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Betriebliches Gesundheitsmanagement in der Pflege

Einsendeaufgabe 2019 28 Seiten

AdA Gesundheit / Medizin / Sport / Soziales

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Belastungen in der Pflege-Residenz
1.1 Belastungsfaktoren für die Berufsgruppe der Pflegekräfte
1.1.1 physische Belastung der Pflegekräfte
1.1.2 psychische Anforderungen
1.1.3 Zeitliche Anforderung
1.2 Belastung als Herausforderung oder als Überbeanspruchung
1.2.1 Bewegung als (gesund erhaltende) Herausforderungen oder (krankmachende) Überbeanspruchung
1.2.2 Verantwortung als (gesunderhaltende) Herausforderung oder (krankmachende) Überbeanspruchung

2 Handlungsansätze und Formulierung der Zielsetzung
2.1 Handlungsansatz A
2.2 Handlungsansatz B
2.3 Handlungsansatz C

3 Konzept und Planung des BGM-Projekts
3.1 6 Schritte für das BGM-Konzept in der Pflege-Residenz
3.2 Zentrale Erfolgsfaktoren
3.2.1 Einbindung der Führungskräfte
3.2.2 Partizipation
3.2.3 Ganzheitlichkeit

4 Entwicklung eines Fragebogens
4.1 Auswahl und Formulierung der Items
4.2 Begründung des Fragebogenaufbaus

5 Literaturverzeichnis

6 Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
6.1 Abbildungsverzeichnis

1 Belastungen in der Pflege-Residenz

Die Pflege-Resident bietet professionelle Pflege- und Betreuungsleistungen für Senioren und besteht aus zwei vollstationären Pflegeeinrichtungen, in denen Bewohner aller Pflegegrade und Menschen mit Demenz leben und betreut werden. Die Belegschaft besteht überwiegend aus Pflegefachkräften, die sich um die Pflege, Betreuung und Beratung der pflege- und hilfebedürftigen älteren Menschen kümmern (Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement [DHfPG], 2019a, S. 1).

1.1 Belastungsfaktoren für die Berufsgruppe der Pflegekräfte

Wie der Stressreport Deutschland 2012 zeigt, werden deutsche Erwerbstätige vor hohe psychische Anforderungen gestellt. Gleichzeitig gehören Pflegeberufe in Krankenhäusern, Pflegeheimen und ambulanten Pflegen zu den Berufsgruppen die gleichzeitig erheblichen körperlichen Anforderungen ausgesetzt sind (Bundeanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin [BAuA], 2014, S. 1). Nachfolgend werden die arbeitsbedingten physischen, psychischen und zeitlichen Anforderungen von Pflegekräften näher erläutert.

1.1.1 physische Belastung der Pflegekräfte

Laut BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2012 berichten Pflegekräfte deutlich häufiger als der Durchschnitt der anderen Erwerbstätigen über körperliche Belastung wie Arbeiten im Stehen, Heben und Tragen schwerer Lasten sowie Arbeiten in Zwangshaltung. 91% der befragten Altenpfleger/-innen geben an häufig im Stehen zu arbeiten, rund drei Viertel heben und tragen häufig schwere Lasten und knapp die Hälfte arbeitet häufig unter Zwangshaltung. Da besonders Altenpfleger/-innen von dieser körperlichen Belastung betroffen sind, ist dies vermutlich auf das notwendige Lagern von Patienten zurückzuführen. Die Folgen zeigen sich unter anderem in muskuloskelettalen Beschwerden, über die 86% der Altenpfleger/-innen klagen (BAuA, 2014, S.1 f.). Außerdem berichten Pflegende von Arbeitsbedingungen, die durch ständig steigende Qualitätsanforderungen und Belastungen geprägt sind. Diese sind bedingt durch die wandelnde Struktur, die ständig neue Herausforderungen an die Pflegenden stellt. Dazu gehören unter anderem, dass das Klientel der Altenpflege zunehmend durch hochaltrige, multimorbide, chronisch kranke und demente Pflegefälle gekennzeichnet ist. Zusätzlich ist zu erwarten, dass sich der Pflegebedarf in soweit verändert, dass in Pflegeheimen vermehrt Schwerstpflegebedürftige untergebracht werden, was neben der erhöhten physischen Belastung auch einen erhöhten Zeitfaktor darstellt (Stagge, 2016, S. 84).

