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Soziale Ungleichheiten und Bildungschancen in Deutschland

Eine Analyse der aktuellen Lage und möglicher Verbesserungsmaßnahmen

Seminararbeit 2019 21 Seiten

Soziologie - Soziales System, Sozialstruktur, Klasse, Schichtung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsklärung der sozialen Ungleichheit
2.1 Kriterien
2.2 Definitionen
2.3 Arten der sozialen Ungleichheit

3 Basisdimensionen
3.1 Materieller Wohlstand
3.2 Macht
3.3 Prestige
3.4 Arbeits-, Umwelt- und Freizeitbedingungen sowie Bildung

4 Bildung – ein wertvolles Gut
4.1 Bildungsformen
4.2 Soziale Bildungsungleichheit

5 Begriffsklärung der sozialen Chancenungleichheit
5.1 Chancenungleichheit beim Bildungserwerb
5.2 PISA-Studie
5.3 Schulwahl und frühe Selektion

6 Sozialpolitische Maßnahmen
6.1 Finanzielle Mittel
6.2 Frühkindliche Betreuung
6.3 Frühe Förderung
6.4 Schulsystem
6.5 Familienzentren
6.6 Sozialarbeit in Bildungseinrichtungen

7 Schlussbetrachtung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Einfluss des sozialen Hintergrundes

1 Einleitung

Soziale Ungleichheit – was ist das? Gibt es diese tatsächlich innerhalb von Deutschland, einem Sozialstaat, der doch schon per Gesetz die Gleichheit fordert? Laut Grundgesetz Artikel 3 fordert und bestimmt der Staat die Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz. Diese soll für alle Menschen gelten, gleich welcher Unterscheidung wie zum Beispiel Mann und Frau, Rasse, Abstammung, Heimat, Herkunft, Glauben oder Behinderung.1 Ebenso setzt sich die Organisation der Vereinten Nationen für gleiche Rechte aller Menschen in den Mitgliedsstaaten ein. So wurde am 10. Dezember 1948 als Grundsatz verkündet: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“.2 1957 erscheint das von Ludwig Erhard verfassten Buche mit dem Titel: Wohlstand für alle. Der damalige Bundeswirtschaftsminister und 1963 auch Bundeskanzler Deutschlands glaubt an Ziele und deren Wege, die allen Bürgern innerhalb Deutschlands zu Wohlstand verhelfen kann. Wirtschaftswachstum im allgemeinen solle für gerechte Verteilung sorgen.3

Doch Marcel Fratzscher, heutiger Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung stellt fest: „In kaum einem anderen Industrieland der Welt sind vor allem Chancen, aber auch zunehmend Vermögen und Einkommen ungleicher verteilt als in Deutschland.“4

Über die Herkunft und Entstehung von sozialer Chancenungleichheit lassen sich in der Disziplin der Soziologie viele Theorien finden, welche aufgrund der Kürze der Arbeit hier nicht weiter betrachtet werden konnten. In der vorliegenden Seminararbeit Soziale Ungleichheit und Bildungschancen in Deutschland soll in den ersten Kapiteln erläutert werden, was unter den verschiedenen Begriffen wie der sozialen Ungleichheit und dessen Dimensionen, der Chancenungleichheit, der Bildung und der Bildungsungleichheit sowie deren Arten zu verstehen ist. Dies geschieht vor allem in Anlehnung an die Definition von sozialer Ungleichheit von Stefan Hradil und seinen Darlegungen auf die soziale Ungleichheit und wie sich diese auf den chancenungleichen Bildungserwerb innerhalb der Gesellschaft in Deutschland auswirken.5 Abschließend wird noch genauer betrachtet wie sich daraus sozialpolitische Maßnahmen ableiten lassen um eine Verbesserung der Chancengleichheit bewirken zu können.

