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Praktikum im Fach Sport an einer Gesamtschule

Praktikumsbericht / -arbeit 2016 109 Seiten

Didaktik - Sport, Sportpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Erwartungen an das Praktikum

2. Beschreibung der Praktikumsschule
2.1. Schulform und Schulprogramm
2.2. Schülerschaft und Lehrerkollegium
2.3. Sportstätte der Ostschule und die Ausstattung des Fachbereichs Sport

3. Stundenplan / Angabe der Stunden

4. Unterrichtsbesuch
4.1. Unterrichtsversuch vorher
4.2. Reflexion
4.3. Unterrichtsversuch mit Verbesserung

5. Weitere Unterrichtsvorbereitungen mit Reflexion
5.1. Unterrichtsversuch Nr.1+2
5.2. Unterrichtsversuch Nr.3+4
5.3. Unterrichtsversuch Nr.5+6

6. Hospitationsprotokolle
6.1. Beobachtungsprotokoll zur „Lehrer-Schüler-Interaktion“
6.2. Protokoll zur Schülerbeobachtung
6.3. Protokoll zu „Shadowing“

7. Praktikumsbegleitende Studie: Regeln, Rituale und Organisationsformen im Sportunterricht

8. Referat Nr.1: Differenzierung im Sportunterricht (Vorbereitung)
8.1. PowerPoint-Präsentation
8.2. Handout

9. Referat Nr.2: Regeln, Rituale und Organisationsformen (Nachbereitung)

10. Reflexion des gesamten Praktikums

11. Anhang

12. Literaturverzeichnis

1.Erwartungen an das Praktikum

Zunächst möchte ich erwähnen, dass ich mich auf das bevorstehende Praktikum im Fach Sport sehr freue, da ich durch die praxisbezogenen Anforderungen während des Studiums und anderen ehrenamtlichen Tätigkeiten, zum Beispiel als Jugendtrainer, Betreuer bei Kinder- und Jugendfreizeiten oder U-Plus-Aushilfskraft, immer wieder darin bestätigt werde, dass der Lehrerberuf mein Traumberuf ist. Trotz alledem kommen die fachdidaktischen Schwerpunkte während des Studiums meiner Meinung nach noch zu kurz.

Das Fachwissen hat in vielen Bereichen der jeweiligen Fächer einen sehr hohen Stellenwert, die so wichtige praktische Vorbereitung auf den Beruf, die didaktische Anpassung und Differenzierung auf die Schule werden hingegen noch zu wenig berücksichtigt. Im Studienfach Sport hingegen empfinde ich es als sehr positiv, dass man zahlreiche praktische Aufgabenstellungen bewältigen muss und somit einen Einblick in die Anforderungen des Unterrichtens erhält, da man mindestens eine Doppelstunde während eines Seminars eigenständig vorbereiten und halten muss und dies mit einer schriftlichen Ausarbeitung erweitert bzw. festigt.

Da es sich bei dem Fachpraktikum um mein zweites Praktikum an einer Schule handelt, ist dies keine ganz neue Erfahrung für mich. Trotzdem verspüre ich eine gewisse Aufregung und bin sehr gespannt, was mich erwarten wird.

Unsicherheit verspüre ich vor dem Unterrichtsbesuch von Herrn und Frau M., da die Situation, unter Beobachtung zu stehen und gleichzeitig bewertet zu werden, für mich relativ neu ist. Ich finde es hilfreich und sinnvoll, dies im Praktikum zu erleben, um sich selbst einschätzen zu können, weitere Erfahrungen zu sammeln und eine Vorstellung davon zu bekommen, wie ein solcher Besuch im Referendariat ablaufen könnte. Ich erhoffe mir ein lehrreiches Feedback, welches mich als angehender Lehrer weiterbringen wird.

Meine Erwartungen an das kommende Fachpraktikum sind gemischt. Ich möchte sowohl negative als auch positive Erfahrungen machen, mit anderen Worten schwierige Situationen meistern lernen und gelungene Situationen zur Kenntnis nehmen. Denn nur wenn beides vereint wird, bekommt man einen Rundumblick in diesem Beruf und erst dann kann man beurteilen, ob einem dieser liegt.

Ich möchte Erfahrungen sammeln, die mich persönlich darin bestärken, dass der Lehrerberuf für mich geeignet ist. Außerdem möchte ich herausfinden, ob das Gymnasium der richtige Schulzweig für mich ist oder ob ich mich doch auf das Studium der Haupt- und Realschule konzentrieren sollte, da die Arbeit beispielsweise mit Hauptschüler/innen eine ganz andere ist als mit Gymnasialschüler/innen. Auf Grund der Tatsache, dass meine Praktikumsschule eine integrierte Gesamtschule ist, habe ich die Chance alle Schulzweige kennen zu lernen.

In unserem Seminar zur Praktikumsvorbereitung, das sich über das komplette Semester erstreckt hat, haben wir viele neue Erkenntnisse gewonnen.

Zum einen haben wir erfahren, wie man Unterricht strukturiert und welche unterschiedlichen Unterrichtsmethoden man anwenden kann. Diesbezüglich wünsche ich mir, dass ich während meines Fachpraktikums weitere Methoden und Sozialformen kennenlernen und erproben kann und bestmöglich erkenne, ob und wann diese lerngruppenadäquat sind.

Weiterhin möchte ich meine Kenntnisse zur Problematik der Differenzierung im Unterricht erweitern.

Da es sehr wichtig ist, jede Lerngruppe, aber auch jeden/jede Schüler/in differenziert zu betrachten und zu unterrichten, möchte ich mir weitere didaktisch-methodische Strukturierungen aneignen. Vor allem die Umsetzung einer didaktischen Reduktion und die Anpassung einzelner Aufgaben oder Übungen an die jeweilige Lerngruppe interessieren mich, da diese eine Herausforderung sind, die ein genaues Betrachten der Schüler/innen voraussetzen. Es während der kurzen Dauer eines Praktikums umzusetzen, stelle ich mir nicht einfach vor.

