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Wie kann in der Zukunft die Ernährung der Menschen sichergestellt werden?

Die Weltbevölkerung wächst

Facharbeit (Schule) 2018 17 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Problematisierung
2.1 Bevölkerungsentwicklung
2.2 Hungerhotspots
2.3 Ursachen von Hungersnöten
2.4 Das Recht auf Nahrung

3. Problemlösung
3.1 Methoden zur Hungersnotbekämpfung
3.2 Beiträge der Organisationen zur Bekämpfung der Hungersnot
3.3 Hunger in 2030 – Ausblick
3.4 Werden wir Hunger in der Welt endgültig bekämpfen können?

4. Zusammenfassung und Fazit

5. Anhang

6. Quellenverzeichnis

Forscherfragen:

1) Welche Rolle spielen Klima, Krieg und Bevölkerungsentwicklung bei der Hungersnot?
2) Was können die Industrienationen zur Bekämpfung des Hungers in der Welt beitragen?
3) Wie kann in der Zukunft die Ernährung der Menschen sichergestellt werden?

1. Einleitung

„Hunderte von Millionen Tonnen Nahrungsmitteln auf einem Planeten zu verbrennen, wo alle fünf Sekunden ein Kind verhungert, ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit''1

Die Hungersnot ist neben Krieg und Terrorismus wahrscheinlich das aktuellste Thema der heutigen Zeit. Meiner Meinung nach sollte jeder Mensch Zugang zu sauberem Wasser und ausreichend Nahrung haben. Die Hungersnot ist ein ernstzunehmendes Thema, über das wir noch nicht genug wissen. Um dies zu ändern, habe ich mich für dieses Thema entschieden.

Ungefähr 795 Millionen Menschen hungern derzeit, meist in Entwicklungsländern2. Wie kam es dazu und wie kann man den Welthunger beenden? Liegt es an unserer verschwenderischen Kultur, die Jean Ziegler erwähnte oder doch daran, dass die Wirtschaft nicht mit der Nachfrage an Lebensmitteln mithalten kann? Werden wir mit Hilfsorganisationen und Spenden unser angestrebtes Ziel erreichen oder muss man tatsächlich zur Gentechnik oder Ähnlichem greifen? Mit diesen und anderen Fragen befasst sich die folgende Hausarbeit.

Die Hausarbeit ist in zwei Teile aufgeteilt. Im ersten Teil wird es hauptsächlich um die Problematisierung gehen, also wie es zu weltweiten Hungersnöten gekommen ist und welche Länder momentan am schwersten davon betroffen sind. Im zweiten Teil folgen dann unter anderem die Methoden, mit denen man den Hunger endgültig stoppen könnte und welche Organisationen wie viel zur Bekämpfung dieses Problems beitragen.

Das Ziel der Hausarbeit ist es die momentane Lebenssituation von Menschen in der „dritten Welt" zu veranschaulichen, sowie etwas in die Zukunft zu blicken um möglicherweise Prognosen aufzustellen.

Ich werde nicht auf den absichtlichen Nahrungsentzug (Hungerstreiks, Magersucht, etc.) eingehen, da dies nichts mit einer Hungersnot zu tun hat.

2. Problematisierung

Die Zahl der Hungernden ist seit 1990 um 216 Millionen zurückgegangen, in den folgenden Jahren aber wieder signifikant gestiegen - zurzeit hungert jeder neunte Mensch auf der Erde.

Bei Hungersnöten muss grundsätzlich zwischen dem strukturellen Hunger, der durch wirtschaftliche Unterentwicklung und der extremen Armut in der Gesellschaft hervorgerufen wird, sowie dem konjunkturellen Hunger, welcher durch die schlagartige Verschlechterung der Versorgungssituation entsteht, unterschieden werden.

Es wird auch zwischen der Unterernährung (Kalorienmangel) und der Mangelernährung (Mikronährstoffmangel) unterschieden.

Der Begriff Agrarindustrie wird häufiger vorkommen und er ist ein Synonym für einen Industriezweig, der sich mit der Herstellung und Weiterverarbeitung landwirtschaftlicher Produkte befasst.

Insgesamt existieren drei Betroffene-Gruppen: Die arme Landbevölkerung, die arme Stadtbevölkerung und die Katastrophenopfer. Ich werde mich hauptsächlich mit der armen Landbevölkerung beschäftigen, der Mehrheit der Hungernden, die in der südlichen Hemisphäre3 lebt und nur selten Zugang zu Elektrizität und Trinkwasser hat. Gesundheitsdienste sowie Bildungsinstitutionen und Sanitäranlagen sind überwiegend nicht vorhanden.

