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Der Zusammenhang von Nikomachischer Ethik und Politika von Aristoteles

Hausarbeit 2005 27 Seiten

Philosophie - Philosophie der Antike

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung

2. Inhalt der Nikomachischen Ethik
2.1 Buch I: Bestimmung des Gegenstandes der Ethik
2.2 Buch II: Ethische Tugend und Verstandestugend. Die Tugend ist eine Mitte
2.3 Buch III: Voraussetzungen für die Tugend. Übergang zu den ethischen Tugenden
2.4 Buch IV: Weitere ethische Tugenden
2.5 Buch V: Die Gerechtigkeit
2.6 Buch VI: Die dianoethischen Tugenden (Verstandestugenden)
2.7 Buch VII: Unenthaltsamkeit und Enthaltsamkeit. Die Lust
2.8 Buch VIII: Die Freundschaft
2.9 Buch IX: Erhaltung der Freundschaft
2.10 Buch X: Die Lust/Freude. Die Glückseeligkeit als wahres Ziel der Menschen und Ziel staatlicher Gemeinschaft

3. Der Bezug zur Politika
3.1 Der Gegenstand der Ethik und der Politika als praktische Wissenschaft
3.2 Die Natur des Menschen
3.3 Das Gute für den Menschen und die Polis
3.4 Die Gerechtigkeit für den Menschen und die Anforderungen an den Gesetzgeber
3.5 Staat, Tugend und Gerechtigkeit in der Politika

4. Schluss
4.1 Zusammenfassung
4.2 Fazit/Schlussfolgerung

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das Thema dieser Hausarbeit ist der Zusammenhang der Nikomachischen Ethik und der Politika von Aristoteles. Ziel ist es aufzuzeigen und zu verdeutlichen, warum das Gute für den Menschen und das Gute für die Polis bei Aristoteles in dieser engen Verknüpfung stehen und auf welcher Grundlage dies geschieht. Dazu ist es unerlässlich eine Zusammenfassung der Nikomachischen Ethik voranzustellen, denn nur aus dem Inhalt sind die Bezüge zur Politika zu verstehen und nur von hier aus zu untersuchen.

2. Inhalt der Nikomachischen Ethik

2.1 Buch I: Bestimmung des Gegenstandes der Ethik

„Jede Kunst und jede Lehre, ebenso jede Handlung und jeder Entschluß scheint irgendein Gut zu erstreben. Darum hat man mit Recht das Gute als dasjenige bezeichnet, wonach alles strebt.“[1]

Damit bestimmt Aristoteles das Ziel der Untersuchung bereits im ersten Satz. Er bezeichnet im Folgenden das höchste und vollkommenste Gut als dasjenige, dass um seiner selbst willen erstrebt wird. Dieses Gut ist die Glückseligkeit, sie ist das Endziel des Handelns. Aristoteles bestimmt den Gegenstand der Ethik als einen der leitenden Wissenschaft, diese sieht er in der politischen Wissenschaft. Denn sie bestimmt, welche Wissenschaften in den Staaten vorhanden sein müssen. Die Ethik gehört damit zur praktischen Wissenschaft im Gegensatz zur theoretischen Wissenschaft. Somit kann Aristoteles junge Menschen als ungeeignete Hörer für die politische Wissenschaft bezeichnen, da diese keine ausreichende Erfahrung in der Praxis des Lebens besitzen, die politische Wissenschaft jedoch von dieser ausgeht und sie behandelt. Kennzeichnend für das Wesen der politischen Wissenschaft ist, dass es bei ihr Unterschiede und Ungenauigkeiten gibt, so muss man sich mit einer Genauigkeit begnügen, die dem Gegenstand gerecht werden kann. Eine Genauigkeit, die die Natur des Gegenstandes zulässt, also eine die sich damit zufrieden geben muss

„...in groben Umrissen das Richtige anzudeuten;“[2]

Was genau ist dieses höchste Gut: Glückseligkeit? Diese Frage löst sich, wenn nach den Leistungen gefragt wird, die dem Menschen eigentümlich sind. Es sind dies drei. Erstens das Leben der Ernährung, zweitens das Leben der Wahrnehmung und drittens das Leben in der Betätigung des vernunftbegabten Teils der Seele. Da die Menschen die ersten beiden Lebensformen mit den Pflanzen bzw. Tieren gemein haben, bleibt nur anzunehmen, dass das Gute für den Menschen die beste und tugendgemäße Tätigkeit der Seele ist. Dieser Dreiteilung entspricht die Dreiteilung der Güter, in äußere, körperliche und seelische Güter. Der Glückselige bedarf auch der äußeren Güter. Das Ziel, die Glückseligkeit wird bestimmt als eine Handlung und eine Tätigkeit. Der Glückselige ist sein Leben lang glückselig, er kann nicht unselig werden, jedoch auch manchmal nicht vollständig selig. Glückselig ist er jedoch immer als Mensch.

