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Bewertung einer geplanten Investition und Aufstellung eines Finanzierungskonzepts

Seminararbeit 2018 25 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Darstellungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielstellung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit

2. Theoretische Grundlagen
2.1 Finanzwirtschaft im betrieblichen Kontext
2.2 Bedeutung der Finanzierung für Unternehmen
2.3 Bedeutung der Investition für Unternehmen
2.4 Verfahren der Investitionsrechnung
2.4.1 Statische Verfahren der Investitionsrechnung
2.4.2 Dynamische Verfahren der Investitionsrechnung

3. Bearbeitung der Fallstudie
3.1 Aufgabe B1
3.2 Aufgabe B2
3.4 Aufgabe B4
3.5 Aufgabe B5

4. Diskussion

5. Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Darstellungsverzeichnis

Abbildung 1: Berechnung des Barwerts (einmalige Zahlung)

Abbildung 2: Berechnung des Barwerts (mehrere gleich hohe Zahlungen)

Abbildung 3: Berechnung des Endwerts (einmalige Zahlung)

Abbildung 4: Berechnung des Endwerts (mehrere gleich hohe Zahlungen)

Abbildung 5: Berechnung des Kapitalwerts

Abbildung 6: Abgrenzungskriterien der Außenfinanzierungsarten

1. Einleitung

Ob es nun die Europäische Zentralbank mit ihrer Zinspolitik ist[1] oder der Notenbankchef Italiens[2], das Thema Finanzierung und Investition ist durchgängig in Nachrichten und Medien vertreten. Auch große Unternehmen investieren ihr Geld über Venture Capitals in neu gegründete Unternehmen und machen damit Schlagzeilen.[3] Unterschiedliche Methoden der Finanzierung ermöglichen es Unternehmen, ihren Geschäftsbetrieb passend zur aktuellen Situation mit liquiden Mitteln zu versorgen, nicht selten kommt es dabei aber zu Problemen und Unternehmen müssen darum kämpfen, neue finanzielle Mittel zu erhalten.[4]

Unabhängig von Alter oder Größe eines Unternehmens spielt die Beschaffung finanzieller Mittel immer wieder eine Rolle. Manche Unternehmen können dabei auf ihren Gewinn aus der unternehmerischen Tätigkeit zurückgreifen, andere Unternehmen benötigen finanzielle Mittel aus externen Quellen. Allem gemein ist aber die Voraussetzung, dass Finanzierungen und Investitionen geplant und strategisch betrachtet werden müssen.[5]

1.1 Problemstellung

Investitionen sind mit einer langfristigen Bindung des Kapitals verbunden. Deshalb ist es nicht nur einerseits wichtig, die Auswirkungen von Investitionen sowohl im finanziellen als auch im strategischen Sinne zu betrachten, andererseits muss auch die Finanzierung der Investition und deren Folgekosten sichergestellt sein. Hierfür können verschiedene Methoden verwendet werden, um die finanziellen Auswirkungen von Investitionen zu betrachten und entweder Geld im Unternehmen freizusetzen oder neues Geld für das Unternehmen zu beschaffen. Jede Methode hat ihre eigenen Vor- und Nachteile, weshalb es keine generell beste Methode gibt.[6]

1.2 Zielstellung der Arbeit

Im Fokus dieser Arbeit steht die Bearbeitung einer Fallstudie. Ausgangspunkt dieser Fallstudie ist eine geplante Investition, diese gilt es zu bewerten und ein Finanzierungskonzept aufzustellen. Hierfür werden verschiedene Methoden sowohl für die Betrachtung der Investition als auch für die Finanzierung verwendet, um am Ende ein schlüssiges Konzept aufstellen zu können. Die Fallstudie wird in mehrere Aufgaben aufgeteilt, um einzelne Aspekte detailliert betrachten zu können und die Besonderheiten verschiedener Investitions- und Finanzierungsformen herauszustellen.

