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Gruppenmotivation. Welche Arten gibt es und wie kann sie beeinflusst werden?

Hausarbeit 2016 18 Seiten

Soziologie - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Motivation
2.1 Begriffsbestimmung
2.2 Motivationsarten
2.2.1 Intrinsische Motivation
2.2.1.1 Normen
2.2.1.2 Erfolgs-, Misserfolgs- und Leistungsmotivation
2.2.2 Extrinsische Motivation
2.2.2.1 Operante Konditionierung
2.2.2.2 Form des sozialen Wettbewerbs
2.3 Auswirkung auf die Gruppenleistung
2.3.1 Einsetzung von Gruppen
2.3.2 Gruppenpolarisierung
2.3.3 Kohäsion
2.3.4 Macht
2.3.5 Verantwortungsdiffusion
2.3.6 Reaktanz
2.3.7 Soziales Faulenzen

3 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Motivation ist in der heutigen Zeit durch die zunehmenden Anforderungen an eine Person ein großes Thema in verschiedenen Bereichen. In zahlreichenden Berufen wachsen die Anforderungen kontinuierlich mit der Folge, dass häufig die Motivation sinkt. Zudem wird in vielen Berufsfeldern mit Gruppen gearbeitet, die für verschiedene Tätigkeiten zuständig sind oder zu einem Teilbereich einer Firma gehören. In diesen Gruppen sinkt je nach Zeitpunkt und Aufgabe die Motivation. Deshalb sollte die Gruppenmotivation wieder gesteigert werden. Diese hängt oft von der Leistung ab, die erbracht worden ist. Die Leistung, die erbracht worden ist, hängt allerdings auch von der Motivation ab.

Im Folgenden ist nachzulesen, wie die Motivation in Gruppen allgemein beeinflusst werden kann. Zu Beginn wird geschildert, was Motivation überhaupt ist. Danach wird auf die verschiedenen Motivationsarten eingegangen, nämlich auf die intrinsische Motivation und die extrinsische Motivation. Beiden Motivationsarten liegen Theorien zu Grunde. Für die intrinsische Motivation sind verschiedene Normen sowie Erfolgs-, Misserfolgs- und Leistungsmotivation relevante Theorien. Zur extrinsischen Motivation gehören die Theorien der operanten Konditionierung und die Form des sozialen Wettbewerbs. Anschließend wird darauf eingegangen, wie sich die unterschiedlichen Motivationen in Gruppen auf verschiedene Gruppenmitglieder auswirken kann. Dafür wird zuerst beschrieben, was es für Gruppen gibt und wie diese sich abgrenzen. Danach werden verschiedene Phänomene in Gruppen aufgezählt und erklärt, wie die auf Grund von Motivation entstehen können. Gruppenpolarisierung beschreibt gleiche Denkmuster der Gruppenmitglieder in einer Gruppe, die entstehen können. Kohäsion ist der Gruppenzusammenhalt, der von der Motivation abhängt. Durch Motivation können auch unterschiedliche Machtverhältnisse in Gruppen entstehen. Falls Verantwortungsdiffusion auftritt, können sich die Motivationsarten und die Stärke der Motivation ändern, genauso wie bei dem Phänomen der Reaktanz, welches einen Widerstand beschreibt, der entstehen kann, oder des sozialen Faulenzens, bei dem die Gruppenmitglieder ihre Arbeit einstellen auf Grund von sozialen Bindungen zu anderen Personen aus der gleichen Gruppe. Somit ist bereits zu erkennen, dass sich Motivation sowohl positiv als auch negativ auf Gruppen auswirken kann, was im Fazit noch einmal zusammengefasst wird. Aus diesem Grund werden die verschiedenen Theorien der Motivation genutzt, um die Motivation in Gruppen zu optimieren, damit bestmögliche Leistung der Gruppe zu verzeichnen ist.

2 Motivation

Es gibt verschiedene Tätigkeiten, bei denen man motiviert sein sollte. Grundsätzlich gibt es dennoch zwei verschiedene Arten der Motivation, die zu erkennen und zu unterscheiden sind.