1.1.2 psychische Anforderungen

Die BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2012 ergab außerdem, dass in Pflegeberufen die psychischen Arbeitsanforderungen erhöht sind. Rund zwei Drittel der Altenpfleger geben an, häufig verschiedene Arbeiten gleichzeitig erledigen zu müssen und unter Termin- und Leistungsdruck zu stehen. Des Weiteren berichten etwa die Hälfte davon, häufig bei der Arbeit gestört und unterbrochen zu werden und sehr schnell arbeiten zu müssen. An der Grenze der Leistungsfähigkeit arbeiten laut eigenen Angaben circa ein Drittel der Altenpfleger/-innen (BAuA, 2014, S.1 f.). Trends hinsichtlich zukünftiger Qualitätsanforderungen zeigen sich unter anderem in der arbeitsorganisatorischen Änderung. Durch gesetzliche Vorgaben verändert und verdichtet sich der Arbeitsprozess z.B. durch aufwändige Pflegedokumentation und ein ständig steigender Kostendruck. Dieser Trend kann neben den psychischen Anforderungen auch zu den zeitlichen Anforderungen zugeordnet werden. Auch der unter 1.1.1 aufgezeigte Trend der hochaltrigen, multimorbiden, chronisch kranken und dementen Pflegefällen und den vermehrten Schwerstpflegebedürftigen kann bei fehlenden Kompetenzen zu einer psychischen Überforderung führen. (Stagge, 2016, S. 84 f.). Diese Trends werden durch die BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2012 unterstützt, in der 30% der Altenpfleger/-innen angeben sich überfordert zu fühlen und knapp die Hälfte über eine Stresszunahme in den letzten zwei Jahren berichten. Zudem folgen psychovegetative Beschwerden wie z.B. nächtliche Schlafstörungen, über die 71% klagen (BAuA, 2014, S.1 f.).

1.1.3 Zeitliche Anforderung

Auch zeitliche Anforderungen gehören zu den Belastungsfaktoren, da 38% der Altenpfleger im Schichtdienst arbeiten, wodurch sowohl das Sozialleben als auch die Erholungsmöglichkeiten eingeschränkt sind. Hinzu kommt der häufige Pausenausfall während der Arbeitszeit von dem 38% berichten. Grund dafür sei überwiegend zu viel Arbeit. Auch die verdichteten Arbeitsprozesse z.B. durch aufwändige Pflegedokumentation, erfordern zusätzlich Zeit. Hinzu kommt, dass durch den demografischen Wandel der Bedarf an Pflegekräften weiter steigen wird, wo doch schon seit einiger Zeit von wachsendem Fachkräftemangel in der Pflege gesprochen wird (BAuA, 2014, S.1 f.). 2012 meldete die Bundesagentur für Arbeit 12308 offene, gemeldete Stellen für Altenpfleger, was im Umkehrschluss bedeutet, dass die besetzten Stellen wesentlich mehr Arbeit leisten müssen, was wiederrum die zeitlichen Anforderungen erhöht (Stagge, 2016, S. 70). Auch die Arbeitsunfähigkeitstage pro Versichertenjahr weisen bei den Alten- und Sozialpflegekräften mit durchschnittlich 17,4 Tagen wesentlich mehr Arbeitsunfähigkeitstage (AU-Tage) auf als der Durchschnitt (11,8 AU-Tage) (Stagge, 2016, S. 85 f.). Neben der Annahme, dass Pflegeberufe durch gesundheitsbelastendere Arbeitsbedingungen gekennzeichnet sind, führen die AU-Tage zu wieder höheren Anforderungen durch die Arbeitsverdichtung bei den übrigen Pflegern.

