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Gemeinsamkeiten und Unterschiede der quantitativen und qualitativen Forschung

Hausarbeit 2019 13 Seiten

Sozialwissenschaften allgemein

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Inhaltsverzeichnis

II. Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2 . Die qualitative Forschung
2.1 Begriffserklärung der qualitativen Forschung
2.2 Merkmale der qualitativen Forschung
2.3 Die qualitative Beobachtung

3 . Die quantitative Forschung
3.1 Begriffserklärung der quantitativen Forschung
3.2 Merkmale der quantitativen Forschung
3.3 Die quantitative Beobachtung

4 . Vergleich der beiden Methoden
4.1 Gemeinsamkeiten
4.2 Unterschiede

5 . Fazit

III. Literaturverzeichnis

II. Abkürzungsverzeichnis

d.h. das heißt

etc. et cetera

Hrsg. Herausgeber

o.J. ohne Jahresangabe

u.a. unter anderem

u.v.m. und vieles mehr

vgl. vergleiche

z.B. zum Beispiel

evtl. eventuell

1.Einleitung

Sozialwissenschaften werden als „Wirklichkeitswissenschaften“. (Baur, N., Blasius, J., 2014, S.41) verstanden, in welchen jene theoretischen Aussagen den empirischen Prüfungen standhalten müssen. Die Methoden der empirischen Sozialforschung sind inzwischen unerlässliche Werkzeuge der Wissenschaft, deren Anwendung sich in Bereichen wie Soziologie, Politik- oder Erziehungswissenschaft erkennen lässt. Die sozialwissenschaftlichen Methoden richten sich nach den jeweiligen Richtungen und können gegebenenfalls kombiniert werden.

Im Groben kann zwischen qualitativen und quantitativen Methoden unterschieden werden, welche nun in dieser Arbeit genauer betrachtet werden sollen. Dafür wurden folgende Fragestellungen aufgestellt: Wie definieren sich qualitative und quantitative Forschung? Wie unterscheiden oder gleichen sich diese Forschungsansätze?

Die Ausbildung hinsichtlich der qualitativen und quantitativen Forschung unterscheidet sich je nach Universität und Land. Dabei ist anzumerken, dass Großbritannien den Spitzenplatz im Bereich der qualitativen Forschungslehre, und Niederlande den besten Platz im Bereich der quantitativen Forschungslehre belegt.(Baur, N., Blasius,J.,2014,S.41) Weiterhin ist es üblich, qualitative und quantitative Forschungsmethoden zu vereinen, da sie sich in vielerlei Hinsicht ergänzen können. Allerdings sollten diese beiden Richtungen gerade deshalb nicht als Gegensätze betrachtet werden, sondern als verschiedene Herangehensweisen bezüglich verschiedener Forschungsthemen.

Ziel der Arbeit ist es nun die qualitative und quantitative Forschung ausführlich darzustellen. Dabei kommen sowohl die Gemeinsamkeiten als auch die Unterschiede hervor. Beide Herangehensweisen werden jeweils anhand eines Beispiels veranschaulicht. Anschließend folgt ein Fazit.

2. Die qualitative Forschung

Der wohl größte Unterschied zwischen qualitativer und quantitativer Forschung ist der, dass sich qualitative Methoden mehr den interpretativen Paradigmen und quantitative Methoden den normativen Paradigmen zugehören. (Lüdders, L., 2017. S.14) In den folgenden Abschnitten erfolgt nun eine explizite Betrachtung der qualitativen Forschung.

2.1 Begriffserklärung der qualitativen Forschung

Wie bereits erwähnt, zeichnet sich die qualitative Forschung im Vergleich zur quantitativen Forschung durch interpretative Paradigmen aus. Diese Vorgehensweise ist vor allem in den Bereichen relevant, in denen Kausalerklärungen schwierig sind. Dies ist vor allem bei Human-, Geistes-, Sozial- und Politikwissenschaften der Fall. Qualitative Forschung bezieht sich mehr auf das Verständnis von Verhaltensweisen, sowie auf das Erleben von Gegebenheiten. Dabei ist es essenziell, dass für solch eine Forschung sowohl die Person als auch die individuelle Situation mitberücksichtigt werden muss. (Lüdders, L., 2017, S.16) Ein Beispiel der qualitativen Vorgehensweise ist ein Fragebogen, beispielsweise für ein Interview. Befragt man diese Person zum Thema Depressionen, so erhält man keine Antwort, die als allgemeingültig erklärt werden kann; die Erforschung der Gründe und der Umstände, die jedoch zu dieser Antwort führten, beschreibt den qualitativen Ansatz.

