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Sind Assessmentinstrumente eine Notwendigkeit der professionellen Pflege ?

Akademische Arbeit 2016 16 Seiten

Gesundheit - Pflegewissenschaft - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung:

2 Definition von Assessmentinstrumenten:
2.1 Geschichtlicher Werdegang von Assessmentinstrumenten:
2.2 Konzepte und Methoden:
2.3 Gütekriterien von Assessmentinstrumenten:
2.4 Pro und Contra von Assessmentinstrumenten:

3 Schmerz-Definition:
3.1 Anwendbarkeit von Güterkriterien auf ein Assessmentinstrument anhand der Numerischen-Rating-Skala (NRS):

4 Fazit:

5 Quellenangaben
5.1 Internetquellen:
5.2 Literaturquellen:

6 Eigenständigkeitserklärung

7 Genderklausel

1 Einleitung:

In der Pflege finden zunehmend Assessmentinstrumente ihren Einsatz und sind daher aus der täglichen Praxis nicht mehr weg zu denken. Das Interesse, Pflegeprozessen mehr Struktur, System, Verständlichkeit und Begründbarkeit zu verleihen ist in den vergangenen Jahren enorm gestiegen, woraufhin die Pflegewissenschaft sich vermehrt mit dem Thema Assessmentinstrumente im Bereich der Pflege befasst hat.

In dieser Hausarbeit geht es im Folgenden, um die allgemeine Klärung des Begriffes Assessmentinstrumente. Dazu werden Fragen beantwortet wie: Welchen geschichtlichen Hintergrund haben Assessmentinstrumente und ab wann spielten diese eine Rolle für die Pflege? Wie werden Sie definiert? Welche Fakten gibt es über Assessmentinstrumente? Auf welche Konzepte und Methoden beruhen sie? Sowie die Klärung der Fragen: welche rechtlichen Grundlagen und welche Gütekriterien unterliegen Assessmentinstrumente? Was müssen Sie erfüllen um wissenschaftlich beständig sein zu können?

Darüber hinaus wird dargestellt was im Allgemeinen für und gegen Assessmentinstrumente in der Pflege spricht und in einer Gegenüberstellung vorgestellt, um die Bildung einer wissenschaftlich fundierter Meinung sicher stellen zu können.

Ebenso wird der Begrifflichkeit des Schmerzens eine Definition gegeben.

Im Anschluss soll an einem Assessmentinstrument geprüft werden, ob dieses den geforderten Standards und Ansprüchen genügt. Ich werde für diese Überprüfung die Numerische-Rating-Skala (im Folgenden nur noch NRS genannt) nutzen.

Abschließend wird diese Hausarbeit mit einem Fazit vollendet und die zu Beginn gestellte Frage, ob Assessmentinstrumente eine Notwendigkeit für die professionelle Pflege darstellen und somit unabkömmlich sind, beantwortet.

2 Definition von Assessmentinstrumenten:

Der Begriff „Assessment“ kommt aus dem Englischen von to assess = einschätzen, beurteilen1.

Assessments als Einschätzungsverfahren in der Pflege sind Teil der Pflegediagnostik und Pflegeevaluation, welche zur Erfassung des Pflegebedarfs führen. Assessmentinstrumente richten ihren Blick auf die wesentlichen Punkte eines Pflegephänomens, dass zu beschreiben ist und der potenziellen Konsequenz daraus. Durch die Einschätzung des aktuellen Pflegephänomens kann möglicherweise, je nach Bewertung durch den Pflegenden, sich ein Handlungsbedarf ableiten lassen und somit in nachfolgenden Pflegehandlungen mit eingebracht werden2.

Eine individuelle Einschätzung des Patientenzustandes ist unabkömmlich, um eine speziell für den Patienten ausgelegte Pflege zu gewährleisten. Seit Einführung der Expertenstandards in der Pflege seitens des DNQP (Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege) ist die Anwendung von standardisierten Assessmentinstrumenten immer häufiger geworden.3

Sie geben Aufschluss über Aspekte der Pflegebedürftigkeit und gleichzeitig können damit Risikoeinschätzungen vorgenommen werden. Sie dienen außerdem dazu, den pflegerischen Prozess zu erleichtern und Pflegephänomene zu erfassen.

In der Pflegepraxis kommen Assessmentinstrumente in erster Linie als Skalen oder als kurze Checklisten zur Anwendung.

Die Handhabung der meisten Instrumente ist sehr einfach. Damit ein großer Schreibaufwand entfällt, sind die meisten Einschätzungsverfahren so angelegt, dass der Anwender nur das zutreffende Merkmal ankreuzen muss. In der Regel werden die Kreuze in Zahlen umgewandelt, sodass sich dann mit diesen ein messbares Ergebnis erzielen lässt, um ein für jeden schnell verständliches Ergebnis zu erhalten und ablesbar zu machen.

2.1 Geschichtlicher Werdegang von Assessmentinstrumenten:

Im Laufe der Zeit entstand der Wunsch, Patienten schneller und effektiver, im Hinblick auf die pflegefachliche Relevanz und Pflegeplanung, einordnen zu können. Das Anliegen, die Pflege zu professionalisieren, ist daher bis Mitte des 20. Jahrhunderts zurückzuführen, wo die ersten Assessmentinstrumente entstanden sind.

Zu Beginn fanden diese jedoch kaum Beachtung, da sie nicht die erhoffte Effizienz erzielten4.