Darüber hinaus haben wir während des Praktikumsseminars Lösungen gesucht, wie man angemessen mit Konfliktsituationen und Störungen im Unterricht umgehen kann. Auch hier wäre es mir sehr wichtig, wenn ich während meines Fachpraktikums durch Beobachtung anderer Lehrkräfte sowie während meiner eigenen Unterrichtsversuche erfahre, welche Umgangsform, welche Lösungsmöglichkeiten geeignet und passend für die jeweilige Situation und Lerngruppe sind.

Ich möchte aufgeschlossen und gerecht agieren, jedoch ebenfalls Lernbegleiter für die Schüler/innen sein und somit eine Beziehung zu den Lernenden aufbauen.

Ich erhoffe mir einen Einblick in den Arbeitsalltag einer Schule. Da ich bisher nur einmal über einen längeren Zeitraum, während meines allgemeinen Schulpraktikums, Schulalltag erleben konnte, bin ich auf die neue Schule gespannt, den alltäglichen Umgang oder das alltägliche Miteinander von Kollegium und Schülern/innen.

Es wäre wünschenswert, wenn ich vor allem in den sportlichen Bereichen Unterricht kennenlernen dürfte, in denen ich mich noch nicht sehr sicher fühle. Ein Beispiel dafür wären Gymnastik und Tanz.

Ich wünsche mir, dass ich mich in dem Fach Sport fünf Wochen ausprobieren kann, verschiedene Unterrichtsstunden leiten darf und sowohl von den Schülerinnen und Schülern, als auch von den jeweiligen Lehrkräften ein ehrliches Feedback darüber bekomme, woran ich noch arbeiten muss und was mir bereits gut gelingt.

Ich hoffe, an der Gesamtschule weitere wichtige praktische Erfahrungen sammeln zu können, die mich dem „Lehrerdasein“ näher bringen und mich auf die Zukunft vorbereiten.

2.Beschreibung der Praktikumsschule

2.1. Schulform und Schulprogramm

Als integrierte Gesamtschule steht dabei das Miteinander im Vordergrund des Schullebens - als Alternative zum Nebeneinander des dreigliedrigen Schulsystems. Denn wir sind überzeugt, dass die Unterschiedlichkeit der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen vorteilhaft ist - nicht nur beim Lernen. Dabei unterstützen die Lehrkräfte der Gesamtschule ihre Schülerinnen und Schüler auf der Grundlage unseres differenzierenden pädagogischen Konzepts beim Erreichen ihrer Ziele.“ (Schulprofil GGO)

Die Gesamtschule ist eine integrierte Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe. Sie lehrt die Jahrgangsstufen fünf bis dreizehn und bietet somit alle Schulabschlüsse, genauer den Haupt- und Realschulabschluss inklusive der allgemeinen Hochschulreife, an.

Das pädagogische Schulkonzept basiert in der Sekundarstufe I (Klassen 5-10) auf integrativem Unterricht, wodurch eine verfrühte Selektion der Lernenden vermieden und soziale Fähigkeiten gestärkt werden sollen. Erst mit zunehmendem Alter erfolgt eine Differenzierung innerhalb der Fachleistungen.

Die Gesamtschule ist somit eine Vielfaltsschule, die der individuellen Lernkultur des Forderns und Förderns einen großen Stellenwert beimisst.

Die Kurse der Hauptfächer Mathematik, Deutsch und Englisch werden auf unterschiedlichem Leistungsniveau unterrichtet, die die Schülerinnen und Schüler, im Folgenden SuS genannt, dem individuellen Leistungsvermögen entsprechend besuchen können. In diesen sogenannten „Grund- bzw. Erweiterungskursen“ wird differenziert auf die Stärken und Schwächen der SuS eingegangen werden, Leistungsdefizite bzw. Begabungsschwerpunkte werden dabei berücksichtigt. Dieses Konzept der Vielseitigkeit (Schulprofil GGO) bereichert die pädagogische Arbeit in der Schule und gerade in den ersten Schulbesuchsjahren können falsche Selektierungsverfahren der Grundschule revidiert werden.

Wurden die Abschlussbestimmungen der Sekundarstufe I erfüllt, ermöglicht dies den Übergang des Schülers/der Schülerin in die Oberstufe.

Die Einführungsphase der Jahrgangsstufe 11 erfolgt, anders als an zahlreichen anderen weiterführenden Schulen, in einem Klassenverband. Eine klare Strukturierung des Schulalltags, die Anbindung an einen Klassenlehrer bzw. eine Klassenlehrerin, kompakte Raum- und Stundenpläne geben den SuS, die teilweise aus den umliegenden Schulen auf diese Gesamtschule zu wechseln, Orientierung und Sicherheit.

In der Qualifikationsphase werden die Lernenden in einem Kurssystem unterrichtet, innerhalb dessen die SuS individuelle Schwerpunkte, wie z.B. den naturwissenschaftlichen oder sprachlichen Weg, setzen können. Unterrichtet wird, zur Entlastung der Lernenden, nach dem Konzept der G9, folglich ohne Schulzeitverkürzung und mit einer Abiturprüfung am Ende der Jahrgangsstufe 13.

2.2.Schülerschaft und Lehrerkollegium

Die Gesamtschule hat ca. 1600 Schülerinnen und Schüler und 95 fest angestellte Lehrerinnen bzw. Lehrer. Rechnet man alle Lehrkräfte zusammen, inklusive Vertretungslehrkräfte und AG-Lehrkräfte, umfasst die Gesamtschule insgesamt ca. 120 Lehrende. Die Klassen sind teilweise recht groß. So gibt es zum Beispiel an der Gesamtschule aktuell insgesamt acht elfte Klassen mit im Durchschnitt 28 SuS.

Die integrierte Gesamtschule kooperiert im Schulverband mit vier Schulen der Gegend, alljährlich werden auch externe Schüler/innen in die Oberstufe aufgenommen.

Gegenseitige Akzeptanz, Respekt, Wertschätzung von Unterschiedlichkeit sowie Vielfältigkeit sollen laut Schulprofil an dieser Gesamtschule groß geschrieben werden.

Da die ca. 1600 SuS aus verschiedenen Vororten der Stadt und der Kernstadt kommen, können ihre sozialen, kulturellen und ethnischen Hintergründe sehr unterschiedlich sein. Aus diesem Grund wird ganz besonders auf einen toleranten Umgang untereinander geachtet, das Zusammenleben innerhalb der Schülerschaft und dem Lehrerkollegium soll bejahend sein, damit sich jedes Individuum wohlfühlen kann. Die Lernenden beachten dies zum größten Teil und empfinden die Schule mit ihrer Ausstattung, dem Verhältnis zu den Lehrkräften, dem Miteinander im Kollegium und der geographischen Lage zur Innenstadt als positiv.

