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Analyse der nachhaltigen Produktion des Automobil Herstellers Audi

Hausarbeit 2019 25 Seiten

BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1.Einleitung
1.1.Ziel und Leitfrage der Arbeit
1.2. Einordnung des Themas in den Bereich Produktion und Kosten
1.3. wissenschaftliche Relevanz der Thematik

2.Theoretische Auseinandersetzung mit Produktion 2
2.1. gesamtwirtschaftliche Bedeutung
2.1.1. Produktionsfaktoren
2.1.2. Produktionsverfahren
2.2. Produktionsprozesse innerhalb der Automobilindustrie

3. Nachhaltige Produktion
3.1. Stellenwert der Nachhaltigkeit bei Produktionsprozessen
3.2. Strategie und Maßnahmen nachhaltiger Produktionsprozesse
3.2.1. Effizienzorientierte Planung und Steuerung von Supply Chains
3.2.2. Total Resource Management
3.2.3. Energiekennzahlen für Industrie und produzierendes Gewerbe
3.2.4. Umweltrechtliche Anforderungen an den Betrieb industrieller Anlagen
3.3. Erfolgskontrolle der Nachhaltigkeit

4. Praxisbeispiel Audi AG
4.1. Kurze Vorstellung des Unternehmens Audi
4.2. Elemente und Instrumente der Produktionsprozesse von Audi
4.2.1. Betrachtung der Supply Chain
4.2.2. Betrachtung des Umweltmanagements
4.2.3. Fertigungstechnologien
4.3. Die Audi AG im Vergleich mit weiteren Automobilherstellern

5. Bewertung der Nachhaltigkeit der Produktion der Audi AG
5.1. Festlegung der Messkriterien und Maßstäbe
5.2. Swot Analyse
5.2.1. Strenghts
5.2.2. Weakness
5.2.3. Opportunities
5.2.4. Threats
5.3. Mögliche Verbesserungen und Ergänzungen

6. Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: System produktiver Faktoren nach Gutenberg

Abbildung 2: Die drei Säulen der Nachhaltigkeit

Abbildung 3: Energiegrößen und Bezugsgrößen für Energiekennzahlen

Abbildung 4: Das Audi Produktionssystem

Abbildung 5: CO2-Äquivalente Einsparung in der Logistik

Abbildung 6: Gesamtgewicht des Abfalls nach Entsorgungsmethode

Abbildung 7: Energieverbrauch innerhalb des Konzerns nach Art

Abbildung 8: Swot Analyse der nachhaltigen Produktion der Audi AG

Abkürzungsverzeichnis

z.B : Zum Beispiel

AG: Aktiengesellschaft

1. Einleitung

1.1. Ziel und Leitfrage der Arbeit

Thema der Arbeit ist die Auseinandersetzung mit dem Thema der nachhaltigen Produktion am Beispiel von Audi. Untersucht werden soll, inwiefern das Unternehmen die zuvor erläuterten Instrumente und Maßnahmen sinnvoll einsetzt und inwiefern daraus eine nachhaltige Produk- tion resultiert. Die Leitfrage dieser Arbeit wird also lauten: Wie nachhaltig ist die Produktion von Audi aktuell und schöpft das Unternehmen alle, sich bietenden Möglichkeiten voll aus, oder sind noch Verbesserungen vorzunehmen, um die Produktion nachhaltiger gestalten zu können?

1.2. Einordnung des Themas in den Bereich Produktion und Kosten

Unter Produktion versteht man die Kombination und Transformation von Produktionsfaktoren nach bestimmten Verfahren zu Produkten. Als zentrale Elemente sind an der Produktion: Pro- duktionsfaktoren, Produktionsverfahren und Produkte beteiligti1.