Die qualitative Forschung ist aus mehreren theoretischen Hintergründen entstanden. Dabei zählen die folgenden theoretischen Ansätze als Richtungen, die die qualitative Forschung stark mitgeprägt haben:

- Die Phänomenologie wird als Erscheinungslehre definiert. Diese beinhaltet vor allem objektive Beschreibungen des Forschungsstandes durch Auflösen des Subjektivismus, damit der Kern einer Erscheinung hervorgebracht wird. Phänomene bedürfen einer langfristigen Untersuchung, anstatt sie kurz mittels einer Theorie zu erklären.
- Die objektive Hermeneutik zählt ebenfalls zu den prägenden Einflüssen der qualitativen Forschung, denn diese zählt zu den Methoden der Sinnerschließung, bei der ein gewisses Vorwissen an sprachlichen Inhalten vorausgesetzt wird. Durch diese werden dann größere Zusammenhänge zwischen kleinen Materialteilen und großen Textelementen hervorgebracht.
- Der symbolische Interaktionismus definiert sich durch die Erfassung der aktuellen Handlungen von Personen in bestimmten, gegenwärtigen Situationen. Dabei wird den Handlungen eine Bedeutung zugeschrieben.
- Die Ethnomethodologie beschreibt Störungen und Missstände aber auch Gewohnheiten von alltäglichen Handlungen. Auch hier erfolgt eine tiefere Schlussfolgerung über die sozialen Zusammenhänge. (Lüdders, L., 2017, S.30ff.)

Jede der genannten theoretischen Ausrichtungen spiegelt sich in den verschiedenen qualitativen Methoden, welche heutzutage bereitstehen, wieder. Im Gegensatz zur quantitativen Forschung zeigen die Prinzipien der qualitativen Forschung einen hohen Fokus auf die eigenständige Arbeit. Merkmale der qualitativen Forschung

2.2 Merkmale der qualitativen Forschung

Die qualitative Forschung zeichnet sich durch große Offenheit innerhalb ihrer Vorgehensweise aus. Dies kann ebenfalls bedeuten, dass sich das Forschungsinteresse während der Auseinandersetzung mit einem Thema ändern kann. Innerhalb der qualitativen Forschung ergeben sich Neuorientierungen und Fokussierungen von Interessen, da die Vorgehensweise stets mit Offenheit versehen ist. Damit ist der Forschungsprozess nicht exakt planbar. Diese Offenheit führt den Forscher an ein konkreteres Bild der Alltagswelt. Daher entstammt auch die Eigenschaft der qualitativen Vorgehensweise: um einen Einblick in die Lebenswelt/ Eigenarten / Strukturen von Gegebenheiten oder Personen zu erlangen, muss der Forscher am Ort des Geschehens oder mit der jeweiligen Person vor Ort sein. Die qualitative Forschung zeichnet sich demnach durch eine Untersuchung von kleineren Gruppen aus, denn meist handelt es sich um Einzelfälle oder um kleine Stichproben. (Hussy W., Schreier, M., Echterhoff, G.,2010, S. 183ff.)

Ziel der qualitativen Forschung ist demnach nicht die Prüfung von Theorien, sondern mehr die Entwicklung von Theorien und Modellen. Die meisten Methoden definieren sich hinsichtlich der Erkenntniserschließung daher durch induktive Eigenschaften. Induktion bedeutet nichts weiter, als die Erschließung von Theorien oder Hypothesen, welche auf eine Erfahrung oder Beobachtung beruhen. Gerade wenn man induktive Vorgehensweisen mit analytischen Lösungsvorgehen verknüpft, ergeben sich hermeneutische Überlegungen, bei der deduktives und induktives Vorgehen optimal vereint werden. So kann der Forscher sich beispielsweise vor einer persönlichen Befragung intensiv mit einem Thema auseinandersetzen, indem er sich über die bereits existierenden Forschungsfelder im zu bearbeitenden Thema informiert. Während der Befragung können so Bausteine und Vorwissen mit eingebunden werden.

