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Die Vegetationszonen der Erde. Eine Darstellung nach Richter

Hausarbeit (Hauptseminar) 2018 13 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Phys. Geogr., Geomorphologie, Umweltforschung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition

3. Zonale Vegetation

4. Azonale Vegetation

5. Anthropogener Einfluss

6. Fazit

7. Abbildungsverzeichnis

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die atmosphärische Zirkulation bedingt unser Weltklima, die unterschiedliche Strahlungsintensität und Niederschlagsmenge in den Breitengrad-Regionen führt zu einer vielfältigen Vegetation auf der Erde. Zu den wichtigsten Standortfaktoren für eine gesunde und natürliche Vegetation zählen nährstoffreiche Böden, das Relief und die Wasserverfügbarkeit. Ebenso wichtig ist die Energiezufuhr und die Temperatur in dem jeweiligen Naturraum. Die Vegetationszonen nehmen eine globale Unterteilung aufgrund der vorherrschenden Vegetation vor. Diese spiegeln die Besonderheiten der einzelnen Teilgebiete der Erde wieder und wie die Teilzonen sich voneinander unterscheiden.

Ziel dieser Arbeit ist es einen Überblick über die Vegetationszonen zu liefern und diese mit Hilfe der Darstellungen nach Richter zu erläutern. Zudem werden die azonalen Vegetationen beleuchtet. Abgesehen davon möchte ich erarbeiten welche Einflussfaktoren den Artenverlust verstärken. Dazu werde ich zunächst die Begrifflichkeiten definieren und die Vegetationszonen voneinander abgrenzen. Anschließend werden die Vegetationszonen nach Richter chronologisch vorgestellt und auf die Eigenschaften der Teilgebiete eingegangen. Darauf folgt die Erläuterung von den azonalen Vegetationen und deren Vorkommen. Abschließen wird meine Arbeit mit dem Einflussfaktor Mensch und wie dieser durch sein Handeln die natürliche Vegetation verändert.

2. Definition

Der Begriff Vegetationszone stammt aus der Geobotanik und wird auch in der Landschafts- und Vegetationsgeographie verwendet. Er definiert einen zonalen Großraum der Erde, in dem eine natürliche Vegetation vorkommt. Jede Vegetationszone lässt sich durch eine individuelle Pflanzenformation definieren, dazu zählen zum Beispiel Bäume und Sträucher, welche oft gemeinsam auftreten. Hierbei spricht man von einer Zonalen Vegetation, “eine charakteristische Vegetation einer makroklimatisch bedingten Vegetationszone“ (frey et al. 2014, 405). Pflanzenformationen unterscheiden sich stark von der natürlichen Vegetation anderer Naturräume. Die Gebiete verlaufen meist parallel zu den Breitengraden und entsprechen ungefähr den Klimazonen der Erde.

Die Grundvoraussetzung dafür, dass auf der Erde eine differenzierte Vegetation entstehen kann, ist die atmosphärische Zirkulation mit ihren Einflussgrößen. Zudem sind sie vorwiegend von der Strahlungsintensität und dem Niederschlag beeinflusst. In der Literatur werden jüngere Begriffe wie zum Beispiel „Ökozonen“ oder „Geozonen“ oftmals mit dem Begriff „Vegetationszonen“ gleichgesetzt, jedoch sind sie nicht von der selben Bedeutung. Das Hauptaugenmerk der Bezeichnungen „Ökozonen“ und „Geozonen“ liegt auf dem Klima und nicht primär auf der natürlichen Vegetation wie es bei den „Vegetationszonen“ der Fall ist (frey et al. 2014).

