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Über Corporate-Governance-Typologien und ihre Merkmale

Wie kann man ein Unternehmen leiten und führen?

Hausarbeit 2019 14 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhalt

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen der Corporate Governance
2.1 Begriff und Bedeutung der Corporate Governance
2.2 Aufgaben der Corporate Governance
2.3 Interessengruppen eines Unternehmens

3. Vergleich von Corporate-Governance-Systemen
3.1. Corporate-Governance-Systemtypologien nach Weimer und Pape
3.2 Kritische Stellungnahme

4. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Ansatze und Schwerpunkte;verschiedener ;Fachdisziplinen zur CG

Tabelle 2: A taxonomy of systems of corporate governance

Abkurzungsverzeichnis

Corporate Governance ;CG

1. Einleitung

„ Die Soziale Marktwirtschaft ist ein Balanceakt, der ständig erneuert und angepasst werden muss. Alfred Müller Armack, einer der intellektuellen Begründer der Sozialen Marktwirtschaft, hat es so formuliert: Es komme darauf an,

die Ideale der Gerechtigkeit, der Freiheit und des wirtschaftlichen Wachstums in ein vernünftiges Gleichgewicht zu bringen.“ 1 - Dr. Wolfgang Schäuble in seiner Rede auf dem Eröffnungsabend der Konferenz der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex im Jahr 2017.

Durch immer wieder aufkommende Skandale (millionenschwere Gehälter, Bilanzfälschungen oder Schmiergeldaffären) rückt die Bedeutung von Gerechtigkeit, Freiheit und wirtschaftlichem Wachstum und somit auch Corporate–Governance– Systemen immer wieder in das Blickfeld der Öffentlichkeit.

Da die Ordnungsrahmen von Unternehmen auf nationaler Ebene festgelegt werden, haben sich verschiedene Formen der Corporate Governance (im Folgenden CG) herausgebildet, die durch die jeweiligen kulturellen Besonderheiten des Landes geprägt sind.2 Jedoch stellt sich aufgrund der immer weiter fortschreitenden Globalisierung die Frage, welches der Corporate-Governance-Systeme den bereits beschriebenen Balanceakt am besten bewältigt.

Ziel dieser Arbeit ist es deshalb, unterschiedliche Corporate-Governance-Systeme mit Hilfe von Typologien, welche zur Erklärung dieser Unterschiede entwickelt wurden, zu untersuchen. Der Fokus soll hier auf den Typologien von Weimer und Pape liegen. Zunächst werden in Kapitel 2 die theoretischen Grundlagen der Corporate Governance erläutert. Hierauf erfolgt in Kapitel 3 eine intensive Auseinandersetzung mit den Typologien von Weimer und Pape. Anschließend nimmt die Autorin Stellung zu den Unterscheidungskriterien. In Kapitel 4 folgt eine kritische Reflexion, sowie eine Zusammenfassung der Arbeit.

2. Theoretische Grundlagen der Corporate Governance

2.1 Begriff und Bedeutung der Corporate Governance

Der Terminus Corporate Governance fand seit Mitte der 90er Jahre in der deutschsprachigen Fachliteratur Bestand und bezeichnet eines der umstrittensten Managementthemen. Der Begriff lässt sich mit „Unternehmensführung, Spitzenorganisation, Unternehmenskontrolle“ übersetzen, hat jedoch auch viele Überschneidungen mit dem deutschen Begriff der Unternehmensverfassung. Der größte Unterschied ist hier, dass die CG nicht nur die Binnenordnung eines Unternehmens betrifft, sondern auch Aspekte der Einbindung des Unternehmens in sein Umfeld. Die CG beschreibt einen „...rechtlichen und faktischen Ordnungsrahmen für die Leitung und Überwachung eines Unternehmens“3

Da die CG Fragen der Einbindung eines Unternehmens in sein Umfeld adressiert, kann zwischen einer internen und einer externen Governanceperspektive unterschieden werden. Während die interne Sichtweise Kompetenzen, Funktionsweisen, sowie das Zusammenwirken von Unternehmensorganen (Vorstand, Aufsichtsrat) betrachtet, geht es in der externen Perspektive um die Verhältnisse von Unternehmensführung zu wesentlichen Bezugsgruppen (Stakeholder) des Unternehmens, wobei den Shareholdern (Anteilseignern) besondere Bedeutung zukommt.4

So vielfältig wie die Begrifflichkeiten bei Betrachtung der CG sind, so vielfältig sind auch die beteiligten Fachdisziplinen. Neben ökonomischen Studien und rechtswissenschaftlicher Literatur finden sich vorrangig disziplinübergreifende Beiträge zu dieser Thematik.5