Auch gibt es häufig keinen fest definierten Abschlusszeitpunkt der Untersuchung. Vielmehr kann gesagt werden, dass der Schluss erreicht ist, wenn keine neuen Erkenntnisse mehr hinzugelangen. Es ist anzumerken, dass der Forscher stets seine Subjektgebundenheit bedenken muss, was bedeutet, dass dies nicht als ein Fehler, sondern als ein zu beachtender Faktor betrachtet werden sollte. Aus diesem Grund ist die theoretische Vorarbeit eine wichtige Voraussetzung, auf die bei der qualitativen Untersuchung nicht verzichtet werden kann. Durch diese theoretische Vorarbeit werden nämlich Präkonzepte entwickelt, die schließlich die Sichtweise im gegebenem Forschungsfeld prägen, denn das Wissen über die Vorurteile und Einstellungen erbringt eine höhere Objektivität in die Forschung.

2.3 Die qualitative Beobachtung

Für jede Tat kann ein Motiv zugeschrieben werden. Dieses Motto vertritt die Motivforschung innerhalb der qualitativen Forschung, bei der häufig schriftliche oder mündliche Analysen erstellt werden. Die qualitative Beobachtung ist ein Beispiel für eine qualitative Methode. In diesem Kapitel werden nun die einzelnen Merkmale und Vorgehensweisen der qualitativen Beobachtung aufgezeigt.

Die qualitative Bobachtung definiert sich als Beschreibung und Interpretation von Verhaltensweisen. Man kann die qualitative Beobachtung in verschiedene Kategorien unterscheiden. Beispielsweise kann die qualitative Beobachtung durch direkte Beobachtung oder Beobachtung durch Videomaterial behandelt werden. Im Folgenden wird jedoch nur die direkte Beobachtung vor Ort als Methode behandelt. (Buber, R., Holzmüller, H, 2009, S. 537ff.)

Direkte Beobachtungen können in teilnehmende und nicht-teilnehmende Beobachtungen geteilt werden. Die teilnehmende Beobachtung, die nun im Folgenden näher betrachtet wird, ist eine komplexere Methode; sie wird auch Feldbeobachtung genannt.

„ Die (…) Feldbeobachtung (…) ist eine nicht-strukturierte Beobachtung der sozialen Verhaltensweisen anderer Personen im natürlichem Umfeld, wobei kontextgebundene, komplexe Beobachtungseinheiten (z.B. Interaktionsmuster anstelle einzelner Verhaltensweisen) in den Blick genommen und von den Beobachtenden in eigenen Worten in Feldnotizen beschrieben werden. Kennzeichnend für die (…) Feldbeobachtung ist ein umfassendes Eintauchen der Forschenden in das zu beobachtende Feld, teilweise für längere Zeitperioden (…) und oft in der Form der aktiven Teilnahme (…).“ (Döring, N., Bortz, J., 2016, S.334)

Die oben beschriebene Beobachtung wird auch als ethnografische Feldbeobachtung bezeichnet. Insgesamt wird die Vorgehensweise hier durch sechs Phasen bestimmt.

In der ersten Phase erfolgt die Planung und Vorbereitung, gefolgt von der zweiten Phase, welche aus dem Feldzugang und der Forscherrolle besteht. Die dritte Phase besteht aus dem Beobachten und Agieren innerhalb des Felds. In der vierten Phase erfolgt die Dokumentation der Feldtätigkeit. Die fünfte Phase wird durch den Ausstieg aus dem Feld und die sechste Phase durch die Auswertung definiert.

Dies ist nur eine Form der Ausführung einer Beobachtung. Wie sich bereits im vorläufigem Text gezeigt hat, kann jede Beobachtung entsprechend der Situation und des Forschungsstandes angepasst werden. So kann eine Beobachtung teilnehmend oder nicht-teilnehmend, direkt oder indirekt, und offen oder verdeckt ablaufen. (Döring, N., Bortz, J., 2016, S.267f.)

