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Venture Capital - Wie sieht die Branche aus?

Seminararbeit 2005 17 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG

2. WIE FUNKTIONIERT DAS GESCHÄFT DER RISIKOFINANZIERER UND WELCHE RISIKEN GIBT ES?

3. WELCHE ART VON VC-GESELLSCHAFTEN GIBT ES?
3.1. ÖFFENTLICHE BETEILIGUNGSGESELLSCHAFT
3.2. BRANCHEN VCG
3.3. CORPORATE VENTURE CAPITAL
3.4. BUSINESS ANGELS

4. EXIT-SZENARIEN
4.1. IPO (INITIAL PUBLIC OFFERING)
4.2. TRADE-SALE
4.3. SECONDARY-TRANSAKTIONEN
4.4. BUY BACK, LBO, MBO, SPIN-OFF ODER MBI

5. FAZIT

6. QUELLENVERZEICHNIS

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Private Equity und verwandte Finanzierungsarten

Abbildung 2: Das Geschäft der Risikofinanzierer

Abbildung 3 Die verschiedenen Finanzierungsphasen

Abbildung 4: Segmentierung der Beratungsleistungen von VC-Gesellschaften

Abbildung 5: Typen von Venture-Capital-Gesellschaften

Abbildung 6: Exits im Jahresvergleich

Abbildung 7: Prozess der Unternehmensübernahme durch MBO bzw. MBI

Abbildung 8: Chancen und Risiken einer Übernahme

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Die Eigenkapitalquote deutscher Unternehmen liegt bei 18%1, welche im internationalen Vergleich sehr niedrig ist. Die Eigenkapitalquote amerikanischer Unternehmen liegt z.B. bei ca. 50%. Dieser Unterschied hat zur Folge, dass deutsche Unternehmen wegen Basel 2 eine geringere Bonität haben und somit auch nicht neu investieren bzw. ihre innovativen Ideen umsetzten können. „Eine KfW- Studie belegt schlechtere Finanzierungsbedingungen der Unternehmen, knapp 1/3 hat zunehmende Schwierigkeiten, Kredite zu bekommen. Dies gilt unabhängig von der Größe des Unternehmens.“2

Welche Kapitalgeber bzw. Formen von Gesellschaften gibt es im Bereich des Venture Capitals und welche Unternehmen werden wie unterstützt? Wie sehen die Erfolgschancen für Investoren/Gesellschaften und Unternehmen aus und wie steigen die Investoren aus den Beteiligungen wieder aus?

Venture Capital ist, wie man in der Grafik erkenne kann, ein Teil von Private Equity, schneidet aber auch andere Finanzierungsmethoden an, die ich im Rahmen dieses Seminars nicht ansprechen werde.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Private Equity und verwandte Finanzierungsarten (Quelle: Bader, Hans Peter: Private Equity als Anlagenkategorie)

In dieser Hausarbeit möchte ich nur einen groben Überblick über den Geldfluss im Bereich des Venture Capitals geben und dabei die verschiedenen VC-Gesellschaften mit den unterschiedlichen Exitvarianten erörtern.

2. Wie funktioniert das Geschäft der Risikofinanzierer und welche Risiken gibt es?

Venture Capital Gesellschaften (mit VCG abgekürzt) versuchen, Investoren zu akquirieren, die in risikoreiche Fonds investieren sollen. Das Geld aus den Fonds fließt in verschiedene innovative Jungunternehmen, die meistens in der Hightech Branche, vor allem aus der Software- Biotechnologie-Branche3, tätig sind und versuchen, diese im Idealfall in relativ kurzer Zeit erfolgreich an die Börse zu bringen oder an gestandene Unternehmen zu verkaufen. „Dabei stellt eine Bank, eine (förderorientierte) öffentliche Beteiligungsgesellschaft, eine (renditeorientierte) Venture Capital Gesellschaft (VCG), eine (strategieorientierte) Corporate Venture Capital Gesellschaft (CVCG)oder einer Privatperson (Business Angel), Existenzgründern oder wachstumsorientierten Unternehmen Beteiligungskapital zur Verfügung, auch wenn sie keine ausreichenden Kreditsicherheiten vorweisen können.“4 Der erwirtschaftete Gewinn fließt zum einem an die Venture Capital Gesellschaft zurück und zum anderen bekommen die Investoren eine überdurchschnittliche Rendite anstatt Zinsen. In den meisten Fällen erhalten die Start-ups von der Venture Capital Gesellschaft aktive Managementunterstützung.5

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Das Geschäft der Risikofinanzierer

(Quelle: Manager-Magazin 1/2005; Seite 30)

In der Realität kann man nicht von dem gleichen Wissensstand zwischen dem Jungunternehmen und dem externen Kapitalgeber ausgehen, wie es in der neoklassischen Sicht oft der Fall ist. In der Frühfinanzierungsphase ist dies genau das Leitbild der Prinzipal-Agenten-Theorie.6