2.1 Begriffsbestimmung

Motivation bezieht sich auf die Beweggründe unseres Verhaltens und Erlebens und beschreibt die Intensität eines Verhaltens, welches von einem Lebewesen ausgeführt wird und wie lange dieses ausgeführt wird, also die Ausdauer. Dies bedeutet, dass sowohl die Anlässe für das Ausführen der Handlung, als auch die Ziele, die auf das Verhalten ausgelegt sind, vorher geklärt werden müssen, so dass die Person auch die vorgesehene Handlung ausführt (Schmalt & Langens, 2009).

Es gibt zwei Arten von Motivation. Die biologische Motivation strebt danach die Triebe, d.h. die Grundbedürfnisse, wie z.B. Nahrung, ausreichend Schlaf und Trinken, zu befriedigen. Dabei werden Reaktionen des Körpers ausgelöst durch einen inneren Zustand der Deprivation, dies bedeutet, einen Mangelzustand von etwas zu haben. Um das Körpergleichgewicht wieder in Stand zu bringen, wird man zu einer Handlung motiviert, um den Zustand der Deprivation zu verbessern (Gerrig, 2015). Dagegen bezieht sich die psychologische Motivation auf Bedürfnisse, die zum Überleben nicht explizit benötigt werden. Darunter fällt beispielsweise das Streben nach sozialer Anerkennung oder die Sicherheit vor Krieg oder finanziellen Krisen. Wenn die biologische Motivation nicht ausreichend befriedigt ist, entsteht keine psychologische Motivation, da der Betroffene erst sein fundamentales Bedürfnis gedeckt haben muss. In der heutigen Gesellschaft kann man sich biologische Motivation kaum vorstellen, allerdings existiert diese vor allem noch in Schwellenländern und Entwicklungsländern (Becker-Carus, 1983).

2.2 Motivationsarten

Die Motivation kann beeinflusst werden, wenn man möchte, dass eine andere Person ein bestimmtes Verhalten annimmt oder ablegt. Die Beeinflussung kann auf zwei Varianten erfolgen. Einmal durch intrinsische Motivation und einmal durch extrinsische Motivation.

2.2.1 Intrinsische Motivation

Bei einer intrinsischen Motivation kommen die Beweggründe zu einem bestimmten Verhalten von einem selbst, welches zur produktiver Arbeit führt. Durch die intrinsische Motivation sind Personen oft neugierig und es kann Spaß an einer Tätigkeit entstehen, wie zum Beispiel ein neues technisches Gerät mit dessen Funktionen zu erlernen. Intrinsisch motivierte Personen brauchen nicht zwingend noch eine extrinsische Motivation (Eder, 2015).

Die Theorien der Selbstorganisation und der Selbstregulation liegen der intrinsischen Motivation zu Grunde. Selbstorganisation kann vom Begriff abgeleitet werden, denn bei dieser Handlungssteuerung benötigt man keine Führung für eine Aufgabe, da entweder die Arbeit selbst organisiert werden kann auf Grund der Klarheit der Aufgabe und Lösung oder wegen der niedrigen Ansprüche an die eigene Person (Kuhl, 1996b). Selbstregulation dagegen bedeutet, dass eine Person eine Zielperspektive besitzt und durch Selbstbeobachtung, Selbstbewertung und Selbstbelohnung oder –bestrafung das Ziel erreichen kann (Kanfer, 1996). Das bedeutet nicht, dass sie das Ziel ohne Hilfe erreicht, wie bei der Selbstorganisation, sondern dass sie die Arbeit zum Ziel eigenständig erledigen kann, sich aber womöglich Ratschläge oder Hilfe sucht, die zur Erleichterung zum Erreichen des Ziels helfen können. Je nachdem, wie groß die in Anspruch genommene Hilfeleistung war, findet entweder eine kleinere Selbstbelohnung oder gar eine Selbstbestrafung statt. Somit kann man sagen, dass bei der intrinsischen Motivation die Motivation vom Inneren der Person kommt.