Als Folge des Klimawandels ist der Wandel von starren zu dynamischen und nachhaltigen Produktionssystemen heutzutage sehr präsent und wichtig. Einflussfaktoren, die auf die Pro- duktion eines Unternehmens einwirken können, sind die Politik und Gesetzgebung, Ökologie, Ökonomie, Produktion, Technologie und Gesellschaft. So wird die Nachhaltigkeit über die ge- samte Wertschöpfungskette relevant. Nachhaltige Produktion kann mithilfe von nachhaltiger Entwicklung, Globalisierung, nachhaltigem Supply Chain Management und Interdisziplinärer Kooperation erreicht werden.

1.3. Wissenschaftliche Relevanz der Thematik

Nachhaltigkeit ist heute, mehr denn je, ein wichtiges Thema in der Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Angesichts des Klimawandels und dessen gravierenden Folgen, des Artensterbens, der Ressourcenverknappung und der Tatsache, dass Wirtschaftswachstum nicht unendlich ist, kommt der Verwirklichung einer nachhaltigen Produktion eine immer bedeutendere Rolle zu, um diesen Problemen zu begegnen. Bei der Herstellung von Produkten durch Industrie und Gewerbe werden stets Umweltgüter wie Rohstoffe oder Flächen in Anspruch genommen. Zudem werden Schadstoffe in Boden, Luft und Wasser emittiert. Da natürliche Ressourcen nur begrenzt sind, sollte es die Aufgabe sein, die Ressourceninanspruchnahme auf ein für die Erde langfristig erträgliches Maß zu minimieren.

Aber die Nachhaltigkeit hat auch für den Betrieb an sich Vorteile, so wird zum Beispiel die Effizienz durch Einsparung kostenreicher Ressourcen gesteigert. Deshalb beschäftigen sich die Industrie und Unternehmen zunehmend mit der Thematik der Nachhaltigkeit

2. Theoretische Auseinandersetzung mit der Thematik der Produktion

2.1. Gesamtwirtschaftliche Bedeutung

Zur Herstellung von Sachgütern werden Menschen, Maschinen, Materialien und Energie be- nötigt. Die zwei großen Bereiche wirtschaftlicher Betätigung sind einerseits Produktion, an- dererseits Konsumtion. In der Produktion werden Sachgüter und Dienstleistungen hervorge- bracht, im Rahmen der Konsumtion werden diese verbraucht oder genutzt. Unter einem Pro- duktionssystem versteht man ein von Menschen gemachtes und betriebenes System, wel- ches aus Gütern besteht und Güter herstellt. Dieses System muss eine Umgebung besitzen aus der Güter entnommen werden können oder an diese Güter abgegeben werden können2. Um einen Mehrwert zu produzieren muss der Output eines Produktionssystems höher be- wertet sein, als sein Input. Die Notwendigkeit zum Wirtschaften resultiert aus Knappheit. Das Kernproblem des Wirtschaftens liegt in der Zuordnung der knappen Mittel zu erstrebten Zwe- cken. Daraus resultiert die besondere Bedeutung der Produktion für die Wirtschaftslehre und auch die Betriebswirtschaftslehre3

Im Mittelpunkt der Produktionswirtschaft stehen die Transformationen. Sie sind durch eine qualitative, quantitative, räumliche oder zeitliche Veränderung von Objekten gekennzeichnet. Unter Transformation werden qualitative Veränderungen verstanden. Transformation, durch den Menschen veranlasst und auf eine nutzenerhöhende Leistung gerichtet wird Produktion genannt. Bei der Transformation werden Werte sowohl geschaffen, als auch vernichtet, wo- hingegen bei der Produktion die Erzeugung von Werten im Vordergrund steht. Zusammen- fassend wird unter Produktion die Kombination und Transformation von Produktionsfaktoren nach bestimmten Verfahren zu Produkten verstanden4.

2.1.1. Produktionsfaktoren

Güter, die im Produktionsprozess eingesetzt werden, bezeichnet man als Produktionsfaktoren. Es lassen, sich konzipiert auf industrielle Prozesse, drei Elementarfaktoren klassifizieren: menschliche Arbeitsleistung, Arbeits- und Betriebsmittel, sowie Werksstoffe. Die folgende Ab- bildung verdeutlicht dies.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: System produktiver Faktoren nach Gutenberg.