3. Zonale Vegetation

In der Literatur sind verschiedene Darstellung der Vegetationszonen vorhanden. Eine klare und eindeutige Abgrenzung der Zonen ist nicht möglich, da es in der Natur nur sehr selten klare Übergänge gibt. Für die Visualisierung der Zonen werden diese Übergänge durch künstliche Sprünge erzeugt. Die zehn Vegetationszonen sind in Anlehnung an die Zonobiome (nach Walter 1990) und die Ökozonen (nach Schultz 2010) entstanden. Heinrich Walter gilt als einer der Mitbegründer der Klassifizierung von Vegetationszonen, durch zahlreiche Forschungsreisen gelang es ihm diese Erkenntnisse festzuhalten (frey et al. 2014)

In dem nachfolgenden Text werde ich jedoch auf die Klassifikation von Michael Richter zurückgreifen, er differenziert die Vegetation der Erde in sieben Teilzonen und zusätzlich zweimal auch eine entsprechende Unterzone. Demzufolge ist in der Literatur teilweise auch von neun Vegetationszonen nach Richter die Sprache (vgl. heise 2003). Die Vegetationszonen definiert von Michael Richter lauten wie folgt (vgl. Abb. 1):

1. Polare und Subpolare Zone
2. Boreale (und Antiboreale) Zone

3. Temperierte Wald- und Steppenzone
3.1 Nemorale (und Australe) Wälder
3.2 Steppen und Halbwüsten der Temperierten Zone

4. Subtropen
4.1 Laurale Subtropen
4.2 Mediterrane Subtropen

5. Aride Subtropen und Tropen
6. Wechselfeuchte Tropen
7. Feuchte Tropen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Vegetationszonen der Erde

Quelle: http://www.spektrum.de/lexikon/geographie/vegetationszonen/8539

Die Gesamtfläche der Polaren und Subpolaren Zone beträgt in etwa 22 Mio. km² und erstreckt sich in Gebieten der Antarktis und Arktis, somit ist die Zone bipolar und endet im Festlandbereich äquatorwärts mit der polaren Baumgrenze (Schultz 2016). Fast alle Teilzonen unterliegen dem kontinuierlichen Permafrost und rund zwei Drittel des gesamten Gebietes (14 Mio. km²) liegen in der Antarktis. Der größte Teil dieser Fläche ca. 75 %, ist permanent von Eis bedeckt und zählt damit zu der polaren Eiswüste, welche in der Regel frei von Vegetation ist. Diese polare Eiswüste erstreckt sich abgesehen von kleinen Landflächen und Inseln über die gesamte Antarktis. Genau andersherum ist die Verbreitung der polaren Eiswüste in der Arktis, dort findet man sie nur in großen Teilen von Grönland und kleinen Inseln in Pol nähe, das restliche Gebiet der Arktis ist (gletscher-) eisfrei. Diese eisfreien Gebiete werden in eine Frostschutzzone und Tundrenzone eingeteilt. Die Tundrenzone wird auch als Übergangszone zwischen dem Eisgebiet und der Baumgrenze (Beginn des Nadelwaldes) gesehen, sie beginnt in der Regel dort wo die Vegetation weniger als 10% der Fläche einnimmt. Die Artenvielfalt in diesen Regionen, ist aufgrund der extremen klimatischen Bedingungen sehr gering und gilt als artenärmste Vegetationszone der Welt. Die vorherrschende Vegetation ist stark geprägt durch die kurzen thermischen Vegetationsperioden, diese dauern maximal drei Monate und die langen und kalten Winter. Die am häufigsten vorkommenden Gefäßpflanzenarten gehören zu den Chamaephyten und Hemikryptophyten, ihr Wachstums spielt sich in der schneefreien Zeit und „in der temperaturbegünstigten bodennahen Luftschicht ab“ (Schultz 2016, 41), dies verschafften den Pflanzen einen enormen Vorteil gegenüber hochwüchsigen Arten. Die Chamaephyten sind Zwergsträucher und erreichen eine maximale Wuchshöhe von 30 cm, diese Höhe entspricht in der Regel der winterlichen Schneedecke welche bis zu neun Monaten anhält und die Pflanzen vor Frosttrocknis schützt (Schultz 2016). Durch den vorherrschenden Permafrostboden ist eine tiefe Verwurzelung der Pflanzen nicht möglich, so dass sie sich vertikal erstrecken. Vorherrschende Pflanzenformationen sind: Carex, Luzula, Poa, Draba, Saxifraga als auch Salix, sie gehören zu den kälte duldenden Pflanzengesellschaften.

