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Anforderungen an barrierefreie Wohnungen und Herausforderungen, die sich hierbei für Bestandswohnungen ergeben

Hausarbeit 2019 22 Seiten

BWL - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen
2.1 Rechtliche Grundlagen und Normen
2.2 Unterscheidung zwischen „barrierearm“, „barrierefrei“ und „rollstuhlgerecht“

3. Anforderungen an barrierefreie Wohnungen
3.1 Aufzüge, Treppen, Flure und Türen
3.2 Sanitärräume
3.3 Wohn-, Schlafräume und Küchen
3.4 Fenster
3.5 Balkone und Terrassen
3.6 Ausstattung

4. Konstruktive Herausforderungen beim Umbau von Bestandswohnungen
4.1 Barrierefreier Wohnungszugang
4.2 An- und Umbauten von Aufzugsanlagen
4.3 Anpassungen der Grundrisse
4.4 Einbau einer ebenerdigen Dusche
4.5 Barrierefreie Balkone und Terrassen

5. Umbaukosten und Fördermöglichkeiten

6. Fazit

Literaturverzeichnis

Verzeichnis der Gesetze und Normen

Abbildungsverzeichnis

Abblldung 1 Maße und Ausstattung der Sanitärräume in barrierefreien Wohnungen und in R-Wohnungen

Abbildung 2) Muster für eine barrierefreie Küche

Abbildung 3 Barrierefreier Aufzug an der Außenfassade im Hof

1. Einleitung

Die Gesellschaft altert weiterhin stetig, wobei im höheren Alter die Menge der gesundheitli- chen Beeinträchtigungen zunimmt. Damit wächst der Bedarf an barrierefreiem und altersge- rechtem Wohnraum. Die Mehrheit der Menschen möchte auch im zunehmenden Alter in ihrem vertrauten Zuhause alt werden und so lange wie möglich selbstständig bleiben. Aller- dings wird der Wohnalltag bedingt durch die körperlichen Einschränkungen im Laufe der Jahre immer beschwerlicher. Der Markt bietet derzeit noch nicht genügend altersgerechte, barrierefreie oder gar für Rollstühle geeignete Wohnungen. Daher sind diesbezüglich ver- stärkte Investitionen in den Wohnungsbestand künftig unumgänglich.

Die Änderung der Bevölkerungsstruktur, einhergehend mit den alters- und krankheitsbe- dingten Forderungen bzw. Wünschen, hat in den Normen Niederschlag gefunden. Die Nor- men und Gesetze wurden als Folge des demografischen Wandels an die Veränderung der Bevölkerungsstruktur angepasst und dienen als Hilfsmittel für die Planung und Umsetzung von barrierefreien Wohnungen. Wesentlich ist die DIN 18040, die sich im ersten Teil mit den Planungsgrundlagen des barrierefreien Bauens für öffentlich zugängliche Gebäude und im zweiten Teil mit den Planungsgrundlagen für barrierefreie und rollstuhlgerechte Woh- nungen befasst. Die DIN 18040 sowie weitere rechtliche Grundlagen werden im zweiten Kapitel dieser Hausarbeit beschrieben. Zudem werden die Anforderungen, die sich aus der DIN 18040-2 ergeben, im dritten Kapitel grundlegend erläutert.

Um zu verhindern, dass ältere Menschen in Pflegeheimen oder heimähnlichen Strukturen untergebracht werden, ist es zielführend im Wohnungsbestand Barrierefreiheit zu schaffen oder zumindest Barrieren zu reduzieren. In diesem Zusammenhang spielt auch die Lage der Immobilie eine besondere Rolle, denn die attraktiven Stadtlagen werden gerade bei älteren Menschen immer gefragter.