Letztlich ist zu sagen, dass sich die Belastungsfaktoren alle gegenseitig beeinflussen und somit keine strikte Trennung hinsichtlich der Anforderungen erfolgen kann.

1.2 Belastung als Herausforderung oder als Überbeanspruchung

Am Arbeits- und Ausbildungsplatz sind Belastungen eine ganz normale Erscheinung und sind nicht gleich als krankmachend einzustufen. Da sich Personen aber hinsichtlich ihrer individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten, ihrem Gesundheitszustand und ihrer Bewältigungsstrategien stark von einander unterscheiden, ist die Höhe der Belastung und die individuelle Ausprägung dieser Faktoren entscheidend, ob Belastungen als gesunderhaltende Herausforderung oder als krankmachende Überbeanspruchung wahrgenommen werden. Deutlich wird diese Thematik anhand des Belastungs- und Beanspruchungsmodell (DHfPG, 2019b, S. 133).

Das Belastungs-Beanspruchungs-Konzept dient der Erforschung des Zusammenhangs zwischen beruflicher Tätigkeit und Auswirkungen auf die Gesundheit der Beschäftigten. Dabei wird Belastung als objektive, von außen her auf den Menschen einwirkende Größe und Faktoren definiert, wobei deren Auswirkung im Menschen oder auf den Menschen unberücksichtigt bleiben. Beanspruchung hingegen wird durch diese Auswirkungen, die unterschiedlich sein können, gekennzeichnet, da konkrete und objektive Belastungen auf unterschiedliche individuelle Eigenschaften und Fähigkeiten von Menschen treffen. Ein und dieselbe Belastung kann also bei unterschiedlichen Menschen und somit unterschiedlichen Eigenschaften und Fähigkeiten verschiedene Beanspruchen hervorrufen (Rohmert & Rutenfranz, 1975, S.8). Das Belastungs- und Beanspruchungskonzept von Rohment und Rutenfranz geht davon aus, dass eine vorliegende Arbeitsschwere unter dem Einfluss von situativen Faktoren wie Dauer und Umgebungseinflüssen eine Belastung hervorruft. Diese Belastung führt durch den Antrieb und die Disposition des Beschäftigten zunächst zu einer Aktivität und anschließend zu einer bestimmten Beanspruchung. Die Aktivität wird durch emotionale und sonstige leistungsbestimmende Komponenten beeinflusst. Letztendlich reagiert der Beschäftigte auf diese Wirkungskette entweder in Form von Anpassung oder Funktionsminderung, die jeweils wieder Einfluss auf die situativen Faktoren und die individuellen Eigenschaften/ Fähigkeiten nehmen. Somit ist das Ergebnis von verschiedenen Faktoren abhängig und kann an unterschiedlichen Stellen beeinflusst werden (Rohmert & Rutenfranz, 1975, S.8). In Abbildung 1 wird diese Wirkungskette verdeutlicht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Belastungs-Beanspruchungs-Konzept für menschliche Tätigkeiten (DHfPG, 2019b, S. 89)

Die Bewertungsebenen, nach denen eine Arbeitstätigkeit beurteilt werden kann, sind die Ausführbarkeit, die Erträglichkeit, die Zumutbarkeit und die Zufriedenheit. Dabei beschreibt die Ausführbarkeit, ob die Leistungsfähigkeit des Menschen ausreicht die Belastung zu bewältigen, wobei hier jeder Mensch seine eigene Grenze hat und die Beurteilung der Ausführbarkeit nur auf kurzzeitige Dauer beschränkt ist. Handelt es sich um eine längere Ausführung spricht man bei der Grenze von der Erträglichkeit. Sowohl die Ausführbarkeit als auch die Erträglichkeit sind objektive Bedingungen der Arbeit, wohingegen die dritte Bewertungsebene, die Zumutbarkeit, nicht objektiv bestimmbar ist, sondern gruppenspezifisch ist und gesellschaftlichen Einflüssen unterliegt. Die Zufriedenheit bietet die Möglichkeit einer positiven Bewertung, wobei es sich um eine subjektive Wahrnehmung handelt (Rohmert & Rutenfranz, 1975, S. 8).