Die Belastung der Lehrerinnen und Lehrer während eines Schultages empfand ich unterschiedlich hoch. Durch die recht weiten Laufwege, teilweise ohne im Stundenplan vorgesehene Pause zwischen den Unterrichtsstunden, kann es nach meinem Empfinden bei manchen Lehrkräften zu Stresssituationen kommen.

Insbesondere die Sportlehrer/-innen müssen nach dem Unterricht im Klassenraum zügig die Turnhalle aufsuchen, sie müssen aufschließen, sich umziehen, eventuell benötigte Materialien bereitstellen und gleichzeitig die eintreffenden SuS betreuen und beaufsichtigen. Am Ende der Sportstunde geht es umgekehrt wieder schnell zurück in das Schulgebäude.

Zeit für den Austausch im Kollegium bieten die längeren Pausen.

Zwar arbeiten alle Lehrkräfte der Gesamtschule gemäß dem Fach, der Klasse oder des Kurses kooperativ miteinander, sie sind jedoch oftmals in unterschiedlichen Lehrerzimmern untergebracht. So genannte Teamräume sind der jeweiligen Jahrgangsstufe zugeordnet, in dem sich dann meist die gleichen Lehrkräfte aufhalten, die aber eben nur ein Teil des Kollegiums sind. Daneben gibt es ein großes, zentrales Lehrerzimmer, das Anlaufstelle für alle sein kann. Da die Schule verhältnismäßig groß ist, dort viele SuS unterrichtet werden und die Lehrerschaft aus fast 100 Kollegen/-innen besteht, erscheint es kaum möglich, dass sich alle auf dem Schulgelände bewegenden Menschen kennen können. Das Verhältnis untereinander muss infolgedessen weniger familiär sein als an kleineren Schulen und umso größere Beachtung müssen die oben genannten Ziele des Zusammenlebens im Schulalltag finden. Dies scheint aber überwiegend gut zu gelingen.

2.3. Sportstätte und die Ausstattung des Fachbereichs Sport

Das Schulgebäude der Gesamtschule ist sehr komplex, sodass es für Neuankömmlinge zunächst schwierig ist, sich zu orientieren.

Die Sporthalle ist schon in der Innenstadt mehrfach ausgeschildert und leicht zu finden, da die Basketball-Bundesligamannschaft dort ihre Heimspiele austrägt.

Neben dieser großen Sporthalle, die durch einen Vorhang geteilt werden kann, gibt es eine angeschlossene kleine Turnhalle. Somit können immer drei Klassen gleichzeitig im Fach Sport unterrichtet werden.

Die Schule verfügt außerdem über einen großen Außenbereich, der bei entsprechenden Witterungsverhältnissen für den Unterricht genutzt werden kann. Es gibt eine große Wiese, ein Basketball- und Fußballfeld, einen Hof und einen Sandplatz für Beachvolleyball oder Beachsoccer. Vor der Turnhalle befindet sich ein besonderer Raum zum Verstauen von entsprechenden Materialien (z.B. Volleyballnetze, Speere).

Die Ausstattung des Fachbereichs Sport bewerte ich als sehr positiv. Für alle schulrelevanten Sportarten stehen ausreichende Räumlichkeiten und Spielfelder zur Verfügung.

Auch fehlt es nicht an den notwendigen Materialien.

Man findet Mattenwagen, sortierte Transportwagen mit Fuß-, Basket- und Volleybällen. In einer großen Garage liegen Begleitmaterialien, wie beispielsweise Reifen, Hütchen, Pylonen, Bändchen, Stangen, Kegel. In einer gesonderten Garage kann man auf weitere Turn-, Weichboden- und Niedersprungmatten zurückgreifen.

Ein weiterer Raum zwischen der großen Sporthalle und der Turnhalle verfügt sogar über ein Schuhsortiment, falls diese vergessen wurden, einen Kühlschrank mit Eisfach und Kompressen sowie den Verbandskasten.

Selbst für Sportarten, die nicht so oft Unterrichtsinhalt sind, wie beispielsweise Speerwurf und Hochsprung, oder für Trendsportarten wie Inlineskaten und Skateboarden, ist genügend Material vorhanden.

Eine Tafel bzw. ein Whiteboard erleichtern die Arbeit der Lehrkraft.

Zudem verfügt die Gesamtschule über einen Schulsanitätsdienst, bestehend aus Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher Jahrgangsstufen, der insbesondere für den Sportunterricht von großem Nutzen sein kann.

Die Ausstattung des Fachbereichs Sport ermöglicht somit eine abwechslungsreiche Gestaltung des Sportunterrichts nach Lehrplan.

Auch die Organisation und Teilnahme an außerschulischen Wettkämpfen (z.B. Jugend trainiert für Olympia, Bundesjugendspiele, Sponsorenläufe) dürfte dadurch gewährleistet sein.

3.Stundenplan / Angabe der Stunden

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Teilweise haben sich spontane Veränderungen in dem Stundenplan ergeben.

4.Unterrichtsbesuch

4.1. Unterrichtsversuch vorher

3. Stellung der Stunde in der Unterrichtseinheit

1. Doppelstunde: Anlegen der Inline-Skates und Schutzausrüstung, Einführung in die Fall- und Stehtechnik
2. Doppelstunde: Koordinationsschulung, Einführung in die Bremstechnik
3. Doppelstunde: Wiederholung Bremstechnik, Einführung in das lange Gleiten
4. Doppelstunde: Einführung in die Kurventechniken
5. Doppelstunde: Weiterführung und Vertiefung der Kurventechniken
6. Doppelstunde: Einführung in das Rückwärtsfahren
7. Doppelstunde: Einführung in das Freestyle-Skaten
8. Doppelstunde: Vertiefung der erlernten Techniken

3. Sachanalyse

Inline-Skaten, auch Rollerblading genannt, ist eine amerikanische Trendsportart, welche der Fortbewegung dient. Mithilfe von vier hintereinander in einer Reihe liegenden Rollen unter dem Schuh kann sich, meist unter Verwendung des Schlittschuhschritts, auf einer Straße mit einer glatten Oberfläche fortbewegt werden.

