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Chancen und Risiken einer Investition in aktiv gemanagte Fonds und börsengehandelte Indexfonds

Hausarbeit 2017 24 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Zentrale Fragestellung
1.2 Vorgehensweise.

2 Portfoliotheorie
2.1 Kernaussage der Modernen Portfoliotheorie
2.2 Beweis der Modernen Portfoliotheorie

3 Reflexion zu Kapitel 2

4 Aktiv gemanagte Indexfonds
4.1 Aufbau eines aktiv gemanagten Investmentfonds.
4.1.1 Kapitalanlagegesellschaft
4.1.2 Fondsmanagement..
4.1.3 Anleger
4.1.4 Depotbank
4.2 Chancen eines aktiv gemanagten Investmentfonds
4.3 Risiken eines aktiv gemanagten Investmentfonds

5 Börsengehandelte Indexfonds.
5.1 Besonderheiten eines börsengehandelten Indexfonds
5.2 Vorteile eines börsengehandelten Indexfonds
5.3 Nachteile eines börsengehandelten Indexfonds

6 Reflexion zu den Kapiteln 4 und 5

7 Praktischer Vergleich
7.1 Aktiver DAX-Fonds
7.1.1 Vorstellung des aktiven DAX-Fonds
7.1.2 Wertentwicklung UniDeutschland
7.2 Passiver DAX-ETF.
7.2.1 Vorstellung des passiven DAX-ETF
7.2.2 Wertentwicklung iShares Core DAX
7.3 Vergleich UniDeutschland und iShares Core DAX

8 Reflexion zu Kapitel 7

9 Fazit

Abbildungsverzeichnis

Kapitel 2: Portfoliomanagement

Abbildung 1: E.ON- und ADIDAS-Schlusskurse

Abbildung 2: Verschiedene E.ON- und ADIDAS-Portfolios

Abbildung 3: Effizienzkurve der E.ON- und ADIDAS-Portfolios

1 Einleitung

1.1 Zentrale Fragestellung

Ich arbeite als Privatkundenberater bei einer Volks- und Raiffeisenbank und habe daher täglich mit der Geldanlage von Kundengeldern und insbesondere mit Investmentfonds zu tun. Auf Grund der aktuellen Niedrigzinsphase scheint die Investition in Investmentfonds zeitgemäßer denn je. Die nachfolgende wissenschaftliche Ausarbeitung soll zum einen den theoretischen Beweis liefern, ob Investmentfonds tatsächlich sinnvoll sind. Zum anderen soll geklärt werden, ob die Investition in Fonds unter Berücksichtigung der Chancen und Risiken empfehlenswert ist und ob aktiv gemanagte Fonds oder börsengehandelte Indexfonds die bessere Wahl sind.

1.2 Vorgehensweise

Dabei widme ich mich zunächst der Portfoliotheorie, in dem ich deren Grundzüge und Ergebnisse aufzeige. Mit den daraus resultierenden Erkenntnissen zum Thema Diversifikation, die ich in einer Reflexion festhalte, gelange ich beim Thema Geldanlage automatisch zu Investmentfonds, die ich im weiteren ausführlich behandele. Ich stelle den Aufbau, die Chancen und die Risiken von aktiv gemanagten Investmentfonds vor, um danach die Besonderheiten, die Vorteile und die Nachteile von börsengehandelten Indexfonds davon abzugrenzen. Nach einer Reflexion zu den bisherigen Ausführungen vergleiche ich einen aktiv gemanagten Fonds, der in Aktien des Deutschen Aktienindex investiert, mit einem börsengehandelten Fonds, der den Deutschen Aktienindex eins zu eins abbildet. Dabei stelle ich zunächst die beiden Fonds vor und schaue mir jeweils deren Wertentwicklung an. Im zweiten Schritt vergleiche ich die beiden Fonds, um zu sehen, welche Gemeinsamkeiten und welche Unterschiede sich zwischen dem aktiv gemanagten und dem börsengehandelten Fonds aufzeigen. Nach einer Reflexion zum Praxisbeispiel fasse ich im Fazit meine Ausführungen zusammen, indem ich mit den Erkenntnissen aus den Themen Portfoliotheorie und Investmentfonds die zentralen Fragestellungen beantworte und eine Handlungsempfehlung gebe.