Beim barrierefreien Umbau muss der Bestand an die Vorgaben aus der DIN 18040-2 ange- glichen werden. Dies ist oftmals deutlich aufwendiger als im Bereich des Neubaus und grund- sätzlich mit einem erheblichen Kostenaufwand verbunden. Außerdem stellen konstruktive Herausforderungen zum Teil große Probleme bei dem barrierefreien Umbau dar. Im Bestand können nicht immer alle Baumaßnahmen umgesetzt werden, da die Realisierung des barrie- refreien Umbaus im Wohnungsbestand häufig sehr kostenintensiv oder unter Berücksichti- gung aktueller Vorschriften annähernd unmöglich ist. Die konstruktiven Herausforderun- gen, die sich für den Umbau von Bestandswohnungen ergeben, werden im vierten Kapitel beschrieben.

Damit die Wohnungswirtschaft auf den demografischen Wandel reagieren kann und Be- standswohnungen barrierefrei oder zumindest barrierearm umgebaut werden, unterstützt die Bundesregierung die altersgerechten Umbaumaßnahmen. Die Umbaukosten und die För- dermöglichkeiten werden abschließend im fünften Kapitel behandelt.

2. Grundlagen

Barrierefreies Bauen ist insbesondere im Wohnungsbau mittlerweile nicht nur eine gesetzli- che, zwingende Vorschrift und ein rechtlich akzeptiertes Grundrecht, sondern unter Berück- sichtigung des demografischen Wandels auch eine offensichtliche Notwendigkeit. Men- schen mit Behinderungen, die sich im Alltag mit erheblichen Barrieren konfrontiert sehen, soll die gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft ermöglicht werden. Der Abbau von Hindernissen durch Rechtsvorschriften, Bereitstellung von Wohnraum und weiteren Mög- lichkeiten soll die Chancengleichheit für Menschen mit Behinderung gewährleisten.1

2.1 Rechtliche Grundlagen und Normen

Der Begriff der Barrierefreiheit wird im § 4 des Behindertengleichstellungsgesetzes definiert. „Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsge- genstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquel- len und Kommunikationseinrichtungen sowie andere gestaltete Lebensbereiche, wenn sie für Menschen mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe auffindbar, zugänglich und nutzbar sind.“2

Barrierefreiheit stellt für alle Menschen eine Erleichterung dar. Dazu zählen sowohl Men- schen mit als auch ohne Behinderung. Für Senioren, Kinder, Eltern und Personen, die nur vorübergehend in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, muss genauso wie für Menschen mit Beeinträchtigung barrierefrei geplant werden. Ein Aufzug hilft beispielsweise Eltern mit ei- nem Kinderwagen, älteren und gebehinderten Menschen gleichermaßen.3

Nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz ist die Benachteiligung wegen einer Be- hinderung im Zivilrecht verboten worden. Weiterhin werden die Begriffe „Behinderung“ sowie „Schwerbehinderung“ sowie die Beschreibung, welche Personen Menschen mit Schwerbehinderung gleichgestellt sind, im Sozialgesetzbuch definiert. In Artikel 3 Absatz 3 des Grundgesetzes ist geregelt, dass niemand wegen seiner Behinderung benachteiligt wer- den darf.

Die Anforderungen an Barrierefreiheit bei Wohnungen und bei öffentlich zugänglichen Ge- bäuden sowie deren Außenanlagen werden auch in § 50 der Musterbauordnung geregelt. „In Gebäuden mit mehr als zwei Wohnungen müssen die Wohnungen eines Geschosses barrie- refrei erreichbar sein. In diesen Wohnungen müssen die Wohn- und Schlafräume, eine Toi- lette, ein Bad sowie die Küche oder die Kochnische mit dem Rollstuhl zugänglich sein. (…)“. In den Bauordnungen der einzelnen Bundesländer sind die Regelungen zur Barrierefreiheit sehr unterschiedlich ausgestaltet worden. Die Landesregierungen können eigene Regelungen nach den kulturellen Gegebenheiten des jeweiligen Bundeslandes treffen und in die Landes- bauordnungen einfließen lassen.

