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Pfund Sterling und Euro. Gegenüberstellung zweier Währungen

Akademische Arbeit 2019 19 Seiten

VWL - Finanzwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hintergrundinformationen

3. Eine vergleichende Analyse
3.1 Die Bedeutung des Pfund Sterlings und des Euro als Weltwährung
3.2 Die Entwicklung des Pfund/Euro Wechselkurses

4. Fazit

Literaturverzeichnis

Verzeichnis der elektronischen Quellen

Eidesstattliche Versicherung

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Reals BIP Wachstum pro Kopf

Abb. 2: Inflationsrate und Arbeitslosenquote

Abb. 3: Leistungsbilanz in % des BIP

Abb. 4: Bruttostaatsverschuldung in % des BIP

Abb. 5: Devisenkurse 01.01.2002 – 28.05.2019

1 . Einleitung

Das britische Pfund Sterling (Pfund), einst als besonders stabile Währung geprie- sen, wird spätestens seit der Finanzkrise 2008 ihrem Ruf nicht mehr gerecht. Bei einem Blick auf die junge Historie wird deutlich, dass die Brexit-Verhandlungen für Turbulenzen beim Pfund sorgen. Eine stabile Prognose auf die künftige Ent- wicklung dieser Währung abzugeben, ist derzeit kaum möglich.

Ziel dieser Arbeit ist es, das britische Pfund und den Euro unter diversen Gesichts- punkten zu analysieren. Hierzu wird zunächst im zweiten Kapitel untersucht, wel- che Institution die Währung steuert und welche Instrumente hierbei zur Verfügung stehen. Als Nächstes wird gezeigt, welche historischen Ereignisse sich auf das Pfund ausgewirkt haben. Um die Entwicklung beider Währungen besser zu verste- hen, werden wirtschaftliche Entwicklungen und Kennzahlen ab dem Jahr 2000 dar- gestellt. Im dritten Kapitel erfolgt die detaillierte Analyse beider Währungen. Zunächst wird hierbei die Rolle beider Währungen als Leitwährung in der Vergan- genheit untersucht. Anschließend wird gezeigt, wie sich die Währungen ab dem Jahr 2002 entwickelt und welche Ereignisse dabei einen Einfluss auf den Wechsel- kurs genommen haben. Die Arbeit schließt ab mit der Zusammenfassung der wich- tigsten Erkenntnisse.

Für die Bearbeitung der Aufgabenstellung setzt der Verfasser die qualitative Unter- suchungsmethode der Fachliteraturanalyse ein. In erster Linie werden hierzu wis- senschaftliche Fachpublikationen sowie Veröffentlichungen von nationalen und internationalen Wirtschafts- und Währungsinstitutionen verwendet. Ergänzend hierzu werden quantitative Analysen anhand von Datensätzen durchgeführt und in die Arbeit integriert.

2 . Hintergrundinformationen

Das Pfund dient als offizielle Währung für das Vereinigte Königreich (VK). Ge- steuert wird die Währung von der Bank of England, welche die Rolle als Zentralbank übernommen hat.1 Die Bank of England wurde im Jahr 1964 gegrün- det. Das Hauptziel der Zentralbank ist die Erhaltung der von der Regierung vorge- gebenen Inflationsrate in Höhe von 2 %. Für die Erreichung dieses Ziel werden währungspolitische Instrumente eingesetzt.2 Hierunter fallen explizit die Steuerung der Leitzinsen und das Betreiben von Anleihenankaufprogrammen.3

Die Währung des VK verließ den Goldstandard im September 1931. Infolge dessen resultierte ein sogenannter „Sterling Block“, da die meisten Kolonien ihre Währun- gen an das Pfund gekoppelt hatten. Im weiteren Verlauf traten auch weitere nicht- koloniale Länder dem Sterling Block bei.4 Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges brachen Länder sukzessiv den festen Wechselkurs mit dem Pfund.5 Durch die Ein- führung des Bretton-Woods-Systems wurde das Pfund an den US-Dollar gekop- pelt.6 Erst ab Juni 1972 ging das VK zu einem Floating beim Pfund über.7 Die nächste wichtige Station für das Pfund ist der Maastrichter Vertrag im Jahr 1992 gewesen, welcher unter anderem die Schaffung einer gemeinsamen Währung in der EU beabsichtigte. In diesem Zug erhielt das VK eine Opting-Out Klausel, welche eine freie Entscheidung über den Beitritt zur Währungsunion garantierte.8

