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Betäubungsmittelkriminalität. Ist Ecstasy eine Droge spezieller Konsumenten?

Akademische Arbeit 2018 23 Seiten

Jura - Strafprozessrecht, Kriminologie, Strafvollzug

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Historischer Rückblick

3. Ecstasy und seine Wirkung auf den Körper7
3.1 Körperliche Auswirkung
3.2 Psychische Auswirkung

4. Gesetzesgrundlage anhand des BtMG

5. Statistiken und aktuelle Lagebilder

6. Ecstasy und ihre Konsumenten
6.1 Einblick in die Kultur Techno
6.2 Ecstasy in der Techno-Szene
6.3 Der Mischkonsum mit anderen Drogen

7. Fazit

8. Literatur- und Quellenverzeichnis

1.Einleitung

Rauschgiftkriminalität zählt zu der sogenannten Kontrollkriminalität, die in der Regel von Strafverfolgungsbehörden bei Kontrollmaßnahmen festge- stellt wird. Bei Delikten gegen das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) gibt es kein Opfer, da Rauschgiftkriminalität sowohl für den Dealer, der die Droge verkauft, als auch für den Konsumenten, der die Droge einnimmt, keine Nachteile bietet. Der Dealer erhält für den Verkauf des Rauschgiftes meist Geld vom Konsumenten und der Konsument im Gegenzug die Droge. Es liegt also im Interesse beider Parteien, dass es nicht zu einer Strafverfolgung durch die staatlichen Behörden oder die Justiz kommt. Das bedeutet, dass die Delikte der Rauschgiftkriminalität in der Regel der Polizei nur aufgrund eigener Tätigkeiten bekannt werden und auch nur dann verfolgt werden können. Somit haben die Kontrollmaßnahmen der Strafverfolgungsbehör- den einen enormen Einfluss auf die Zahl der registrierten Rauschgiftdelikte.

Laut dem Bundeslagebild des Bundeskriminalamtes vom Jahr 2016 ist ein Anstieg der Rauschgiftdelikte um 7,1 % gegenüber dem Vorjahr erkennbar.1

Die Statistik beinhaltet einen Zeitrahmen von 4 Jahren. Generell ist ersicht- lich, dass seit 2012 ein kontinuierlicher Anstieg von Rauschgiftdelikten zu verzeichnen ist.

Dieser Anstieg ist auch bei der Droge Ecstasy deutlich erkennbar. Wurdenc 2015 lediglich 967.410 Ecstasy Tabletten sichergestellt, waren es im Jahr 2016 bereits 2.218.050 Ecstasy Tabletten. Das entspricht einem Anstieg von 129,3 % der sichergestellten Gesamtmenge.2

Das könnte zum einen daran liegen, dass es zu einer hohen Sicherstellung bzw. Beschlagnahme seitens der Strafverfolgungsbehörden gekommen ist, aber auch an einer zunehmenden Popularität dieser Droge.

Der Verfasser dieser Hauptseminararbeit beschäftigt sich aufgrund der an- zunehmenden Steigerung der Popularität mit der Droge Ecstasy, ihrer Histo- rie sowie der Auswirkung von Ecstasy auf den Körper und die Psyche des Menschen. Zudem wird die Gesetzesgrundlage in Deutschland anhand des Betäubungsmittelgesetzes kurz erläutert und dargestellt. Es soll außerdem ein Blick in aktuelle Statistiken und Lagebilder in Bezug auf die Droge Ecs- tasy genommen werden um, wie bereits oben erwähnt, die Aktualität dieser Droge zu erläutern.

Im nächsten Schritt wird erörtert ob die Droge Ecstasy einen speziellen Konsumentenkreis anspricht. Hier soll insbesondere die Technoszene be- leuchtet werden, da Ecstasy vielmals mit dieser in Verbindung gebracht wird.3

Dazu soll zunächst die Kultur Techno beschrieben werden, um einen Ein- blick über Techno und die dazugehörige Szene zu bekommen. Ferner soll erläutert werden ob es sich bei Ecstasy wirklich um eine Partydroge speziell in der Technoszene handelt. Darüber hinaus soll der sogenannte Mischkon- sum erörtert werden der immer wieder genannt wird, wenn es um das The- ma Drogen geht.