1.3 Aufbau der Arbeit

Im auf die Einleitung folgenden Kapitel werden zunächst die Grundlagen zum Themenbereich der Finanzwirtschaft im betrieblichen Kontext gelegt. Die beiden Themenfelder der Finanzierung und der Investition werden detailliert betrachtet und verschiedene Formen der Außen- und Innenfinanzierung sowie Methoden zur Berechnung der Rentabilität von Investitionen aufgezeigt. Im Anschluss an das Grundlagenkapitel werden die Fallstudie vorgestellt und die fünf Aufgaben dazu bearbeitet. Anschließend folgt eine Diskussion der zuvor behandelten Themenbereiche und beendet wird die Arbeit mit einer Zusammenfassung sowie einem Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.

2. Theoretische Grundlagen

Im folgenden Grundlagenkapitel soll von der Makroperspektive, was Finanzwirtschaft im betrieblichen Kontext generell bedeutet, auf die detaillierteren Betrachtungsweisen für die beiden einzelnen Themenbereiche der Unternehmensfinanzierung und der Investitionsrechnung eingegangen werden. Dabei liegt der Fokus aufgrund des Umfangs dieser Arbeit auf einem Überblick über die Bereiche und die Einordnung in den betrieblichen Kontext. Weiter ausgeführt und angewendet werden die Grundlagen in der Bearbeitung der Fallstudie.

2.1 Finanzwirtschaft im betrieblichen Kontext

Die Hauptaufgabe eines Unternehmens besteht darin, Güter und Dienstleistungen zu erstellen. Dafür sind einerseits Einzahlungen notwendig, welche eine Zunahme der liquiden Mittel darstellen sowie Auszahlungen, die Abnahmen der liquiden Mittel darstellen. Zu den liquiden Mitteln zählen sowohl der Kassenbestand als auch das Bankguthaben des Unternehmens.[7]

Die Finanzwirtschaft hat es sich als Hauptaufgabe gesetzt, die Zahlungsströme der Aus- und Einzahlungen zu planen, sie zu steuern und zu kontrollieren. Dabei setzt sich die Finanzwirtschaft aus den drei Teilen Finanzierung, Investition und Finanzdisposition zusammen.[8]

In den letzten Jahren sehen sich Unternehmen mit immer kürzer werdenden Produktlebenszyklen konfrontiert, die technologische Entwicklung schreitet schneller voran und der Konkurrenzdruck wächst. Die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel sind damit essentieller Bestandteil der Unternehmensplanung und spielen eine entscheidende Rolle im Hinblick auf die Wettbewerbs- und Überlebensfähigkeit eines Unternehmens.[9]

Die Finanzwirtschaft dient dabei als Voraussetzung für die reibungslose Durchführung von Beschaffungs-, Produktions- und Absatzprozessen durch die Bereitstellung finanzieller Mittel. Stopka und Urban betrachten in der Finanzwirtschaft auch den Kontakt zum Staat, den Sozialversicherungsträgern und verschiedenen Einrichtungen der öffentlichen Hand, begründet mit dem Kontakt der Finanzströme mit den eben genannten Institutionen, beispielsweise bei der Zahlung von Steuern oder der Abgabe an Sozialversicherungsträger in Form von Renten-, Arbeitslosen- oder Krankenversicherung.[10]

In den folgenden Kapiteln werden die beiden Teilbereiche der Finanzierung und der Investition näher betrachtet. Der Teilbereich der Finanzdisposition wird nicht weiter ausgeführt, da die Disposition und die Abwicklung des Zahlungsverkehrs nicht im Fokus dieser Arbeit stehen.

2.2 Bedeutung der Finanzierung für Unternehmen

Im Themenbereich der Finanzierung geht es um die Beschaffung von liquiden Mitteln. Bilanzseitig werden diese auf der Passivseite erfasst.[11]

Das Gabler Wirtschaftslexikon definiert den Begriff der Finanzierung wie folgt:[12]

Maßnahmen der Mittelbeschaffung und -rückzahlung und damit der Gestaltung der Zahlungs-, Informations-, Kontroll- und Sicherungsbeziehungen zwischen Unternehmen und Kapitalgebern.