In folgender Tabelle werden die unterschiedlichen Ansätze und Schwerpunkte übersichtlich dargestellt:

Tabelle 1: Ansätze und Schwerpunkte verschiedener Fachdisziplinen zur CG 6

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2 Aufgaben der Corporate Governance

Die CG hat zwei zentrale Aufgabenbereiche, die eng miteinander verknüpft sind. Der erste Aufgabenbereich betrifft die Effizienz eines Unternehmens. Es soll also dafür gesorgt werden, mit den eingesetzten Ressourcen einen möglichst hohen Überschuss zu generieren.

Der zweite Aufgabenbereich bezieht sich auf die Verteilung der Verfügungsrechte auf die verschiedenen Interessengruppen eines Unternehmens.

Dies kann nicht getrennt vom ersten Aufgabenbereich betrachtet werden, da je besser eine CG ausgestaltet ist, desto niedriger sind die Transaktions- und Agency Costs, desto effizienter können Faktoren eingesetzt werden, desto höher ist der generierte Überschuss, welcher an die Interessengruppen verteilt werden kann.7

2.3 Interessengruppen eines Unternehmens

Um die Bezugsgruppe eines Unternehmens zu definieren gibt es zwei vorherrschende Ansätze:

Shareholder–Ansatz

Der klassische Shareholder–Ansatz bezieht sich auf die Beziehung von Aktionären zu Top Management (Prinzipal–Agent–Beziehung). Hier wird das Management vom Anteilseigner mit der Führung des Unternehmens beauftragt.8

Lange hat dieser klassische Prinzipal–Agent–Ansatz die wissenschaftliche CG – Diskussion beherrscht. Inzwischen sieht sich dieser Ansatz jedoch wachsender Kritik ausgesetzt. Zwei große Kritikpunkte sind zum einen die unrealistische streng opportunistische Verhaltensweise des Managements, zum anderen die Beschränkung der CG-Theorie auf das Anteilseigner–Management–Verhältnis, welche andere Bezugsgruppen des Unternehmens unberücksichtigt lässt.9

Stakeholder–Ansatz

Neben der Interessengruppe der Anteilseigner bezieht sich der Stakeholder–Ansatz auch auf die übrigen Bezugsgruppen wie beispielsweise Arbeitnehmer, Gläubiger, Lieferanten, den Staat und die Allgemeinheit.10

Jede dieser Interessengruppen verfolgt individuelle Interessenschwerpunkte, so sind beispielsweise Mitarbeiter besonders daran interessiert, dass das Unternehmen langfristig wettbewerbsfähige Arbeitsplätze anbieten und fristgerecht entsprechend hohe Löhne und Gehälter zahlen kann.11

3. Vergleich von Corporate-Governance-Systemen

Zum Vergleich verschiedener CG-Systeme wurden bereits zahlreiche Konzepte entwickelt, jedoch werden grundsätzlich zwei CG-Systeme unterschieden: der netzwerkorientierte und der anglo-amerikanisch marktorientierte Corporate Governance Ansatz.12

Aufgrund dessen soll der Fokus dieser Arbeit auf diesen Typologien liegen.

Weitere Analysekonzepte, welche in dieser Arbeit nicht betrachtet werden können, sind: „Common Law versus Civil Law“, „Systeme der Unternehmenskontrolle“ und „Kontrollphilosophien als Paradigmen“13

[...]


1 Schäuble (2017) S. 1

2 Welge, Eulerich (2014) S.1

3 Hommelhoff, Hopt, v.Werder, (2009) S. 4

4 Vgl. Hommelhoff, Hopt, v.Werder, (2009) S. 4

5 Vgl. Witt, (2003) S. 1

6 Vgl. Witt, (2003) S. 1

7 Vgl. ebd. S. 2

8 Vgl. Hommelhoff, Hopt, v.Werder, (2009) S. 7

9 Vgl. Hommelhoff, Hopt, v.Werder, (2009) S. 7 ff.

10 Vgl. ebd. S. 8

11 Vgl. Witt, (2003) S. 7 ff.

12 Vgl. Hilb, (2016) S. 8

13 Vgl. Brühl, (2009) S. 12 f

Details

Seiten
14
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783346022677
ISBN (Buch)
9783346022684
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v500248
Institution / Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Note
1,7
Schlagworte
über corporate-governance-typologien merkmale unternehmen

Autor

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Titel: Über Corporate-Governance-Typologien und ihre Merkmale