Quelle: Gutenberg (971). S.10

Für den Produktionsprozess werden die drei Elementarproduktionsfaktoren menschliche Ar- beitsleistung, Betriebsmittel und Werkstoffe benötigt5. Durch Kombination dieser drei Elemen- tarfaktoren im Produktionsprozess erfolgt die Transformation zum Produkt6. Unter Arbeitsleis- tung werden alle diejenigen Tätigkeiten verstanden, die unmittelbar mit der Leistungserstel- lung, mit der Leistungsverwertung und mit finanziellen Aufgaben im Zusammenhang stehen. Zusätzlich handelt es sich auch um alle Tätigkeiten, die mit der Leitung und Lenkung der ar- beitsteilig ausgeführten betrieblichen Vorgänge zusammenhängen. Der zweiten Elementarfak- tor Arbeits- und Betriebsmittel fasst alle Einrichtungen und Anlagen zusammen, welche die technischen Voraussetzungen zur Leistungserstellung erfüllen. Darunter fallen auch alle be- bauten oder unbebauten Grundstücke des Betriebes, sowie die Gesamtheit aller maschinellen Apparaturen. Unter dem dritten Elementarfaktor Werkstoffe fasst man als Rohstoffe, Hilfs- stoffe, halb- und Fertigerzeugnisse zusammen, die als Ausgangs- oder Grundstoffe für die Herstellung von Erzeugnissen benötigt werden. Die Einordnung der Produktionsfaktoren wird in der folgenden Abbildung nochmals verdeutlicht.

2.1.2. Produktionsverfahren

Unter Produktionsverfahren versteht man Verfahren, die Sachgüterfertigung bezwecken durch zielgerichteten Verknüpfungen von physikalischen, chemischen, biologischen und informati- onstechnischen Prozessen zur Gewinnung, Herstellung oder Beseitigung von Stoffen. Man unterscheidet danach analytische, synthetische und durchlaufende Fertigung. Im Rahmen analytischer Fertigung wird ein Ausgangsstoff in mehrere Bestandteile zerlegt (z. B. Säge- werke). Bei synthetischer Produktion werden Werkstoffe, in der Regel über mehrere Produkti- onsstufen, zu einem neuen Produkt zusammengesetzt (z. B. in der Werkzeugindustrie). Die durchlaufende Produktion kennzeichnet sich durch die Erhaltung des Einsatzfaktors aus der vorhergehenden Produktionsstufe. Zwar nicht völlig unverändert, jedoch ist er im Anschluss an den Produktionsvorgang noch vorhanden (z. B. beim Prägen von Papier).

2.2. Produktionsprozesse innerhalb der Automobilindustrie

Da es das Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit ist, den Produktionsprozess bei der Audi AG zu untersuchen und zu analysieren, wird im Folgenden allgemein auf den Produktionspro- zess innerhalb der Automobilindustrie eingegangen.