2 Begriffsklärung der sozialen Ungleichheit

Möchte man den Begriff soziale Ungleichheit verstehen, findet man hierfür in der Disziplin der Soziologie Erklärungen dafür. Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass Menschen seit jeher in unterschiedlichen sozialen Strukturen und Positionen miteinander gelebt haben. Hierbei gibt es aber auch Veränderungen und Entwicklungen sowie eigene Regeln und Individualität, wodurch sie sich auch voneinander unterscheiden können. Die Soziologie beobachtet und beschäftigt sich mit den Erscheinungsformen menschlichen Zusammenlebens sowie den Sozialstrukturen und Gefügen, in denen wir miteinander leben. Möchte man die soziale Ungleichheit bezeichnen, so lassen sich dabei zum Beispiel die verschiedenen Stellungen innerhalb sozialer Gefüge erfassen. Die hierbei zu erhaltenden Gemeinsamkeiten innerhalb sozialer Gefüge (zum Beispiel Studierende) und die Unterschiede (wie zum Beispiel die Fachrichtungen der gewählten Studiengänge) werden dadurch transparent und können somit kategorisiert werden. So lässt sich eine Kategorisierung Beispielsweise „als besser- oder schlechter-, höher- oder tiefergestellt, bevorrechtigt oder benachteiligt“6 einordnen, was eine soziale Ungleichheit darstellt.

2.1 Kriterien

Die Kriterien hierfür lassen sich genauer betrachtet in der Unterscheidung im Besitz von wertvollen Güter, wie etwa die der Bildung oder finanziellen Mitteln erkennen. Wertvolle Güter zu besitzen bedeuten über mehr Vorteile, wie bessere Lebensbedingungen zu verfügen.

Zum anderen besteht innerhalb der Gesellschaft eine Vorstellung darüber, wie diese Güter verteilt sein müssen, um als gleich oder ungleich verteilt eingestuft werden zu können.

Ebenso ist diese Verteilung unter einem Zeitaspekt zu betrachten. Eine länger anhaltende Verteilung gilt als ungleiche Bedingung, wohingegen eine kurzfristige oder zufällige Ungleichheit nicht als soziale Ungleichheit definiert werden kann.7

2.2 Definitionen

Eine Definition hierfür lässt sich ableiten von den zuvor Kriterien ableiten. Es muss demgemäß gegeben sein, dass ein gesellschaftlich wertvolles Gut oder begehrte Güter vorhanden sind. Dabei sind diese Güter innerhalb der Gesellschaft ungleich verteilt. Dieser Umstand ist nicht nur von kurzfristiger Dauer, sondern existiert auch über eine längere Zeit hinweg und dauert an, kann also erst mal nicht einfach verändert werden, da keine Chance hierfür besteht. Hradil formuliert dies so: “Soziale Ungleichheit“ liegt dann vor, wenn Menschen aufgrund ihrer Stellung in sozialen Beziehungsgefügen von den „wertvollen Gütern“ einer Gesellschaft regelmäßig mehr als andere erhalten.“8 Ergänzend soll anlehnend an die Definition aus dem Lexikon der Soziologie noch wie folgt dazu eine beschrieben werden: die nicht gleiche Verteilung materieller und immaterieller Mittel in einer Gesellschaft über einen größere Zeitspanne hinweg und die sich daraus ergebenden unterschiedichen Optionen zur Einbindung dieser.9 Doch wie genau zeigt sich diese soziale Ungleichheit innerhalb der deutschen Gesellschaft? Hierzu muss man verstehen, welche Arten der sozialen Ungleichheit existieren und wie sich diese noch unterteilen lassen in sogenannte Basisdimensionen.

2.3 Arten der sozialen Ungleichheit

Soziale Ungleichheit lässt sich demnach in zwei Arten unterteilen. Die eine meint die gesamte ungleiche Verteilung wertvoller Güter innerhalb einer Gesellschaft. Die Andere stellt die ungleiche Verteilung innerhalb einer bestimmten Gruppe dar, derer man angehört „(beispielsweise die Einkommenschancen von erwerbstätigen Frauen im Vergleich zu Männern)“.10 Diese Art der Ungleichheit wird von den betroffenen als besonders ungerecht empfunden und baut dadurch erhebliche soziale und gesellschaftspolitische Probleme auf. Denn sie widerspricht der heutigen Sichtweise der Gesellschaft auf eine fairen und gleichberechtigten Verteilung.11

3 Basisdimensionen

Innerhalb der Gesellschaft unserer Zeit lassen sich Dimensionen finden, die Basisbereiche abdecken wie: Materieller Wohlstand, Macht, Prestige, Arbeits-, Wohn-, Umwelt- und Freizeitbedingungen sowie Gesundheit und Bildung. Sicherlich kann hier auch weiter unterglieder werden, jedoch soll im Folgenden nur kurz darauf eingegangen werden, was unter den Basisdimensionen zu verstehen ist um im folgenden dieser Arbeit die wichtigste Dimension genauer aufzugreifen.12

