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Welchen Mehrwert stellt eine Kryptowährung wie Bitcoin dar?

Hausarbeit 2018 16 Seiten

Soziologie - Wirtschaft und Industrie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Funktionsweisen
2.1.Die Blockchain. Eine kurze Erläuterung, wie eine Bitcoin basierte Anwendung der Blockchain funktioniert
2.2. Bitcoin

3.Das Phänomen Bitcoin
3.1. Die Entstehung der Idee 1970 – Erste Umsetzung
3.2. Der Bitcoin-Kurs
3.3. Marktrelevante Faktoren für den Bitcoin Preis

4. Eine Soziologische Betrachtungsweise

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis
6.1.Literaturverzeichnis – Online Medien

7. Abbildungsverzeichnis
7.1. Abbildung 3. Blockchain. Wissenschaftlicher Dienst

„Bitcoin sind ein interessantes Experiment, erschaffen auf dem freien Markt im Internet. Es ist das Geld der Leute. Niemand kann es beherrschen, niemand kann es stoppen, und sein Wert ergibt sich rein aus Angebot und Nachfrage.“1 - Jeff Berick, The Dollar Vigilante

1.EINLEITUNG

Seit Jahrhunderten werden Geschäftsbücher von Banken dafür verwendet, Kontobewegungen zu registrieren und in Datenbanken zu sichern. So verwenden auch Behörden Grundbücher, um Besitzverhältnisse von Grundeigentümern zu dokumentieren und zu verwalten. Diese sensiblen Daten werden so verwaltet, dass sie zu jedem Zeitpunkt die konkret abgefragten Besitzverhältnisse offenlegen und nachvollziehen können. So soll sichergestellt werden, dass Geld nicht doppelt ausgegeben und Immobilien nicht fälschlicherweise von einer unbefugten Person veräußert werden. Dieses System verlangt Vertrauen - das Vertrauen der Bevölkerung in staatlichen Institutionen. Kauft A Beispielsweise Ware von B, so muss A kein Vertrauen in B haben, aber beide müssen darin Vertrauen, dass C - in diesem Fall die Bank - die Transaktion korrekt ausführt.

Der Bitcoin ist bei weitem nicht die einzige digitale Währung. Er wurde deshalb zum Gegenstand dieser Arbeit gemacht, da der Bitcoin aktuell als Leitwährung in der digitalen Kryptowelt gehandelt wird. Somit ist es oftmals notwendig Bitcoins zu erwerben, um diese gegen eine andere digitale Währung zu tauschen, da nicht alle digitalen Währungen direkt in FIATA Geld getauscht werden können.2

Im Jahr 2008 wurde eine von Satoshi Nakamoto entwickelte, dezentrale digitale Währung mit dem Namen Bitcoin erzeugt. Die wesentliche und zentrale Differenzierung zu dem konventionellen Zahlungssystem besteht in der Dezentralisierung. Das dezentralisierte, auf der Blockchain basierende System der Kryptowährung, ermöglicht Transaktionen direkt von A nach B zu transferieren, also Peer-to-Peer, ohne, dass eine Bank als dritte Instanz fungiert. Die zentrale Instanz der Bank wird somit umgangen. Es besteht nicht mehr die Notwendigkeit der Validierung durch die Bank. Die Überwachung der Transaktionen durch die Bank, sowie die Speicherung von Kundendaten können durch die Verwendung von Kryptowährungen wie Bitcoin umgangen werden. Das Vertrauen, von dem im oberen Abschnitt gesprochen wurde, richtet sich bei den Nutzern von Bitcoin folglich nicht mehr an die Bank, sondern an das mathematische System der Blockchain Technologie. Die Blockchain hingegen ist „genehmigungsfrei“. Sie arbeitet ohne zentrale Hierarchien und Kontrollmechanismen. 3

Im ersten Kapitel dieser Hausarbeit werden die Ziele der hier vorliegenden Arbeit definiert und der inhaltliche Rahmen gesetzt. Im zweiten Kapitel werden die Formen und Funktionen der auf Kryptografie basierten Anwendung des Bitcoin skizziert. Die Blockchain wird insoweit thematisiert, wie es im Zusammenhang mit der Einordnung von Bitcoin notwendig ist. Kleinere Ausblicke in den Nutzungsumfang der Blockchain werden gegeben, um die Vollständigkeit der hier getroffenen Aussagen zu gewährleisten.

Im dritten Kapitel wird das Phänomen Bitcoin näher erläutert. Hierbei wird ein historischer Blick in die Entstehungsgeschichte der Grundidee eines dezentralen Währungssystems gegeben. Anschließend wird der Bitcoin-Kurs thematisiert. Damit soll dargestellt werden, wie sich der Kurs in den letzten Jahren verhalten hat und welche Faktoren diesen beeinflussen. Der Bitcoin-Kurs ist relevant, weil er aussagt, ob ein System stabil oder volatil ist. Auf die Frage nach der Liquidität von Bitcoins, wird zum Ende des dritten Kapitels genauer eingegangen.

