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Anglizismen in Online-Magazinen

Ein Vergleich zwischen "Spiegel.de" und "Bento.de"

Seminararbeit 2019 13 Seiten

Germanistik - Linguistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theorie
2.1 Definition Anglizismus
2.2 Definition Jugendlich
2.3 Zusammenstellung des Korpus
2.4 Abhängige und unabhängige Variablen
2.5 Hypothesen

3 Methode

4 Ergebnisse
4.1 Allgemeine Auswertung
4.2 Themenbereich Politik
4.3 Themenbereich Kultur
4.4 Themenbereich Technik
4.5 Themenbereich Umwelt

5 Fazit und Ausblick

6 Literaturverzeichnis

7 Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

Die deutsche Sprache ist einem ständigen Wandel unterworfen. Besonders auffällig ist dabei die zunehmende Nutzung von Anglizismen. Dies kann unter anderem auf die wirtschaftliche Dominanz der Vereinigten Staaten sowie auf die weltweite Dominanz des Englischen als lingua franca zurückzuführen sein. Dieser stetige Wachstum der Verwendung von Anglizismen lässt sich vor allem bei jungen Menschen beobachten. Unabhängig vom Medium, werden immer mehr englischsprachige Wörter genutzt. Auch der Online-Journalismus ist davon betroffen und lässt immer mehr Anglizismen in die Texte einfließen. Ein Grund dafür könnte die immer schneller abnehmende Leserschaft sein. Die jungen Menschen kehren den alten Stammmedien den Rücken zu und holen sich die Informationen anderenorts.

Um diesem Trend entgegenzuwirken, versuchen die großen Online-Zeitschriften Jugendangebote zu bieten. Dabei handelt es sich um Onlineausgaben, die eigens für junge Leser geschrieben werden. Ein Beispiel dafür ist der Spiegel, der mit Bento.de ein Online-Jugendmagazin betreibt. In diesem Jugendmagazin werden dabei auch viele politische Themen besprochen, die mit Instagram-Postings, Twitter-Einblendungen, Grafiken und Tabellen sowie Bildern und Videos anschaulicher gemacht werden und eine junge Leserschaft ansprechen soll.

Ein wichtiger Forschungsaspekt, der in dieser Seminararbeit nun ausgearbeitet wird, ist, ob Bento.de mit Anglizismen versucht, die jungen Leser anzusprechen oder ob Anglizismen auch in der Onlinezeitung Spiegel.de genutzt werden, welche sich an ein eher älteres Lesepublikum richtet. So kam es zu Folgender Forschungsfrage: Werden in den Nachrichtentexten des Online-Magazins Bento.de mehr Anglizismen verwendet als in den Nachrichtentexten der Onlinezeitung Spiegel.de im Zeitraum vom 01. Oktober 2018 bis zum 31. Oktober 2018?

Im Folgenden wird zunächst der Begriff Anglizismus sowie der Begriff Jugendlich genauer erklärt. Da diese Begriffe sehr unterschiedlich ausgelegt werden können, wurden die Termini für diese Arbeit eigens definiert. Daraufhin folgt eine kurze Veranschaulichung zur Korpuszusammenstellung, den Hypothesen sowie den abhängigen und unabhängigen Variablen. Im Bereich der Methode werden daraufhin die einzelnen Untersuchungsschritte genauer erklärt. Hingewiesen wird dabei auf Probleme, die sich während der Bearbeitung ergeben haben, sowie die Lösungsansätze, die unternommen wurden. Im Bereich Ergebnisse werden dann die Forschungsergebnisse dargestellt und erklärt. Es werden dabei die Themenbereiche miteinander verglichen und versucht, Assoziationen zur Forschungsfrage herzustellen. Zudem wird angesprochen, ob die vorher erwarteten Ergebnisse eingetreten sind oder nicht und woran dies liegen könnte. Ein genaues Eingehen auf die Anglizismen und deren Wortarten würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Am Ende wird die Arbeit im Fazit nochmals kurz zusammengefasst und ein Ausblick gegeben.

2 Theorie

Bevor die einzelnen Texte ausgewertet werden können, müssen einige Termini noch genauer definiert werden. Besonders wichtig ist dabei die Definition für den Terminus Anglizismus, der für die Arbeit eigens definiert wurde, sowie der Terminus Jugendlich, der die Altersgruppe abgrenzt und damit zeigt, dass Bento.de ein Angebot für junge Leser ist.

2.1 Definition Anglizismus

Es gibt bis heute keine einheitliche Definition für den Begriff Anglizismus. Ganz allgemein definiert Eisenberg (2004: 126) Anglizismen als „linguistic units starting with morphemes and ending up with phrases, which are used in German and whose form or meaning or whose form and meaning can be said to originate in English“. Diese Definition zählt nicht nur Wörter, sondern auch ganze Satzphrasen, die aus dem Englischen übernommen werden, als Anglizismus. Zudem werden auch Lehnwörter zu den Anglizismen gezählt. Lehnwörter werden definiert als Wörter, die aus einer fremden Sprache übernommen werden, sich aber in Aussprache, Schreibweise und Flexion der übernehmenden Sprache anpassen (vgl. Busse 2001: 136). Für diese Arbeit werden sowohl Satzphrasen als auch Lehnwörter nicht berücksichtigt.