Das ursprüngliche Belastungs-Beanspruchungs-Konzept, welches rein auf äußerlich beobachtbare Belastungen und deren Wirkungen auf den Menschen abzielt, kann als Grundkonzept angesehen werden und wurde mehrfach weiterentwickelt und erweitert (Frieling & Sonntag, 1999, S. 216 ff.).

1.2.1 Bewegung als (gesund erhaltende) Herausforderungen oder (krankmachende) Überbeanspruchung

Als gesund erhaltende Herausforderung in der Pflege-Residenz kann zum einen die ständige Bewegung gezählt werden. Durchs ständige Stehen und Tragen beim Händeln der Patienten, die viele Bewegung auf den Fluren und das seltene Sitzen kann sie sich positiv auf die körperliche Aktivität auswirken. Das Resultat der Belastung ist allerdings von den vorhandenen Ressourcen des Mitarbeiters (körperliche Konstitution), den Arbeitsbedingungen (Dauer der Belastung, unterstützende Gerätschaften usw.) und auch den Eigenschaften des Patienten (Körpergewicht, Beweglichkeit, Vitalität) abhängig. Kommt es aufgrund der Beanspruchung zu einer Anpassung, entsteht ein Trainingseffekt, der die körperliche Konstitution ausprägt. Sind die Ressourcen jedoch durch mangelnde Muskulatur, ein geschwächtes Immunsystem eingeschränkt, entsteht bei langer und häufiger Belastung eine Beanspruchung, die zu muskuloskelettalen Beschwerden führen kann. So kommt es also zu einer Funktionsminderung.

1.2.2 Verantwortung als (gesunderhaltende) Herausforderung oder (krankmachende) Überbeanspruchung

Wird einer Pflegekraft Verantwortung übertragen, kann diese ihre eigenen Kompetenzen gezielt einsetzen und die Übertragung als Ausdruck von Wertschätzung und Anerkennung ansehen (Schorn, Grüner, Werner & Frerichs, 2016, S.199). Diese Verantwortung kann aber aufgrund der vorhanden Ressourcen (Fähigkeiten, Motivation, Umgang mit Stresssituationen), der Dauer der Aufgabe, dem Zustand der Arbeitsgestaltung und den emotional wirksamen und sonstigen leistungsbestimmenden Faktoren sowohl zu einer Anpassung als auch zu einer Funktionsminderung kommen. Fühlt sich die Person angespornt und erkennt die Aufgabe wie oben beschrieben als Wertschätzung und Anerkennung an, wird sie sich der Beanspruchung anpassen und die Aufgabe als Herausforderung annehmen. Überfordert sie die Situation jedoch aufgrund von persönlichen Ressourcen und situativen Faktoren, wird die Verantwortung zu einer Funktionsminderung führen.

2 Handlungsansätze und Formulierung der Zielsetzung

Zu den Zielen eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements zählt im Allgemeinen die Reduzierung von Belastungen, die Stärkung des Sozial- und Humankapitals, die Verbesserung des Wohlbefindens und Gesundheitsverhaltens der Mitarbeiter sowie die Steigerung der Profitabilität und Wettbewerbsfähigkeit. Somit dient es nicht nur den Mitarbeitern, sondern auch dem Unternehmen und dessen Wettbewerbsfähigkeit (Kaminski, 2013). Handlungsansätze aus unternehmerischer Sicht können dabei rechtliche, wirtschaftliche, demografisch/strukturelle oder soziale Aspekte haben (DHfPG, 2019b, S. 30). Die nachfolgenden Handlungsansätze stellen auf Grundlage der vorgegebenen Unternehmensdaten und den identifizierten Belastungen den größten Handlungsbedarf dar und sind nach Priorität geordnet.