Den Durchbruch schafften die Inline-Skaters in den 1990er Jahren, jedoch gingen die Verkaufszahlen im 21. Jahrhundert wieder zurück.

Es gibt unterschiedliche offizielle Disziplinen, welche vom Weltverband für Rollsport geleitet und mit Inlineskates durchgeführt werden. Beispiele hierfür sind der Rollkunstlauf, welcher auf den Eiskunstlauf aufbaut, Inline-Hockey, Inline-Speedskating und Inline Alpin. Hierfür sind offizielle Regelwerke vorhanden.

Weitere Sportarten, welche mit Inline-Skates durchgeführt werden, sind die Fitness-Gesundheitsförderung, Nordic Skating, Freestyle-Slalom und Aggressive Inline. Außerdem können vor allem Ballsportarten wie Basketball und Fußball, mit Inline-Skating verbunden werden.

Passend zu den verschiedenen Unterkategorien des Inline-Skatens gibt es auch verschiedene Inlineskates. Man unterscheidet Softbootskates, Streetskates, Speedskates und viele andere mehr. In der Schule werden die klassischen Hardbootskates verwendet, da diese für das Erlernen der Techniken am besten geeignet sind.

Für das Inline-Skaten bringen Schüler/innen meist eine hohe Eigenmotivation mit, da die Trendsportart keine klassische Schulsportart ist und meist nur außerhalb der Schule getätigt wird. Es bietet die Chance, Ziele im gesundheitsfördernden Bereich und der Bewegungsvielfalt der Lernenden zu setzen, da Inline-Skaten in fast jedem Alter betrieben werden kann. Die Trendsportart hat darüber hinaus einen hohen Alltagsbezug, da Inline-Skaten im öffentlichen Straßenverkehr angewendet werden kann und asphaltierte Flächen in der Regel frei zugänglich sind.

Primär geht es in dem Inhaltsfeld „Fahren, Rollen, Gleiten“ darum, dass die SuS grundlegende Erfahrungen und Fertigkeiten mit Inlineskates sammeln. Außerdem stellt die Sportart in Verbindung von Kraft, Koordination, Ausdauer und Bewegungsgefühl ein für sie ganzheitliches Training dar.

Nachdem die Einführung und Sicherung der Fall-, Steh- und Bremstechnik stattgefunden hat und auch das lange Gleiten des Schlittschuhschritts thematisiert wurde, konzentriere ich mich in meiner Unterrichtsstunde auf die Kurventechnik des Übersetzens und der kurzen Schwünge.

Diese Kurventechniken sind primär wichtig für das Inliner fahren, da unter höherer Geschwindigkeit Ausweichmanöver unabdingbar für ein sicheres Fahren sind. Das Übersetzen wird vor allem in größeren und längeren Kurvenpassagen durchgeführt, die Kompetenz der kurzen Schwünge wird bei spontanen Hindernissen oder engen und kurzen Kurven benötigt.

Bei den kurzen Schwüngen ist es wichtig, dass die Beine parallel zueinander stehen, die Beine leicht angewinkelt sind und nur durch eine bestimmte Druckverteilung der Fahrweg verändert wird. Bei einer Linkskurve wird zum Beispiel das linke Bein belastet und die Ferse nach rechts gedrückt. Außerdem wird durch die Hoch-/Tiefbewegung weiter Druck auf die jeweilige Seite verlagert, sodass die Geschwindigkeit gehalten wird bzw. beschleunigt werden kann. Bei einer Rechtskurve ist dies logischerweise umgekehrt.

Bei dem Übersetzen ist ebenfalls eine Belastungsverteilung notwendig. Bei einer Linkskurve wird das linke Bein belastet, gleichzeitig steigt das rechte Bein darüber. Auch hier ist eine Schwerpunktverlagerung in die Körpermitte bzw. auf das jeweilige Bein nötig.

Beim langen Gleiten ist das Anwinkeln der Beine von Vorteil.

3. Bedingungsanalyse

3.1. Institutionelle Voraussetzungen

Das Fach Sport wird an der Gesamtschule von der fünften bis zur zehnten bzw. dreizehnten Klasse durchgängig unterrichtet.

Außerdem gibt es unterschiedliche AGs, wie z.B. Volleyball oder auch Fußball, welche die Schüler/innen freiwillig besuchen können sowie eine Talentsichtung im Basketball, da die Bundesligamannschaft ebenfalls in dieser Halle trainiert und ihre Heimspiele austrägt.

Ab der Klasse 11 wählen sich die SuS in den zweistündigen Wahlsportunterricht ein. Hierzu gehören beispielsweise die Kurse „Den Körper trainieren, die Fitness verbessern“ oder „Bewegung gymnastisch, rhythmisch und tänzerisch gestalten“. Inbegriffen in diesen Wahlsportunterricht ist auch der Kurs „Fahren, Rollen, Gleiten“, zu dem die Unterrichtseinheit Inlineskaten zählt.

Für die Trendsportart Inline-Skaten sind die Gegebenheiten an der Gesamtschule sehr gut. Die Materialausstattung findet man in einem abgesonderten Raum direkt in der großen Turnhalle. Hier stehen nicht nur Inlineskates in verschiedenen Größen für jede bzw. jeden Schüler/in, sondern auch alle benötigten Protektoren und Schutzausrüstungen bereit. Zu letzterem zählen Ellenbogen-, Knie- und Handgelenkschützer sowie mehrere Helme. Des Weiteren sind hier weitere Hilfsmittel gelagert, die wichtig werden können, wie zum Beispiel ein Erst-Hilfe-Set oder zwei Tore für Inlinehockey. Für weitere Materialien wie etwa Seile, Hütchen, Reifen, verschiedene Bälle etc. steht eine gesonderte Garage in der Halle zur Verfügung. Ein Einkaufswagen dient hierbei als gutes Transportmittel.

Die Gesamtschule verfügt über ein Basketball- und Fußballfeld im Outdoor-Bereich, das für das Inline-Skaten genutzt werden und somit Inlinebasketball oder Inlinefußball gespielt werden kann.