Die Boreale Zone erstreckt sich in einem breiten Band mit einer Gesamtfläche von ca. 20 Mio. km² in der Nordhemisphäre und umspannt dabei große Teile von Skandinavien, Russland, Sibirien, Alaska und Kanada. Es ist jedoch weiterhin umstritten, ob es auch in der Südhemisphäre Gebiete gibt, wie zum Beispiel die Südspitze von Südamerika. Um die Zuordnung der Zone zu erleichtern wird nicht mehr von nord- und südborealen Teilgebieten gesprochen, „sondern es werden analoge Begriffe zur polaren Untergliederung gewählt“: für die Nordhemisphäre hochboreal, mittelboreal, niederboreal und hemiboreal und für die Südhemisphäre hochantiboreal, mittelantiboreal, niederantiboreal, hemiantiboreal (Richter 2001, 49). Das vorherrschende Klima ist geprägt durch weiterhin sehr kalte Winterzeiten, Permafrostböden, eine halbjährliche Schneebedeckung und eine vier bis fünf monatige Vegetationsperiode, diese extremen Jahresschwankungen verlangsamen das Wachstum der Pflanzen. Die natürliche Vegetation ist stark geprägt durch die Borealen Nadelwälder, sie sind in der Baumschicht in allen Bereichen dieser Vegetationszone dominant. Durch die mehrjährigen der Nadeln ist der Näherstoffbedarf der Nadelbäume deutlich geringer im Vergleich zu Laubbäumen und dadurch eine klare Anpassung an den näherstoffarmen Permafrostboden. Dabei unterscheidet man zwischen immergrünen Nadelwäldern wozu vor allem Kiefern (Pinus), Fichten (Picea) und Tannen (Abies) gehören, diese Kombination von Bäumen wird auch dunkle Taiga genannt und den sommergrünen Nadelwäldern bestehend aus Lärchen (Larix) diese Vegetationsform wird helle Taiga genannt. Durch den kontinuierlichen Permafrostboden haben diese Baumarten ein flaches Wurzelsystem entwickelt. Besonders in der hellen Taiga herrschte eine regelrechte Wurzelkonkurrenz, so dass die Lärchen oft in weiten Abständen zu einander wachsen. Dieser lichte Baumbestand ermöglicht einen weitaus höheren Lichteinfall als in der dunkeln Taiga und bietet somit auch Lebensraum für einen regen Unterwuchs, bestehend aus Zwergsträuchern, Flechten und Moosen. Ein besonderes Augenmerk liegt auch auf den dortigen Mooren, ca. 90% aller Moore weltweit befinden sich in der borealen Zone, sie sind ein Ausdruck für die geringe Verdunstung und somit das vorherrschende kühle und feuchte Klima (Richter 2006). Da Moore jedoch „nicht zur klimazonalen Formation zählen“ (Richter 2006, 59) verwiese ich hiermit auf Kapitel 4 zum Thema der Azonalen Vegetation.