Unterschieden werden zwei verschiedene Formen der Finanzierung mit jeweils eigenen Unterformen:[13]

- Außenfinanzierung

- Finanzierung durch bisherige Eigentümer (Eigenfinanzierung)
- Finanzierung durch neue Eigentümer (Beteiligungsfinanzierung)
- Finanzierung durch Gläubiger (Fremdfinanzierung)

- Innenfinanzierung

- Finanzierung durch Bindung von güter- und leistungswirtschaftlichen Überschüssen über die Minderung des Gewinns als Bemessungsgrundlage für Steuerzahlungen und Ausschüttungen (z.B. Finanzierung aus Abschreibungen, Finanzierung über die Dotierung von Rückstellungen)
- Finanzierung durch Einbehaltung von ausschüttungsfähigem, aber nicht ausgeschütteten Überschuss (Selbstfinanzierung)

Die Finanzierung spielt nicht nur bei der initialen Kapitalbeschaffung bei der Gründung eines neuen Unternehmens eine Rolle, sondern im gesamten Lebenszyklus einer Firma. Für jede Investition muss auf irgendeine Art und Weise Kapital beschafft beziehungsweise freigesetzt und damit auf eine der oben genannten Finanzierungsformen zurückgegriffen werden. Je nach Aufstellung des Unternehmens und Verwendungszweck der Finanzierung eignen sich einzelne Finanzierungsformen besser als andere. Eine generell beste Form der Finanzierung gibt es somit nicht und es muss je nach Fall entschieden werden, welche die situationsbedingt beste Finanzierungsform darstellt.[14]

Auf einzelne Finanzierungsformen und deren Vor- und Nachteile wird im späteren Aufgabenteil speziell eingegangen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass bei der Außenfinanzierung die finanziellen Mittel aus externen Quellen stammen, während sie bei der Innenfinanzierung aus internen Quellen stammen. Bei der Außenfinanzierung stellt ein simples Beispiel eine Einlagenerhöhung dar, entweder durch die bestehenden Gesellschafter oder durch neue Gesellschafter. So kann bei einer inhabergeführten Firma der Eigentümer privates Kapital in die Firma fließen lassen oder es werden neue Eigentümer gefunden, beispielsweise durch die Ausgabe von Aktien. Eine klassische Fremdfinanzierung stellt die Aufnahme eines Kredits dar, bei der die Bank als Gläubiger der Firma auftritt.[15] Weiterhin kann neben den klassischen Formen der Außenfinanzierung auch das Factoring genannt werden. Hierbei werden ausstehende Forderungen an einen Dritten verkauft, der diese Forderungen eigenständig eintreibt und für den Kauf der Forderungen eine Gebühr an das Unternehmen zahlt. Somit geht das Risiko eines Forderungsausfalls an den Käufer über und das Unternehmen erhält kurzfristig liquide Mittel, allerdings mit einem Risikoabschlag.[16]

Bei der Innenfinanzierung ist die naheliegendste Methode die Erzielung von Gewinnen, die nicht ausgeschüttet und anschließend für Investitionen verwendet werden. Neben dieser offensichtlichen Methode können für eine Innenfinanzierung Abschreibungen verwendet werden. Der erzielte Gewinn und die damit verbundenen Ausschüttungen werden bilanziell verringert, wobei der Cashflow gleichbleibt. Die damit geschaffene Liquidität kann für neue Investitionen verwendet werden. Die beiden Unterformen der Finanzierung durch Abschreibung, dem Kapitalfreisetzungseffekt und dem Kapazitätserweiterungseffekt (auch Lohmann-Ruchti-Effekt genannt), werden in dieser Arbeit aus Gründen des Umfangs nicht weiter beschrieben.

Auch die Finanzierung aus Rückstellungen ermöglicht dem Unternehmen eine Liquiditätsfreisetzung, wenn Rückstellungen aufgelöst und in der Bilanz wieder dem liquidem Eigenkapital zugeordnet werden.[17]

2.3 Bedeutung der Investition für Unternehmen

Becker und Peppmeier verstehen unter dem Begriff Investition die Verwendung von Kapital und eine damit verbundene längerfristige Bindung finanzieller Mittel in Vermögenswerten. Der Zeitraum erstreckt sich dabei über mehrere Jahre.[18]

Auch das Gabler Wirtschaftslexikon bezieht sich in seiner Definition auf den langfristigen Zeitraum mit Fokus auf die Bindung finanzieller Mittel:[19]