Ziel des Verfassers ist es schlussendlich darzustellen ob es sich bei der Dro- ge Ecstasy um eine Droge spezieller Konsumenten handelt, insbesondere in Bezug auf die Partyszene, oder ob Ecstasy im Laufe der Jahre von der Ge- sellschaft nur als solche eingestuft wurde.

2. Historischer Rückblick

3,4-Methylendioxy-N-methylamphetamin kurz MDMA, auch bekannt als Ecstasy, gehört strukturell zur Gruppe der Amphetamine. Obwohl MDMA chemisch betrachtet zu den Amphetaminen gehört, wird es einer neueren Gruppe psychoaktiver Verbindungen, der Entaktogene, zugeordnet.4

Erstmals synthetisiert wurde MDMA bereits im Jahre 1898.5 Synthetisieren bedeutet, dass in einem Labor verschiedene Stoffe durch die Reaktion be- stimmter Elemente oder Moleküle miteinander hergestellt werden.

Bis 1912 fiel MDMA nicht weiter auf. Im Jahre 1912 gelang es der deut- schen Firma Merck mit Sitz in Darmstadt MDMA aus den Stoffen Me- thamphetamin und Safrol zu synthetisieren. 1914 wurde MDMA patentiert jedoch nie vermarktet.6

Daraufhin wurde es erneut ruhig um MDMA. Erst Jahre später trat es wie- der in Erscheinung.

In den 50er Jahren, als die US-Armee mit verschiedenen Drogen experimen- tierte, tauchte MDMA wieder auf. Damals untersuchte das US-Militär Hal- luzinogene um sie als Wahrheitsdroge, zum Beispiel, in Verhören zu ver- wenden. Zu dieser Zeit wurde MDMA anhand von Tierexperimenten getes- tet. Ob es am Menschen getestet wurde kann jedoch bis heute nicht nach- gewiesen werden.7

Erneut aufgetaucht ist MDMA 1978, als der Chemiker Alexander Shulgin dieses in Laboren synthetisierte und selbst ausprobierte.8 Shulgin erforschte psychedelische Drogen, vor allem um therapeutisch nutzbare Substanzen zu finden. Ihm ging es um ein Medikament zur Unterstützung von Psychothe- rapien.

Daraufhin wurde in Kalifornien MDMA auch in der Therapeuten-Szene eingesetzt und zwar unter dem Namen ADAM.9

Anfang der 80er Jahre verbreitete sich MDMA jedoch als Droge. Zunächst aber nur als Straßendroge. Später unter Studenten, Hippies und auch in der Homosexuellen-Szene.

In diesem Zeitraum wurde MDMA auch bekannt unter dem Namen „Ecsta- sy“. Diese Bezeichnung von MDMA geht auf einen Drogendealer zurück, der sich den Namen Ecstasy (Ekstase) aus Verkaufstechnischen Gründen einfallen ließ.10

Bis zu diesem Zeitraum war Ecstasy, außer in England, legal erwerbbar. Erst 1986 wurde Ecstasy in den Anhang I für psychotrope Substanzen des Betäubungsmittelgesetzes aufgenommen und somit in Deutschlang illegal.11

3. Ecstasy und seine Wirkung auf den Körper

3.1 Körperliche Auswirkung

Da Ecstasy-Tabletten nicht immer die gleichen Substanzen beinhalten und somit auch nicht immer die gleiche Wirkung auf den Körper oder die Psy- che entsteht, ist es nicht möglich eine generelle Aussage darüber zu treffen, wie Ecstasy sich auf den Gesamtzustand des Körpers auswirkt. Daher wird sich dieser Teil der Hauptseminararbeit auf eine Verallgemeinerung, bezo- gen auf den Großteil der zu erwerbenden Ecstasy-Pillen, beziehen.

20 bis 60 Minuten nach Einnahme der Ecstasy-Tablette treten die psycho- tropen Wirkungen von MDMA auf.

Erste auftretende Wirkungen können sein:

-Übelkeit
-geweitete Pupillen
-Schweißausbrüche
-Schwindel

Typisch für MDMA ist die Mundtrockenheit, das Kieferklemmen (Trismus) und das Zähneknirschen (Bruxismus). Auch ein beschleunigter Herzschlag, der als Herzrasen wahrgenommen wird, tritt in dieser Zeit vermehrt auf.12

Sodann folgt ziemlich schnell der sogenannte Hauptrausch und die ange- nehme Wirkung von MDMA entfaltet sich. Den Körper des Konsumenten durchfließt ein Strom von Energie. Die Müdigkeit, das Hungergefühl sowie das Durstgefühl des Körpers lassen nach.