Im vierten Kapitel wird versucht, aus einem soziologischen Blickwinkel den Bitcoin und sein Mehrwert zu definieren. Entscheidend hierbei sind nicht nur die Vorteile und die Werte mit welchen die Digitalrevolution rund um den Bitcoin wirbt. Entscheidend sind auch potentielle Risiken und Folgen, die mit einem solchen System einhergehen.

Im fünften und letzten Kapitel wird ein Resümee gezogen um Darzustellen welchen Mehrwert der Bitcoin darstellen kann. Wie lässt sich Bitcoin einordnen? Wie ist die derzeitige Situation? Und welche mögliche Zukunft wird dem Bitcoin bescheinigt?

2. Funktionsweisen

Damit die Funktionsweise des Bitcoins nachvollziehbar wird, ist es zwangsläufig notwendig vorab darzustellen, was eine Blockchain ist und wie der Bitcoin in dieser Blockchain arbeitet. Beide Systeme - der Bitcoin aber auch die Blockchain - sind dezentrale digitale Konstrukte und folglich nicht haptisch. Beide existieren nur in digitaler mathematischer Form.

2.1. Die Blockchain.Eine kurze Erläuterung, wie eine Bitcoin basierte Anwendung der Blockchain funktioniert.

Die Blockchain Technologie ermöglicht das Führen von dezentralen und transparenten Transaktionslisten. Sie ist wie ein digitales Verzeichnis aufgebaut, welches aus einem „Block“ und einer „Chain“ (Kette) besteht. Jede Transaktion, die dem Verzeichnis hinzugefügt werden soll, wird zu einem Block mit anderen neuen Transaktionen gebündelt. Dieser Block wird als neues Verbindungsglied an die Chain angefügt. Simultan wird das Blockchain Verzeichnis, über das alle Nutzer verfügen, aktualisiert. Dieser Vorgang kann erst durchgeführt werden, wenn alle darin enthaltenen Transaktionen gültig sind. Andernfalls wird der Block abgewiesen. 4 In der untenstehenden Abbildung ist die beschriebene Funktionsweise nachvollziehbar dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1. Blockchain: Ein Leben ohne Bank. F.A.Z Archiv

Kein Nutzer kann einen Block entfernen. Dieses Vorgehen bietet eine enorme Sicherheit. Da alle Nutzer das Verzeichnis haben, werden Fälschungen sofort im System erkannt. Bei einem Angriff auf ein herkömmliches zentrales Geschäftsbuch existiert dieses nunmehr an einem Ort. Die Blockchain hingegen existiert in mannigfaltiger Weise auf allen Benutzerkonten. Demnach müssten alle Blockchain Verzeichnisse zur selben Zeit angegriffen werden, was die Sicherheit für die Nutzer erhöht. Hier lässt sich die dezentrale Arbeitsweise erkennen, da das Blockchain Verzeichnis nicht zentral von einer Person oder einem Institut verwaltet wird, sondern zeitgleich auf allen Nutzer- Computern gespeichert wird. Das Verzeichnis ist für jeden Nutzer zugänglich und in anonymisierten Weise einsehbar. Die Nutzer können sehen, welche Transaktionen in welcher Höhe fließen. Die Konten lassen sich jedoch nicht per se einer realen Person zuweisen5, da die Wallet's6 eine Abfolge von Zahlen und Buchstaben darstellen.

Die Möglichkeiten der Blockchain-Technologie sind keineswegs nur auf den Bereich der Kryptowährungen begrenzt. Ganz im Gegenteil bieten die Blockhain mannigfaltige Anwendungsmöglichkeiten wie in den Bereichen: Abstimmung, Patentschutz, Smart Contacts, oder Lieferketten. Dabei ist die Anwendung der Blockchain im Bereich der Kryptowährung derzeit das priorisierte Anwendungsgebiet.7 Da die hier vorliegende Hausarbeit einen begrenzten Umfang hat, ist es nicht Möglich näher auf andere Blockchain basierte Anwendungen einzugehen. Dennoch sollten die anderen Anwendungsgebiete der Vollständigkeit halber erwähnt werden.