Das VK ist ein Land, dessen Bruttoinlandsprodukt (BIP) stark durch den tertiären Sektor bestimmt wird. Der Anteil der Dienstleistungen am BIP belief sich 2017 auf ca. 80 %. Der industrielle Sektor ist für ca. 20 % des BIP verantwortlich gewesen. Der Anteil des primären Sektors lag 2017 unter einem Prozent und hat somit kaum eine Bedeutung für die Wirtschaft.9 Die drei wichtigsten Exportgüter sind Kraft- fahrzeuge, medizinische und pharmazeutische Produkte sowie mechanische Strom- erzeuger. Zu den wichtigsten Importwaren zählen ebenfalls Kraftfahrzeuge, medizinische und pharmazeutische Produkte und raffiniertes Öl.10 Die Mitglieder der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) sind wichtige Han- delspartner des VK. Während 2002 ca. 56 % des Exportvolumens mit der EWWU abgewickelt worden sind, hat sich dieses Verhältnis 2018 auf ca. 44 % reduziert. Bei den Importen ist das Verhältnis im selben Zeitraum von ca. 54 % auf ca. 47 % gesunken.11 Die folgenden Abbildungen fassen die wirtschaftliche Entwicklung des VK und der Eurozone seit dem Jahr 2000 zusammen.

Abb. 1: Reals BIP Wachstum pro Kopf

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: International Monetary Fund (2019), www.imf.org, (Excel-Tabelle 2).

Abb. 2: Inflationsrate und Arbeitslosenquote

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: International Monetary Fund (2019), www.imf.org, (Excel-Tabelle 2).

Abbildung 1 zeigt das reale BIP Wachstum pro Kopf. Zu Beginn des neuen Jahr- hunderts sind ähnliche Wachstumsraten zu beobachten. Zwischen 2002 und 2003 herrschte in der Eurozone eine Stagnationsphase, während im VK die Raten auf einem vergleichsweise gutem Niveau gehalten werden konnten. Ab 2004 lag die wirtschaftliche Entwicklung wieder näher beieinander. Nach der Finanzkrise wird erkennbar, dass die Eurozone zwar besser gestartet hat, aber mit dem Beginn der Eurokrise durch das VK deutlich abgehängt wurde. Seit 2015 liegen die Wachs- tumsraten im VK wieder unter denen der Eurozone.12

Die zweite Abbildung zeigt den Verlauf der Inflationsrate (IR) und Arbeitslosen- quote (ALQ). Die ALQ in der Eurozone lag bereits zu Beginn des Jahrhunderts deutlich über der ALQ des VK. Weiterhin lässt sich erkennen, dass die Finanzkrise sich stärker auf die Arbeitsplätze im VK ausgewirkt haben. 2018 war die ALQ in der Eurozone ca. doppelt so hoch. Bei der IR lässt sich beobachten, dass diese vor 2008 in der Eurozone nahezu durchgehend über der IR des VK gelegen ist. Mit Beginn der Finanzkrise hat sich dieses Verhältnis umgekehrt. Insbesondere in den Jahren 2010 und 2011 war das VK einer erhöhten IR ausgesetzt.13 Im Anschluss ist eine ähnliche Entwicklung der IR in beiden Ländern zu beobachten.

Abb. 3: Leistungsbilanz in % des BIP

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: International Monetary Fund (2019), www.imf.org, (Excel-Tabelle 2).

Abb. 4: Bruttostaatsverschuldung in % des BIP

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: International Monetary Fund (2019), www.imf.org, (Excel-Tabelle 2).

Deutlich größere Unterschiede sind in der Leistungsbilanz in % des BIP zu sehen, welche in der dritten Abbildung abgetragen ist. Während beide ab 2000 mit einem Defizit gestartet sind, hat die Eurozone bis 2007 bei den Importen und Exporten die Waage gehalten. Das VK hat bis 2007 ein steigendes prozentuales Defizit verzeich- net. Auch im weiteren Verlauf und insbesondere ab 2012 sind im VK höhere Lü- cken in der Leistungsbilanz zu sehen. In der Eurozone hingegen hat das Wachstum ab dieser Zeit stark zugelegt.14 Allerdings sollte bei dieser Analyse berücksichtigt werden, dass exportstarke Nationen wie Deutschland einen erheblichen Einfluss auf die Statistik haben und somit diese Statistik nicht unbedingt repräsentativ für alle Länder in der Eurozone ist.