Darüber hinaus sind die Regelungen über die Barrierefreiheit in technischen Gesetzen und Regelwerken, insbesondere in DIN-Normen umgesetzt worden. Für die Barrierefreiheit ist die DIN 18040 zu beachten. Diese Norm fasst die barrierefreie Gestaltung zusammen und erläutert die Anforderungen an barrierefreie Wohnungen, wobei zwischen barrierefreien Wohnungen und R-Wohnungen, die für Rollstuhlbenutzer uneingeschränkt geeignet sind, unterschieden wird.4

2.2 Unterscheidung zwischen „barrierearm“, „barrierefrei“ und „roll- stuhlgerecht“

Im Zusammenhang mit dem Bau von behindertengerechten Wohnraum und der DIN 18040 wird in der Praxis zwischen barrierearmen, barrierefreien und rollstuhlgerechten Bauen un- terschieden. Barrierearme Wohnraumanpassung bedeutet, möglichst viele Barrieren zu ver- meiden bzw. abzubauen. Allerdings können barrierearme Wohnungen unter Umständen nicht behinderten- oder rollstuhlgerecht gestaltet werden, da es im Bestand aufgrund vor- handener geringer Flächen und Zuschnitte konstruktiv oder wirtschaftlich in vielen Fällen nur sehr schwer oder gar nicht möglich ist, vollständige Barrierefreiheit nach DIN 18040-2 zu erreichen. Jedoch können Barrieren zumindest so weit wie möglich abgebaut werden und auch eine teilweise Reduzierung von Barrieren kann in vielen Fällen schon eine deutlich ver- besserte Nutzbarkeit der Wohnung und Erleichterung der Alltagstätigkeiten für Menschen mit Einschränkungen bewirken.5

Als Planungsgrundlage für barrierefreies Bauen gilt die DIN 18040-2, deren Anforderungen, eingehalten werden müssen. Dabei sind alle möglichen Barrieren zu vermeiden. Zeichnet sich eine Wohnung durch Barrierefreiheit nach DIN 18040-2 aus, so bedeutet es nicht, dass diese auch durch einen Rollstuhlfahrer uneingeschränkt genutzt werden kann. Ein wesentli- cher Unterschied zwischen einer barrierefreien und rollstuhlgerechten Wohnung besteht bei- spielsweise darin, dass bei barrierefreien Wohnungen eine lichte Türdurchgangsbreite von 80 Zentimetern ausreicht, wohingegen für eine Rollstuhlnutzung 90 Zentimeter gefordert sind. Bezüglich der Bewegungsflächen ist für rollstuhlgerechte Wohnungen eine Fläche von 150 Zentimeter x 150 Zentimeter nachzuweisen. Für barrierefreie Wohnungen genügt dage- gen eine Fläche von 120 Zentimeter x 120 Zentimeter.6

Für eine rollstuhlgerechte Wohnung gelten somit deutlich höhere Planungsanforderungen als für barrierefreien Wohnraum. Für die Rollstuhlnutzung müssen sämtliche Räume und alle Gemeinschaftseinrichtungen befahrbar und nutzbar sein. Dies bedeutet nicht nur den stufen- und schwellenlosen Zugang zur Wohnung und den einzelnen Räumen, sondern wie bereits erwähnt auch entsprechende Türbreiten, ausreichende Bewegungsflächen und be- stimmte Ausstattungsmerkmale innerhalb der Wohnung.7

