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Herzmuskelentzündung. Effekte von (Freizeit-)Sport auf den Herzmuskel während einer Erkältungskrankheit

Hausarbeit 2016 19 Seiten

Sport - Sportmedizin, Therapie, Prävention, Ernährung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Herzmuskelentzündung (Myokarditis)
2.1. Ätiologie und Epidemiologie
2.2. Erscheinungsbild und Symptome einer Myokarditis
2.3. Diagnose
2.4. Verlauf und Folgen einer Myokarditis
2.5. Vorbeugung und Prävention

3. Therapie

4. Fazit

5. Quellenverzeichnis
5.1. Literaturverzeichnis
5.2. Internetquellen
5.3. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Immer wieder hört man es in den Medien und aus sportärztlicher Sicht: Körperliche Aktivität wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus, vermindert das kardiovaskuläre Risiko eines Menschen und stärkt das Immunsystem.

Einige Studien haben aber bewiesen, dass unangemessenes Sporttreiben durchaus auch negative Folgen haben kann.

Vor allem Extrembelastungen, wie z.B. die eines Marathonläufers, können das Risiko erhöhen, einen Herz- bzw. Myokardinfarkt oder sogar den plötzlichen Herztod zu erleiden. Auch wenn der Sportler eine Erkältung oder eine andere Virusinfektion hat und er seinen Körper dennoch nicht schont, steigt die Gefahr akuter Herzschädigungen erheblich.

Doch wie genau kann sich anstrengende sportliche Aktivität auf die Gesundheit eines Menschen auswirken, der trotz Infekt weiter trainiert?

Ob Leistungssportler oder Freizeitathlet – viele Sporttreibende trainieren trotz Krankheitssymptome und ohne Regenerationszeit weiter, zum Teil mit weitreichenden negativen Folgen.

Das Ignorieren der körperlichen Warnsignale kann einen sportlichen Werdegang beenden oder sogar lebensgefährlich werden.

Erst im Jahr 2009 verstarb der 26-Jährige Leichtathlet René Herms an den Folgen einer virusbedingten Herzmuskelentzündung, an der Sportler immer häufiger erkranken. Auch im Handball, Fußball oder Eiskunstlauf, überall wurde bereits vom plötzlichen Herztod eines Sportlers berichtet.

Die sogenannte Myokarditis ist eine nicht zu unterschätzende Gefahr für den Sportler.

Eine US-Studie der Washington University untersuchte Athleten im Alter von 13 bis 25 Jahren. Pro Jahr wurden ca. 75 herzbedingte Todesfälle festgestellt, wovon 17% auf eine Myokarditis zurückzuführen waren. Eine weitere Studie nennt Myokarditis in 5-22% aller Athleten unter 35 Jahren als Todesursache. (www.MyokarditisFoundation.org)

Die nachfolgende Arbeit soll dem Leser einen Überblick über die Herzerkrankung „Myokarditis“ geben.

Es wird der Fragestellung nachgegangen, welche negativen Effekte die Ausübung von (Freizeit-)Sport während einer Erkältungskrankheit auf den Herzmuskel hat, wenn folglich ein Infekt ignoriert und nicht auskuriert wird. Hierbei werden die Ursachen, die möglichen Folgen sowie das Vorbeugen einer Entzündung des Herzmuskels dargestellt und analysiert.

2. Herzmuskelentzündung (Myokarditis)

2.1. Ätiologie und Epidemiologie

„Myocarditis is a disease marked by inflammation and damage of the heart muscle. Myocarditis usually attacks otherwise healthy people. It is estimated that several thousand patients per year are diagnosed in the U.S. It is believed that 5-20% of all cases of sudden death in young adults are due to myocarditis.“ – MyocarditisFoundation, 2016

Jederzeit versorgt das Herz den Körper und dessen Gewebe mit Blut, Sauerstoff und lebenswichtigen Nährstoffen. Zu dieser enormen Leistung trägt eine stark ausgeprägte Muskulatur des Herzens bei, welche seine größte Dicke in den Wänden der linken Herzkammer besitzt. Ist das Herzmuskelgewebe entzündet, kann dies gefährliche Konsequenzen auf die Gesundheit haben.