Der externe Geldgeber muss diverse Vertragselemente einbringen, bevor er den Vertrag mit dem Jungunternehmen unterzeichnet. Die VCG muss davon ausgehen, dass das Jungunternehmen mehr Wissen über die Qualitäten und technische Fähigkeiten der Produkte hat. Nach Auszahlung der Gelder muss die VCG darauf achten, dass der Entrepreneur, der dazu neigt, weitere wissenschaftliche und technische Erfolge zu haben, auch die finanzielle Seite beachtet.7 Es ist sehr schwer für die VCG, dieses zu überprüfen. Es ist also nötig, dass die Geldgeber zum eigenen Schutz, die Entscheidungsmacht in dem Unternehmen an sich reißen können, wenn das Venture nicht erfolgreich beendet werden kann. Bei Unternehmen, die im Endstadium der Entwicklung sind, gilt das Insolvenzrecht. In diesem Fall geht die Entscheidungsgewalt an die Gläubiger über. Bei jungen Unternehmen wollen die VCG bei Misserfolg das Unternehmen schnell abschreiben und ziehen sich somit aus der Beteiligung zurück.

Man kann die Risiken auch in Interne und Externe teilen. Ein internes Risiko besteht, wenn der „Entrepreneur einen Informationsvorsprung über den Stand der Geschäftsentwicklung besitzt“.8 Auch wenn die Fähigkeiten des Firmengründers unbekannt oder nicht beobachtbar sind, steigt das Risiko für den Geldgeber. Als externes Risiko wird der gleiche Informationsstand zwischen Gründer und Geldgeber gewertet, der von beiden nicht beeinflussbar ist. Zum Beispiel kann man die Marktlage, die Reaktionen der Wettbewerber oder politische Veränderungen nicht beeinflussen.

Ein weiteres Risiko ist die Umsetzung des Geschäftplans. Umso komplexer und schwieriger die Verwirklichung ist, desto mehr Macht bekommt der Entrepreneur. Es besteht also die Gefahr eines Hold-up’s, weil das Unternehmen mehr von dem Gründer abhängig ist.9 Bei der Vertragsgestaltung sollte aus Sicht der VCG versucht werden, die Risiken zu reduzieren, wobei auf externe Risiken kaum Einfluss genommen werden kann.

3. Welche Typen von VC-Gesellschaften gibt es?

Nicht nur die Venture Capital Gesellschaften wollen Sicherheit, sondern auch die Start-ups fragen sich, welche Art von Beteiligung für ihr Vorhaben sinnvoll und vorteilhaft ist. Ein bedeutender Erfolgsfaktor bei VC-Finanzierungen ist die aktive Beteiligung der VCG im Unternehmen mit Hilfestellung bei der Administration, der Anbahnung von Geschäftsverbindungen oder strategischen Managemententscheidungen.10 In den meisten Fällen ist es so, dass der Gründer das Wissen über die Hightechprodukte hat und die Investoren das betriebswirtschaftliche Wissen mit einbringen.

Man unterscheidet nach dem Grad der Leistung. Es gibt aktive, halbaktive und passive Fonds. Dabei kommt es auch drauf an, in welcher Phase sich das Jungunternehmen befindet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 Die verschiedenen Finanzierungsphasen (Quelle: iLab24)

Befindet sich ein Unternehmen in der „Seed financing Phase“ oder in der „Start-up financing Phase“, wird ein aktiver Fond benötigt, während in der „First-Stage financing Phase“ und der „Expansion financing Phase“ eine halbaktiver Fond sinnvoll wäre. Während der Reifephase, bei der es auch zur Desinvestition kommt, ist nur ein passiver Fond nötig, der das Unternehmen kontrolliert. In der folgenden Grafik ist die Segmentierung der Beratungsleistungen von VCG dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Segmentierung der Beratungsleistungen von VC-Gesellschaften (Quelle: Meier 2000)

Man kann, wie man in der nächsten Tabelle erkennen kann, die VCG auch noch weiter unterteilen, wenn man die Spezialisierung und die Finanzierungsphase berücksichtigt.

Besonders das Corporate Venture Capital und die öffentlichen Beteiligungsgesellschaften sind zu berücksichtigen, denn diese beiden Typen von Gesellschaften unterscheiden im Ziel von den anderen der Venture Capital Gesellschaften.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Typen von Venture-Capital-Gesellschaften (Quelle: Munich Business Resurch)

3.1. Ö ffentliche Beteiligungsgesellschaft

Die (förderorientierten) öffentlichen bzw. staatlichen Beteiligungsgesellschaften sind nicht primär gewinnorientiert, sonder finanzieren speziell Gründerinnen und Gründer, sowie kleine und mittlere Unternehmen. Es gibt verschiedene Ebenen bei einer öffentlichen Beteiligungsgesellschaft, um Unternehmen zu fördern.