2 Portfoliotheorie

2.1 Kernaussage der Modernen Portfoliotheorie

Die Portfoliotheorie basiert auf dem Ausgangspunkt, dass es sehr viele unterschiedliche Wertpapiere mit unterschiedlichen Ausprägungen im Bezug auf Rendite und Risiko gibt. Daher ist es sehr schwierig bis unmöglich, mit der Auswahl der Wertpapiere immer richtig zu liegen. Das Ziel der Portfoliotheorie ist die bestmögliche Kombination von Anlagealternativen unter Berücksichtigung von Rendite und Risiko. Der US- amerikanische Ökonom Harry Markowitz veröffentlichte 1952 die Moderne Portfoliotheorie, welche auch als Portfolio-Selection-Modell bekannt ist. Zunächst wurde sie wenig beachtet, doch in Folge von Kursrückgängen in den 70er-Jahren und dem großen Crash 1987 fand Markowitz Gehör. Wesentliche Annahmen dabei sind, dass Investoren risikoscheu sind, Transaktionskosten und Steuern nicht existieren und alle Wertpapiere beliebig teilbar sind. Seine Motivation war eine wissenschaftliche Begründung, warum die Entscheidung der Anleger, ihr Geld bei der Geldanlage zu diversifizieren, richtig und sinnvoll ist. Markowitz schlägt vor, die Zusammensetzung eines Portfolios anhand der beiden Größen Rendite und Risiko zu wählen. Die erwartete Rendite setzt sich dabei aus der Addition der mit den jeweiligen Portfolioanteilen gewichteten Einzelrenditen zusammen und soll möglichst hoch sein. Das Risiko wird mit Hilfe der Standardabweichung der Portfoliorendite beziffert, welche möglichst niedrig sein soll. Damit ist die Volatilität der einzelnen Portfoliobestandteile gemeint. Markowitz entwickelte und benutzte für seine Ausführungen diverse Formeln aus Mathematik und Statistik. Mit diesen legte er erfolgreich dar, dass es sinnvoll ist, Anlagekapital zu diversifizieren, denn in einem Portfolio können die Risiken unterschiedlicher Wertpapiere gegenläufig sein und sich daher zumindest teilweise aufheben. Der Grund dafür sind Korrelationen zwischen einzelnen Wertpapieren, die durch viele unterschiedliche Faktoren wie zum Beispiel Zinsniveau, Konjunktur, Wechselkurse oder Ölpreis zustande kommen. Markowitz hat also bereits vor über 60 Jahren bewiesen, dass die Volatilität eines Portfolios nicht der durchschnittlichen Volatilität der einzelnen Wertpapiere entspricht, sondern darunter liegt. So lassen sich solche Portfolios als effizient bezeichnen, zu denen es bei gleichem Risiko kein Portfolio mit einer hoheren Rendite und zu denen es bei gleicher Rendite kein Portfolio mit einem geringeren Risiko gibt. Aile anderen Portfolios sind demnach ineffizient. In einem K.oordinatensystem. eingetragen lisst sich eine Effizienzk:urve aufstellen, die die effizienten und ineffizienten Portfolios auf einen Blick sichtbar macht.1

2.2 Bewels der Modemen PortfoHotheorle

Schon bei einem Portfolio, das aus zwei Wertpapieren besteht, macht sich bemerkbar, dass die Volatilitiit des Portfolios geringer ist als die heiden losgelosten Volatilititen zusammen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle:Beike,RolScblu1z, Johannes, FiDanmacbrichten, 2010,S.186

In der Abbildung ist zu erkennen, dass die Kurse der ADIDAS- und E.ON-Aktien nicht parallel laufen, sondern gegenlaufige Entwicklungen aufweisen. Wiihrend E.ON im Januar 2003 eine Monatsrendite von 9,88 Prozent erzielt hat, ist der Kurs vonADIDAS um 8,74 Prozent gesunken. In der mittleren Rendite fiir das gesamte Jahr 2003 liegt E.ON bei 2,74 Prozent und ADIDAS bei 0,90 Prozent Dafiir schwankt die E.ON-Aktie um 6,92 Prozent, die ADIDAS-Aktie hingegen nur um 5,01 Prozent.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

QueUe:Beike, Rolf, Scbliitz, Johannes, Finanznachrichten, 2010, S.187

Nun worden die sich ergebenden Portfolios von 100 Prozent E.ON-Aktien bis 100 ProzentADIDAS-Aktien in 10-Prozent-Schritten gebildet und fiir die einzelnen Monate des Jahres 2003 die Monats-Portfolio-Rendite errechnet. Am Ende ergibt sich pro Portfolio eine mittlere Rendite und die Standardabweichung um die mittlere Rendite. Es zeigt sich, dass im Portfolio E, das aus 40 Prozent E.ON-Aktien und 60 Prozent ADIDAS-Aktien besteht, eine mittlere Volatilitiit von 3,81 Prozent bei einer mittleren Rendite von 1,64 Prozent ergibt. Das ist von allen Portfolios das minimale Risiko. Also sinkt die Standardabweichung durch die Streuung des Kapitals von 5,01 Prozent bei der ADIDAS-Aktie und von 6,92 Prozent bei der E.ON-Aktie auf 3,81 Prozent. Trotzdem liegt die mittlere Rendite bei 1,64 Prozent. Bezogen auf die ADIDAS-Aktie liefert das Portfolio also mehr Rendite und weniger Risiko. Fiir eine hohere Rendite miisste auch eine hohere Volatilitiit inKauf genommen werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle:Beike, Rolf, Schliitz, Johannes, Finanznacbrichten. 2010, S. 188