3. Anforderungen an barrierefreie Wohnungen

Die DIN 18040 fasst die barrierefreie Gestaltung im Bereich des Hochbaus zusammen und erläutert im zweiten Teil die Anforderungen an barrierefreie Wohnungen. Dabei unterschei- det die DIN 18040-2 zwischen barrierefreien Wohnungen und R-Wohnungen, die für Roll- stuhlnutzer uneingeschränkt geeignet sind. Der Anforderungskatalog an die Wohnungen be- rücksichtigt insbesondere Bedürfnisse von Menschen mit Sehbehinderung, Blindheit, Hör- behinderung oder motorischen Einschränkungen sowie von Personen, die Mobilitätshilfen und Rollstühle nutzen. Auch für andere Personengruppen wie z.B. groß- oder kleinwüchsige Personen, Personen mit kognitiven Einschränkungen, ältere Menschen, Kinder sowie Per- sonen mit Kinderwagen oder Gepäck führen einige Anforderungen dieser Norm zu einer Nutzungserleichterung. Ziel dieser Norm ist es darzustellen, unter welchen technischen Vo- raussetzungen bauliche Anlagen barrierefrei gestaltet werden können, damit sie für Men- schen mit Behinderungen ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind.

3.1 Aufzüge, Treppen, Flure und Türen

„Die stufenfreie Erschließung einer Wohnung stellt eine zentrale Voraussetzung für ihre Barrierefreiheit dar. Ein häufiger Grund, der alte Menschen dazu bewegt, ihre seit vielen Jahren bewohnte Wohnung zu verlassen, sind Treppen, die von ihnen nicht mehr bewältigt werden können.“8

Durch Aufzüge können Wohnungen stufenfrei erreicht werden. Damit Aufzüge als barrie- refrei gelten, müssen sie die Mindestinnenmaße von 110 Zentimeter x 140 Zentimeter erfül- len und die lichte Zugangsbreite der Aufzugstür muss mindestens 90 Zentimeter betragen. Bei der Grundrissplanung ist eine Bewegungsfläche von 150 Zentimeter x 150 Zentimeter zu beachten. Gegenüber von Aufzugstüren dürfen keine abwärts führenden Treppen ange- ordnet werden. Falls diese Treppen dort unvermeidbar sind, muss der Abstand mindestens 300 Zentimeter betragen. Aufzüge müssen mindestens dem Typ 2 nach DIN EN 81-70 ent- sprechen. Der Aufzugstyp 2 ist für 630 Kilogramm geeignet und erfüllt die oben genannten Anforderungen. Dieser Aufzug ist für einen Rollstuhlbenutzer sowie für eine Begleitperson geeignet.

Die DIN 18040-1 verweist hinsichtlich der Befehlsgeber auf den Anhang G in der DIN EN 81-70. In der DIN EN 81-70 werden zusätzlich Anforderungen für Befehlsgeber und An- zeigen im Fahrkorb und Haltestellen, Notrufeinrichtung, Maßnahmen für blinde und sehbe- hinderte Personen, Angaben zu einem Klappsitz und zu der Ausstattung des Aufzuges mit einem Spiegel geregelt.9

Treppen sind beim barrierefreien Bauen ebenfalls ein zu berücksichtigendes Erschließungs- element. Da Treppen möglichst sicher gestaltet werden sollen, müssen sie gerade Läufe auf- weisen. Sowohl für gehbehinderte als auch für sehbehinderte und blinde Menschen ist es wichtig, dass Treppen keine offenen Setz- oder unterschnittenen Trittstufen haben. Die Treppenstufen und die Handläufe sollten sich kontrastreich von ihrer Umgebung unterschei- den und auf den vorderen Stufenkanten sollten kontrastierende Streifen angebracht sein, die als gut erkennbare Markierung zur sicheren Begehbarkeit der Treppe beitragen. Außerdem sind an den Treppen beidseitig in Höhe von 85 Zentimetern Handläufe anzubringen. Der äußere Handlauf muss 30 Zentimeter waagerecht über Anfang und Ende der Treppe hin- ausragen. Der innere Handlauf am Treppenauge darf nicht unterbrochen werden. Treppen- läufe mit mehr als drei Stufen müssen auf der ersten und letzten Stufe über die gesamte Trittbreite durch einen 5 Zentimeter bis 8 Zentimeter breiten kontrastierenden Streifen ge- kennzeichnet werden. Bei bis zu drei Stufen gilt dies für alle Stufen.10

