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E-Portfolios in Seminaren. Förderung von Selbstreflexion bei Lehramtsstudierenden

Akademische Arbeit 2016 18 Seiten

Pädagogik - Allgemein

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. forschungsthema

2. Forschungsdesign

3. Ergebnisdarstellung

4. Interpretation und zusammenfassung

6. Literaturverzeichnis

7. Abbildungsverzeichnis

8. Tabellenverzeichnis

1. forschungsthema

Gegenwärtig ist E-Portfolio-Arbeit bereits in vielen Bildungsplänen, Schul- und Studienverordnungen sowie in der universitären Aus- und Weiterbildung von Lehramtsstudierenden zu finden bzw. ist diese dort zum Großteil fest in den Curricula verankert (Baumgartner, 2005; Bratengeyer, 2007; Fichter, Weber-Hellmann & Janic, 2009; Häcker & Winter, 2009; Pieler, 2010; Rentsch-Häcker, 2010). Zur Durchführung der E-Portfolio-Arbeit stehen Universitäten und Hochschulen ausreichend E-Portfolio-Software-Lösungen zur Verfügung. Die Anbieter dieser Software-Lösungen stellen zwar Hinweise bereit, wie sich die Selbstreflexionskompetenz mithilfe ihrer E-Portfolio-Software fördern lässt und welche Rahmenbedingungen es beim Einsatz der entsprechenden Software zu berücksichtigen gilt. Diese Hinweise sind aber sehr allgemein gehalten oder nur auf eine spezifische Unterrichtssituation hin ausgelegt (Hilzensauer, 2008).

Explizit formulierte Handlungsanleitungen und Gestaltungsempfehlungen, die im Detail beschreiben, wie E-Portfolio-Arbeit in einen Seminarablauf integriert werden kann, fehlen dabei gänzlich. Damit nun Universitäten und Hochschulen die Selbstreflexionskompetenz ihrer Lehramtsstudierenden optimal fördern können, benötigen sie zusätzlich zu einer geeigneten E-Portfolio-Software-Lösung auch konkrete methodische Handlungsanleitungen und Empfehlungen zur Gestaltung und Implementierung eines E-Portfolio-unterstützten Seminars (Hilzensauer, 2008; Reinmann, 2005).

Auf Basis der Erkenntnisse der bereits durchgeführten Studien sowie der einschlägigen Fachliteratur wird im Rahmen des vorliegenden Forschungsprojekts ein E-Portfolio-unterstütztes Seminar entwickelt, das zweierlei Ziele verfolgt: Erstens soll die Durchführung eines entsprechenden E-Portfolio-unterstützten Seminars die Selbstreflexionsbereitschaft der Lehramtsstudierenden fördern. Zweitens soll dieses Seminar die Lehramtsstudierenden beim Aufbau von Selbstreflexionskompetenz bestmöglich unterstützen.

Dies führt zur ersten forschungsleitenden Frage: Wie muss ein E-Portfolio-unterstütztes Seminar konzipiert und in der Praxis durchgeführt werden, um die Selbstreflexionsbereitschaft von Lehramtsstudierenden zu fördern und diese beim Aufbau von Selbstreflexionskompetenz bestmöglich zu unterstützen?

Anschließend wird festgestellt, ob sich explizite Handlungsanleitungen und Empfehlungen zur Gestaltung und Implementierung eines E-Portfolio-unterstützten Seminars aus den im Entwicklungs- und Evaluierungsprozess gewonnenen Erkenntnissen und Forschungsergebnissen ableiten lassen.

Daher lautet die zweite forschungsleitende Frage: Lassen sich explizite Handlungsanleitungen und Gestaltungsempfehlungen zur Konzeption und Implementierung eines E-Portfolio-unterstützten Seminars für Lehrende ableiten?

Um die Forschungsfragen im Rahmen des vorliegenden Forschungsprojekts gegenstandsangemessen zu beantworten und sowohl für die Forschung als auch für die Unterrichtspraxis brauchbare Ergebnisse zu erzielen, wird zur Durchführung des Projekts die entwicklungsorientierte Bildungsforschung nach Reinmann und Sesink (2011) gewählt. Die Befunde der entwicklungsorientierten Bildungsforschung ermöglichen es, dieses Vorhaben theoretisch zu konzipieren, an der Wirklichkeit durch Erprobung, Veränderung und Evaluation zu überprüfen, die so erzielten Erkenntnisse in den Entwicklungsprozess zurückfließen zu lassen und diesen Zyklus bei Bedarf mehrfach in einem iterativen Prozess zu durchlaufen. Auf diese Weise kann gezeigt werden, dass bei der Durchführung dieses E-Portfolio-unterstützten Seminars festgelegte Ziele erreicht und infolgedessen Probleme in der Bildungspraxis gelöst werden. Zudem lassen sich mithilfe der entwicklungsorientierten Bildungsforschung nach Reinmann und Sesink (2011) konkrete Handlungsanleitungen und Empfehlungen zur Gestaltung von E-Portfolio-unterstützten Seminaren für Lehrende erarbeiten (Design-Based Research Collective, 2003; Edelson, 2002, 2006; Knogler & Lewalter, 2013; Reinmann, 2005). Dennoch handelt es sich bei diesen Hilfestellungen nicht um allgemeingültige Gesetzmäßigkeiten, sondern um Empfehlungen und Richtlinien, die Lehrende an ihre individuellen Bedürfnisse und spezifischen Situationen anpassen müssen (Euler, 2014).