3.1 Materieller Wohlstand

Diese Basisdimension ist mit eines der höchsten Ziel der heutigen Zeit. Es sichert unsere Existenz. Wohlstand kann uns zudem bei vielen persönlichen Wünschen und Bestrebungen von Nutzen sein. Ebenso bringt materieller Wohlstand grundlegende Faktoren wie existenzielle Sicherheit, Eigenwert, Zuversichtlichkeit oder auch eine gesündere und mehr zufriedenstellende Lebensbedingung mit sich. Armut hingegen führt zu einer Abnahme der Teilhabe in der Gesellschaft durch Reduzierung von Aktivitäten, Einsamkeit und Isolation sowie Herabsetzung des Selbstwertgefühls und daraus resultierende psychische als auch physische Erkrankungen. Innerhalb unserer Gesellschaft sind Alleinerziehende, kinderreiche Familien, Kinder und Jugendliche, Wohnungslose, Arbeitslose sowie Migranten besonders von einem Armutsrisiko bedroht.13

3.2 Macht

Empirische Studien zeigen ebenso auf, dass die Macht in Deutschland zwischen einer kleinen Elite von Personen verteilt ist. Diese haben Führungspositionen in den Bereichen Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Gewerkschaft, Massenmedien, Wissenschaft, Kultur und Militär inne. Diese Eliten stammen meist ausschließlich aus Familien und Kreisen, die der oberen Gesellschaftsschicht angehören.14

3.3 Prestige

Im Vergleich zu früher verliert Prestige heute seine übergeordnete Rolle, es weicht immer mehr dem Ziel der hohen Lebensqualität. Beim Prestigedenken handelt es sich um das Ansehen, das sich auf den Beruf und auch dem Besitz von Statussymbolen bezieht und ist somit abhängig vom materiellen Wohlstand und dem Bildungsgrad.15

3.4 Arbeits-, Umwelt- und Freizeitbedingungen sowie Bildung

Ungleichheiten der Arbeitsbedingungen beziehen sich unter anderem auf die Sicherheit des Arbeitsplatzes, die Arbeitszeiten, deren Belastung und die ins gesamte Zufriedenheit damit. Die Qualität einer Wohnung bemisst sich an deren Größe, Ausstattung, der Wohnlage und des Preises.

Freizeit nutzen zu können hat einen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft eingenommen. Der Zugang dazu ist hier keineswegs gleichmäßig verteilt, da dieser wieder von den materiellen Ressourcen, der frei verfügbaren Zeit sowie der Zugehörigkeit in der Gesellschaft abhängt. Somit ergibt sich der Wert der Freizeit aus ihrem Umfang, ihrer Regelmäßigkeit, dem Zeitpunkt und den eigenständigen Möglichkeiten der Ausgestaltung.

Die Dimension Bildung hat besonderer Aufmerksamkeit verdient. Sie gewinnt immer mehr an Bedeutung, da sie unabhängig von der Herkunft oder der sozialen Lage die Möglichkeit bietet, materiellen Wohlstand zu erreichen, sie ist die einzige Chance zum Klassensprung.16

4 Bildung – ein wertvolles Gut

Heutzutage ist die Bildungsqualifizierung wichtiger denn je, sie hat einen sehr hohen Stellenwert innerhalb der Gesellschaft einnehmen können. Sie ermöglicht es den Menschen einen Zugang zu Berufsgruppen mit einträglichen Löhnen zu schaffen. Zudem stellt das Recht auf unentgeltliche Bildung ein kulturelles Menschenrecht dar, welches entsprechend Artikel 26 der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen 1948beschlossen wurde.17

Darauf folgend ist seit den 60er Jahren in Deutschland eine beachtliche Bildungsexpansion zu beobachten gewesen, was sich mitunter in einer Zunahme an Bildungseinrichtungen und einem Anstieg an mehr Schülern auf Gymnasien abzeichnete. Vor allem Mädchen sind innerhalb der Schulausbildung nicht mehr benachteiligt, haben in der Anzahl und den Leistungsergebnissen nicht nur auf- sondern das männliche Geschlecht bereits überholt.18 Doch trotz aller Verbesserungen dank der daraus entstandenen Bildungskampagnen, gibt es nach wie vor Verlierer. Denn das Ziel, auch Kinder aus den Unterschichten mit den Verbesserungen zu erreichen, ist bislang nicht vollständig geglückt. Jedoch ist das Erlangen hochwetiger Bildungsqualifikation von so immenser Bedeutung. So stellt ein höher qualifizierter Bildungsabschluss die Möglichkeit auf „weniger belastende Arbeitsbedingungen, besserer gesundheitsrelevante Kenntnisse sowie eine gesundheitsbewusstere Lebensführung (z.B. weniger Rauchen, mehr Sport) […], höhere Einkommen, die gesünderes Wohnen und eine gesündere Ernährung […][dar].“19 Dies schafft wieder einen besseren Zugang zu den anderen Basisdimensionen und ist mit wenig anderen Ressourcen erreichen, es sei denn, man ist bereits reich geboren worden und verfügt über verschiedenes Kapital, welches vererbt wird.