Essenziell ist jedoch die Planungsphase, in der festgelegt werden sollte, was oder wer, wie, wo und wann etwas beobachtet wird. Dabei erfolgt meist eine Kategorisierung, wie in etwa mit Einteilungen in Merkmalen. Ein Beispiel ist die Erstellung von Kategorien wie „Verhaltensmerkmale“ oder „Situationsmerkmal“.

Da es sich um eine wissenschaftliche Vorgehensweise handelt, ist es notwendig, die möglichen Fehlerquellen dieser Vorgehensweise zu erfassen. Bei einer qualitativen Forschungsmethode, wie die Beobachtung, erweist sich der größere Freiraum zum Subjektivismus als Gefahr. So können Beobachter eine gewisse unbewusste Voreingenommenheit mit sich bringen, welches auf ein bestimmtes Ergebnis lenkt. Eine weitere mögliche Fehlerquelle ist die Datenerfassung, die meist singulär, also durch eine Person, erfolgt. Weiterhin ist es gewissermaßen nachgewiesen, dass sich Teilnehmer unter einer Beobachtung weniger natürlich verhalten, was am Ende ebenfalls zu einer Ergebnisfälschung führt. Diese drei Argumente bilden zunächst die klassische Kritik hinsichtlich der qualitativen Beobachtung.

3. Die quantitative Forschung

Kommt es zur quantitativen Forschung, so wird kann in Kürze gesagt werden, dass diese schwerpunktmäßig für die Aussagen von Daten steht. In gewisser Weise sind die Naturwissenschaften das Vorbild der quantitativen Vorgehensweise. (Döring, N., Bortz, J., 2016, S. 299f.)

Auch kann gesagt werden, dass für die meisten qualitativen Methoden eine „quantitative Version“ möglich ist. In den folgenden Abschnitten erfolgt nun die tiefere Betrachtung der quantitativen Forschung.

3.1 Begriffserklärung der quantitativen Forschung

Die quantitative Forschung hat im Gesamten das Ziel, möglichst objektive Daten zu erzielen. Dafür werden, soweit es geht, alle Störfaktoren, welche das Ergebnis verfälschen, entfernt und die Prozesse während der Untersuchungen stark kontrolliert.

3.2 Merkmale der quantitativen Forschung

Während qualitative Methoden für die Beschreibung von komplexen Phänomenen in seiner vollen Breite stehen, findet sich bei den quantitativen Forschungsmethoden eine höhere Übereinstimmung der systematischen Vorgehensweise vor. Wie bereits angedeutet wurde, zeichnen sich die quantitativen Methoden durch den Umgang von Zahlen, Störfaktoreliminierungen und Festlegungen von Merkmalen aus. Brosius/Koschel bezeichnen die quantitative Forschung als ein Beleg von empirischen Beobachtungen, welches auf Zahlenwerten basiert. (Brosis, H.B., Koschel, F., 2001, S. 17f.) So werden quantitative Methoden als eine Art Interpretation von sozialen und gesellschaftlichen Sachverhalten gesehen, wobei diese hauptsächlich und nahezu ausschließlich durch Zahlen belegt werden.

Im Vordergrund der quantitativen Methoden steht die Reduktion der zu untersuchenden, sozialen Sachverhalte auf das Messen, Zählen und Zusammenführen der Ergebnisse. Die quantitative Methodik zeichnet sich vor allem nicht nur durch den Ausdruck der Zahlen, sondern vielmehr durch die Anzahl der Messwerte aus. Dies beschreibt damit auch das größte und zentralste Merkmal der quantitativen Methodik. (Brosis, H.B., Koschel, F., 2001, S. 18f.) Kommt es zur quantitativen Methodik, so kann davon ausgegangen werden, dass es sich um eine größere Stichprobe, Studie (…) oder ähnlichem handelt. Es handelt sich damit in den meisten Fällen um eine repräsentative Untersuchung, was bei qualitativen Methoden nicht der Fall ist.

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Details

Seiten
13
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783346044631
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v500666
Institution / Hochschule
Internationale Fachhochschule Bad Honnef - Bonn
Note
2,0
Schlagworte
gemeinsamkeiten unterschiede forschung

Autor

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