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Intersektionalität. Welche Ungleichheiten können im Bildungssystem aufgrund von Diskriminierungsformen auftreten?

Hausarbeit 2018 13 Seiten

Pädagogik - Pädagogische Soziologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung zur Schule

2. Intersektionalität
2.1. Begriffserläuterung
2.2. Diskriminierungsformen

3. Fazit und Ausblick

4. Quellenverzeichnis

1. Einleitung zur Schule

Die Aufgabe der Schule ist es Jungen und Mädchen auf das Erwachsenenleben vorzubereiten, mithilfe pädagogischen Mitteln und Wissensvermittlungen. Dies erfordert eine Anpassung an die gesellschaftlichen Bedingungen und Gegebenheiten. Schule ist Erfüllungsort der Erwartungen der Gesellschaft, sowie Produktionsort späteren Teilnehmern der Erwachsenenwelt, dies hat allerdings auch seine Nachteile die im späteren verlauf detailliert werden.Es geht in der Schule nicht nur um das lernen bestimmtes Fachwissens, wie zum Beispiel Mathe, Deutsch und Englisch usw., sondern auch um die persönliche Beziehung zwischen den Schülern und Lehrern und die jeweilige Entwicklung, dies ist der eigentliche Bildungsprozess in der Schule. Der Begriff der „Schule“, stellt nicht das Gebäude dar sondern ist eine Zusammenfassung von Prozessen formaler Ausbildungen von Personen, wie Lehrer, Schulpsychologen, Schulverwalter, Bildungspolitiker, etc., alle Beteiligten vollziehen also ihren eignen Lernprozess hierbei (Vgl. Gesser 2004, S.3).Wichtig ist auch, dass die Schule ein individuelles Sozialsystem ist, dank dieser haben Personen die Fähigkeit, zu handeln, neues Wissen und Erfahrungen zu sammeln und durch Beurteilung ihre Aktivitäten gezielter Lernschritte zu vollziehen. Allerdings wurde die Schule nicht immer als eine Handlungseinheit, als Individualität betrachtet, dies gilt erst seit den achtziger Jahren so (Vgl. Gesser, S.4).Den Ursprung hierbei hat die Sozialpsychologie, da es sich bei dem Lernenden, um ein soziales Gebilde handelt, auch bei den Lernprozessen handelt es sich nicht direkt um psychische Geschehnisse, sondern um objektivierte Vorgänge (Vgl. Gesser, S.4).Die Schule darf realistischerweise nicht als integrierende Institution behandelt werden, sondern zerfällt einer Vielzahl von interagierender Subsysteme (Vgl. Gesser, S.5).

Der Schüler oder Schülerin die in diesem System die Hauptrollen spielen, stehen hierbei nun im Vordergrund. Die Erziehenden die diesem Normalisierungsprozess unterzogen werden, werden dadurch auf ihre Unterschiedlichkeiten aufmerksam. Die homogene Erwartungshaltung führt dann meist zur Benachteiligung und Diskriminierung der einzelnen Schüler oder Schülerinnen. Besonders auffällig ist Intersektionalität in Schulen. Nicht nur die Benachteiligung im Bildungssystem ist zu beachten, sondern auch das zusammenarbeiten der Schüler untereinander und das entstehen von Mobbing dadurch.

Dies alles nimmt Einfluss auf die Entwicklung des einzelnen. Die Frage hierbei allerdings, ist wie es überhaupt so weit kommt.Im Folgenden werde ich mich speziell auf weiterführende Schulen, wie Haupt-, Real- und Gesamtschulen, von der fünften bis zur zehnten Klasse beziehen. Diskriminierungsformen die häufig sind und der Begriff „Intersektionalität“ werden erläutert und die darauffolgenden Benachteiligungen in unserem System. Deswegen beschäftigen wir uns mit der Frage

Welche Ungleichheiten können im Bildungssystem auftreten aufgrund von Diskriminierungsformen?

In dem werde ich mich allerdings spezifischer mit der Diskriminierung und Intersektionalität befassen, als mit unserem Bildungssystem selbst, das heißt der Umgang von Lehrern und Lehrerinnen, oder anderen, gegenüber den Betroffenen Schülern und Schülerinnen. Die darauffolgenden Auswirkungen auf die Betroffenen, stellen meist viele Probleme mit sich, in der Zukunft für den einzelnen.

2. Intersektionalität

Die Diskriminierung bezeichnet die Benachteiligung einer Person oder einer bestimmten Gruppe aufgrund verschiedener Mentalität, Glauben, Aussehen, Herkunft, Status, Geschlecht usw., diese entstehen auch meist wegen Vorurteilen.