2.2.1.1 Normen

Soziale Normen können die Motivation beeinflussen. Eine Norm ist dabei eine Verhaltensregelmäßigkeit, die bei einer Person regelmäßig in einer bestimmten Lage auftritt, wie zum Beispiel eine bestimmte Sitte oder ein bestimmter Gebrauch. Oft folgen unter bestimmten Bedingungen Bumerangeffekte und Abwehrreaktionen. Diese Bumerangeffekte können in Form von Reaktanz auftreten (s. Kapitel 4.5 Reaktanz) (Bierhoff, 1983).

Eine Norm, die unter die intrinsische Motivation fällt, ist die Norm sozialer Verantwortung. Bei dieser Norm geht es um altruistische Handlungen. Der Sozialpsychologe Berkowitz fand 1969 heraus, dass bei einer steigenden Abhängigkeit von Hilfe weniger Hilfe geleistet wird. Das Resultat bezieht sich darauf, dass das Verschulden bei der eigenen Person liegt, also dass die Person selbst dafür verantwortlich ist, dass sie sich überhaupt in dieser Situation befindet, Hilfe zu benötigen. Dies bedeutet, dass die altruistische Motivation umso mehr abnimmt, je größer die Abhängigkeit von Hilfe beim Eigenverschulden ist, was einen Bumerangeffekt darstellt. Genauso wie Schaps 1972 herausfand, dass bei Entstehung von hohen Kosten die Hilfeleistung abnimmt. Hohe Kosten können durch einen schwierigen und andauernden Prozess der Hilfeleistung entstehen. Also bedeutet das für die altruistische Motivation, dass sie abnimmt, wenn jemand viel Hilfe benötigt, die eine längere Zeit in Anspruch nimmt und die Motivation steigt, wenn jemand nur einen geringen Aufwand an Hilfe benötigt (Bierhoff, 1983).

Die Motivation kann auch durch persönliche Normen beeinflusst werden. Bei der persönlichen Norm fühlt man sich für eine andere Person verantwortlich und ist motiviert etwas für diese Person zu tun, damit sie beispielsweise weniger Stress ertragen muss und es ihr dadurch besser geht. Auch diese Art von Normen zielt auf Altruismus ab. Ähnlich wie bei der Norm der sozialen Verantwortung, ist die Motivation nur dann hoch, wenn eine moralische Belohnung mit den Kosten, also dem Aufwand der Tätigkeit, für eine andere Person ungefähr gleich hoch sind. Falls die Kosten höher sind als die moralische Belohnung, tritt die persönliche Norm nur selten ein. Falls die moralische Belohnung höher ist als der Aufwand tritt die persönliche Norm öfter auf (Bierhoff, 1983).

2.2.1.2 Erfolgs-, Misserfolgs- und Leistungsmotivation

Es gibt bezüglich der Motivation zwei Arten von Einstellungen. Entweder ist man erfolgsmotiviert, was bedeutet, dass man davon ausgeht und motiviert ist, dass man einen Erfolg in der folgenden Handlung erzielen kann. Oder man ist misserfolgsmotiviert, nämlich dann, wenn man davon ausgeht, dass man die folgende Handlung nicht schaffen wird und einen Misserfolg erzielen wird (Kuhl, 1996b). Ob man eher erfolgsmotiviert oder misserfolgsmotiviert ist, hängt einerseits von der jeweiligen Person ab. Abhängig davon, inwieweit sie objektiv Handlungen betrachten kann und sie dementsprechend objektiv einschätzen kann, ist sie eher erfolgs- oder misserfolgsmotiviert. Andererseits ist die Einstellung zur Motivation abhängig von dem Anspruchsniveau. Das Niveau könnte zu niedrig, passend oder zu hoch sein für eine jeweilige Person. Das Anspruchsniveau muss ebenfalls versucht werden objektiv eingeschätzt zu werden (Hoppe, 1996).

Bei eher Erfolgsmotivierten ist die Zieldiskrepanz, die Differenz zwischen dem geforderten Anspruchsniveau und dem Ziel, welches zuletzt erreicht wurde, leicht positiv. Die eigentliche Zieldiskrepanz liegt bei null. Bei Erfolgsmotivierten ist diese leicht höher, circa bei plus ein halb, da sie die eigenen objektiven Chancen auf Erfolg überschätzen. Erfolgsmotivierte weisen als Eigenschaft eine längere Ausdauer bei der Bearbeitung von Leistungsaufgaben auf bei wiederholten Misserfolgen, vor allem bei schwierigeren Aufgaben und wählen generell eher schwierigere Aufgaben als Misserfolgsmotivierte (Kuhl, 1996c).