Eine etwas enger gezogene Definition nimmt Busse (2001: 134) vor, der den Terminus Anglizismus „als jede Erscheinung einer einheimischen […] Sprache […], die auf Transferenz der englischen Sprache zurückgeht“ definiert. Auch der Duden (2006: 184) nimmt eine ähnliche Definition für den Begriff vor: „Übertragung einer für das britische Englisch charakteristischen sprachlichen Erscheinung auf eine nicht englische Sprache.“ Beide Definitionen, sowohl Busse als auch der Duden, schließen aus dem Englischen übernommene Satzphrasen nicht aus, sie erwähnen sie aber auch nicht explizit, wie es Eisenberg macht.

Alle drei Definitionen sind für diese Arbeit zu offen angelegt, daher wurde für die hier durchgeführte Analyse der Anglizismen eine eigene Definition aufgestellt. Die Definition ist dabei an jene vom Duden (vgl. 2006: 184) angelehnt, welche alle Wörter aus dem britischen Englisch als Anglizismen definiert. Ergänzt wird diese Definition mit kleineren Zusätzen. Eigennamen wie zum Beispiel Google und Twitter werden nicht als Anglizismen gewertet, die abgewandelte Verbform dieser Eigennamen hingegen schon (googeln, twittern). Wörter wie zum Beispiel Parlament (aus dem Englischen parliament), die schon seit sehr langer Zeit im deutschen Sprachgebrauch sind und als Lehnwörter zählen, werden in dieser Arbeit auch nicht als Anglizismen gewertet. Auch die Satzphrasen, die Eisenberg in seiner Definition für Anglizismen erwähnt, werden nicht berücksichtigt.

2.2 Definition Jugendlich

Eine weitere Definition, die wichtig für die Ausarbeitung der Forschungsfrage war, ist der Terminus Jugendlich. Denn es geht klar um die Abgrenzung von Spiegel.de, der ein eher älteres Publikum anspricht und Bento.de, die auf ein junges Publikum abzielen. Der Begriff Jugendlich wird in dieser Arbeit an die Zielgruppe von Bento.de angepasst. Bento.de beschreibt sich selbst als das „junge Angebot von SPIEGEL ONLINE“ und zeigt, „was 18- bis 30-Jährige wirklich interessiert“ (https://www.bento.de/ueber-uns [11.02.2019]). Mit dieser Altersgruppe spricht Bento.de Leser an, die mit dem Internet quasi aufgewachsen sind und die englische Sprache in die Wiege gelegt bekommen haben. Besonders das Nutzen von Social Media und spielen von Videospielen führt bei vielen dazu, dass sich Anglizismen im Wortschatz verfestigt haben.

Somit wird, wenn in dieser Arbeit die Begriffe jugendlich, junge Leser, Jugendmagazin und weitere Formen davon verwendet werden, die Altersgruppe 18 – 30 impliziert.

2.3 Zusammenstellung des Korpus

Auch die Auswahl des Korpus, der am Ende dann untersucht wird, musste definiert werden. Um den Zeitraum einzuschränken, ihn aber nicht zu eng zu ziehen, wurden die Texte vom 01. Oktober 2018 bis zum 31. Oktober 2018 herangezogen. Von beiden Onlineangeboten wurden jeweils 40 Texte ausgewählt. Dabei wurden die Texte in folgenden vier Themenbereichen gesucht: Politik, Kultur, Technik und Umwelt. Um im späteren Verlauf genauere Untersuchungen durchzuführen, wurden pro Themenbereich jeweils 20 Texte, 10 pro Online-Zeitschrift, herausgesucht. Dabei wurde auch darauf geachtet, dass Themen herausgesucht wurden, welche in beiden Angeboten besprochen, aber von unterschiedlichen RedakteurInnen geschrieben wurden. Dies war jedoch nicht immer der Fall.

Ein weiteres Problem waren die Kategorien, welche ausgewählt wurden. Spiegel.de teilt seine Texte in sehr viele Kategorien ein, Bento.de hingegen nutzt für die Einteilung nur Ausdrücke wie Gerechtigkeit, Tech und Today. Daher wurden die Texte einzeln den vier Themenbereichen zugeordnet.

2.4 Abhängige und unabhängige Variablen

Aufgrund der Forschungsfrage ergeben sich nun einige abhängige und unabhängige Variablen. Die abhängige Variable für das Projekt ist die Untersuchung der Anglizismen in Nachrichtentexten. Diese Variable ist das sprachliche Phänomen, welches untersucht wird. Verbunden damit sind verschiedene unabhängige Variablen, die die abhängige Variable beeinflussen. Dazu zählen unter anderem die Zielgruppe beziehungsweise das Alter der Zielgruppe, der Zeitraum, in welchem die Texte zusammengesucht wurden sowie deren Anzahl, das Thema der einzelnen Texte und die Zeitschrift beziehungsweise das Medium in welchem die Texte erscheinen sind.