In meinem Unterrichtsbesuch konzentriere ich mich auf die Weiterführung und Vertiefung der Kurventechnik, wofür ich ausschließlich den Hof und die sehr selten befahrene Straße vor dem Haupteingang der Turnhalle benutze. Untergrund und Hangneigung sind für Übungen gut geeignet, da der Bodenbelag eine für das Inline-Skaten hohe Qualität aufweist und nur wenig Gefälle vorhanden ist.

1.2 Lernvoraussetzungen

In der elften Klasse findet der Sportunterricht einmal in der Woche an einem Dienstag statt, wovon dies eine Doppelstunde ist.

Der unterrichtete elfte Kurs ist eine Lerngruppe des integrierten Gymnasialzweigs an der Gesamtschule. In dem Kurs befinden sich insgesamt 33 SuS. Der Anteil ausländischer bzw. türkischstämmiger Kinder ist relativ gering. Kommunikationsschwierigkeiten bestehen auf Seiten der ausländischen Schüler kaum, da sie angemessen Deutsch sprechen können und auch die allgemeine Hochschulreife anstreben.

Betrachtet man den Gymnasialkurs als Gesamtkonstrukt, lässt sich feststellen, dass dies eine relativ leistungsstarke Sportgruppe ist. Wenige Ausnahmen, wie z.B. ein Mädchen und ein Junge, haben zuvor noch nie auf Inlineskates gestanden und sind dadurch im Vergleich zu dem Durchschnitt der Wahlsportklasse leistungsschwach. Die Sportart Inline-Skaten war jedoch noch nicht zuvor Unterrichtsinhalt, sodass dies für viele eine Herausforderung ist und einige Hilfestellungen nötig sind.

Wie das soziale Gefüge des Kurses ist, wie sie interagieren, kann ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht präzisieren, da ich den Kurs aufgrund einiger Terminumstellungen erst zwei Mal sehen konnte. Da es sich um einen Wahlsportunterricht handelt und der Kurs aus Schülern und Schülerinnen verschiedener Klassen besteht, ist es wahrscheinlich, dass sich einige Schüler/innen noch nicht gut kennen. Störungen und falsch interpretierte Denkprozesse sind in den vorherigen Stunden nicht aufgefallen, sodass die ausgewählten Übungen und Spiele ausgeführt und verstanden werden sollten.

Während meiner zwei Unterrichtsstunden versuche ich vor allem auf die leistungsschwächeren SuS einzugehen, sodass sich keiner unterfordert oder benachteiligt fühlen muss und die Motivation der Lernenden aufrecht bleibt. Aufgrund der Tatsache, dass dies eine Wiederholungs- und Sicherungsstunde für die Kurventechnik ist, lege ich den Schwerpunkt auf die zwei Übungen bzw. Stationen für die Kurvenfahrt. Hier können vor allem die leistungsschwachen Schüler/innen ihre Technik verbessern. Natürlich sollten auch die leistungsstärkeren SuS gefördert und gefordert werden, sodass ich versuche, innerhalb dieser Übungen erneut zu differenzieren. Dies werde ich unter dem Gesichtspunkt „Didaktische Reduktion“ verdeutlichen.

Das Klima in dieser Lerngruppe ist, soweit ich das bislang beobachten konnte, positiv und vorteilhaft für den normalen Schulalltag. Es muss jedoch darauf geachtet werden, dass einzelne Schüler/innen, vor allem die leistungsschwächeren Personen, nicht von der Masse ausgegrenzt werden. Teilweise durch zufällige, teilweise aber auch durch gezielt zusammengesetzte Gruppen, versuche ich die SuS mit einzubinden, die noch einige Defizite im Bereich Inlineskaten aufweisen.

Allgemeine Verhaltensregeln beherrschen die Lernenden der Jahrgangsstufe 11, allerdings muss man sie hin und wieder daran erinnern und einen strengeren Umgangston an den Tag legen. Die SuS dieses Kurses sind mir und den Themen, die ich ihnen in den letzten Wochen dargeboten habe, überwiegend aufgeschlossen und engagiert. Aufgrund des fortgeschrittenen Alters der Lernenden ist es möglich, freie Organisationsformen zu wählen, sodass die SuS aufgefordert sind, eigenverantwortlich zu handeln.

Da dies ein Wahlsportunterricht mit unterschiedlichen Charakteren, unterschiedlichem Leistungsvermögen und unterschiedlichen Vorkenntnissen von Seiten der SuS ist, ist eine innere Differenzierung unabdingbar.

Das Thema „Einführung in die Trendsportart Inline-Skaten“ wurde in diesem Kurs vor vier Wochen von meinem Mentor Jan B. begonnen. Die SuS haben intensiv erarbeitet, welche Fall-, Brems- und Kurventechniken es gibt und wann bzw. wie sie angewendet werden. In dieser Doppelstunde setze ich voraus, dass die Lernenden wissen, welche verschiedenen Fall- und Bremstechniken es gibt und dass die SuS diese auch in gegebenen Situationen hinreichend ausführen können. Die Kurventechniken wurden in der Vergangenheit ebenfalls erarbeitet, jedoch befinden sich die Lernenden in diesen beiden Stunden noch in der Vertiefungs- bzw. Sicherungsphase.

Mögliche Ausstiege der Stunde habe ich bei der zweiten Übungsphase geplant. Diese werde ich nur durchführen, wenn genug Zeit vorhanden ist. Das Abschlussspiel möchte ich jedoch gerne durchführen, weil die SuS hierbei die erlernte Technik im Wettkampf, also unter Druck, anwenden sollen.

4. Didaktische Analyse

Die Auswahl meiner Übungs- und Spielformen habe ich gemäß dem Können, dem aktuellen Wissensstand und der Vorerfahrung der Lerngruppe ausgesucht.

Ich versuche jedoch stets, die jeweiligen Techniken auch in Spielformen und Wettkämpfe einzubauen, da diese auch unter realen Bedingungen mit beispielsweise Zeit- oder Gegnerdruck angewendet werden müssen. Dieses spielgemäße Konzept verknüpfe ich mit reinen Übungsformen, bei denen die Schüler/innen sich ausschließlich auf die nötige Technik und Koordination konzentrieren können und somit eine didaktische Reduktion vollzogen wird. Durch diesen Wechsel zwischen Übungs- und Spielformen bleibt auch die Motivation der SuS bestehen und keiner fühlt sich unter- bzw. überfordert.