Zusammenfassend sind mit dem Forschungsprojekt die folgenden beiden Zielsetzungen verbunden:

- Erstens soll ein E-Portfolio-unterstütztes Seminar entwickelt werden, mit dem die Selbstreflexionsbereitschaft von Lehramtsstudierenden gefördert werden kann und diese beim Aufbau von Selbstreflexionskompetenz bestmöglich unterstützt werden.
- Zweitens sollen explizit formulierte Handlungsanleitungen und Gestaltungsempfehlungen für Lehrende erarbeitet werden, die zeigen, wie ein E-Portfolio-unterstütztes Seminar gestaltet und in der Praxis durchgeführt werden muss, damit das erste Ziel erreicht werden kann.

Durch die Realisierung des vorliegenden Forschungsprojekts als entwicklungsorientiertes Forschungsprojekt nach Reinmann und Sesink (2011) lassen sich diese beiden Zielsetzungen am vielversprechendsten umsetzen. Am Ende des Forschungsprojekts steht interessierten Lehrenden damit zum einen eine exemplarische Vorlage in Form eines E-Portfolio-unterstützten Seminars zur Verfügung, das die Autorin für ein konkretes didaktisches Einsatzfeld entwickelt und im Praxiseinsatz ausgiebig getestet hat (Gravemeijer, 2001; Juuti & Lavonen, 2006; Knogler & Lewalter, 2014). Zum anderen erhalten Lehrende mit den Handlungsanleitungen und Gestaltungsempfehlungen ein konkretes Werkzeug in die Hand, mit dem sie ihr eigenes E-Portfolio-unterstütztes Seminar gestalten und an ihre individuellen Bedürfnisse sowie ihre spezifische Bildungssituation anpassen können. Zusätzlich leistet das Forschungsprojekt auch einen Beitrag zur Erprobung und Weiterentwicklung der methodischen Standards und Leitprinzipien entwicklungsorientierter Bildungsforschung (Reinmann, 2014), denn die gesamte Durchführung erfolgt auf diesen Standards und Leitprinzipien basierend.

Das methodische Vorgehen im vorliegenden Forschungsprojekt stützt sich auf Internetrecherchen, qualitative Leitfadeninterviews, auf quantitativ-qualitative Online-Befragungen sowie auf E-Portfolio-Analysen. Abbildung 1 gibt einen Überblick über die in der jeweiligen Durchführungsphase des Forschungsprojekts zum Einsatz kommenden Erhebungs- und Auswertungsmethoden sowie den Zeitpunkt der jeweiligen Durchführung und Auswertung.

In Phase I werden die institutionsbezogenen Rahmenbedingungen und Ressourcen durch Internetrecherchen auf den Webseiten der zuständigen Einrichtungen an der Universität Passau gewonnen. Um Wünsche und Anforderungen der beteiligten Zielgruppen zu ermitteln, führt die Autorin auf der einen Seite ein qualitatives Leitfadeninterview mit ausgewählten Vertreterinnen und Vertretern aus der Zielgruppe der Dozierenden durch. Auf der anderen Seite befragt sie die am Forschungsprojekt teilnehmenden Lehramtsstudierenden mittels quantitativ-qualitativ gestaltetem Online-Fragebogen zu ihren Wünschen und Anforderungen. Zur Auswertung des Leitfadeninterviews setzt die Autorin die zusammenfassende Inhaltsanalyse ein. Zur Auswertung der Online-Fragebögen kommen bei den geschlossenen Fragen die Diagrammfunktionen von Microsoft Excel zum Einsatz, bei den offenen Fragen die zusammenfassende Inhaltsanalyse.

Um in Phase II und III Auswirkungen auf die Selbstreflexionsbereitschaft sowie auf die Selbstreflexionskompetenz der Zielgruppe der Studierenden zu ermitteln, werden diese mittels quantitativem Online-Fragebogen befragt. Sowohl bei der Erstellung als auch bei der Auswertung des Online- Fragebogens greift die Autorin auf die ILIAS-Umfrage zurück. Als Ergänzung zur schriftlichen Befragung werden zusätzlich die seminarbegleitenden E-Portfolios der Studierenden einer genaueren inhaltlichen Analyse unterzogen. Gerade im Hinblick auf die Frage nach dem Einfluss bzw. nach den Auswirkungen des E-Portfolio-unterstützten Seminars auf Selbstreflexionsbereitschaft und Selbstreflexionskompetenz kann ein studentisch geführtes E-Portfolio tiefere Einblicke gewähren als eine reine Online-Umfrage. Für das vorliegende Forschungsprojekt wählt die Autorin als E-Portfolio-Analyse-Verfahren die inhaltlich-strukturierende qualitative Inhaltsanalyse.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 . Überblick über die im Rahmen des Forschungsprojekts zum Einsatz kommenden Erhebungs- und Auswertungsmethoden mit Stichprobengröße und Durchführungszeitpunkt. Eigene Darstellung.

Im vorliegenden Forschungsbericht wird gezielt das im Rahmen der Zielgruppen- und Anforderungsanalyse durchgeführte qualitative Leitfadeninterview vorgestellt.

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Details

Seiten
18
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783346065025
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v502381
Institution / Hochschule
Universität Passau
Note
1.3
Schlagworte
e-portfolios seminaren förderung selbstreflexion lehramtsstudierenden

Autor

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Titel: E-Portfolios in Seminaren. Förderung von Selbstreflexion bei Lehramtsstudierenden