Die Wende kam 1990, seither lässt sich ein stetiger Anstieg der Anwendungen von Assessmentinstrumenten in der Pflege verzeichnen5.

Es gibt zurzeit rund 200 verschiedene Assessmentinstrumente, die in der Praxis eingesetzt werden, davon finden jedoch 85% zur Erfassung eines Dekubitusrisikos Ihren nutzen6. Auf Deutschland bezogen kann man sagen, dass die Entwicklung von Risikoskalen sehr beliebt ist.

Der Werdegang von Assessmentinstrumenten steht allerdings noch am Anfang ihres schon lange beständigen Daseins. Das liegt daran, dass viele Faktoren – insbesondere die Wissenschaft und Technik – in der Praxis solide ineinander greifen müssen. Aufgrund dieser Komplexität und Aufwendigkeit sind die Fortschritte nur etappenweise zu verzeichnen.

2.2 Konzepte und Methoden:

Am Anfang stellen sich bestimmte Fragen, welche die Auswahl, die Durchführung und die Bedeutung des Assessmentinstruments darstellen. Sie können sich auf bestimmte Schritte des Pflegeprozesses beziehen und im häuslichen als auch im stationären Bereich ihre Anwendung finden7.

Zunächst ist es immer von Bedeutung zu wissen, ob man das Assessmentinstrument einmal, erstmals oder zum wiederholten Male benutzt8.

Bei einem Assessmentinstrument, das einmalig benutzt wird, erfasst man einen aktuellen Wert des Zustands, welcher nur unikal benötigt wird und demnach nicht zu wiederholen ist. Assessmentinstrumente, die erstmalig benutzt werden dagegen, beschreiben einen Wert der zum ersten Mal erfasst wird, um ihn dann unter Umständen mit sich wiederholenden Assessmentinstrumenten evaluieren zu können (z.B. in einer Verlaufskontrolle).

Es gilt die Frage zu beantworten in welcher Zielgruppe der Patient einzuordnen ist, also in welchen Anwendungsbereich es den Patienten einzuschätzen gilt. Bei Bettlägerigkeit könnte es beispielsweise eine Einschätzung in Bezug auf ein Pneumonierisiko sein.

Grundsätzlich können drei Zentrale Formen von Assessmentinstrumenten unterschieden werden:

Bei den einen handelt es sich um die sogenannten umfassenden Assessmentinstrumente. Diese gleichen einer Vollanamnese, was bedeutet, dass alle pflegerelevanten Daten zu erfassen sind, beispielsweise: Ressourcen, soziokultureller Hintergrund/Biografie oder Lebenssituation und allgemeiner physischer/psychischer Zustand mit dem individuellen Kontext

Bei den anderen handelt es sich um die sogenannten fokussierten Assessmentinstrumente, die wiederum die umfassenden Assessmentinstrumente ergänzen können.

Hierbei geht es punktuell um konkrete Aspekte eines Pflegephänomens, das in den Mittelpunkt gestellt wird. Diese dienen also als tiefgehende Informationssammlung, als Ergänzung oder als Verlaufskontrollen, wie zum Beispiel Skalen zur Erfassung des Dekubitusrisikos nach Norten und Braden9. Sie sind genauer, aber auch zeitaufwändiger in der Durchführung.

Die dritte Zentrale Form der Assessmentinstrumente sind die Screening-Instrumente. Sie finden ihre Verwendung um zu einer ersten groben Einschätzung zu gelangen. Dabei wird auch eine höhere Fehlerquote in Kauf genommen, wird ein positives Ergebnis erzielt, finden weitere, genauere Untersuchungen statt10.

Bei Assessmentverfahren kann es hilfreich sein im Gespräch den Patienten offene Fragen zu stellen, um ein besseres Verständnis für individuelle Gesundheits- beziehungsweise Krankheitsprobleme sowie Verhaltensweisen des Patienten zu erreichen. Dabei ist es wichtig, dass der Patient Erlebtes aus seiner Sicht und mit seinem Empfinden schildert, um patientenbezogen handeln zu können.

Nur der Patient kann die Erfahrungen seines Erlebten selbst am besten deuten und somit den Pflegenden Kund geben. Letztendlich bringt die Frageform, nämlich offene Fragen, die Individualität des Individuums am besten zum Vorschein.

[...]


1 vgl. Studienbrief APP 2 – Das Assessment als Teil der Pflegediagnostik

2 vgl. Urban & Fischer Verlag, 6. Auflage, Buchseite 307

3 vgl. http://www.epa-cc.de/files/content/Downloads/Gerdes_2011_Facharbeit.pdf

4 vgl. Studienbrief APP 2 – Das Assessment als Teil der Pflegediagnostik

5 vgl. Urban & Fischer Verlag, Auflage 6, Buchseite 311

6 vgl. Studienbrief APP 2 – Das Assessment als Teil der Pflegediagnostik

7 vgl. Studienbrief APP 2 – Das Assessment als Teil der Pflegediagnostik

8 vgl. Studienbrief APP 2 – Das Assessment als Teil der Pflegediagnostik

9 vgl. Studienbrief APP 2 – Das Assessment als Teil der Pflegediagnostik

10 vgl. Pflege Heute, Urban und Fischer Verlag, 6. Auflage, Seite 310

Details

Seiten
16
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783346018342
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v498760
Institution / Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule
Note
1,3
Schlagworte
Pflege Pflegewissenschaft Assessment Assessmentinstrumente professionelle Pflege Pflegetheorien

Autor

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