Die Temperierte Wald- und Steppenzone umfasst die Nemorale (und Australe) Wälder und die Steppen und Halbwüsten der Temperierten Zone, sie bilden in der Nordhemisphäre ein geschlossenes Band. Das Vorkommen dieser Vegetationszone ist in der Südhemisphäre spärlich und begrenzt auf die Bereiche Tasmanien, Südinsel Neuseelands und die südliche Spitze von Südamerika. All diese Gebiete haben ein „temperates Klima“, das bedeutet „nicht zu heiße Sommer so wie milde Winter“ (Schultz 2016, 139). In beiden Zonen ist die Vegetationsperiode nie kürzer als sechs Monate und kann bis zu zwölf Monaten andauern. Die Nemoralen Wälder sind dominiert von der natürlichen Pflanzenformation der sommergrünen Laub- und Mischwälder, die Nadelwälder kommen nur noch selten vor. Zu den sommergrünen Laub- und Mischwäldern im Norden zählen vor allem Buchen (Fagus), Eichen (Quercus) und Ahorne (Acer) und im Süden die Steinbuche (Nothofagus). Die jahreszeitlichen Wechsel in dieser Vegetation fallen meist wie folgt aus: „Blattaustrieb im Frühjahr, Frucht- und Samenreife im Sommer, Laubverfärbung und -abwurf im Herbst“ (Schultz 2010, 56). Solch eine Vegetationsform findet man überall auf der Erde wo sich „deutlich hygrisch oder thermisch unterschiedliche Jahreszeiten miteinander abwechseln“ (Schultz 2010, 56). Der Laubfall im Herbst dient zum Selbstschutz vor dem Austrocknen in der Winterzeit. In der Vegetationszone der Steppen und Halbwüsten (Temperierten Zone) fällt im Jahresniederschlag 200- 400 mm, diese Menge reicht jedoch nicht aus damit sich eine dominante Vegetationsform von Bäumen bilden kann. Zudem fallen die Niederschläge sehr unregelmäßig, so dass es auch zu monatelangen Dürreperioden kommen kann. Durch die Trockenheit entstehen dort eine baumlose Pflanzenformationen der steppischen Grasgattung dazu gehören: Schwingel (Festuca), Rispengras (Poa), Federgras (Stipa) und Kammquecke (Agropyron).

Zu der Vegetationszone Subtropen gehören die zwei Teilzonen die Mediterrane Subtropen und Laurale Subtropen. Die Laurale Subtropen sind kleinräumig auf fünf Kontinenten verteilt, die Vorkommen sind in der Nord- als auch in der Südhemisphäre an den östlichen Seiten des Kontinents zwischen 25° und 35° Breite. Die klimatischen Bedingungen in diesen Breiten sind warme Sommer und milde Winter, diese sind aber oftmals nicht frostfrei. Die Sommermonate unterliegen dem tropischen Zirkulationsmuster, es strömt feuchtwarme Luft von den Ozeanen aus Osten auf die aufgeheizten Landmassen (vgl. Richter 2001). In den Wintermonaten spielt sich das ganze Szenario andersherum ab, die trockenkalte Luft fließt ab, so dass es sich dann um ein monsunales System handelt. In den Bereichen in denen ganzjährig Niederschlag fällt, dazu gehören Küstengebiete und Berghängen (Luvseite) ist die natürliche Vegetation geprägt durch immergrüne Laubwälder, besonders dominant sind dort Lorbeergewächse (Lauraceae). Diese Zone der Mediterran Subtropen gilt als die kleinste Vegetationszone der Welt. Sie ist kleinräumig verteilt und findet sich in fünf voneinander isolierten Teilbereichen der Erde wieder, dazu zählen Räume in Südafrika, Kalifornien, Australien Mittelmeerbereich, Australien, Chile (vgl. Abb.2) In den Bereich herrscht in der Sommerzeit ein warmes und trockenes Klima, während dieser Zeit leidet die Vegetation mindestens drei Monate an einem Dürrestress. Die Wintermonate sind geprägt durch ein feuchtes und kühles Klima und die humide Zeit ragt oft bis zu drei Monaten aus dem Winterhalbjahr heraus.

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Details

Seiten
13
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783346048288
ISBN (Buch)
9783346048295
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v502452
Institution / Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Note
2,0
Schlagworte
vegetationszonen erde eine darstellung richter

Autor

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