forschungsfrage behandelt und die Literaturrecherche nach Sturma et al. (2016, S. 212ff) veranschaulicht.

2.1 Forschungsfrage

Folgende Forschungsfrage wurde in dieser Seminararbeit beantwortet:

Wie beeinflusst das Beckenbodentraining die Lebensqualität von Frauen mit stressassoziierter Harninkontinenz?

Die Fragestellung wurde mithilfe des PEO-Schemas (Population – Interventions or Exposure - Outcome) formuliert.

2.2 Literaturrecherche

Für die Suche wissenschaftlicher Literatur wurden die pflegewissenschaftlich relevanten Datenbanken MEDLINE via PubMed, CINAHL Complete via EBSCOhost und Cochrane Library hinzugezogen. Damit die Fragestellung und die Literatur korrespondierten, wurde mit MeSh-terms gearbeitet. Die Recherche erfolgte nach Sturma et al. (2016, S. 212ff).

2.2.1 Identifizierung relevanter Literatur

Um bei der Literatursuche relevante Treffer erzielen zu können, schränkte der Autor die Recherche mit bestimmten Kriterien ein. In der Cochrane Library wurde der Filter „stress urinary incontinence“ gewählt, um andere Krankheiten, die für diese Seminararbeit irrelevant wären, auszuschließen. In MEDLINE wurde die Recherche auf „Free full text“ und auf ein Publikationsdatum, das nicht älter als 5 Jahre ist, begrenzt. Zudem wurde die Suche mit dem Filter „Clinical Study“ eingeschränkt. Die Suchbegriffe in der „Advanced“-Suche waren „quality of life AND pelvic floor training OR pelvic floor rehabilitation AND urinary incontinence AND women“, wodurch beim ersten Versuch 33 Treffer erzielt wurden. Ein weiterer Versuch mit anderen Komponenten ergab 19 Studien, in der Datenbank CINAHL Complete fanden sich hingegen 34. Mit diesem Verfahren wurden somit die Treffer auf fünf für die Forschungsfrage relevante Studien beschränkt.

2.2.2 Selektion relevanter Literatur und kritische Bewertung

Für die Selektion relevanter Literatur galten die Filter, die bereits bei der Identifizierung gesetzt wurden. Zudem wurden die Titel und die Abstracts der identifizierten Publikationen eingesehen und der Großteil davon nicht verwertet, da diese den vom Autor gesetzten Filtern nicht entsprachen. So wurden mehrere Studien ausgeschlossen, weil sie zum Beispiel spanischsprachig waren oder von männlichen Patienten handelten. Übrig blieben fünf Studien, von denen der Volltext durchgelesen wurde. Davon wurde eine ausgeschlossen, da deren Thematik nicht mit den anderen Studien übereinstimmte. Diese beschäftigte sich nicht spezifisch mit dem Beckenbodentraining bei Frauen mit Harninkontinenz, sondern spezialisierte sich auf andere mögliche Interventionen. Eine weitere Studie wurde ausgeschlossen, die Harninkontinenz allgemein beschrieb, jedoch nicht näher auf Behandlungsmethoden einging. Somit blieben drei Studien übrig, die jeweils einer kritischen Würdigung nach Panfil (2013, S. 209ff) unterzogen wurden. Der Autor hat diese Studien für geeignet befunden, da es in diesen um Interventionen bei stressassoziierter Harninkontinenz geht, im speziellen um das Beckenbodentraining. Zudem sind die Ergebnisse dieser Studien gut miteinander vergleichbar. Auf der nächsten Seite wird die Literaturrecherche in einem Flussdiagramm grafisch dargestellt.

Abbildung 1: Flussdiagramm (adaptiert nach Moher, Liberati, Tetzlaff, Altman, The PRISMA Group, 2009)

3 Ergebnisse

In diesem Kapitel erfolgt die Deskription der Studien und die Beantwortung der Forschungsfrage. Im Anschluss werden die Ergebnisse resümiert.

3.1 Tabellarische Darstellung von Studien

In nachfolgender Tabelle 1 sind die relevanten Daten der eingeschlossenen Studien ersichtlich und zusammengefasst.

Tabelle 1: Deskription der Studie (eigene Darstellung, 2019)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.2 Deskription der Studie

Im folgenden Abschnitt werden die Studien von Balmforth et al. (2006), Borello-France et al. (2006) und Fitz et al. (2012) nach dem EME-Format zusammengefasst.

Balmforth et al. (2006)

Balmforth et al. (2006) beschreiben in ihrer Studie die Relation zwischen dem Beckenbodentraining und der Blasenmobilität sowie der Lebensqualität von Frauen mit stressassoziierter Harninkontinenz. Diese Beziehung wird unter Einfluss verschiedener Assessmentinstrumente dargestellt. Im Speziellen wird auf das PFMT (pelvic floor muscle training), welches von Physiotherapeuten durchgeführt wurde, eingegangen und die Frage gestellt, wie sich diese Intervention auf die Lebensumstände der betroffenen Frauen auswirkt. Außerdem wurde das KHQ zur Bestimmung etlicher Variablen wie beispielsweise dem Schlafverhalten oder der körperlichen Einschränkung herangezogen. Ergänzt wurden diese Instrumente durch einen Bindentest, bei welchem das Ausmaß der Harnausscheidung nach einem 30-minütigen PFMT bestimmt wurde. In der vorliegenden prospektiven Beobachtungsstudie wurden in Summe 84 Probandinnen unter den Einschlusskriterien einer diagnostizierten, stressassoziierten Harninkontinenz und einer verpflichtenden sonographischen Untersuchung vor Beginn der Studie rekrutiert. Nach der Datensammlung wurde mittels Assessmentinstrumenten der Zusammenhang mehrerer Variablen aufgezeigt, welche mittels Wilcoxon signed rank Test analysiert wurden. Daraus ergab sich eine signifikante Verminderung des unwillkürlichen Harnabganges auf den Einlagen (p<0.001). Bei der Auswertung der Kontraktionen im Beckenbereich war beim letzten Training eine Steigerung zu erkennen. Des Weiteren konnte eine rückläufige Harninkontinenz in Folge des PFMT beobachtet werden. Bei zwei Drittel der Domänen aus dem KHQ konnte eine positive Entwicklung festgestellt werden. So konnten die Teilnehmerinnen nach dem Interventionsprogramm besser schlafen (p=0.023) oder hatten mit weniger sozialen Einbußen zu kämpfen (p=0.009) (Balmforth et al., 2006). Laut Balmforth et al. (2006) eignet sich PFMT zur Bekämpfung von stressassoziierter Harninkontinenz und führt zu einer verstärkten Beckenbodenfunktion (p=0.009).

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Details

Seiten
38
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783346013033
ISBN (Buch)
9783346013040
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v497372
Institution / Hochschule
UMIT Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik
Note
1,7
Schlagworte
stressassoziierte harninkontinenz einfluss beckenbodentrainings lebensqualität frauen

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Titel: Stressassoziierte Harninkontinenz. Einfluss des Beckenbodentrainings auf die Lebensqualität von Frauen