Wissenschaftlichen Abhandlungen gehen davon aus, dass beim Konsum von MDMA alle Warnsignale des Körpers abgeschaltet werden.13

3.2 Psychische Auswirkung

In erster Linie wird nach dem Konsum von MDMA die Kommunikationsbe- reitschaft und das gesteigerte Kontaktbedürfnis zu anderen Menschen in den Vordergrund gestellt. Es findet eine verstärkte Empathie, Akzeptanz und Verständnis für Andere statt. Man fühlt sich mit seinem Gegenüber verbun- den. Dabei entstehen Glücksgefühle und Aggressionen gelten als völlig ab- geschaltet.14

MDMA ist ein sogenannter Gefühlsverstärker. Die Wirkung von MDMA auf die Psyche des Konsumenten ist also abhängig von der Einstellung der Person und auch von der Stimmungslage.

Es ist durchaus möglich, dass der Konsument nicht nur von Glückshormo- nen überflutet wird. Auch genau das Gegenteil kann eintreten.

Möglich ist, dass bei dem Konsumenten von MDMA psychische Störungen auftreten können. Meist ist die Rede von Ängstlichkeit, Depressivität oder auch von emotionaler Instabilität.15

4. Gesetzesgrundlage anhand des BtMG

In Deutschland ist, wie bereits oben beschrieben, MDMA seit 1986 illegal.

Gemäß §1 Absatz 1 BtMG sind die in den Anlagen I bis III aufgeführten Stoffe nach Zubereitung Betäubungsmittel.

[...]


1 Bundeskriminalamt (2016): Rauschgiftkriminalität Bundeslagebild 2016. Wiesbaden: Bundeskriminalamt, S. 3 (künftig zitiert: BKA, Rauschgiftkriminalität Bundeslagebild 2016)

2 BKA, Rauschgiftkriminalität Bundeslagebild 2016, S. 17

3 Parnefjord, R. (2005): Das Drogentaschenbuch. Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG, S. 47

4 Parnefjord, R. (2005): Das Drogentaschenbuch. Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG, S.47

5 Poethko-Müller, C: Ecstasy – Steckbrief http://www.gesundheitsamt.de/alle/sucht/stoffe/hallu/ecst/steckb.htm

6 Parnefjord R. (2005): Das Drogentaschenbuch. Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG, S. 46

7 Daumann, J. / Gouzoulis-Mayfrank, E. (2015): Amphetamine, Ecstasy und Designerdro- gen. Stuttgart: W. Kohlhammer GmbH, S. 36

8 Daumann, J. / Gouzoulis-Mayfrank, E. (2015): Amphetamine, Ecstasy und Designerdro- gen. Stuttgart: W. Kohlhammer GmbH, S. 36

9 Daumann, J. / Gouzoulis-Mayfrank, E. (2015): Amphetamine, Ecstasy und Designerdro- gen. Stuttgart: W. Kohlhammer GmbH, S. 36-37

10 Daumann, J. / Gouzoulis-Mayfrank, E. (2015): Amphetamine, Ecstasy und Designerdro- gen. Stuttgart: W. Kohlhammer GmbH, S.37

11 Ebd.

12 Parnefjord, R. (2005): Das Drogentaschenbuch. Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG, S.48

13 Daumann, J. / Gouzoulis-Mayfrank, E. (2015): Amphetamine, Ecstasy und Designerdro- gen. Stuttgart: W. Kohlhammer GmbH, S. 68

14 Parnefjord, R. (2005): Das Drogentaschenbuch. Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG, S. 47-48

15 Daumann, J. / Gouzoulis-Mayfrank, E. (2015): Amphetamine, Ecstasy und Designerdro- gen. Stuttgart: W. Kohlhammer GmbH, S. 74

Details

Seiten
23
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783346033369
ISBN (Buch)
9783346033376
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v499052
Institution / Hochschule
Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen; Köln
Note
1,3
Schlagworte
Betäubungsmittel Kriminalistik Ecstasy Techno Polizei Drogen

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