2.1 Bevölkerungsentwicklungen

Die Bevölkerung auf unserer Erde nahm in den letzten Jahren rasant zu. Sollte dies nicht augenblicklich geändert werden, prognostizieren Studien, dass die Bevölkerung im Jahr 2100 11,2 Milliarden Menschen betragen wird. Die größten Veränderungen gibt es momentan in Länder, wo die regelmäßige Nahrungszufuhr sowieso schon ein enormes Problem darstellt.

Die größte Ursache für das Wachstum der Menschen in Entwicklungsländern ist vermutlich die Verhütungsmittelkrise und die fehlende Sexualaufklärung, die viele ungewollte Schwangerschaften mit sich führen.

Ein gutes Beispiel wäre Afrika: Aufgrund der Verhütungsmittelkrise wächst dort momentan die Bevölkerung am schnellsten und bis zum Ende des Jahrhunderts soll sich die afrikanische Bevölkerung vervierfacht haben.

Noch ein Grund für das stetige Wachsen der Bevölkerung ist, dass die Medizin und die Technik mit der Zeit immer besser werden und somit die Alterserwartung in den entwickelten Ländern steigt.

2.2 Hungerhotspots

Zurzeit leben 98% bis 99% der weltweit Hungernden in Entwicklungsländern und am meisten betroffen sind Asien und der Pazifikraum. Laut des UNDP4 gab es 2011 in Indien im Verhältnis zu seiner Bevölkerung die meisten unterernährten Personen der Welt. Mehr als ein Drittel der weltweit Hungernden befinden sich in Indien, das sind mehr als in ganz Subsahara-Afrika5 zusammen.

Diese weiteren Gebiete und Staaten sind vom Hunger betroffenen: Subsahara Afrika, Lateinamerika, die Karibik, der nahe Osten und Nordafrika.

2.3 Ursachen von Hungersnöten

Es gibt eine Menge Ursachen, die eine große Rolle bei Hungersnöten spielen.

Eine der größten Ursachen, die zum Hunger beitragen, sind Naturkatastrophen wie Hurrikans, Überschwemmungen oder auch Schädlingsbefall, dadurch entstehen täglich unzählige konjunkturelle Hungersnöte. Das stetig steigende Klima trägt auch enorm zu Hungersnöten bei, da rund 44% des weltweiten Ackerbodens vertrocknet sind und zur gleichen Zeit Gletscher schmelzen und Sturmfluten verursachen. Bauern könnten Schädlinge zwar mit Pestiziden bekämpfen, würden aber gleichzeitig ihre Ernte vergiften, weshalb Schädlingsbekämpfungsmittel oft keine Alternative darstellen.

Kriege sind ein Thema, welches man auch berücksichtigen sollte, falls man sich mit dem Hunger beschäftigt. Das verdeutlicht das Beispiel Irak sehr stark: Am 02.08.1990 lies Saddam Hussein seine Truppen in das benachbarte Kuweit einmarschieren.

Die UN forderte daraufhin einen sofortigen Rückzug und stellte ein Ultimatum, welches nicht eingehalten wurde. 2003 griff schließlich Amerika den Irak an.

Nach und nach begann der Sanktionsausschuss6 immer häufiger die Einfuhr von lebenswichtigen Gütern zu verweigern. Letztendlich verhungerten zahlreiche Iraker aufgrund des Sanktionsausschusses der vereinten Nationen.

Ein anderer Grund für den strukturierten Hunger stellt die Nutztierwirtschaft dar. Tiere benötigen, wie wir Menschen auch, Nahrung und Wasser. Diese Nahrung wird meistens auf Ackern in Entwicklungsländern angebaut, weil dort der Boden um einiges günstiger ist als in Industrieländern. Mit der immer größer werdenden Erdbevölkerung steigt auch die Nachfrage nach Fleisch. Um mehr Platz für Nahrung zu schaffen werden täglich tausende Hektar Regenwald gerodet, wo man aber auch Weizen oder Mais für Hungernde in Nachbarstaaten anbauen könnte. „82% der Weltweit hungernden Kinder leben in Ländern, in denen Nahrungsmittel an Vieh verfüttert wird, dass dann geschlachtet wird und von den Wohlhabenderen [...] gegessen wird.“7

In Ländern wie Brasilien werden große Mengen an Nahrung für den Export hergestellt. Gleichzeitig hungert die eigene Bevölkerung. Es werden Regenwälder abgeholzt um Sojabohnen anzubauen, die dann an Tiere statt Menschen verfüttert werden.