„...die Glückseligkeit ist ein Ursprung, denn um ihretwillen machen wir alles übrige; [...] Da die Glückseligkeit eine Tätigkeit gemäß der vollkommenen Tugend ist, so haben wir nun nach der Tugend zu fragen.“[3]

Die Seele ist geteilt in einen vernunftlosen und einen vernunftbegabten Teil. Innerhalb des vernunftlosen Teils gibt es einen der zwar vernunftlos ist und dennoch irgendwie an der Vernunft teilhaben kann, der Vernunft gehorchen kann. Er kann dies durch Zurechtweisung, Tadel und Ermahnung. Tugenden sind lobenswerte Verhaltensweisen, das Ziel der Tugend ist das Beste.

2.2 Buch II: Ethische Tugend und Verstandestugend. Die Tugend ist eine Mitte

Die Frage nach der Tugend ist auch die Frage nach dem Ziel dieser Erörterung. Die Fragestellung dieser Untersuchung ist nicht, was die Tugend ist, sondern wie wir tugendhaft werden. Aristoteles erklärt, dass das Ziel dieser Untersuchung nicht der reinen Forschung dienen soll, sondern der Prüfung der Handlungen, da sie entscheidenden Einfluss auf die Eigenschaften der Handlungen haben. Die Eigenschaften entstehen aus den entsprechenden Tätigkeiten. Bei den Handlungen gibt es nichts Beständiges.

Aristoteles teilt die Tugenden in die verstandesmäßigen Tugenden und die ethischen Tugenden. Erstere entstehen durch Belehrung und bedürfen deshalb der Erfahrung, der Zeit und der Erziehung. Sie sind lobenswerte Verhaltensweisen des rationalen Seelenteils. Sie sind es auch, die dem Menschen die Erkenntnis der Wahrheit ermöglichen. Die ethischen Tugenden ergeben sich aus der Gewohnheit, aus Belehrung und Übung. Sie sind Verhaltensweisen des irrationalen Seelenteils und eine Qualität des Charakters. Somit wird auch deutlich, dass die ethischen Tugenden uns nicht von Natur aus gegeben sind. Die ethische Tugend bezieht sich auf Handlungen und Leidenschaft, insbesondere auf Lust und Schmerz.

„Denn wegen der Lust tun wir das Schlechte, und wegen des Schmerzes versäumen wir das Gute. Also müssen wir gleich von Jugend an dazu erzogen werden, wie Platon sagt, daß wir Freude und Schmerz empfinden, wo wir sollen.“[4]

Eine Handlung ist nicht schon dadurch tugendhaft, dass sie sich in gewisser Weise verhält, sondern erst, wenn der Handelnde in entsprechender Weise handelt:

„Erstens wissentlich, dann auf Grund einer Entscheidung, und zwar einer solchen um der Sache selber willen, und drittens, wenn er im Handeln sicher und ohne Wanken ist.“[5]

Die Bestimmung des Wesens der Tugend im Allgemeinen ist: sie ist ein Habitus des Wählens, der Entscheidung und des Handelns, sie ist eine Eigenschaft. Eigenschaften gehen durch Mangel und Übermaß zugrunde und werden durch ein Mittelmaß bewahrt. In allem Teilbaren gibt es ein Mehr, ein Weniger und ein Gleiches, das Gleiche ist eine Art Mitte zwischen Übermaß und Mangel. Die Tugend zielt auf die Mitte. Tugendhaft handeln heißt: zu tun wann und wobei man es soll, wem gegenüber, wozu und wie. Das ist die Mitte und das Beste und dies kennzeichnet die Tugend. Die ethische Tugend, an der sich Übermaß, Mangel und Mitte befinden, ist eine Mitte, weil sie die Kunst ist in den Leidenschaften und Handlungen auf die Mitte zu zielen und das Richtige zu treffen. Die Bestimmung des Wesens der Tugend im Besonderen ist: sie ist ein Habitus durch den wir die vernünftige Mitte treffen und sie ist nach der Vollkommenheit das Höchste. Demgemäss ist die Tugend ein Verhalten der Entscheidung in Bezug auf uns und eine Mitte, die durch Vernunft bestimmt wird. In allen Dingen ist die Mitte zu loben und die Extreme zu tadeln. Der Gegensatz der Extreme ist größer als der zur Mitte und einmal ist das Übermaß und einmal der Mangel der größere Gegensatz. Auch gibt es nicht überall eine Mitte, z.B. bei Mord, Ehebruch und Neid. So ist es anstrengend tugendhaft zu sein, weil es mühsam ist überall die Mitte zu treffen.