Zunächst steige ich mit dem bekannten Aufwärmspiel „Zombieball“ und dem eigentlichen Kinderspiel „Der Plumpsack geht um“ in die Stunde ein. Hierbei wird die Fahr- und Bremstechnik der Lernenden indirekt wiederholt und die Lernenden wärmen sich allgemein auf. Ebenfalls beinhalten diese Übungen die ersten Kurven, welche in dieser Stunde absolviert werden müssen.

In der theoretischen Wiederholung werden die Knotenpunkte der beiden Kurventechniken wiederholt, bei denen sich auch schwächere Schüler/innen erfolgreich einbinden können.

Innerhalb der Übungsphase versuche ich erneut zu differenzieren. Hier können fortgeschrittene Schüler/innen versuchen, die Kurven rückwärts zu fahren. Außerdem werde ich Besonderheiten, wie zum Beispiel ein Tor, das durchfahren werden muss, auf der Strecke einbauen, sodass keine Langeweile aufkommt und jede/r gefordert und gefördert wird. Das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf der jeweiligen Technik, auf die in dieser Übung vermehrt geachtet werden sollte. Typische Fehlerbilder, wie z.B. eine zu aufrechte Körperhaltung oder eine falsche Beinbelastung, versuche ich zu erkennen, sodass ich den Schüler/innen Hilfestellungen geben kann, jedoch sollen sich auch die SuS gegenseitig verbessern und motivieren. Vor allem sportlich leistungsstarke Schüler können sich in dieser Übung sozial einbringen und Tipps geben.

Während des Abschlussspiels sollen die verschiedenen Techniken unter Koordinations- und Zeitdruck angewendet werden.

Vor allem im Sportunterricht mit 33 Lernenden und bei dieser nicht allen vertrauten Trendsportart sind eine Differenzierung und didaktische Erarbeitung unabdingbar. Aufgrund der starken Heterogenität der Gruppe gibt es ein unterschiedliches Leistungsniveau, sodass es ohne didaktische Aufbereitung schnell zu einer Über- bzw. Unterforderung und dem Motivationsverlust seitens einzelner Schüler kommen kann. Dies versuche ich mithilfe unterschiedlicher Methoden, Phasen und Sozialformen passend für diese Lerngruppe zu erarbeiten und praktisch umzusetzen.

5. Lern- bzw. Kompetenzziel

Das Kerncurriculum Sport für die gymnasiale Oberstufe des hessischen Kultusministeriums ist die Grundlage für die Entscheidung für mein Unterrichtsthema Inline-Skaten : „Weiterführung und Vertiefung der Kurventechniken“.

Unter dem Gesichtspunkt „Strukturierung der Fachinhalte“ werden in dem Inhaltsfeld „Fahren, Rollen, Gleiten“ Teilaspekte genannt, wie zum Beispiel der „des Risikos und der Wagnis“. In kaum einem anderen Themenfeld stehen das Erfahren von Geschwindigkeit und Gleichgewicht und die Beanspruchung der Wahrnehmungs- und Orientierungsfähigkeit so im Vordergrund. Auch das gesellschaftliche Zusammenspiel spielt in dieser Unterrichtsstunde eine große Rolle, da mehrere Gruppenarbeiten durchgeführt werden.

Inline-Skaten gehört zudem zu den besonderen Formen der Fortbewegung und wird unter dem Aspekt „Rollsport/Fortbewegung auf Rädern und Rollen“ aufgeführt, damit zusammenhängend das Erlernen seiner Technik und die Erfahrung mit Geschwindigkeit und Beschleunigung.

Vor allem zwei Kurventechniken sollen die SuS unterscheiden können und auch wissen, wann sie anzuwenden sind. Das Ziel einer perfekten Ausführung der Kurventechnik wäre in dieser kurzen Zeit zu hoch gegriffen und eine Überforderung der SuS. Neben dem Bremsen ist aber das Kurvenfahren unabdinglich für das Beherrschen der Inlineskates, erst dann ist ein sicheres Fahren gewährleistet. Die Lernenden sollen folglich diese beiden Techniken in der Doppelstunde vertiefen und ein Gefühl für Geschwindigkeit und Beschleunigung bekommen können.

Die Trendsportart zählt laut hessischem Kerncurriculum zu den Natursportarten, es wird fachübergreifend auch der verantwortungsbewusste Umgang mit der Natur erwähnt, welchen ich den Schüler/innen nahe bringen möchte.

„Da die Sportarten vielfach bereits Teil jugendlicher Bewegungssozialisation sind, können die Lernenden hier weiter sensibilisiert werden. Gleichermaßen lassen sich Interessen und Neigungen der Lernenden mit Blick auf die Freizeitgestaltung aufgreifen bzw. wecken und weiter ausprägen.“ Diesen Satz aus dem Teilbereich 2.3 des Kernkurriculums Sport möchte ich als Grundlage für meine Unterrichtsstunde verwenden.

Aktive, gesundheitsfördernde Freizeitgestaltung draußen, die Freude an Bewegung, alleine oder in Gemeinschaft, sowie ein verantwortungsvoller Umgang mit der Natur sind überfachliche (Lern-) Ziele des Sportunterrichts.

Ich möchte versuchen, den Lernenden diese alternativen Sichtweisen und Perspektiven des Sportunterrichts vorzustellen und nahe zu bringen.

Das Inlineskaten ist ein komplexer Sport und umfasst viele weitere Fertigkeiten, wie beispielsweise auch das Rückwärtsfahren. Es ist wichtig, zunächst einzelne Bewegungen zu automatisieren und den Unterrichtsinhalt entsprechend der Lerngruppe zu reduzieren und zu differenzieren, da das Fortbewegen auf Rollen und die dabei entstehende Geschwindigkeit manche Schüler/innen herausfordert, einen anderen bzw. eine andere Lernperson ängstigen kann. Ich habe versucht, dies in meinem dargestellten Unterrichtsverlauf umzusetzen.