Eine Herzmuskelentzündung bzw. eine Myokarditis ist somit eine entzündliche Erkrankung des Herzmuskels bzw. des Herzmuskelgewebes. Es können aber auch weitere Strukturen des Herzens, wie z.B. der Herzbeutel bzw. das Perikard oder die Herzklappen betroffen sein.

Innerhalb einer entzündlichen Herzerkrankung unterscheidet man zwischen einer Endokarditis, einer Myokarditis und einer Perikarditis. (Sportkardiologie, 2007). Bei einer Endokarditis handelt es sich um eine Entzündung der Innenhaut des Herzens, bei einer Perikarditis ist der Herzbeutel betroffen und bei einer Myokarditis ist der Herzmuskel entzündet. Auf letztere möchte ich mich in dieser Arbeit konzentrieren.

Die Ätiologie definiert unterschiedliche Auslöser.

Zum einen werden Medikamente bzw. toxische Substanzen oder auch Autoimmunerkrankungen als Ursachen genannt, zum anderen sind auch infektiöse Erreger als Ursache für Myokarditis bekannt.

Zu den Medikamenten und toxischen Substanzen gehören zum Beispiel bestimmte Krebsmedikamente bzw. Chemotherapeutika, die Strahlentherapie sowie Barbiturate, außerdem Drogen (vor allem Kokain), Alkohol und Schwermetalle.

Autoimmune Formen sind beispielsweise rheumatische Erkrankungen, Gefäß- oder Bindegewebsentzündungen, wozu vor allem die Sarkoidose zählt.

Diese nicht-infektiösen Erreger einer Herzmuskelentzündung treten jedoch deutlich seltener auf.

Infektiöse Erreger hingegen zählen zu den Hauptursachen bei der Erkrankung eines Herzmuskels. Ca. 50% aller Herzmuskelentzündungen gehen auf eine Infektion durch Viren zurück. Weitere Infektionen entstehen durch Bakterien, wie z.B. Borrelien, die durch Zecken übertragen werden, oder Pilze und Parasiten. Dies sind aber deutlich seltenere Auslöser.

Aufgrund der hohen Infektionsrate durch Viren werden die Erreger im Folgenden genauer analysiert. Eine bedeutende Rolle spielen hierbei vor allem die Coxsackie-Viren der Gruppe B und der Parvovirus B19. Weitere Virusinfektionen sind unter anderem die Adenoviren, Hepatitis-C-Viren oder Influenza-Viren.

Eine Übersicht über die bekannten Auslöser einer Herzmuskelentzün-dung sind in dieser Tabelle noch einmal dargestellt.

Der Parvovirus B19 vermehrt sich schnell und verursacht grippeähnliche Symptome wie z.B. Schnupfen oder Halsschmerzen. Das Virus schwächt das Immunsystem und verbreitet sich im gesamten Körper des Menschen, sodass es sich im Herz festsetzen kann. Durch starke körperliche Belastung, wie z.B. Ausdauersport, kann sich das Virus noch schneller im Körper verbreiten, da das Immunsystem durch die extreme Belastung geschwächt wird.

Eine Myokarditis kann somit jeden treffen. Jedoch sind Sportler anfälliger für diese Erkrankung, weil bei Belastung der Durchfluss am Herzen höher und die Wahrscheinlichkeit somit größer ist, dass sich Viren dort festsetzen.

Aufgrund der Tatsache, dass vor allem junge Menschen ihre Körper extremen körperlichen Belastungen aussetzen, tritt Myokarditis vermehrt bei unter 35-Jährigen Personen auf. Da die Freizeit- und Leistungssportler in ihrem jungen Alter trotz einer Erkältungskrankheit weiter trainieren oder an einem Wettkampf teilnehmen, kommt es vermehrt zu tödlichen Komplikationen. Da das Auftreten einer Herzmuskelentzündung teilweise asymptomatisch verläuft, ist die Dunkelziffer der Krankheitsdiagnose noch deutlich höher.