Bei eher Misserfolgsmotiverten ist die Zieldiskrepanz zum einen leicht negativ, sie liegt circa bei minus ein halb, und es ist auffällig, dass ihre Zieldiskrepanzen stärker zwischen verschiedenen Aufgaben variieren. Sie zeigen dementsprechend Eigenschaften einer niedrigeren Ausdauer auf und wählen eher einfachere Aufgaben. Misserfolgsmotivierte besitzen mehr Furcht als Erfolgsmotivierte und haben eine eher schlechte Selbsteinschätzung über sich selbst. Ebenfalls sind sie weniger selbstbewusst als Erfolgsmotivierte, was anhand des Schwierigkeitsgrad der Aufgabe deutlich wird (Kuhl, 1996c).

Die Leistungsmotivation ist ebenfalls bei den Erfolgsmotivierten und Misserfolgsmotivierten unterschiedlich. Das kann man daran erkennen, dass alle Erfolgsmotivierten dieselbe Aufgabe einzeln in unterschiedlichen Geschwindigkeiten lösen. Wenn jemand eine Aufgabe schnell lösen kann, ist er leistungsmotivierter als einer, der die doppelte Zeit benötigt. Folge dessen ist, dass die Leistungsmenge dementsprechend unterschiedlich ist in einer vorgegebenen Zeit. Die Leistungsmotivierteren schaffen mehr Aufgaben in der Zeit als die, die weniger motiviert sind (Kuhl, 1996b).

2.2.2 Extrinsische Motivation

„Extrinsisch motiviertes Verhalten erfolgt, weil die Realisierung eines Handlungszieles gratifiziert wird“ (Kirchler & Rodler, 2002, S. 11). Das bedeutet, dass eine externe Belohnung einer dritten Person bei Ausführen einer Handlung derjenigen gegeben wird, die diese Handlung ausgeführt hat. Dies kann zum Beispiel in Form von Geld oder ähnlichen Wertgegenständen sein (Kirchler & Rodler, 2002). Extrinsisch motivierte Personen besitzen meistens keine intrinsische Motivation oder diese wird stark vermindert (Eder, 2015; Kirchler & Rodler, 2002). Das führt dazu, dass eine Person die Handlung durch aktives eigenständiges Denken nicht mehr löst, sondern nur noch auf Grund der Belohnung. Ein Vorteil der extrinsischen Motivation ist, dass die Motivation einer Person steigt, da die Belohnung ständig präsent ist in den Gedanken der Person, die sie nach erbrachter Leistung bekommt. Auch wenn sie eine Tätigkeit ausüben soll, die für sie uninteressant erscheint, sind sie stets bemüht und motiviert. In seltenen Fällen ist es möglich, dass dadurch eine intrinsische Motivation entsteht (Kirchler & Rodler, 2002). Allerdings ist es häufig so, dass die Ausübung der Tätigkeit als schwer empfunden wird und die Tätigkeit nur wegen der Belohnung ausgeübt wird, da die Person lediglich ihr Ziel erreichen möchte, nämlich die Beendigung der Tätigkeit und das Erlagen der Belohnung. Sofern dann die Belohnung als zu gering oder nicht gerechtfertigt empfunden wird, wird die Tätigkeit abgebrochen und es wird sich mit leichteren Aufgaben beschäftigt. Die extrinsische Motivation wird daher meistens bei andauernden Tätigkeiten verwendet, damit die ausübenden Personen motiviert bleiben (Wrase, 2010).

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Details

Seiten
18
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783346036896
ISBN (Buch)
9783346036902
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v501052
Institution / Hochschule
Hochschule Fresenius; Köln
Note
2,0
Schlagworte
gruppenmotivation welche arten

Autor

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Titel: Gruppenmotivation. Welche Arten gibt es und wie kann sie beeinflusst werden?