Aufzüge, Rampen und Treppen gehören zur äußeren Erschließung von Wohnungen. Inner- halb der Wohnung erfolgt die Erschließung der einzelnen Wohnräume über den Flur. Die Mindestbreite von Fluren beträgt in barrierefreien Wohnungen 120 Zentimeter. In R-Woh- nungen ist zusätzlich im Flurbereich mindestens einmal eine Bewegungsfläche von 150 Zen- timeter x 150 Zentimeter zum Rangieren vorzusehen. Bei der Auswahl des Bodenbelags in den Fluren sollte darauf geachtet werden, dass rutschhemmendes Material verwendet wird.11

Von den Fluren führen Türen zu den unterschiedlichen Wohnräumen und zu Balkonen bzw. Terrassen. Zudem gibt es Türen im Wohnungs- und Hauseingangsbereich. Letztere müssen generell eine lichte Durchgangsbreite von 90 Zentimetern aufweisen. Für alle anderen Türen gilt in barrierefreien Wohnungen eine Mindestdurchgangsbreite von 80 Zentimetern. Nur in R-Wohnungen ist bei den Zimmertüren eine Durchgangsbreite von 90 Zentimetern notwen- dig. Auf der Seite der Türöffnung ist eine Bewegungsfläche mit einer Tiefe und Breite von 150 Zentimetern, auf der anderen Seite (Schließrichtung) eine Bewegungsfläche von 150 Zentimetern und einer Tiefe von 120 Zentimetern vorzusehen. So sind Rangierbewegungen vor und nach dem Passieren der Tür möglich. Bei Schiebetüren ändern sich die Rangierbe- wegungen, deshalb muss die Bewegungsfläche auf jeder Seite der Türöffnung breiter ausge- legt sein. Die DIN 18040-2 fordert in diesem Fall eine Mindesttiefe von 120 Zentimetern.12

3.2 Sanitärräume

Bäder und Küchen bilden nutzungsbedingt durch die besonders vielen Funktionsabläufe ge- nutzten und mit entsprechend viel Bedientechnik ausgestatteten Räume den anspruchsvolls- ten Teil im barrierefreien Wohnungsbau. Aus Sicherheitsgründen dürfen Drehflügeltüren nicht in Sanitärräume schlagen, um ein Blockieren der Tür zu vermeiden. Außerdem müssen die Türen von Sanitärräumen von außen entriegelt werden können.13

In einer barrierefreien Wohnung muss das Badezimmer mit einer Toilette, einem Waschtisch und einer Dusche ausgestattet sein und über eine Bewegungsfläche von 120 Zentimeter x 120 Zentimeter verfügen, in R-Wohnungen 150 Zentimeter x 150 Zentimeter. Die Norm 18040-2 verlangt, dass eine Badewanne im Bereich der Dusche nachträglich aufstellbar sein sollte. In einem barrierefreien Badezimmer muss der Duschplatz stufenlos befahrbar und mit einem rutschhemmenden Boden versehen sein. Gleichzeitig muss zum Bodenablauf ein Gefälle von maximal zwei Prozent berücksichtigt werden, damit das Wasser einwandfrei ab- fließt.14