„...so muß man […] das geringste der Übel wählen. [...] In allem muß man am meisten auf das Lustvolle und die Lust achten. Denn sie beurteilen wir nicht unbefangen. [...] Wenn wir so handeln, werden wir, im ganzen gesagt, am ehesten die Mitte treffen.“[6]

2.3 Buch III: Voraussetzungen für die Tugend. Übergang zu den ethischen Tugenden

Eine Voraussetzung für die Tugend sieht Aristoteles in der Freiwilligkeit. Gelobt und getadelt werden Handlungen die freiwillig erfolgen. Gegenüber dem Unfreiwilligen empfinden wir Mitleid und sind bereit zu verzeihen. So bestimmt Aristoteles zunächst das Unfreiwillige als das, was durch Gewalt oder Unkenntnis geschieht. Das entscheidende Kriterium ist für ihn, dass der Handelnde keinen Einfluss auf die ihm zugefügte Gewalt nehmen kann und nichts dazu beiträgt, folglich, was seinen Ursprung außerhalb hat. Freiwilligkeit zeichnet sich dadurch aus, dass der Ursprung des Handelns beim Handelnden liegt, denn so liegt auch das Handeln oder Nichthandeln beim Handelnden, also ist es freiwillig. Im besonderen Maße kennzeichnend für die Tugend ist die Entscheidung, denn sie ermöglicht noch mehr ein Urteil über den Charakter als die Handlungen. Aristoteles bestimmt die Entscheidung als zum Freiwilligen gehörend, wobei das Freiwillige der Oberbegriff ist. Sie ist auch verschieden vom Wollen, denn es kann auch Unerreichbares in Betracht ziehen und bezieht sich auf ein Ziel. Die Entscheidung ist auch abzugrenzen vom Meinen, denn das Meinen betrifft ebenso das Ewige und das Unmögliche. Die Entscheidung bezieht sich nicht auf Ziele, sondern auf den zum Ziel führenden Weg, auf das, was in unserer Gewalt ist. Sie bezieht sich auf Denken und Überlegung. Die Ursache liegt bei uns und damit die Möglichkeit des Geschehens. Der Mensch ist Ausgangspunkt der Handlungen. Das Entschiedene ist ein Überlegtes und Erstrebtes, die Entscheidung etwas, das gewollt ist und in unserer Gewalt steht.

„Da nun das Ziel Gegenstand des Wollens ist und die Dinge, für die man sich als Mittel zum Ziel entscheidet, Gegenstand des Überlegens, so erfolgen die entsprechenden Taten durch Entscheidung und freiwillig. Und darauf beziehen sich die Tätigkeiten der Tugenden. Also ist die Tugend in unserer Macht und ebenso die Schlechtigkeit.“[7]

Im Folgenden untersucht Aristoteles die einzelnen Tugenden. Er beginnt dabei mit der Tapferkeit, die etwas Edles ist und als Mitte zwischen Furcht und Zuversicht bestimmt wird. Es gibt fünf Arten der Tapferkeit, erstens die Tapferkeit des Staatsbürgers, zweitens ist die Erfahrung in den Einzelnen Dingen eine Tapferkeit, drittens der Zorn, der den Tapferen im Handeln um des Edlen willen unterstützt, viertens die Tapferkeit bei plötzlichen Gefahren und fünftens die Tapferkeit derer, die Schmerzen aushalten z.B. beim Faustkampf. Als nächstes spricht er von der Besonnenheit, sie ist die Mitte zwischen Lust und Zügellosigkeit. Aristoteles unterscheidet zwei Arten der Lust, die seelische Lust, sie ist die Lust an der Ehre oder am Lernen und die körperliche Lust, sie bezieht sich auf Sinneseindrücke, die mit der Zügellosigkeit einhergehen, sie ist besonders verwerflich. Auch bei den Begierden unterscheidet er zwei Arten. Die natürlichen, z.B. die Ernährung, hier gibt es Fehler in Bezug auf das Übermaß und individuelle Begierden, Lustempfindungen, bei denen man sich an etwas freut, wo man es nicht soll.