Die Konsequenzen dieser Entwicklungen lassen sich in Teilen in der vierten Abbil- dung ablesen. Im Jahr 2000 lag die Bruttostaatsverschuldung in % des BIP in der Eurozone noch über 30 % als im VK. Diese Differenz wurde erstmalig 2005 unter- schritten. Mit Beginn der Finanzkrise ist ein starker Anstieg der Verschuldungs- quote im VK festzustellen. Seit 2017 ist die Bruttostaatsverschuldung in % des BIP im VK höher als in der Eurozone.15

3 . Eine vergleichende Analyse

3.1 Die Bedeutung des Pfund Sterlings und des Euro als Weltwährung

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war das Pfund die unangefochtene Leitwährung.16 Erst ab 1945 löste der US-Dollar die britische Währung ab. Grund dafür ist, dass die US-amerikanische Wirtschaft immer mehr an Macht gewonnen hatte und das VK mit hohen Schulden an die USA aus dem Zweiten Weltkrieg herausgegangen war.17 Die Einführung des Bretton-Woods-Systems, mit dem US-Dollar als Anker- währung, sorgte in den folgenden Jahrzehnten für die endgültige Unterordnung der britischen Währung.18 Nach der Jahrtausendwende hatte das Pfund keine praktische Relevanz mehr als Leitwährung. Im ersten Quartal 2002 lag der Anteil des Pfundes an den Währungsreserven bei 2,67 %, wobei der Euro mit 19,67 % eine heranwach- sende Bedeutung als Reservewährung gewonnen hatte. Im vierten Quartal 2018 konnte der Euro seinen Anteil auf 20,69 % steigern. Auch das Pfund konnte seinen Anteil seither auf 4,43 % steigern.19

[...]


1 Vgl. Bank of England (o. J), S. 1f., www.bankofengland.co.uk (Dokument 1).

2 Vgl. Bank of England (o. J), S. 2, www.bankofengland.co.uk (Dokument 2).

3 Vgl. Bank of England (o. J), S. 2, www.bankofengland.co.uk (Dokument 3).

4 Vgl. The National Archives (o. J.), S. 1, www.nationalarchives.gov.uk/ (Dokument 5 ).

5 Vgl. Schenk, Catherine (1994), S. 9.

6 Vgl. Kugler, Peter; Straumann, Tobias (2018), S. 3.

7 Vgl. Kugler, Peter; Straumann, Tobias (2018), S. 12.

8 Vgl. Adler-Nissen, Rebecca (2014), S. 5, www.researchgate.net (Dokument 11).

9 Vgl. Central Intelligence Agency (o. J.), S. 11 (Dokument 4).

10 Vgl. Office for national statistics (2019), S. 18, www.ons.gov.uk (Dokument 6)

11 Vgl. Office for national statistics (2019), www.ons.gov.uk (Excel-Tabelle 3).

12 Vgl. International Monetary Fund (2019), www.imf.org, (Excel-Tabelle 2).

13 Vgl. International Monetary Fund (2019), www.imf.org, (Excel-Tabelle 2).

14 Vgl. International Monetary Fund (2019), www.imf.org, (Excel-Tabelle 2).

15 Vgl. International Monetary Fund (2019), www.imf.org, (Excel-Tabelle 2).

16 Vgl. Körner, Kevin; Winkler, Franziska (2017), S. 3, www.dbresearch.de (Dokument 7).

17 Vgl. Frankel, Jeffrey; Chinn, Menzie (2008), S. 1f., www.nber.org (Dokument 8).

18 Vgl. Herr, Hansjörg et al. (2018), S. 692, www.wirtschaftsdienst.eu (Dokument 9).

19 Vgl. International Monetary Fund (2019), www.imf.org (Excel-Tabelle 4).

Details

Seiten
19
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783346015006
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v498139
Institution / Hochschule
Hochschule RheinMain – Wiesbaden Business School
Note
1,7
Schlagworte
Pfund Euro Währungen Brexit Eurozone Pound Leitwährung

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