George W. Bush hat das Programm der Biotreibstoffe in die Wege geleitet um den Klimawandel zu verlangsamen. Es hat sich herausgestellt, dass Biodiesel und Bioethanol mindestens genauso schlimm für die Umwelt sind wie fossile Treibstoffe. Bioethanol wird aus Zuckerrüben, Zuckerrohr, Mais und Weizen hergestellt. Man könnte zwar meinen, dass es kein Problem sei Zuckerrohr zu verarbeiten, da man es sowieso nicht essen könne, aber der Anbau von Zuckerrohr nimmt so viel Ackerfläche weg, sodass Nahrung für viele Hungernde nicht mehr angebaut werden kann. Es ist ein Fakt, dass heutzutage Nahrung für Menschen verwendet wird um Treibstoff herzustellen.

Börsenspekulationen verursachen eher indirekt konjunkturellen Hunger, da sie nur Güterpreise in die Höhe treiben und sich somit ärmere Bevölkerungsschichten keine Nahrung mehr kaufen können. Börsenspekulanten arbeiten häufig mit Saatgut, Boden, Dünger, Krediten und Lebensmitteln.

Preise erhöhen sich, wenn man von bestimmten Produkten weniger anbieten kann, als gefragt ist und die Preise fallen, wenn es mehr Waren gibt, als gefragt sind. Einige globale Lebensmittelhändler haben viel Macht und Einfluss und so können diese Preisentwicklungen künstlich beeinflusst werden.

Staaten sind in solchen Situationen oft nicht mehr zahlungsfähig und es kommt zu einer konjunkturellen Hungerskrise.

Ausnahmezustände wie die Nahrungsmittelkrise von 2007/2008, die eine Vielzahl von Ursache hatte, verstärken natürlich die globale Hungersnot, aber auch Auslandsschulden von finanzschwachen Staaten können zu einer solchen Krise führen. Einige Länder der „dritten Welt“ werden von mächtigen Organisationen und Institutionen wie der Weltbank8, der WHO9 oder der IWF10, gezwungen einseitige Lebensmittel für den Export herzustellen. Auf Dauer sind diese Länder nicht fähig ausreichend Nahrung für sich selbst zu produzieren.

2.4 Das Recht auf Nahrung

„Das Recht auf Nahrung ist das Recht, unmittelbar oder durch finanzielle Mittel einen regelmäßigen, dauerhaften und freien Zugang zu einer qualitativ und quantitativ ausreichenden Nahrung zu haben, die den kulturellen Traditionen des Volkes entspricht, dem der Verbraucher angehört, und die ein physisches und psychisches, individuelles und kollektives, befriedigendes und menschenwürdiges Leben ermöglicht, das frei ist von Angst.“11

Das Recht auf Nahrung wird auf unserer Erde, von allen Menschenrechten, mit Abstand am meisten und grausamsten verletzt. Die WHO hat ein Tagesrichtwert von 2200 Kilokalorien für Erwachsene und 1600 Kilokalorien für Kinder festgelegt. Zurzeit können fast 800 Millionen Menschen diesen Richtwert nicht erreichen, da sie nicht mit ausreichend vielen Lebensmitteln versorgt werden.

Man sagt, dass die Feinde des Rechts auf Nahrung, transkontinentale Privatkonzerne sind, da sie einen enormen Einfluss auf die westlichen Regierungen haben.

[...]


1 Gutzitiert, Hungerzitate

2 Entwicklungsländer - Land, bei dem die Mehrzahl seiner Bewohner aufgrund der wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen einen niedrigeren Lebensstandard hat.

3 südliche Hemisphäre - Teil der Erde, der unter dem Äquator liegt

4 UNDP - United Nations Development Programme

5 Subsahara-Afrika - Länder die geographisch gesehen unter der Sahara liegen

6 Sanktionsausschuss - Eine ausgewählte Personengruppe für besondere Aufgaben aus einer größeren Gemeinschaft

7 Cowspiracy (2014); Dr. Richard Oppenlander

8 Weltbank - In Washington D.C. angesiedelte Entwicklungsbank

9 WHO - Weltgesundheitsorganisation

10 IWF - Internationaler Währungsfonds

11 Ziegler, Jean; Wir lassen sie verhungern (2011); S.25

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