Der Auftragsabwicklungsprozess der Automobilindustrie ist als Teil des Leistungssystems an Planungs- Innovations-, Fertigungs- und externe Logistik- und Serviceprozesse gekoppelt. Dem Fertigungsprozess zugrunde liegt die Fertigungsart, welche die Prozessstruktur, die Aus- gestaltung der Schnittstellen und sämtliche Koordinationsaufgaben bestimmt. Schwerpunkt des Prozesses ist die Fertigung kundenindividueller Fahrzeuge. In der Automobilindustrie wer- den in der Regel hohe Stückzahlen produziert (Standardprodukte), jedoch mit Varianten. Es kann also nicht von einer Einzelfertigung gesprochen werden, da zwar kundenspezifische Pro- dukte gebaut werden, die Produktion jedoch nicht nur vom Markt angestoßen wird und vom Volumen her ein Massenprodukt gebaut wird. Der Prozess kann also als Fließfertigung mit Einzelaufträgen charakterisiert werden. Auf Basis eines Absatzplanes wird unter Beachtung von fertigungstechnischen Erfodernissen ein Produktionsprogramm erstellt, in dem erst in ei- nem festen Zeitraum vor dem Fertigungsbeginn die Kundenaufträge zugesteuert und damit die Ressourcen abgeglichen werden. Der Ablauf des Prozesses wird beherrscht durch starke Fabrikorientierung und Kapazitätsauslastung, verbunden mit dem sogenannten Stückzahlen- denken7. Die Nachfrage des Kunden nach einem Fahrzeug muss der Nachfrage nach Res- sourcen, über die das produzierende Werk verfügt, entsprechen. Die Ressourcenbeschaffung wird somit auf Basis einer Prognose schon vor der Kundennachfrage eingeleitet. Beschaffte Ressourcen werden dann auf Werke verteilt, wie auch die zeitlich versetzt eintreffenden Kun- denbestellungen auf verschiedene Produktionsstandorte verteilt und für die Produktion einge- plant werden. Danach liegt ein festes, sequentielles Fertigungsprogramm vor, das mit hundert- prozentiger Genauigkeit ohne Abweichungen durchgeführt werden muss. Der Auftrag, ein spe- zifiziertes Fahrzeug zu bauen, unterliegt einer sequentiellen Produktionssteuerung. Im fahr- zeugbauenden Werk durchläuft der Auftrag zuerst den Rohbau, dann die Lackiererei und zu- letzt die Montage. In der Fertigung wird aus dem übernommen Fertigungsprogrammplan für einen Tag ein Taktplan gebildet. Das bedeutet, dass eine günstige Reihenfolge der zu kom- plettierenden Fahrzeuge auf den Montagebändern erforderlich ist.

Zusammenfassend sind die fünf entscheidenden Schritte in der Fertigung die Koordination des Fertigungsablaufes, die Rohkarosse zu fertigen, die Rohkarosse zu lackieren, diese zu ver- walten und dann das kundenspezifische Fahrzeug zu montieren8.

3. Nachhaltige Produktion

3.1. Stellenwert der Nachhaltigkeit bei Produktionsprozessen

Die Sicherstellung und effiziente Nutzung von Ressourcen, heute vor allem von Energie, sind Themen, die immer wieder im Mittelpunkt von technischen, wirtschaftlichen und politischen Diskussion stehen. Immer mehr Unternehmen orientieren sich bei der Produktentwicklung an den Grundsätzen der nachhaltigen Entwicklung. So schonen sie natürliche Ressourcen und senken so ihre Produktionskosten. Die Notwendigkeit für nachhaltige Prozesse innerhalb der Industrie steigt, dies zeigen Herausforderungen wie: Energieverknappung, Rohstoffmangel, Kostenexplosion auf dem Energiesektor, Natur- und Reaktorkatastrophen, Klimawandel, Roh- stoffkriminalität, Wettlauf der Weltmächte um Bodenschätze und Knappheit von Trinkwasser. Vor diesem Hintergrund ist es nicht überraschend, dass der Faktor Nachhaltigkeit auch in vie- len Industriebetrieben zu einer wichtigen Thematik geworden ist. Die wachsende Bedeutung von sozio-politischer Anspruchsgruppen für unternehmerische Entscheidungen zeigt sich in Form von Ge- und Verboten sowie Auflagen und Grenzwerten. Unternehmen sind gefordert, auf diese Anforderungen durch Umweltschutzmaßnahmen, z. B. durch nachhaltige Produk- tion, einzugehen9.

3.2. Strategie und Maßnahmen nachhaltiger Produktionsprozess

Wie zuvor erläutert ist Nachhaltigkeit zu einem wirtschaftlichen Gesamtkonzept geworden. Jedes Unternehmen muss ökonomische, ökologische und soziale Entwicklungen berücksich- tigen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Die drei Säulen der Nachhaltigkeit.