4.1 Bildungsformen

Wie bereits zuvor beschrieben ist Bildung die Basisdimension, die es erlaubt, unabhängig von der Herkunft oder der sozialen Lage seinen Gesellschaftsstatus zu verändern und zu verbessern. Aus diesem Grund lohnt sich ein genauerer Blick darauf, was unter Bildung zu verstehen ist.

Bildungserwerb bedeutet immer, sich Wissen, Kenntnisse und Fähigkeiten anzueignen und stellt ein hohes Gut unserer Gesellschaft dar. Durch Bildung unserer Selbst werden wir als Gesellschaftsmitglieder zu einer selbstbestimmtem Lebensführung befähigt.

Um dies gelingen zu lassen, muss ein Mensch verschiedene Entwicklungen durchlaufen. So bildet sich der Mensch zum einen innerhalb seiner Umwelt durch Erfahrung und Lernen aus. Dies geschieht idealerweise ohne Zwang, sondern aus sich ergebenden Situationen und unter Einbeziehung und Förderung aller Sinne. So müssen Kinder und Jugendliche lernen, wie sie mit äußeren Umständen und der Umwelt adäquat umgehen können um in sämtlichen Lebensbereichen handlungsfähig zu werden.

Zum anderen entsteht Bildung mittels Wissenserwerb. Hier lässt sich Bildung untergliedern in:

- Formelle Bildung: institutioneller Bildungserwerb innerhalb der Schule, Hochschule, Ausbildung mit Leistungsbewertung und Erwerb von Zertifikaten, in der Primär- und Sekundarstufe besteht die Schulpflicht.
- Nicht-formelle Bildung: sämtlicher Wissenserwerb der freiwillig statt findet.
- Informelle Bildung: zeichnet sich aus durch ungeplante Alltagssituationen und lebensweltliche Prozesse aus, die die Menschen dazu befähigt, sich in anderen (Bildungs-)Bereichen zurecht zu finden und in Kommunikation zu treten.20

4.2 Soziale Bildungsungleichheit

Ungleiche Bildung formuliert eine nicht einheitlich vorhandene Ausstattung mit kulturellem Kapital und sozialem Kapital. Es beschreibt den Erwerb davon, welcher unter sehr unterschiedlichen Bedingungen erfolgt und aufgrund dessen in der Regel eine ungleiche soziale Anerkennung dadurch erhalten wird.21 Schon in den 60er Jahren hatte man erkannt, dass sich die soziale Herkunft signifikant auf den Bildungserfolg auswirkt. So wurde festgestellt, dass Arbeiterkinder und einkommensschwache Familien höchst selten auf weiterführende Bildungsinstitutionen gelangen.22 Entsprechende Studien konnten dies eindeutig belegen, wie dargestellt in Kapitel 5.2.

5 Begriffsklärung der sozialen Chancenungleichheit

Chancenungleichheit als Begriff betrachtet meint, dass der Zugang zu Lebenschancen innerhalb einer Gesellschaft nicht für alle Menschen gleich verteilt ist. Hierdurch sind manche Menschen mehr Nachteilen ausgesetzt als andere, was in unserer Gesellschaft und auch in anderen Ländern als ungerecht empfunden wird. „Chancenungleichheit wird die über- oder unterdurchschnittliche Chance bestimmter Bevölkerungsgruppen bezeichnet, Vor- bzw. Nachteile zu erlangen.“23

Bereits Rousseau - ein großer Philosoph seiner Zeit - hat erkannt: die Menschen sind nicht nur unterschiedlich aufgrund ihrer äußeren Erscheinung. So schrieb er im Jahr 1755:

„Ich unterscheide in der menschlichen Art zwei Arten von Ungleichheit: die eine, die ich natürliche oder physische nenne,[…]; und die andere, die man moralisch oder politische nennen kann, weil sie von einer Art Konvention abhängt und durch die Zustimmung der Menschen begründet oder zumindest autorisiert wird. Die letztere besteht in den unterschiedlichen Privilegien, die einige zum Nachteil der anderen genießen – wie reicher, geehrter, mächtiger als sie zu sein oder sich sogar Gehorsam bei ihnen zu verschaffen.“24

Rousseau begreift nicht nur die Unterschiedlichkeit aufgrund der von Natur aus gegebenen Umstände, sondern auch die Unterschiedlichkeit innerhalb sozialer Gefüge und die Tatsache, dass diese von äußeren Umständen abhängig wie der Gunst durch andere und einer chancengleichen Erlangung von wertvollen Gütern. Dies kann als Ursache von Chancenungleichheit gesehen werden, wenn Abhängigkeitsstrukturen in einer Gesellschaft und soziale Stellungen in dieser (Vor- oder) Nachteile mit sich bringen, derer man zunächst keine Handlungsmöglichkeit entgegensetzen kann. Ist also eine soziale Ungleichheit gegeben, sollte für alle Menschen gleichermaßen die Chance darauf bestehen, dies ändern zu können. Doch es ist nicht der Fall, wenn bereits simple Ausgangslagen wie Beispielsweise die Herkunft, die Abstammung, der sozialökonomische Status, das Geschlecht, das Vorhandensein bestimmter sozialer Kontakte und Beziehungen oder entsprechende finanzielle Mittel zu besitzen bedeuten, über grundlegend unterschiedliche Ausgangslagen zu verfügen, derer man sich nicht entziehen kann. Sie geben einem scheinbar vor, wie der eigene Lebensweg beschritten werden soll und beeinflussen zunächst den Lebenslauf und die Möglichkeit, an Bildungspartizipation teilzuhaben.25

Besonders von Chancenungleichheit betroffen sind: Frauen gegenüber Männern zum Beispiel durch eine niedrigere Entlohnung in gleichen beruflichen Positionen, Kinder und Jugendliche sowie Mehrkindfamilien, Alleinerziehende, Migranten und Erwerbs- und Wohnungslose. Für diese Bevölkerungsgruppen besteht damit einhergehend ein hohes Risiko von Armut betroffen zu sein.26

[...]


1 Vgl. Grundgesetz I., 2019, Artikel 3.

2 Vgl. UN-Menschenrechtskonvention, 2019, S. 1.

3 Vgl. Bührer, W., 2007, S. 1-3.

4 Fratzscher, M., 2016, S. 9.

5 Vgl. Hradil, S., 2001, S. 15-25.

6 Hradil, S., 2001, S. 15.

7 Vgl. Hradil, S., 2001, S. 28-30.

8 Hradil, S., 2001, S. 30.

9 Vgl. Krause, D., 2011, S. 686.

10 Hradil, S., 2001, S. 30.

11 Vgl. Hradil, S. 2001, S. 29.

12 Vgl. Hradil, S., 2001, S. 31.

13 Vgl. Armuts- und Reichtumsbericht, 2017, S. 30.

14 Vgl. Hradil, S., 2010, S. 222.

15 Vgl. Hradil, S., 2010, S. 222-229.

16 Vgl. Rahmenprogramm empirischer Bildungsforschung, 2018, S. 9.

17 Vgl. UN-Menschenrechtskonvention, 1948, S. 5.

18 Vgl. Hradli, S., 2010, S. 218.

19 Geißler, R., 2014, S. 58.

20 Vgl. Münchmeier, R. et al., 2002, S. 4-5.

21 Vgl. Hradil, S., 2001, S. 90-91.

22 Vgl. Hradil, S., 2001, S. 164.

23 Korte, H., Schäfers, B., 2010, S. 213.

24 Rousseau, J.-J., 1984, S. 67.

25 Vgl. Brake, A., Büchner, P., 2012, S. 46-56.

26 Vgl. Hradil, S., 2001, S 27–46.

Details

Seiten
21
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783346022295
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v497682
Institution / Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg Heidenheim, früher: Berufsakademie Heidenheim
Note
1,5
Schlagworte
soziale ungleichheiten bildungschancen deutschland eine analyse lage verbesserungsmaßnahmen

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Titel: Soziale Ungleichheiten und Bildungschancen in Deutschland