2.5 Hypothesen

Durch die Forschungsfrage haben sich auch mehrere Hypothesen ergeben, die am Ende der Arbeit zum Teil eingetroffen sind, zum Teil auch nicht. Die erste Hypothese bezieht sich dabei gänzlich auf die Forschungsfrage: Je stärker die Zeitschrift auf eine Zielgruppe von Jugendlichen ausgerichtet ist, desto mehr Anglizismen werden verwendet. Es wird angenommen, dass Bento.de um einiges mehr Anglizismen verwendet, als Spiegel.de.

Die zweite Hypothese bezieht sich auf die Anglizismen selbst: Am häufigsten werden Begriffe aus der Alltagswelt durch Anglizismen ersetzt. Mit Begriffe aus der Alltagswelt werden dabei jene Begriffe verstanden, die in der Alltagssprache genutzt werden und somit keine Fachwörter sind. Der Grund für diese Hypothese liegt in der Art und Weise, wie Anglizismen aufgenommen werden. Meist erfolgt dies über den Weg der Alltagssprache.

Die dritte Hypothese bezieht sich auf die Wortarten der Anglizismen: Es gibt einen Zusammenhang zwischen Anglizismen und Wortarten. Es wird davon ausgegangen, dass sich eine Wortart in der Anzahl der Anglizismen von den anderen Wortarten abhebt.

Sowohl die zweite als auch die dritte Hypothese werden in dieser Arbeit nicht mehr genauer behandelt. Es kann aber an dieser Stelle gesagt werden, dass sich die zweite Hypothese falsifiziert und die dritte Hypothese verifiziert hat.

3 Methode

Die Vorgangsweise für das Projekt besteht grob zusammengefasst aus drei Teilen: Dem Zusammenstellen des Korpus, dem Lesen und Suchen der Anglizismen in den Texten und dem Auswerten der gefundenen Anglizismen. Wie die Auswahl des Korpus erfolgte und welche Probleme sich dabei ergaben, wurde bereits in Kapitel 2.3 genauer erklärt.

Insgesamt waren 80 Texte im Korpus, 40 davon von Spiegel.de und 40 von Bento.de. Die 40 Texte, die pro Online-Magazin im Korpus waren, wurden zu gleichen Teilen aus den vier Themenbereichen Politik, Kultur, Technik und Umwelt geholt. Jeder Themenbereich, dass bedeutet jeweils 20 Texte, wurden von einem der aus vier Personen bestehenden Gruppe untersucht.

Nachdem jeder die Texte bearbeitet und die gefundenen Anglizismen in einer Exceltabelle festgehalten hatte, wurden die Grenzfälle in der Gruppe besprochen. Dabei handelte es sich teils um Lehnwörter, die nicht richtig erkannt wurden, sowie um Wörter, die zwar Fremdwörter waren, nicht aber aus dem Englischen stammten. Um die genaue Abstammung herauszufinden, wurden die Wörter im Onlineangebot des Duden gesucht. Am Ende dieser Besprechung wurden die verbleibenden Anglizismen in einer Exceltabelle nochmals geordnet.

Die Anglizismen wurden dann sowohl Magazinspezifisch als auch Themenspezifisch und nach Lexem-Type gezählt. Daraufhin erfolgte die Bestimmung der Anglizismen in Hinblick auf deren Wortart. Die Auswertung der Anglizismen wurde dann in zwei Teile geteilt: einer Quantitativen und einer Qualitativen Auswertung. Die quantitative Auswertung spiegelt die Anzahl aller Anglizismen wieder, geordnet nach Magazin und Themenbereich. In der quantitativen Auswertung hingegen wurde der Prozentsatz an Wortarten der Anglizismen aufgezeigt. All diese Schritte wurden in der Gruppe durchgeführt, um sicherzustellen, dass keine Fehler bei der Auswertung auftreten und um eventuelle Probleme direkt besprechen und lösen zu können.

Alle Schritte in der Auswertung wurden dabei per Hand gemacht und konnten nicht mit Hilfe von Computerprogrammen durchgeführt werden. Nur die Gesamtanzahl der Wörter der 40 Texte von Spiegel.de und der 40 Texte von Bento.de wurden mit AntConc gezählt.

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Details

Seiten
13
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783346068101
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v506230
Institution / Hochschule
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck – Germanistik
Note
2,0
Schlagworte
Anglizismen Bento.de Spiegel.de Online-Magazin Vergleich Jugendlich Jugendmagazin Anglizismus Jugendangebot Nachrichtentext

Autor

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Titel: Anglizismen in Online-Magazinen