Quelle: Rogall (2012). S47

Abbildung 2 zeigt das Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit. Die drei Säulen: Ökonomie, Öko- logie und Soziales stellen das Fundament der Nachhaltigkeit dar. Ökonomische Nachhaltigkeit ist die Grundlage jedes Geschäftsmodells. Sie zeichnet sich durch einen effizienten Mittelein- satz aus. Wirtschaftliches Handeln gilt als nachhaltig, wenn ein Unternehmen sein Geschäfts- modell dauerhaft betreiben kann. Die ökologische Dimension beschäftigt sich mit Möglichkei- ten wie ein Unternehmen seinen Ressourcenverbrauch dauerhaft senken kann. Ein niedriger Ressourcenverbrauch führt gleichzeitig zu Einsparungen und damit zu größeren Gewinnen. Als ökologisch nachhaltig gilt eine Produktionsweise, die die natürlichen Lebensgrundlagen nur in dem Maße beansprucht, wie diese sich regenerieren. Die soziale Säule des Drei-Säu- len-Modells veranlasst Unternehmen, über die Auswirkung ihres Handelns auf alle beteiligten Akteure (Lieferanten, Investoren, Kunden, Mitarbeiter) nachzudenken. Soziale Nachhaltigkeit beschreibt den verantwortungsvollen Umgang mit allen an einem Prozess beteiligten Men- schen. Diese drei Säulen sind maßgebend für die Nachhaltigkeit von Unternehmen und deren Produktion und können als Leitfaden für nachhaltige Prozesse betrachtet werden.10

3.2.1. Effizienzorientierte Planung und Steuerung von Supply Chains

Unter einer Supply Chain wird die gesamte Wertschöpfungskette vom Rohstofflieferanten bis zum Kunden verstanden. Supply Chains, verstanden als Netzwerk, zeichnen sich durch die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit aus. Die Ausrichtung der Supply Chain Leis- tung wird überwiegend an Zielen wie Reduzierung der Durchlaufzeiten oder Verringerung von Beständen orientiert. Auch das Zusammenspiel der Akteure spielt für die Effizienz eine ent- scheidende Rolle. Für die ganzeinheitliche Bewertung von Supply Chains werden vier Effi- zienzklassen definiert, die für die Analyse unterschiedlicher Supply Chains geeignet erschei- nen. Dabei handelt es sich um: Markteffizienz, Kooperationseffizienz, Ressourceneffizienz und Prozesseffizienz. Markteffizienz definiert sich durch volles Ausschöpfen von Marktpotentialen, welche sich als Bedienung und Bindung möglichst vieler Kunden versteht. Kooperationseffizi- enz beschreibt den reibungslosen Informations- und Materialfluss zwischen den Akteuren ei- ner Supply Chain. Dabei geht es darum, sowohl Transaktionskosten als auch Transaktions- zeiten möglichst niedrig zu halten. Hinter Prozesseffizienz steht das Ziel einer konsequenten Ausrichtung der Prozesse auf den Kunden. Im Mittelpunkt der Interessen stehen hier niedrige Kosten und Durchlaufzeiten. Bei der Ressourceneffizienz geht es um die Ausschöpfung von Potentialfaktoren, insbesondere menschliche Arbeitsleistung und Betriebsmittel.

Je nach Supply Chain-Beschaffenheit ist denkbar, dass die Effizienzziele unterschiedliche Pri- oritäten haben11.