2.1 Handlungsansatz A

Das Arbeitsschutzgesetz verpflichtet jeden Arbeitgeber laut § 5 Abs. 1 ArbSchG eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen. Durch die Gefährdungsbeurteilung sollen etwaig vorhandene Gefahren aufgezeigt werden und notwendige Schutzmaßnahmen getroffen werden. Laut § 5 Abs. 1 ArbSchG ergeben sich mit der Arbeit verbundene Gefahren durch

1. die Gestaltung und die Einrichtung der Arbeitsstätte und des Arbeitsplatzes,
2. physikalische, chemische und biologische Einwirkungen,
3. die Gestaltung, die Auswahl und den Einsatz von Arbeitsmitteln, insbesondere von Arbeitsstoffen, Maschinen, Geräten und Anlagen sowie den Umgang damit,
4. die Gestaltung von Arbeits- und Fertigungsverfahren, Arbeitsabläufen und Arbeitszeit und deren Zusammenwirken,
5. unzureichende Qualifikation und Unterweisung der Beschäftigten,
6. psychische Belastungen bei der Arbeit (Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, 2019).

Da in der Pflege-Residenz lediglich eine unvollständige Gefährdungsbeurteilung vorliegt, in der dem Bereich „Psyche“ keine Beachtung geschenkt wird, dieses aber durch den Gesetzgeber vorgegeben ist, ist der erste und priorisierte Handlungsansatz die Durchführung einer vollständigen Gefährdungsbeurteilung mit besonderem Augenmerk auf die psychischen Belastungen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Handlungsansatz A mit Oberziel und Teilzielen

Das Oberziel, aufgrund dessen eine Gefährdungsbeurteilung mit besonderem Augenmerk auf die Psyche durchgeführt wird, ist es die psychischen Belastungen der Mitarbeiter zu verbessern oder bestenfalls zu eliminieren. Ziel ist es, anhand der Gefährdungsbeurteilung der Arbeitsplätze die psychischen Belastungen zu ermitteln, zu beurteilen und aufgrund der Ergebnisse Maßnahmen zu entwickeln und im nächsten Schritt umzusetzen, um die psychische Belastung einzuschränken. In dem Bezug soll auch der bemängelte Termin- und Leistungsdruck angegangen und eingeschränkt werden.

2.2 Handlungsansatz B

Wie unter 1.1.1 bereits beschrieben, sind die körperlichen Belastungen bei Altenpflegern im Vergleich zu anderen Erwerbstätigen deutlich erhöht. Die Altenpfleger berichten über häufiges Arbeiten im Stehen, über das Heben und Tragen schwerer Lasten und arbeiten unter Zwangshaltung. Diese körperlichen Belastungen, denen besonders Altenpfleger/-innen ausgesetzt sind, sind vermutlich unter anderem auf das notwendige Lagern von Patienten zurückzuführen. Da bereits 86% der Altenpfleger/-innen über muskuloskelettale Beschwerden klagen, ist ein zweiter Handlungsansatz die körperliche Belastung beim Händeln der Bewohner zu reduzieren (BAuA, 2014, S.1 f.). So kann möglicherweise auch dem überdurchschnittlich hohen Krankenstand entgegengewirkt werden. Dieser Handlungsansatz ist neben dem wirtschaftlichen Aspekt auch dem sozialen Aspekt zuzuordnen. Beim wirtschaftlichen Aspekt geht es in dem Bezug insbesondere um den weichen Faktor Krankenstand. Wirtschaftlich gesehen können Maßnahmen zur Erhaltung und Verbesserung der Gesundheit zu einer Reduzierung der betrieblichen Krankheitskosten (Kramer, Sockoll & Bödeker, 2009, S. 65 ff.) führen, aber auch gleichzeitig werteorientierte Kennzahlen wie das Human- und Sozialkapital erhöhen (Behr, Rixgens & Badura, 2008, S. 31 ff.). Beim sozialen Aspekt geht es um die Prävention zum Erhalt der Gesundheit und Leistungsfähigkeit.

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Details

Seiten
28
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783346028174
ISBN (Buch)
9783346028181
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v499718
Institution / Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Note
Schlagworte
betriebliches gesundheitsmanagement pflege

Autor

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Titel: Betriebliches Gesundheitsmanagement in der Pflege