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Leseförderung in der Grundschule. Die Bedeutung des Lesens für Schule und Freizeit

Hausarbeit 2016 19 Seiten

Pädagogik - Leseerziehung

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Einführung
2.1 Begriffsklärung „Lesen“ und „Lesekompetenz“
2.2 Die Bedeutung des Lesens

3. Lesesozialisation – literarische Sozialisation
3.1 Begriffsklärung „Lesesozialisation“
3.2 Familie
3.3 Schule

4. Diagnostik
4.1 Vergleichsarbeiten (VERA)
4.2 STOLperwörter-LEsetest (STOLLE)

5. Methoden der Leseförderung
5.1 Anforderungen an die Lehrkräfte
5.2 Institutionelle Voraussetzungen
5.3 Lesespiele
5.4 Vorlesen – Vortragen

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Fähigkeit Lesen zu können gilt als Eintrittskarte zum Erfolg. Manche Menschen lesen gerne Romane, andere lediglich die Tageszeitung, wieder andere begnügen sich mit SMS oder Postkarten aus Urlauben ihrer Bekannten und Freunde. Ohne die sichere Beherrschung der Schriftsprache ist eine Bewältigung des Alltages daher sehr anstrengend und mühsam. Gerade im Zeitalter des Internets ist es bereits für Kinder kaum möglich soziale Kontakte zu pflegen, ohne die Welt der Buchstaben beherrschen zu können. WhatsApp, Emails und andere Chatrooms werden sowohl von Kindern als auch von Erwachsenen genutzt und fordern die Lesefähigkeit als ein grundlegendes Kulturwerkzeug ein. Somit ist die Fähigkeit des Lesens der Schlüssel zum gesellschaftlichen und auch beruflichen Leben. Die Förderung des Lesens und Schreibens hat daher einen hohen Stellenwert eingenommen und wird stets weiterentwickelt.

Die PISA-Studie (Programme for International Student Assessment) im Jahr 2000 mit dem Schwerpunkt der Lesekompetenz verdeutlichte, dass Deutschland im internationalem Vergleich durchaus hinterherhinkt. Die Fähigkeiten der Schüler lagen dabei unterhalb des Durchschnittwertes der teilnehmenden OECD-Länder.

Aufgrund dieser, durch PISA herauskristallisierten und stets aktuellen Lesedefizite und der enormen gesellschaftlichen Stellung des Lesens, bedarf es intensiver Fördermaßnahmen in diesem Kompetenzbereich (vgl. Franke-Zöllmer & Gläser, 2005, 7). Deshalb widmet sich diese Arbeit der Leseförderung in der Grundschule.

Zunächst werden die Begrifflichkeiten: Lesen und Lesekompetenz erläutert und definiert, um darauf aufbauend die Bedeutung des Lesens zu ermitteln. Anschließend wird die literarische Sozialisation im Rahmen der Schule und der Familie in den Blick genommen, bevor ein kurzer Überblick über die Diagnostik erfolgt. Das Hauptaugenmerk liegt auf möglichen Methoden der Leseförderung, welche daraufhin erläutert und mit Aspekten der Sozialisation und Diagnostik in Verbindung gesetzt werden.

2. Einführung

2.1 Begriffsklärung „Lesen“ und „Lesekompetenz“

Um eine Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten der Leseförderung gewährleisten zu können, ist es zunächst notwendig, die Begriffe des Lesens und der Lesekompetenz genauer zu betrachten.

Nach Kainz ist Lesen „das verstehende Aufnehmen von schriftlich fixierten Sprachfügungen, somit die auf Grund der erworbenen Kenntnis der Schriftzeichen vollzogene Tätigkeit des Sinnerfassens graphisch niedergelegter Gedankengänge“ (Kainz, 1956, 162).

Kainz Definition beinhaltet das Zusammenspiel verschiedener Komponenten innerhalb des Lesevorganges. Einerseits die Sinnerfassung der Sprachinhalte, also das Verstehen der Textinhalte und andererseits die Technik des Entschlüsselns von Schrift. Erst die Zusammensetzung des Verstehens und die Beherrschung der Grundfähigkeit, der Technik, führen dazu, dass Lesen als „verstehendes Aufnehmen von schriftlich fixierten Sprachfügungen“ (Kainz, 1956, 162), gewährleistet werden kann.

Da sich hinter dem Begriff des Lesens ein solch komplexer Vorgang verbirgt, ist es notwendig, Kinder bei der Entwicklung von Lesefähigkeit wirkungsvoll zu unterstützen. Lehrerinnen und Lehrer stellen sich der Herausforderung, aus Schülerinnen und Schülern kompetente Leserinnen und Leser zu machen. Was sich hinter dem Begriff der Lesekompetenz verbirgt, wird daher im Folgenden erläutert.