3.2.2. Total Resource Management

Ein Lösungsansatz zur Bewältigung der Ressourcenproblematik, bei der das Thema Energie nur eine Komponente darstellt, ist das Konzept des „Total Resource Management“. „Total“ steht für umfassend und ganzheitlich. „Management“ bedeutet, dass Qualität geplant und ge- steuert werden muss. Und schließlich ist die mittelfristige Sicherstellung der Ressourcenver- fügbarkeit eines der Prinzipien eines „Total Resource Management“. Dementsprechend er- streckt sich diese Analogie auf sämtliche Ressourcen, Partner und Gestaltungsaspekte. Aus den konzeptionellen Überlegungen zu einem „Total Resource Management“ lassen sich vier Funktionsbereiche ableiten. Zunächst eine Ressourcenstrategieplanung im Kontext der unter- nehmensübergreifenden Strategieplanung, um den langfristigen Bedarf an kritischen Ressour- cen in der gesamten Supply Chain zu ermitteln. Als zweiter Funktionsbereich dient eine Res- sourcenstammdatenhaltung, welche so aufgebaut wird, dass alle Beschaffungsstrukturdaten mit den Angaben über Beschaffungsmärkte, Verbrauchsdaten und sonstigen einschlägigen Informationen übereinstimmen. Ausschlaggebend sind alle im Unternehmen verarbeiteten Rohstoffe .Ein dritter Aufgabenbereich umfasst das ressourcengerechte Produkt- und Dienst- leistungsdesign. Er hat die ständige Weiterentwicklung und Verbesserung des produkt- und Dienstleistungsdesigns hinsichtlich Ressourcenverbrauchs zum Inhalt. Als abschließenden Funktionsbereich ist das Ressourcen Controlling zu betrachten, welches die Zielgrößen der Strategieplanung als Sollgrößen formuliert und den Ist-Verbräuchen gegenüberstellt. Aus die- sen Ergebnissen sollten sich dann spezifische Maßnahmen ableiten lassen12.

3.2.3. Energiekennzahlen für Industrie und produzierendes Gewerbe

Energiekennzahlen sind nur mit großer Sorgfalt einzusetzen. Je nach Erkenntnissinteresse sollten verschiedene und gegebenenfalls mehrere Energiekennzahlen parallel genutzt werden und konkrete Einflussgrößen sind stets kritisch zu hinterfragen. Im Folgenden wird versucht für den weiteren Verlauf der wissenschaftlichen Arbeit passende Kennzahlen zur Verdeutli- chung der Bedeutung von Nachhaltigkeit zu ermitteln.

Prinzipiell können Energiekennzahlen, Energiegrößen zugeordnet und so Bezugsgrößen ge- bildet werden. Die folgende Tabelle soll zur Verdeutlichung beitragen. Augustin, Schenk, Sei- del und Lietz schlagen folgende Betrachtung der Energiekennzahlen und Energiegrößen vor13:

[...]


1 Vgl. Schiemenz, Bernd. Komplexität von Produktionssystemen (1996). S.895

2 Vgl. Harald Dyckhoff. Grundzüge der Produktionswirtschaft – Einführung in die Theorie betrieblicher Produktion (1995). S. 3ff

3 Vgl. Bernd Schiemenz und Olaf Schönert. Entscheidung und Produktion (2001). S.14

4 Vgl. Harald Dyckhoff. Produktionstheorie; Grundzüge industrieller Produktionswirtschaft (2006) S.3

5 Vgl. Bernd Schiemenz und Olaf Schönert. Entscheidung und Produktion (2001). S.85ff

6 Vgl. Erich Gutenberg. Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre; Die Produktion (1971). S. 2ff

7 Vgl. J.H. Gilmore und B.J. Pine. Massenproduktion – auf Kunden zugeschnitten (1997). S.105ff

8 Vgl. E. Gries. Logistik an drei Fronten; Automobilproduktion (1992). S.62ff

9 Vgl. Sven Pastoors. Praxishandbuch Nachhaltige Produktentwicklung (2018). S.1ff

10 Vgl. Holger Rogall. Nachhaltige Ökonomie. Ökonomische Theorie und Praxis einer Nachhaltigen Entwicklung (2012). S.47ff

11 Vgl. Hans-Otto Günther. Produktion und Logistik (2009). S. 54

12 Vgl. Siegfried Augustin, Micheal Schenk, Holger Seidel und Tobias Lietz. Umweltverträgliche Produktion und nachhaltiger Erfolg (2011). S.8ff

13 Vgl. Siegfried Augustin, Micheal Schenk, Holger Seidel und Tobias Lietz. Umweltverträgliche Produktion und nachhaltiger Erfolg (2011). S.8ff

Details

Seiten
25
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783346029058
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v499983
Institution / Hochschule
Provadis School of International Management and Technology AG
Note
1,0
Schlagworte
analyse produktion automobil herstellers audi

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