Wenn nun eine einzelne Person mehr als eine Form der Diskriminierung bzw. Kategorie besitzt, spricht man von Intersektionalität. Das wäre zum Beispiel eine dunkelhäutige Frau, diese wird nicht nur wegen ihrer Herkunft sondern auch wegen ihrem Geschlecht benachteiligt (Vgl. Winker & Degele, 2015). Das Problem der Diskriminierung und Intersektionalität wird schon seit mehreren Jahren Diskutiert, da die Ungleichheiten und Diskriminierung der Menschen mit unterschiedlicher „sozialen Realitäten“ zusammenhängen und so entstehen (Vgl. Schröder 2014, S.5).

2.1. Begriffserläuterung

Der Begriff Intersektionalität wurde das erste mal in den 1980er-Jahren, von der amerikanischen Juristin Kimberlé Crenshaw benutzt.

Mit der „Intersectional Analysis“ beschrieb sie die Erfahrungen von Schwarzen Frauen, in der westlichen Mittelschicht. Bei diesen Frauen ging es nicht nur um Benachteiligung, sondern um Misshandlungen und sogar Toten (Vgl. Winker, S.12).

Crenshaws Konzept beruhte auf der Basis ihrer juristischen Fallanalysen, durch die sie feststellte, dass die amerikanische Antidiskriminierungsgesetz, entweder „Weißen Frauen“ oder „Schwarzen Männern“ förderlich seien. Überschneiden sich nun diese Diskriminierungsformen, werden die Betroffenen wieder vernachlässigt.

Als Metapher benutzte sie eine Straßenkreuzung, in der die Diskriminierung von allen Richtungen kommt (Vgl. Winker, S.12-13).

In einem Gerichtsfall, in dem schwarz-amerikanische Frauen gegen einen US-Amerikanischen Automobilkonzern nicht klagen konnten, da das Gericht die Klage für geschlechtlicher und rassistischer Diskriminierung nicht zusammen akzeptierte,

wurde dieses Problem dann deutlich (Vgl. Winker, S.12-13).

Am Überschneidungspunkt sieht man, dass „Schwarze Frauen“ gegenüber „Weißen Frauen“ eher benachteiligt werden. Crenshaw zeigt auf, dass die Differenzkategorien nicht unabhängig voneinander sind und erst in der Schnittmenge zum spezifisch-situativen Problem bzw. zur Benachteiligung wird (Vgl. Winker, S.11-12).

Allerdings wurde dieses Thema auch schon vor Crenshaw von viele Schwarzen Feministen angesprochen bzw. vom „Black Feminismus“ und „Critical Race Theory“.

Zu beginn der Intersektionalität, konzentrierte man sich nur auf Schwarze Frauen, mit der Zeit aber wurde diskutiert, ob es auch andere Formen wie diese gibt und die wurden, dann auch unter dem Begriff gefasst (Vgl. Winker, S.12).

Intersektionalität ist keine alleinige Addition, Multiplikation oder reduktive Verknüpfung von diesen Kategorien, sondern ist eine aus mehrfach umstanden entstandene Mehrdimensionalität. Die unterschiedliche Zusammenwirkung und Wechselwirkung hierbei, führen dann zur individuellen Benachteiligung (Vgl. Degele, S.78).

Beeindruckend bei dem ganzen ist, dass der Begriff Intersektionalität, in der kurzen Zeit in dem es entstand, eine besondere Beachtung bekam und noch sehr groß von Bedeutung ist (Vgl. Winker, S.13).

Intersektionalität ist in der ganzen Welt ein großes Problem, ob die Vernachlässigung nun am Arbeitsplatz statt findet oder bei der Wahl, der Strafe bei einem Verbrechen oder die Benachteiligung von Kindern in Schulen, oder anderen, das Ergebnis fällt leider überall, mehr oder weniger, immer gleich aus. Allerdings widmet sich die Aufmerksamkeit, des folgenden auf die Intersektionalität in deutschen Schulen.

2.2. Diskriminierungsformen

Kategorien der Diskriminierung, die in deutschen Schulen üblich sind, stellen für die Betroffenen meist viele Probleme dar. Wie der Umgang, mit diesem Problem gestaltet wird, ist bei jedem unterschiedlich.

→ ethnische Herkunft

Es handelt sich bei dem ethnischen Hintergrund, um eine Gruppe von Menschen, die durch ein oder mehreren Merkmalen, eine Identität schaffen. Diese Merkmale können zum Beispiel kulturelle, religiöse oder geschichtliche Gemeinsamkeiten sein. Sitte und Sprachen können auch Teil davon sein (Vgl. Elwert 2007, S.269). Migration fällt ebenfalls unter den Begriff, wobei es ist gleichgültig von welcher Art von Migranten oder Migrantinnen gesprochen wird, für die Diskriminierung reicht lediglich ein erkennbares Merkmal.