2.4 Buch IV: Weitere ethische Tugenden

Im vierten Buch untersucht Aristoteles weitere ethische Tugenden. Im Einzelnen sind dies die Freigiebigkeit, die Großartigkeit, die Großgesinntheit, der Ehrgeiz, die Sanftmut, die Tugend des Umgangs, die Wahrhaftigkeit, der Witz und die Gewandtheit, sowie die Scham. Alle diese Tugenden sind eine Mitte. Die Freigiebigkeit ist eine Mitte zwischen Verschwendung und Geiz hinsichtlich des Vermögens. Freigiebig zu sein heißt zu geben:

„...wem er soll, wie viel er soll und wann er soll [...] Wer gibt, wem er nicht soll, und nicht im Hinblick auf das Edle, sondern aus irgendeinem anderen Beweggrund, ist nicht freigiebig.“[8]

Die Großartigkeit wird bestimmt als Mitte zwischen Kleinlichkeit und Protzerei, auch sie bezieht sich auf das Vermögen, jedoch nur auf die Ausgaben. Sie übertrifft die Freigiebigkeit an Größe, Größe allerdings ist ein relativer Begriff.

„Das Angemessene richtet sich nach der Person, der Situation und dem Objekt. [...] Die Tugend besteht [...] im richtigen Handeln.“[9]

Die Großgesinntheit ist die Mitte zwischen Ängstlichkeit und Prahlerei. Sie sind nicht eigentlich schlecht, begehen aber Fehler. Großgesinnt ist, wer sich großer Dinge für würdig hält und es auch ist. Das größte der äußeren Güter ist die Ehre.

„Der Großgesinnte verhält sich also zu Ehre und Unehre, wie er soll. [...] In Wahrheit aber ist nur der Tugendhafte der Ehre würdig.“[10]

Auch der Ehrgeiz zielt auf die Ehre. Der Ehrgeizlose strebt zu wenig nach der Ehre und der Ehrgeizige zuviel. Nach Ehre zu streben wie man soll, ist die Mitte, sie hat keinen Namen.

„Wo es aber Übermaß und Mangel gibt, gibt es auch eine Mitte.“[11]

Die Sanftmut ist die Mitte beim Zorn, hier haben die Extreme keinen Namen. Als sanftmütig gilt der, welcher zürnt, wo es angemessen ist.

„Denn wer nicht zürnt, wo er soll, gilt als einfältig [...] Doch ist es sklavisch sich beschimpfen zu lassen.“[12]

Die Tugend des Umgangs im Zusammenleben ist eine Mitte aus Leuten, die zu gefallen suchen, Schmeichlern und Streitsüchtigen. Hier hat die Mitte wieder keinen Namen. Am ehesten ist sie mit Freundlichkeit zu bezeichnen. Auch ohne Namen sind die Handlungen zwischen Prahlerei/Einbildung und selbstverkleinernder Ironie. Der Eingebildete gibt sich den Anschein rühmenswerter Eigenschaften, sie besteht nicht in der Fähigkeit zu prahlen, sondern in dem Willen dazu. Der Ironische umgekehrt verleugnet, was er hat, oder macht es geringer.

„...der Mittlere endlich ist aufrichtig und bleibt in Leben und Wort immer er selbst und gibt zu, was er besitzt, und macht es weder größer noch geringer.“[13]

Die Gewandtheit oder Korrektheit bestimmt Aristoteles als Mitte zwischen Possenreißerei und Steifheit. Sie scheint eine Bewegung des Charakters zu sein und so wie man den Körper nach seinen Bewegungen beurteilt, so auch den Charakter. Endlich wird die Scham bestimmt, sie ist keine ethische Haltung oder Handlung, sondern ein Affekt. Für den Jugendlichen ist es lobenswert schamhaft zu sein, bei einem älteren Menschen ist sie rühmenswert.