6. Methodischer Kommentar

Nachdem die SuS die Inlineskates und Schutzausrüstung angelegt haben, findet die Begrüßung zur Unterrichtsstunde wie gewohnt in einem Stehkreis statt. Aufgrund der Tatsache, dass einige Schüler/innen schneller bzw. langsamer beim Anlegen der Sportbekleidung sind, erfolgt ein offener Einstieg, in dem die Lernenden sich auf dem Hof einfahren dürfen.

Nachdem das heutige Stundenthema sowie organisatorische Aspekte geklärt wurden, beginne ich mit dem Aufwärmspiel „Zombieball“. Dieses Spiel ist möglicherweise allen Schüler/innen bekannt, jedoch wurde es von ihnen noch nicht in Verbindung mit Inlineskates gespielt. Die SuS müssen sich somit vermehrt auf die Fahrweise konzentrieren, was nicht einfach ist und wodurch die Koordinationsfähigkeit geschult wird.

Nach dem ersten Aufwärmspiel folgt mit dem Spiel „Der Plumpsack geht um“ ein weiteres. Hier liegt der Fokus schon auf dem ersten Kurvenfahren in spielerischer Form. Auftretende Probleme und Schwierigkeiten werden in der darauffolgenden kognitiven Erarbeitung geklärt.

Die Aufwärmphase gestaltet sich somit spielerisch, gleichzeitig wird eine Aktivierung des Herz-Kreislauf-Systems und die Erwärmung der Muskulatur bewirkt.

Während der kognitiven Erarbeitung erfolgt eine theoretische Wiederholung der Kurventechniken, in der die SuS die bereits letzte Woche erarbeiteten Knotenpunkte wiederholen und gegebenenfalls mögliche Fehlerbilder benennen. Anschließend werden die beiden Kurventechniken unter realen Bedingungen von einem Schüler bzw. einer Schülerin oder der Lehrkraft demonstriert. Außerdem werden die nächsten zwei Übungen erklärt und von eventuell nicht am Unterricht teilnehmenden Schülern aufgebaut.

Die Übungsphase bzw. die praktische Anwendung der Kurventechniken sind der Hauptteil meiner Stunde. Hierbei sollen die SuS die zwei Techniken vertiefen. Während der mehrfachen Durchläufe sollen die SuS Fehler der Mitschüler/Mitschülerinnen erkennen und sich gegenseitig verbessern.

Die Station „Fahren einer großen Acht“ wird auf dem Hof durchgeführt und dient dem Übersetzen. Die zweite Station „Fahren kurzer Schwünge“ wird im Slalomparkour auf einer anliegenden Straße durchgeführt,die nur sehr selten bis gar nicht befahren wird. Mithilfe bestimmter Ansagen und Hindernisse wird eine Binnendifferenzierung und Selbstständigkeit innerhalb der Lerngruppe erreicht. Jede Übung wird etwa 10 Minuten absolviert, danach tauschen die Großgruppen die Stationen.

Falls nach dieser Übungsphase noch genug Zeit vorhanden ist, findet eine Fehleranalyse im Stehkreis statt. Hier sollen die SuS Probleme und Schwierigkeiten benennen und gegebenenfalls Verbesserungsvorschläge erarbeiten. Nach dieser Fehleranalyse folgt die direkte Wiederholung der Übung in den bereits befahrenen Stationen.

Falls die Zeit schon zu weit voran geschritten ist, gehe ich nach einer kurzen Spielerklärung und einer zufälligen Gruppeneinteilung mithilfe von Karten in die Ausführungsphase über. Hierbei wird das Strategiespiel „Konkurrenzkampf der Supermärkte“ in vier Mannschaften gespielt, in der die SuS die bereits gelernten Fahrtechniken umsetzen. Da unter Wettkampfbedingungen ein bestimmter Druck herrscht, sollte dieses Abschlussspiel nicht ausfallen. Die Lernenden müssen im Wettkampfmodus die Fahr- bzw. Kurventechniken anwenden. Nicht am Unterricht teilnehmende Schüler/innen dienen als Schiedsrichter.

Ein klassisches Abschlussspiel mit Ball, wie z.B. Inlinehockey, habe ich nicht gewählt, weil das Spielfeld für 33 Schüler/innen zu klein gewesen wäre.

Nach diesem Abschlussspiel findet eine Reflexion im Stehkreis statt. Falls Rückfragen oder bestehende Probleme aufgetreten sind, wird versucht, diese zu klären. Außerdem wird ein Ausblick auf die kommende Unterrichtsstunde gegeben. Abschließend muss ca. 10 Minuten für das Umziehen eingeplant werden, weil die Inlineskates und die Schutzausrüstung ebenfalls abgelegt werden müssen.

7. Stundenverlaufsplan

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Thema der Unterrichtseinheit:

Einführung in die Trendsportart Inlineskaten

Thema der Unterrichtsstunde:

Weiterführung und Vertiefung der Kurventechniken

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

8. Literaturverzeichnis

- Döhring, V. & N. Gissel (2011): Schulsport planen und auswerten. ein Praxisbuch für Lehrende und Studierende. Schneider Verlag Hohengehren. Baltmannsweiler.
- Heymen, N. & W. Leue (2003): Planung von Sportunterricht. Schneider Verlag Hohengehren. Baltmannsweiler.
- Meyer, H. (2007): Leitfaden Unterrichtsvorbereitung. Cornelsen Verlag. Berlin.

Internetquellen:

- Deutscher Rollsport und Inline-Verband e.V. Abrufbar unter: http://driv.de (Stand: 29.09.2016)
- Hessisches Kultusministerium. Kerncurriculum Sport. Abrufbar unter: https://kultusministerium.hessen.de/schule/kerncurricula/gymnasiale-oberstufe/sport (Stand: 27.09.2016)
- Österreichischer Rollsport und Inline-Skate Verband. Abrufbar unter: http://www.oersv.or.at (Stand: 29.09.2016)
- SkateVO – Thesen und Wissenswertes zum Skaten im Straßenverkehr. Abrufbar unter: http://www.skateright.de (Stand: 27.09.2016)

4.2. Reflexion

Die aktuellen Vorbedingungen der Lerngruppe sind, wie bereits in dem Unterrichtsversuch dargestellt, sehr unterschiedlich und unausgewogen. Daher bin ich in dieser Stunde so vorgegangen, dass ich zunächst die Ausgangsbedingungen und das bereits Gelernte gesichert habe und danach in die Erweiterung bzw. Sicherung der Kurventechniken eingestiegen bin.