Der Begriff ethnische Herkunft umfasst noch weiteres als ein Migrationshintergrund, sondern auch Angehörige einer westslawischen Volksgruppe und andere. Allerdings sagt eine Staatsangehörigkeit nicht gleich etwas über den ethnischen Hintergrund aus.

Beherrscht die betroffene Person die Sprachen nicht, gilt dies als mangelnde Kommunikationskompetenz, dieses Problem ist bei allen unterschiedlich stark ausgeprägt. Jedoch ist das beherrschen der Sprachen nicht nur ein Problem bei Migranten und Migrantinnen, sondern tritt auch bei Personen auf, die eine schwache Lernvoraussetzungen haben (Vgl. Elwert, S.270).

Für diese Art von Diskriminierung reicht nur eine Wahrnehmung, das heißt Personen die sich, durch diese Merkmale nicht identifizieren lassen, obwohl sie von einem ethnischen Hintergrund stammen, verfallen nicht der Diskriminierung (Vgl. Elwert, S.270).

Ob die Vorfahren oder das Individuum selbst Einwanderer sind, stellt allerdings nicht direkt eine Bildungsdiskriminierung da. Das Problem was entstehen kann ist, Beispielsweise die Kultur, diese kann Einstellung, Verhalten und Haltung beeinflussen und weniger übereinstimmen mit der Moderne sein. Ebenfalls kann das an den Erziehungsberechtigten des Schüler oder Schülerin liegen wenn zum Beispiel der akademische Bildungsstand der Eltern zu gering ist, können die Kinder ähnliche geringe Bildung aufzeigen (Vgl. Lengfeld 2007, S.186). Die Leistungen der Schüler oder Schülerinnen mit ethnischen Hintergrund sind darauffolgend schlechter und verschlechtert auch den Durchschnitt der Klasse bzw. der Schule.

Zusätzlich kann auch die Sprache ein Problem, die der Leistungsverschlechterung sein, da der Betroffenen ihre Muttersprache meist bevorzugen, was wiederum zur Diskriminierung führt, das hat weniger was mit dem versagen der Schule zu tun, sondern mit dem häuslichen Umfeld in dem der Betroffene lebt (Vgl. Lengfeld, S.190-187).

Vergleicht man, jedoch diese Situation an Gymnasien sieht man, dass es dort seltener der Fall ist. Das liegt daran, dass Schüler oder Schülerinnen die an Gymnasien gehen, eher Eltern haben die gebildeter sind und deswegen auch fördernder.

→ Geschlecht

Wie auch in der Arbeitswelt und anderen Bereichen, ist die Rolle des Geschlechts, auch in der Schule wiederzufinden. Das Mädchen gegenüber Jungen benachteiligt werden, in der Bildungsdiskriminierung hat seinen historischen Wert, wie man im Mittelalter gut erkennen kann, da man damals nicht als wichtig empfunden hat seiner Tochter das Lesen und Schreiben beizubringen, sondern lieber seinem Sohn. Die Bildungsverweigerung gegenüber Frauen war sehr groß. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert wurde dies, dann stark in Kenntnis gesetzt (Vgl. Sunnier 2002, S.149). Die Gleichberechtigung und Bildungsverweigerung, gegenüber Frauen und Mädchen wurde zwar aufgehoben, guckt man sich jedoch das Verhalten, von Beispielsweise den Lehrern oder Lehrerinnen, gegenüber Mädchen und Jungen an, ist immer noch ein Unterschied zu erkennen. Es ist oft zu hören, dass man zum Beispiel immer wieder sagt, dass Jungs besser in Mathe seien, oder dass Mädchen nicht sportlich genug sind usw., dies alles ist kulturell und sozial hergestellt worden (Vgl. Höblich 2010, S.45).

→ Behinderungen

Menschen die unter diesen Begriff fallen, sind körperlich, geistlich oder seelisch beeinträchtigt. Diese können seit der Geburt an so sein oder treten im laufe des Lebens, wegen bestimmten Gründen auf. Die Behinderungen wird als soziale Konstruktion beschrieben. Es gibt hierbei drei Ursachen und zwar soziale Ausgrenzung, biographische Probleme des Individuums und eine Ideologie, die sich auf die Abweichung von der Norm eines Gesunden Menschen mit guter Bildung bezieht (Vgl. Jantzen 2002).

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Details

Seiten
13
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783346038241
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v499637
Institution / Hochschule
Technische Universität Darmstadt
Note
2.7
Schlagworte
Bildung Internationalität Soziologie Diskrimminierung Schule Pädagogik Ungleichheiten Soziale Ungleichheiten Schulsystem Bildungssystem

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Titel: Intersektionalität. Welche Ungleichheiten können im Bildungssystem aufgrund von Diskriminierungsformen auftreten?