Gut zu sehen ist dies bei der Obertragung der einzelnen Portfolios auf die Effizienzkurve. Das Portfolio E kommt dem Scheitelpunkt S schon sehr nahe. Alle Portfolios unterhalb dem Portfolio S sind ineffizient. Die Portfolios oberhalb von Portfolio S sind mit einem hoheren Renditet aber auch einem hoheren Risiko ausgestattet. Insgesamt ist zu sagen, dass sich durch die Diversifikation der heiden Aktien das Risiko verringem liisst.2

3 Refiexion zu Kapitel 2

Der Beweis fiir die Entscheidung, bei seiner Geldanlage auf verschiedene Pferde zu setzen, ist damit erbracht. Mit Diversifizierung wird nicht nur das Risiko gestreu sondern sogar minimiert. Die Umsetzung der Portfoliotheorie in die Praxis kann ich also empfehlen. Um eine moglichst breite Risikostreuung zu erzielen, sollte das Anlagekapital allerdings nicht in zwei verschiedene Wertpapiere, sondem in eine Vielzahl an Wertpapieren angelegt werden. Da den meisten Privatanlegem das dafiir erforderliche Kapital fehlt, sind Investmentfonds eine Möglichkeit, schon mit kleinen Beträgen die durch die Portfoliotheorie als sinnvoll belegte Diversifikation in die Praxis umzusetzen. Nun gibt es aktiv gemanagte Investmentfonds und passive börsengehandelte Indexfonds. Jetzt drängt sich mir die Frage auf, ob die Investition in den aktiven oder in den passiven Investmentstil die bessere Entscheidung ist.

4 Aktiv gemanagte Indexfonds

4.1 Aufbau eines aktiv gemanagten Investmentfonds

4.1.1 Kapitalanlagegesellschaft

Bei einem aktiv gemanagten Investmentfonds handelt es sich um die praktische Umsetzung der Portfoliotheorie. Es gibt dabei vier Hauptakteure. Zunächst ist die Kapitalanlagegesellschaft zu nennen. Unter einer Kapitalanlagegesellschaft (KAG) versteht man ein Unternehmen, dass einen oder mehrere Investmentfonds auflegen kann. Andere Bezeichnungen für eine KAG sind Investmentgesellschaft oder Fondsgesellschaft. Die Haupttätigkeit einer KAG besteht darin, das Geld der Anleger zu verwalten. Dies geschieht im eigenen Namen für gemeinschaftliche Rechnung der Anleger in einem Investmentfonds. Diese Investmentfonds stellen Sondervermögen dar, weil es sich um das Geld der Anleger handelt und dieses nicht mit dem Firmenvermögen der KAG vermischt werden darf. Ebenfalls darf das Sondervermögen nicht für Verbindlichkeiten der KAG haften oder verpfändet werden. Durch die Verwaltung des Sondervermögens übt sie zum Schutz der Anleger eine Treuhänderfunktion aus. Diese und weitere Bedingungen legt das Investmentgesetz fest.3

[...]


1 Vgl.. Sprem.ann. Klaus, Portfoliomanagement, 2006,S.48 ff.; Vgl.Steiner, Manfred. Bruns, Christoph, Wertpapiennanagement, 1996,S.6 ff.;Vgl.. Beike,RoSchlUtz, Johannes, Finanmacbrichten, 2010,S. 184 ff.

2 Vgl. Beike,RoSchliitz, Johannes, Finanmacbrichten. 2010,S.184 ff.

3 Vgl. Dembowski, Anke, Investmentfonds, 2012, S. 34 f.; Vgl. Bestmann, Uwe, Börsen- und Finanzlexikon, 2013, S. 403 ff.; Vgl. Ettmann, Bernd, Wolff, Karl, Wurm, Gregor, Bankbetriebslehre, 2013, S. 238 ff.

Details

Seiten
24
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783346029836
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v501847
Institution / Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Note
2,0
Schlagworte
Investition Fonds Investmentfonds ETF Chancen Risiken Portfoliotheorie Markowitz

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