Abschließend ist festzustellen, dass Aristoteles die Tugend als Mitte bestimmt. Als eine Mitte, unabhängig davon, ob die Extreme einen Namen haben oder die Mitte einen Namen hat. Ebenso bestimmt er die ethischen Tugenden als etwas Relatives, dass ebenso in sich relativ ist wie auch im Hinblick auf den Handelnden, denn nicht für jeden ist die Mitte einer Handlung die gleiche. Entscheidend ist vielmehr die Absicht, der Beweggrund der dieser Handlung zugrunde liegt. Die Ausführlichkeit der Untersuchung begründet er, indem er schreibt:

„Durch die Behandlung des Einzelnen begreift man sicherlich die ethischen Dinge besser und überzeugt sich davon, daß die Tugenden Mitten sind, wenn man sieht, daß dies überall gilt.“[14]

2.5: Buch V: Die Gerechtigkeit

Was für eine Mitte ist die Gerechtigkeit? Gerechtigkeit ist eine Verhaltensweise. Sie schafft die Mitte. In Handlungen gibt es ein Mehr, ein Weniger und ein Gleiches; das Gleiche ist das Gerechte und die Mitte. Gerecht ist das Gesetzliche und das Gleiche. Gerecht ist wer sich an die Gleichheit hält und die Gesetze beachtet. Nach Aristoteles betrifft der größte Teil des Gesetzlichen, Handlungen der Tugend. Die Gerechtigkeit ist die vollkommene Tugend, weil sie die Anwendung der vollkommenen Tugend gegenüber anderen Menschen ist.

„Diese Gerechtigkeit also ist nicht ein Teil der Tugend, sondern die ganze Tugend...“[15]

Sie ist Gerechtigkeit anderen gegenüber und als Verhalten eine Tugend. Die Tugend bringt Gesetzesvorschriften hervor.

„Das Gerechte gibt es bei Wesen, die am schlechthin Guten teilhaben und hierin ein Zuviel und Zuwenig haben können. [...] Darum ist die Gerechtigkeit etwas Menschliches.“[16]

Die Gerechtigkeit in Aristoteles Nikomachischer Ethik ist zuerst einmal geteilt in eine Allgemeine und eine Besondere Gerechtigkeit. Die Allgemeine Gerechtigkeit bezieht sich auf die Befolgung der Gesetze und die Bewirkung von Gleichheit. Sie ist eine Tugend, weil sie die Anwendung derselben in der Beziehung zu sich selbst, in Bezug auf andere und in Bezug auf die Gesamtheit ist. Am ehesten lässt sie sich vielleicht bezeichnen als eine soziale Tugend, die sich durch die Achtung vor dem Gesetz auszeichnet.

[...]


[1] Aristoteles: Nikomachische Ethik. Aus dem Griechischen und mit einer Einführung und Erläuterungen versehen von Olof Gigon. München 1991. NE I 1, 1094 a1- 3

[2] Ebd. NE I 1, 1094 b 20

[3] Ebd. NE I 12, 1102 a 2 und I 13, 1102 a 5- 7

[4] Ebd. NE II 2, 1104 b 10- 13

[5] Ebd. NE II 3, 1105 a 28- 32

[6] Ebd. NE II 9, 1109 a 35, 1109 b 6 und 1109 b 11

[7] Ebd. NE III 7, 1113 b 2- 5

[8] Ebd. NE IV 1, 1120 a 25- 29

[9] Ebd. NE IV 4, 1122 a 26 und IV 4, 1122 b 29

[10] Ebd. NE IV 7, 1122 b 20 und IV 8, 1124 a 25

[11] Ebd. NE IV 10, 1125 b 17

[12] Ebd. NE IV 11, 1125 a 4 und IV 11, 1125 a 7

[13] Ebd. NE IV 13, 1127 a 24

[14] Ebd. NE IV 13, 1126 a 14- 17

[15] Ebd. NE V 3, 1130 a 10

[16] Ebd. NE V 13, 1137 a 25 und 30

Details

Seiten
27
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638466103
ISBN (Buch)
9783638751339
Dateigröße
513 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v50379
Institution / Hochschule
Freie Universität Berlin – Philosophie und Geisteswissenschaften
Note
1,0
Schlagworte
Aristoteles Nikomachische Ethik Politika

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