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Aufnahmeassessment im stationären Bereich des Krankenhauses

Seminararbeit 2019 11 Seiten

Gesundheit - Pflegewissenschaft - Pflegemanagement

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Beschreibung des Verbesserungspotenzials

3 Lösungsvorschlag

4 Übertragung in die Praxis

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Im Jahr 2016 wurden 2.705.460 Personen in einem österreichischen Akutkrankenhaus stationär aufgenommen und behandelt (Statistik Austria, 2019). Um einen qualitativ hochwertigen Krankenhausaufenthalt zu gewährleisten sind die Erhebung persönlicher Informationen, medizinischer Daten und Gewohnheiten des Patienten essenziell für die Pflegefachpersonen (Klapper, Lecher, Schaeffer & Koch, 2001).

Eine gründliche Informationssammlung ist Grundlage für die weitere Planung des Pflegeprozesses (Stefan & Allmer, 1999, S. 18f). Der Pflegeprozess nach Fiechter und Meier (1981, zit. aus Wölbitsch, 2016) gliedert sich in die sechs Schritte: Informationssammlung, Erstellung von Pflegediagnosen, Formulierung der Pflegeziele, Planung der Pflegemaßnahmen, Durchführung der Pflegeinterventionen und Evaluation der Pflegeziele. Die Informationssammlung als erster Schritt gilt als Grundlage für die weitere Planung und Durchführung der Pflege (Wölbitsch, 2016). Für die Sammlung von Informationen zu physischen, psychischen und sozialen Gegebenheiten des Patienten wird meist ein Aufnahmeassessment durchgeführt. Dies beinhaltet neben der Vorgeschichte des Patienten auch standardisierte Tests zur Einschätzung eines bestimmten Risikos (Schlieben, 2007). Das Aufnahmeassessment ist sowohl in der allgemeinen sowie in der psychiatrischen Gesundheits- und Krankenpflege ein wichtiger Bestandteil der pflegerischen Behandlung. Ohne diese Datenerhebung wäre keine adäquate pflegerische Behandlung möglich. Das Aufnahmeassessment wird gemeinsam mit dem Patienten und eventuell mit dessen Angehörigen von einer diplomierten Pflegefachkraft in einem ungestörten, ruhigen Raum durchgeführt. Auf Basis des Aufnahmeassessments erstellen Pflegepersonen die Pflegeplanung. Die Pflegeplanung legt die Vorgehensweise der Pflegepersonen zur Unterstützung betreuter Menschen fest (Wölbitsch, 2016).

2 Beschreibung des Verbesserungspotentials

Innerhalb der ersten Tage wird im Normalfall auf jeder Station in einem Krankenhaus ein Aufnahmeassessment von einer diplomierten Pflegeperson durchgeführt. Dazu verwenden die Gesundheits- und Krankenpfleger meist einen vorgefertigten Fragebogen, um die wichtigsten Informationen festzuhalten. Dieser dient als Gedankenstütze und ist als erster Schritt des Pflegeprozesses und zur Erstellung der Pflegeplanung unerlässlich. Diese wird im Anschluss an das Assessment mithilfe des ausgefüllten Fragebogens erstellt. Das Aufnahmeassessment wird in vielen Fällen von Schülern der Gesundheits- und Krankenpflege durchgeführt. Als Gruppe beobachteten wir das Problem, dass Schüler oft nur die Durchführung des Assessments übernehmen und die Pflegeplanung dann von einer diplomierten Fachkraft erstellt wird. Die Schüler gehen dabei zum Patienten und füllen mit diesem gemeinsam das Assessmentformular aus. Mithilfe des Formulars und ohne den Patienten gesehen zu haben oder eine mündliche Übergabe vom Schüler erhalten zu haben, erstellen manche diplomierte Pflegekräfte die Pflegeplanung. Die diplomierten Gesundheits- und Krankenpfleger verlassen sich hier nur auf die niedergeschriebenen Informationen und können dadurch den Patienten nicht richtig einschätzen was wiederum zu einer fehlerhaften Pflegeplanung führt.

Durch eine Interpretation der Informationen wird der gesundheitliche Zustand des Patienten möglicherweise falsch eingeschätzt und eventuell wichtige Pflegemaßnahmen unterlassen. Dadurch erhöht sich das Risiko, dass sich der Genesungsprozess des Patienten verlangsamt. Durch den zweigeteilten Weg zur Pflegeplanung gehen auch jene Informationen verloren, die nicht aufgeschrieben wurden.

Den Auszubildenden ist es in manchen Krankenhäusern nicht erlaubt, selbst Pflegeplanungen zu erstellen. Dies lässt sich eventuell dadurch begründen, dass diplomierte Pflegepersonen Verantwortung für die von Schülern erstellte Pflegeplanung tragen.

Durch die strukturellen Vorgaben (Schülern ist nicht erlaubt, Pflegeplanungen zu erstellen) wird außerdem eine Menge Zeit verschwendet. So beschäftigen sich bei jeder Aufnahme zwei Pflegepersonen (eine diplomierte Pflegekraft und ein Schüler) mit derselben Person. Die diplomierte Pflegekraft muss die von einem Schüler aufgeschriebenen Angaben lesen, sich passende Pflegediagnosen aussuchen und den Pflegeprozess planen. Wird das Assessment von ein- und derselben Pflegeperson durchgeführt, kann sich diese bereits während dem Gespräch ein Bild vom Patienten machen. Erstellt sie die Pflegeplanung, benötigt sie dafür vermutlich weniger Zeit.

3 Lösungsvorschlag

Der Lösungsvorschlag wird mit Hilfe des Acht-Stufen-Veränderungsplans nach Kotter (1996) erstellt. Dieses Modell beinhaltet acht Stufen, welche in der nachstehenden Tabelle aufgelistet sind. Bestehende Fehler können mittels dieses Veränderungsplans verhindert oder zumindest stark gemindert werden (Kotter, 1996, S. 16).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: eigene Darstellung (2019)

In der Praxis erhält der Schüler des Öfteren die Aufgabe das Assessment selbstständig mit dem Patienten oder deren Angehörigen durchzuführen. Infolge dessen wird die Pflegeplanung jedoch von einer anderen Pflegeperson erstellt. Dies fördert den Verlust relevanter Informationen. Eine Pflegeplanung, die unmittelbar nach dem Assessment von derselben Pflegeperson oder beispielsweise gemeinsam mit dem Schüler erstellt wird, vermindert Fehlerquellen und den Verlust wichtiger Informationen. Der Mehraufwand, der durch ein ausführlich geführtes Assessment entsteht, erspart in weiterer Folge Zeit und Fehler bei der Erstellung der Pflegeplanung. Zudem wird die Pflegequalität gesteigert.

In der folgenden Tabelle werden die acht Schritte, die zum zuvor genannten Lösungsvorschlag führen, deskriptiv erläutert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: 8-Stufen-Modell von J. Kotter (1996)

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Details

Seiten
11
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783346015044
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v497373
Institution / Hochschule
UMIT Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik
Note
1,2
Schlagworte
aufnahmeassessment bereich krankenhauses

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