Auf der europäischen Ebene ist es das European Recovery Program (ERP), auch als Marschallplan bekannt. Der Marschallplan, benannt nach dem US-Außenminister von 1947, war eines der wichtigsten Wirtschaftprogramme nach dem zweiten Weltkrieg und sollte helfen, Europa wieder aufzubauen. Seit 1996 kann das Vermögen des Marschallplans über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) oder der Deutschen Ausgleichsbank (DtA) beantragt werden.11

Die KfW ist mit einer Bilanzsumme von 197 Mrd. Euro eine der großen Banken in Deutschland und unterliegt dem Finanzministerium. Der Bund ist zu 80% und die Länder zu 20% beteiligt. Sie ist Förderbank für die deutsche Volkswirtschaft und Entwicklungsbank. Die KfW bietet Kredite, Nachrangdarlehen, Eigenkapital und Beratung zu günstigen Konditionen. So wird der Mittelstand mit speziellen Programmen bei der Aufnahme von Beteiligungskapital unterstützt. Als Impulsgeber ist es die Aufgabe der KfW, Unternehmen, die schon heute an den Technologien von morgen arbeiten, bei der Suche nach Risikokapital zu unterstützen.12

Zum Beginn hat sich die Deutsche Ausgleichsbank (DtA) um Flüchtlinge gekümmert und diese versucht in die Wirtschaft einzugliedern. Aber die Ausgleichsbank hat sich zur „Gründerbank des Bundes“ weiterentwickelt und sich die intensive Förderung von Gründern als Aufgabe gegeben.

Es gibt noch einige weitere öffentlich Banken bzw. Institutionen z.B. auf Landesebene, die innovative Unternehmen unterstützen.

3.2. Branchen VCG

Branchen Venture Capital Gesellschaften sind im Gegensatz zu den meisten anderen Gesellschaften nicht primär renditeorientiert, sondern ihre Ziele sind eher strategisch. Große Unternehmen unterstützen innovative Unternehmen, weil es in einigen Fällen besser ist eine Technologie zu kaufen, als diese selber zu entwickeln. Durch den Zukauf von Technologien und das daraus entstehende Produkt kann also das Portfolio eines großen Unternehmens erweitert und somit eine bessere Markposition angestrebt werden.

Dies hat den Vorteil, dass sich ein Unternehmen sehr gut auf dem Markt, in dieser Branche, auskennt und abwägen kann, ob das Vorhaben eines Unternehmens ein Flop wird oder es gute Chancen auf dem Markt hat. Die Gesellschaften haben die nötigen Kontakte in der Branche, um ein Unternehmen und somit den Fond bzw. die Gesellschaft zum Erfolg zu bringen. Auch haben spezialisierte VCG ein breites technisches Wissen und können dieses mit einbringen, auch wenn es meistens nicht mit dem des Gründers zu vergleichen ist.

3.3. Corporate Venture Capital

Corporate Venture Capital ist die „gezielte Förderung von innovativen Ideen, Technologien und Unternehmensgründungen durch etablierte Unternehmen. Ventures sind kleine, noch nicht am Markt etablierte Unternehmen, Gründungseinheiten, die Wagniskapital für die erfolgreiche Realisierung ihrer Produktidee benötigen.“

Es wird aber weiterhin zwischen internes und externes Corporate Venture Capital unterschieden. Internes CVC ist „die Überführung von im Unternehmen entstandenen Ideen in eigenständige Unternehmungen und externes CVC ist die Unternehmensgründungen durch den Einsatz von (Minderheits-) Kapitalbeteiligungen.

[...]


1 F.A.Z., 30.11.2005, Nr. 279 / Seite 21

2 F.A.Z., 19.04.2002,

3 Manager-Magazin 1/2005, Seite 30

4 Nürnberger Wirtschaftsbericht 2004, Seite 25 ff.

5 iLab24, Venture Capital für Unternehmen mit Großer Zukunft, 29.5.2005, Seite 2

6 Kaplan/ Strömberg, Venture Capitalists as Principals: Contracting, Screening, and Monitoring, in: The American Economic Review; 2001, Seite 1

7 vgl. Gompers/ Lerner, The Venture Capital Cycle, MIT Press, Cambridge, MA; 1999, Seite 128

8 Bernd Rudolph/ Florian Haagen, Munich Business Resurch, Die Auswirkungen institutioneller Rahmenbedingungen auf die Venture Capital-Finanzierung in Deutschland; Seite 5

9 vgl. Kaplan/ Strömberg, Venture Capitalists as Principals: Contracting, Screening, and Monitoring, in: The American Economic Review; 2001, Seite 4

10 vgl. Sahlman, William A. (1990): The Structure and Governance of Venture-Capital Organizations, in: Journal of Financial Economics 27, Seite 508

11 vgl. Dr. Frank Mühlenbeck; Gründungsnavigator Biotechnologie; Seite 5

12 www.kfw-mittelstandsbank.de

Details

Seiten
17
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638461177
Dateigröße
622 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v49752
Institution / Hochschule
Fachhochschule Südwestfalen; Abteilung Soest
Note
2,0
Schlagworte
Venture Capital Branche

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