2.2 Bitcoin

Der Bitcoin ist im Vergleich zu herkömmlicher FIAT Währung keine harte Währung und hat keinen Vermittler. Somit wird es nicht von einer zentralen Stelle wie einem Land ausgegeben und verwaltet. Bitcoins werden im Netzwerk durch den Proof-of-Work-Algorithmus erzeugt. Mit diesem Algorithmus werden getätigte Transaktionen verrechnet und in einem Block zusammengefasst. Bei Bitcoin handelt es sich um ein dezentrales Peer-to-Peer Netzwerk, durch dessen Nutzung digitales Geld direkt von einer Person zur anderen transferiert werden kann. Sendet Nutzer A Bitcoins an Nutzer B, so werden eben diese Transaktionsdaten zur Validierung in anonymisierter Weise an das gesamte Bitcoin-Netzwerk verteilt. Erfolgt die Bestätigung durch das Netzwerk, wird diese Transaktion mit andern, in einem „Block“ zusammengefasst und über den „Maining“-Prozess der „Chain“ (Kette) hinzugefügt. Die Transaktionskosten belaufen sich in etwa auf 0,00€ bis zu 0,10€ je Transaktion. Bitcoin ist nicht die einzigste Währung, die auf der Blockchain beruht, aber sie ist mit Abstand die wichtigste Währung. Durch ihre verteilte Struktur und ihrer Kryptologie ist das System ausgesprochen Sicher.8

Durch den Mining-Prozess werden zusätzlich Bitcoins erzeugt und als Obolus zusätzlich zu den Transaktionsgebühren an die „Miner“ verteilt. Somit ist das Mining ebenfalls eine Möglichkeit, um Bitcoins zu erwerben. Der Begriff Mining entstand durch die Anlehnung an das zu deutsch

„Schürfen“ (Mining) von Rohstoffen, wie beispielsweise Gold. Da Bitcoins nicht von zentralen Institutionen gedruckt und ausgegeben werden, ist das Mining der ursprüngliche Weg, um an die Coins, zu deutsch Münzen, zu gelangen. Hierbei handelt es sich um einen komplexen mathematischen Rechenvorgang. Prinzipiell kann sich jeder Nutzer an dem Mining-Prozess beteiligen. Es ist jedoch äußerst Ressourcen aufwendig und erfordert Rechenleistung. Je mehr Bitcoins erzeugt worden sind, umso schwieriger wird das Erzeugen neuer Bitcoins. Dieses ist so gewollt, damit eine zu schnelle Ausschüttung der Bitcoins verhindert wird. Darüberhinaus hat sich eine professionelle Miner Branche etabliert. Insgesamt ist das Gesamtvolumen an Bitcoins auf eine Gesamtmenge von 21 Millionen beschränkt. Ist dieses Volumen erreicht, werden keine neuen Bitcoins erzeugt. Die Gesamtmenge von 21 Millionen Bitcoins soll im Jahr 2040 erreicht werden. Zu diesem Zeitpunkt wird es nur noch möglich sein diese durch einenTransfer zu erwerben. 9

3. Das Phänomen Bitcoin

Der von Satoshi Nakamoto veröffentlichte Aufsatz vom 31. Oktober 2008 beschreibt Grundprobleme jeder modernen Währung mit der Option auf eine Lösung. Konventionelle Währungssysteme verlangen ein großes Maß an Vertrauen. Der Zentralbank beispielsweise muss vertraut werden, dass sie die Währung stabil hält. Auch der Bank wird vertraut, dass sie das zur Verfügung gestellte Geld sicher aufbewahren. Die Banken nehmen das Geld ihrer Kunden gerne und „verleihen es in Wellen von Kreditblasen mit einem kleinen Bruchteil an Deckung.10

Die Lösung von Satoshi Nakamoto ist erstens die Verlagerung von einer zentralen alles kontrollierenden, hin zu einer dezentralen und transparenten Währung11. Doch die Absichten, die sich hinter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto verstecken, sind unklar. Es ist nicht bekannt, ob es sich hierbei um eine Einzelperson oder eine Gruppierung handelt, ferner noch die dahinter stehenden Intentionen. Vertrauen konnte Satoshi Nakamoto generieren durch die Transparenz der dahinter stehenden Logik. Die Software ist Open-Source und somit frei zugänglich. Jeder hat die Möglichkeit, in den Programmiercode zu schauen und sich selbst von den Absichten zu überzeugen. An dieser Stelle wird deutlich, dass sich nicht nur das Monetäre dezentralisiert sondern auch das Vertrauen wird dezentralisiert.

[...]


1 vgl. Money Museum. 2018:08

2 vgl. CMC Trading Plattform

3. vgl. Boucher 2017:06

4. vgl.Philip Boucher, 2017:05

5. vgl. Boucher, 2017:04

6. Ein Wallet ist eine digitale Geldbörse, zur Aufbewahrung der Bitcoins.

7. Abbildung 3. Blockchain. Im Abbildungsverzeichnis.

8. vgl. Boucher, 2017:07

9. vgl. Kerscher, 2013:70

10. vgl. Kerscher, 2013:38

11. vgl. Nakamoto, 2008:01

Details

Seiten
16
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783346036995
ISBN (Buch)
9783346037008
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v501322
Institution / Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg – Kulturwissenschaften
Note
2,3
Schlagworte
Bitcoin Kryptowährung Blockchain

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