Langfristige Bindung finanzieller Mittel in materiellen oder in immateriellen Vermögensgegenständen. Bei Investitionsentscheidungen steht die zielgerichtete Verwendung der durch die Finanzierung beschafften Finanzmittel im Mittelpunkt. In der Bilanz wird die Mittelverwendung auf der Aktivseite abgebildet, wobei Investitionsentscheidungen i.d.R. direkte Auswirkungen auf die Höhe des Anlagevermögens haben und zusätzlich indirekte Auswirkungen auf die Höhe des Umlaufvermögens. In zahlungsorientierter Perspektive verursacht jedes Investitionsprojekt zu unterschiedlichen Zeitpunkten Ein- und Auszahlungen, wobei der Zahlungsstrom mit einer oder mehreren Auszahlungen beginnt, denen anschließend die durch das Projekt generierten Rückflüsse (Einzahlungsüberschüsse) folgen.

Gemein ist beiden Definitionen, dass Investitionen auf einen langen Zeitraum betrachtet werden und in dieser Zeit finanzielle Mittel binden. Entsprechend kann auch die Wichtigkeit der richtigen Investitionen betont werden. In der Bilanz werden Investitionen vor allem auf der Aktivseite im Anlagevermögen ausgewiesen. Neben bilanzierungsfähigen Investitionen gibt es auch nicht bilanzierungsfähige Investitionen wie Gründungs- und Eigenkapitalkosten, Kosten für Forschung, Aus- und Weiterbildungskosten und Marktforschungskosten.[20]

Sowohl Becker und Peppmeier als auch Pape teilen Investitionen in drei Arten auf:[21]

- Sachinvestitionen: Beziehen sich auf die Herstellung und Anschaffung von Sachvermögen, z.B. Grundstücke und Gebäude, Anlagen und Maschinen
- Finanzinvestitionen: Längerfristige Kredite und Aktien, die längerfristig im Bestand bleiben sollen (ansonsten Umlaufvermögen), Beteiligungen an anderen Unternehmen
- Immaterielle Investitionen: Hauptsächlich Patente, Lizenzen und nicht bilanzierungsfähige Investitionen

Pape teilt Investitionen weiterhin nach Anlass auf, allerdings mit dem Hinweis, dass die Anlässe sich häufig überschneiden können. Als Anlässe werden dabei Gründungsinvestitionen oder Errichtungsinvestitionen, Ersatzinvestitionen, Erweiterungsinvestitionen und Rationalisierungsinvestitionen genannt.[22] Für die Kennzahlenberechnung von Investitionen spielt die Einordnung nach Anlass keine primäre Rolle, es soll der Vollständigkeit wegen allerdings erwähnt sein.

[...]


[1] Vgl. Mallien 2018.

[2] Vgl. Reuters 2019a.

[3] Vgl. Reuters 2019b.

[4] Vgl. Uhlig 2019.

[5] Vgl. Stopka und Urban 2017, 3ff.

[6] Vgl. Becker und Peppmeier 2018, 3ff.

[7] Vgl. Becker und Peppmeier 2018, S. 3.

[8] Vgl. Becker und Peppmeier 2018, S. 3.

[9] Vgl. Wöltje 2013, S. 25.

[10] Vgl. Stopka und Urban 2017, 3ff.

[11] Vgl. Putnoki et al. 2011, S. 1.

[12] Schaefer 2018.

[13] Schaefer 2018.

[14] Vgl. Stopka und Urban 2017, 5ff.

[15] Vgl. Schempf 2016b, 11ff.

[16] Vgl. Moonen 2015, 10f.

[17] Vgl. Ermschel et al. 2011, 116ff.

[18] Vgl. Becker und Peppmeier 2018, S. 35.

[19] Pape 2018.

[20] Becker und Peppmeier 2018, S. 35.

[21] Vgl. Pape 2018 und Becker und Peppmeier 2018, 35f.

[22] Vgl. Pape 2018.

Details

Seiten
25
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783346010889
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v497509
Institution / Hochschule
SRH Fernhochschule
Note
1,7
Schlagworte
bewertung investition aufstellung finanzierungskonzepts

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