In dieser Doppelstunde wurde von mir vorausgesetzt, dass die zwei Kurventechniken akzeptabel durchgeführt werden können, da diese in den vorherigen Doppelstunden mehrfach theoretisch und praktisch bearbeitet worden sind. Ich habe somit versucht, eine Spirale entstehen zu lassen, indem ich auf bestimmte Gesichtspunkte der vergangenen Unterrichtsstunden zurückgreife und den Lernenden somit Bezugspunkte deutlich mache.

Wenn ich meine Unterrichtsplanung mit dem tatsächlichen Ablauf vergleiche, kann ich feststellen, dass mein Unterrichtsbesuch in dieser Klasse zum größten Teil erfolgreich für mich verlaufen ist. Folgend möchte ich die mir auch in der anschließenden Reflexion mit meiner Praktikumsleiterin Frau M. bewusst gewordenen positiven und negativen Aspekte der Stunde noch einmal reflektieren.

Zunächst wurde mir rückgemeldet, dass meine Lehrerpersönlichkeit und -präsenz, mein Auftreten vor der Lerngruppe mit klarer Stimme und Mimik, positiv bewertet werden konnten. So gelang es mir problemlos, durch einen Pfiff die Aufmerksamkeit der SuS auf mich zu ziehen. Der Lernwille und die Motivation der SuS waren an diesem Tag überwiegend durchgängig vorhanden, kurze Störungen durch Privatgespräche gab es nur selten oder ich konnte sie schnell unterbinden.

Lediglich während der Übungsphase kam es zu Motivationsverlusten seitens der Schüler/innen, da einige die geforderten Techniken noch nicht hinreichend beherrschten. Dies werde ich an späterer Stelle noch genauer analysieren.

Die von mir gewählten Phasenwechsel und Methoden, das spielerische Aufwärmen, die Übungsphasen sowie das Abschlussspiel, wurden von den Lernenden positiv angenommen.

Das Aufwärmspiel „Zombieball“ wurde als ein grundsätzlich geeignetes Aufwärmspiel auf Rollen bewertet, in dieser Lerngruppe war es aber für die meisten Schüler/innen zu anspruchsvoll. Ich konnte selbst bemerken, dass die Fortbewegung auf Rollen unter den Koordinations- und Technikschwierigkeiten der Schüler/innen gelitten hat. Dadurch, dass die SuS sich intensiv auf ihre Fahrweise konzentrieren mussten, kamen nur wenige Ausweichmanöver oder längere Spielzüge zustande.

Bezüglich meines zweiten Aufwärmspiels „ Der Plumpsack geht um“ wurde hervorgehoben, dass das spontane Demonstrieren des Spiels sehr sinnvoll gewesen sei, da die Lernenden es in dieser Form noch nie gespielt hatten und so nicht wissen konnten, wie es mit Inlineskates umgesetzt werden konnte. Das Spiel erwies sich als zielführend für die kommenden Übungen, da automatisch das Kurvenfahren wiederholt bzw. angewendet wurde. Einen verbesserungswürdigen Aspekt gab es hinsichtlich der Sicherheit. Aufgrund der Tatsache, dass die drei Personenkreise des Spiels Plumpsack relativ nah aneinander waren, hatten viele SuS Angst, stärker zu beschleunigen. Hier gilt es unbedingt, Sicherheitsaspekte zu beachten, zum Beispiel müssen Abstände zwischen den agierenden Gruppen eingehalten werden, um Kollisionen zu vermeiden.

Durch ein heterogenes Leistungsvermögen sowie hinzukommende Unsicherheit und Angst kann der einzelne Schüler bzw. die einzelne Schülerin schnell Frust aufbauen, was zu Motivationsverlust führen kann. Nicht zu vergessen ist, dass gerade bei diesem Spiel der „Vorführeffekt“ eine Rolle spielen kann, da sich die Lernenden gegenseitig beobachten und somit verunsichert sein können.

Mir ist in dieser Unterrichtsstunde bewusst geworden, dass das erstmalige Spielen eines komplexeren Spiels und das Erklären seiner Regeln nicht einfach sind. Die SuS dürfen mit Informationen nicht überfordert werden, sollen aber auch die wesentlichen Regeln verstehen. Es ist wichtig, dass sie genau zuhören, Fragen stellen dürfen und vor allem, dass ich als Lehrender klare Anweisungen gebe. Hilfreich sind da eventuell Notizen, Bilder oder andere unterstützende Hilfsmittel zu den wichtigsten Regeln des Spiels.

Mir wurde selbst bewusst, dass auch Aufwärmspiele manchmal geübt werden müssen.

Auf den Punkt bringende Erklärungen sowie das Einbeziehen hilfreicher Materialien können auch notwendig sein, wenn Übungsphasen eingeleitet werden müssen.

Im zweiten Teil der Doppelstunde, der kognitiven Erarbeitungsphase, war die theoretische Wiederholung der Technik-Knotenpunkte positiv. Vorgeschlagen wurde, dabei auf eine visuelle Unterstützung, wie zum Beispiel eine Bilderreihe, zurückzugreifen. Ich hatte mich während der Planung bewusst gegen eine solche Form der Visualisierung entschieden, weil es sich um eine Unterrichtsstunde zur Sicherung der Kurventechniken handelte und die Lernenden diese schon erarbeitet hatten. Bilder hätten dies vereinfachen können, es erschien mir aber nicht notwendig. Ein Schüler bzw. eine Schülerin sollte Gelegenheit haben, sein/ihr Können freiwillig zu demonstrieren, sodass die wichtigsten Aspekte nochmal deutlich werden.

In der dritten Phase der Unterrichtsstunde, der praktischen Übungsphase, wurde zunächst die Gruppeneinteilung mithilfe der Geburtsmonate als eine gute Methode bewertet.

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Details

Seiten
109
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783346051509
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v499733
Institution / Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Note
1,3
Schlagworte
praktiumsbericht schulpraktikum fachpraktikum sport schule praktika lehrer

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Titel: Praktikum im Fach Sport an einer Gesamtschule