Die DIN 18040-2 schreibt weiterhin vor, dass lediglich in R-Wohnungen unterfahrbare Waschtische vorgesehen sein müssen. Allerdings muss auch in barrierefreien Bädern generell auf Beinfreiraum unter mindestens einem Waschtisch geachtet werden. Die Höhe des Waschtisches in R-Wohnungen darf 80 Zentimeter nicht übersteigen und die Beinfreiheit muss in 55 Zentimetern Tiefe und 90 Zentimetern Breite gegeben sein. In Wohnungen für Rollstuhlbenutzer ist über dem Waschtisch ein mindestens ein Meter hoher Spiegel anzuord- nen, in barrierefreien Wohnungen ist auf die Nachrüstbarkeit eines solchen Spiegels zu ach- ten. In Wohnungen, die nicht speziell für Rollstuhlnutzer vorgesehen sind, kann das WC mit einem geringeren Flächenbedarf geplant werden. Zwischen WC und Wand bzw. anderen Sanitärobjekten wird ein Abstand von mindestens 20 Zentimetern benötigt. Die Spülung soll mit Hand und Arm zu betätigen sein, ohne dass der Benutzer die Sitzposition verändern muss. Die nachfolgende Abbildung verdeutlicht die Maße und Ausstattungsmerkmale in bar- rierefreien Wohnungen und in R-Wohnungen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Maße und Ausstattung der Sanitärräume in barrierefreien Wohnungen und in R-Wohnungen

Toilette, Haltegriff, Waschtisch und Badewanne sollten sich kontrastierend gegen den Boden und die Wände abheben, um sehbehinderten Menschen die Orientierung zu erleichtern. Auch Bedienelemente wie Armaturen und Schalter sollten durch Kontrastbildung gut er- kennbar sowie sicher in der Handhabung sein.15

3.3 Wohn-, Schlafräume und Küchen

Wohn-, Schlafräume und Küchen sind für Menschen mit motorischen Einschränkungen bzw. für Rollstuhlfahrer barrierefrei nutzbar, wenn sie so dimensioniert sind, dass bei nut- zungstypischer Möblierung jeweils ausreichende Bewegungsflächen vorhanden sind.16

[...]


1 Jahn, Reinhard/ Zweschper, Jochen (2016): Barrierefreies Bauen im Wohnungsbau – Rechtliche Anforderun- gen, technische Konsequenzen und häufig technische Mängel, 1.Auflage, Stuttgart, S. 35.

2 Garthe, Thomas / Stroisch, Jörg (2016): Barrierefrei bauen und altersgerecht modernisieren, 1. Auflage, Frei- burg, S. 20

3 Ebd.

4 Jahn, Reinhard / Zweschper, Jochen (2016): a.a.O., S. 39 ff.

5 Rychter, Alexander (2014): Barrierearm, barrierefrei, rollstuhlgerecht – Wie kann das gelingen? Verbandsma- gazin, 10/2014, S. 4-5.

6 Garthe, Thomas / Stroisch, Jörg (2016): a.a.O., S. 25.

7 Ebd.

8 Everding/ Sieger/ Meyer (2015): Handbuch barrierefreies Bauen – Leitfaden zur DIN 18040 Teil 1 bis 3, 2. Auflage, Köln, S. 52.

9 HyperJoint GmbH (2019): Aufzugsanlagen, Online-Ressource https://din18040.de/aufzug-lift.htm (Letzter Zugriff am 13.01.2019), Berlin.

10 Everding/ Sieger/ Meyer (2015): a.a.O., S. 55.

11 Ebd.

12 Ebd.

13 Everding/ Sieger/ Meyer (2015): a.a.O., S. 45.

14 Everding/ Sieger/ Meyer (2015): a.a.O., S. 45 ff.

15 Everding/ Sieger/ Meyer (2015): a.a.O., S. 48 ff.

16 Garthe, Thomas/ Stroisch, Jörg (2016): a.a.O., S. 77.

Details

Seiten
22
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783346028006
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v501760
Institution / Hochschule
EBZ Business School (ehem. Europäisches Bildungszentrum der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft)
Note
1,0
Schlagworte
Barrierefreiheit Umbaumaßnahmen Bestandswohnungen Herausforderungen Anforderungen Bautechnische Grundlagen

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Titel: Anforderungen an barrierefreie Wohnungen und Herausforderungen, die sich hierbei für Bestandswohnungen ergeben