2.2. Erscheinungsbild und Symptome einer Myokarditis

Bei einer entzündlichen Erkrankung des Herzmuskels kommt es zu sehr unterschiedlichen Erscheinungsbildern und Symptomen.

Das akute klinische Erscheinungsbild der Myokarditis reicht von links und/oder rechtsventrikulären Funktionsstörungen über Schmerzen im Brustkorb und Atemnot bis hin zu einem akuten Herzinfarkt.

Es gibt jedoch auch unspezifische Symptome, wie beispielsweise Rückenschmerzen, Müdigkeit oder Appetitlosigkeit.

Aufgrund dessen wird von den Betroffenen nur selten ein Arzt aufgesucht und die Krankheit wird nicht auskuriert.

Vor allem eine schnelle Erschöpfung und sinkende Belastbarkeit sollten den Sportler vor einer angehenden Herzmuskelentzündung warnen. Gerade bei Anzeichen in Folge eines grippalen Infektes sollte man auf die genannten Symptome achten, den Infekt auskurieren und gegebenenfalls einen Arzt oder Kardiologen aufsuchen. Da Sportler ihren Körper meist gut kennen, ist es wichtig, diese Veränderungen ernst zu nehmen.

Darüber hinaus kann es sein, dass die Symptomatik erst Tage bis Wochen später auftritt, weil der Infekt verschleppt wurde. Die möglicherweise dadurch entstehenden Folgeschäden werde ich im weiteren Verlauf näher betrachten.

2.3. Diagnose

Die Diagnose einer Myokarditis bereitet oftmals Schwierigkeiten. Sie beruht auf laborchemischen und klinischen Kriterien, sowie auf bildgebenden Methoden, wie z.B. Echokardiographie, Röntgen und Magnetresonanztomografie (MRT). Außerdem werden Herzbiopsien, das heißt Gewebeentnahmen vom Herzmuskel, zur Aufklärung durchgeführt. Diese Maßnahmen zur Diagnose der vital bedrohenden Krankheit werden jedoch routinemäßig nur sehr selten angewendet, sodass eine Herzmuskelentzündung oftmals unerkannt bleibt. Außerdem gibt es kein typisches Myokarditis-EKG, sodass auch ein unauffälliges EKG eine Myokarditis beinhalten kann. Das MRT-Verfahren könnte jedoch eine erste Verdachtsdiagnose schildern, da diese Untersuchung eine vermehrte Flüssigkeit im Herzmuskel bildlich darstellen kann.

Eine Myokarditis ist somit vor allem im Anfangsstadium aufgrund der Symptomatik und der geringen Aussagekraft der diagnostischen Verfahren nur sehr schwer zu diagnostizieren. Daher liegt die Dunkelziffer dieser entzündlichen Herzerkrankung wohl noch höher als bisher angenommen.

Erst durch eine parallele Anwendung der zuvor erwähnten Methoden - EKG, Laborwerte, Herz-Ultraschall und einer MRT-Untersuchung - lässt sich eine genaue Diagnose darstellen. Eine Biopsie des Herzmuskels wird nur angewendet, wenn alle anderen Verfahren die Diagnose nicht sichern können, da dieser Eingriff immer ein gewisses Risiko für den Patienten ist. Eine Myokardbiopsie zeigt bei einer Myokarditis eine geringe bis mäßige Leukozytose und oftmals erhöhte Werte von Troponin, Troponin I und CK.

Ein Beispiel für eine chronische Myokarditis mithilfe einer Belastungsechokardiographie ist folgend zu sehen:

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Details

Seiten
19
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783346037794
ISBN (Buch)
9783346037800
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v499736
Institution / Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Note
1,0
Schlagworte
sportmedizin herzmuskel herz herzmuskelentzündung sport erkältung erkältungskrankheit Krankheit

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Titel: Herzmuskelentzündung. Effekte von (Freizeit-)Sport auf den Herzmuskel während einer Erkältungskrankheit