Seit der Veröffentlichung der PISA-Studie hat der Begriff der Lesekompetenz in fachdidaktischen Diskussionen an Bedeutung gewonnen. Laut der PISA-Kommission versteht man unter Lesekompetenz, „die Fähigkeit, geschriebene Texte zu verstehen, zu nutzen und über sie zu reflektieren, um eigene Ziele zu erreichen, das eigene Wissen und Potential weiterzuentwickeln und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen“ (OECD, 2000, 23).

Die Fähigkeit der Lesekompetenz ist demnach eine Weiterentwicklung der Lesefähigkeit. Das Gelesene soll also verinnerlicht und im Alltag angewandt werden. Demzufolge ist das Lesen eine wichtige Fähigkeit, welche im Alltag unabdingbar zu sein scheint.

2.2 Die Bedeutung des Lesens

Wenn Kinder oder auch Erwachsene daran zweifeln, ob sich das Lesen und die damit verbundenen Mühen auch lohnen, werden Sie gegebenenfalls darüber erstaunt sein zu erfahren, was für ein Prozess das Lesen ist und was es bedeutet Lesen zu können. „Wer liest, lernt denken“ (Bardola, 2015, 8).

Bardola vertritt die Ansicht, dass man durch das Lesen von Texten abstrahieren lernt. Wir setzen unsere Wünsche und Sorgen, Hoffnungen und Zweifel in neue Zusammenhänge, lassen Situationen, die uns unmittelbar überfordern, von erdachten Figuren durchspielen. Die auf diese Weise gewonnene Distanz hilft uns, die eigene Wirklichkeit schärfer zu sehen (vgl. ebd.). Somit scheint das Lesen eine Fähigkeit zu sein, die über die Kommunikation hinaus eine enorme Wichtigkeit für das Leben besitzt. Durch das Lesen erlernen Schüler/innen das eigene Erleben aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und entwickeln sich somit nicht nur auf der kognitiven Ebene, sondern auch auf der sozialen und emotionalen Ebene weiter.

„Wer liest, erlebt mehr. Indem wir den Kindern den Weg zum Lesen weisen, schenken wir ihnen weit mehr als Unterhaltung oder Wissen. Wir schenken ihnen die Welt. Schöne Aussichten für kleine Abenteuer“ (ebd., 9).

Hinsichtlich dieser Aussage stellt sich die Frage, wer dafür verantwortlich ist, den Kindern den Weg zum Lesen zu weisen. Aus diesem Grund wird nachfolgend der Blick auf die Lesesozialisation, sowohl in der Schule als auch im Elternhaus gelenkt.

3. Lesesozialisation – literarische Sozialisation

3.1 Begriffsklärung „Lesesozialisation“

Lesesozialisation ist laut Phillip, „kein für alle Heranwachsenden gleich ablaufender Prozess; sie hängt von Merkmalen wie Geschlecht, sozialer Herkunft, den Anregungen durch die Umwelt und dem Zusammenspiel dieser Faktoren ab“ (Philipp, 2011, 22).

Inwieweit diese individuellen und sozialen Faktoren das Lesenlernen beeinflussen, wird anschließend erläutert.

3.2 Familie

Das Erste, was ein Kind auf dem Weg zum guten und begeisterten Leser braucht, ist der richtige familiäre Hintergrund. Dann wird es sehr wahrscheinlich das Lesen lernen wollen, und dieses Wollen ist die erste Voraussetzung, um ein guter Leser zu werden (vgl. Buchner, 2003, 22).

Auch Groeben geht davon aus, dass die Familie die wichtigste Vermittlerin von Lesekompetenz darstellt. „Auf die Entwicklung der Individuen wirkt sie nicht nur am frühesten, sondern auch am nachhaltigsten, da ihre Einflüsse alltäglich, diffus und ungeplant sind“ (Hurrelmann, 2009, 138).

Die Familie trägt demnach noch vor Schulbeginn die Verantwortung für die Lesesozialisation der Kinder. Das ritualisierte Vorlesen oder gemeinsame Ausflüge in die Stadtbibliothek sind empfehlenswert, da die Lesesozialisation bereits im Kleinkindalter einsetzt. Laut Groeben fördern „die Gespräche mit den Eltern über Gelesenes (…), die Breite gemeinsamer Leseinteressen, die Häufigkeit gemeinsamer Lesesituationen und der Besuch von Buchhandlungen und Bibliotheken zusammen mit den Eltern nachweislich Lesefreude, -dauer und -häufigkeit der Kinder“ (ebd. 138ff.)

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Details

Seiten
19
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783346008664
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v498211
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen – Germanistik
Note
1,7
Schlagworte
Leseförderung Grundschule Lesen Bedeutung Schule Freizeit Grundschule Leseförderungen Fördern Schreiben

Autor

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Titel: Leseförderung in der Grundschule. Die Bedeutung des Lesens für Schule und Freizeit