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Der amerikanische Unabhängigkeitskrieg. Gründe für das Streben nach Unabhängigkeit

Hausarbeit 2019 16 Seiten

Geschichte - Amerika

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung
1.1. Gegenstand der Hausarbeit
1.2. Historische Einordnung

2. Hauptteil
2.1. Analyse „Common Sense“
2.2. Analyse „Amerikanische Unabhängigkeitserklärung“

3. Fazit

4. Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Gegenstand der Hausarbeit

Unter der Regierung König Georges III.1 ereignete sich der amerikanische Unabhängigkeitskrieg in den Jahren 1775 bis 1783, in dem sich die 13 nordamerikanischen Kolonien vom britischen Imperium lösten.2 Die Kolonien waren in ihrer Frühphase sehr eigenständig und verwalteten ihre inneren Angelegenheiten selbst. Dies änderte sich in der Mitte des 18. Jahrhunderts, als sich die Politik Großbritanniens änderte und das britische Parlament sich zum Ziel setzte, die Kontrolle über das britische Imperium in der Metropole, also in England selbst, zu konzentrieren.3 Der daraus resultierende Konflikt eskalierte nach den vom britischen Parlament erlassenen Tea Acts aus dem Mai 1773 und der darauf folgenden Protestaktion. Diese ist bekannt als Boston Tea Party vom 16.12.1773, bei der mehrere nordamerikanische Siedler 342 Kisten Tee, die Eigentum der britischen East India Company waren, in den Hafen von Boston warfen.4 5 Als Reaktion darauf erließ das britische Parlament weitere Gesetze und ergriff weitere Maßnahmen. Eine dieser Maßnahmen war das Einnehmen von Waffen und Munitionsläden. Als britische Truppen von Boston nach Concord marschierten, um dort die Waffen und Munitionsläden einzunehmen, stießen sie am 19.04.1775 auf bewaffneten Wiederstand. Damit markiert die Schlacht bei Lexington den Beginn des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges. Es folgten mehrere kleinere Auseinandersetzungen, bis die Briten im Juni und Juli des Jahres 1776 mit einer Truppenstärke von 30.000

Mann in New York landeten.6 Im Jahr 1781 erlitten die Briten letztendlich bei Yorktown eine entscheidende Niederlage, woraufhin sie sich nach New York zurückzogen und dort bis zum offiziellen Ende des Krieges verweilten.7 Der Krieg endete schließlich mit dem Friedensvertrag vom 03.11.1783, der in Paris unterschrieben wurde. Mit diesem erkannten die Briten die Unabhängigkeit der ehemaligen Kolonien offiziell an.8

Die Hausarbeit wird folgende Frage behandeln: Wie begründeten die amerikanischen Revolutionäre ihr Streben nach Unabhängigkeit? Diese Frage wird im Folgenden anhand des Pamphlets „Common Sense“ von T homas Pain, aus dem Januar 1776 und der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika vom 04.06.1776 beantwortet. Dazu wird zunächst ein Überblick gegeben, wo der heutige Forschungsstand die Gründe für die Unabhängigkeitsbestrebungen der nordamerikanischen Siedler sieht. Abschließend werden die erarbeiteten Erkenntnisse, unter Rückbezug auf die Kernfrage, zusammengefasst.

1.2. Historische Einordnung

Zu Beginn der Kolonialzeit Amerikas waren die Siedler in den nordamerikanischen Kolonien sehr selbstbestimmt. Das soll laut Jack Greene vor allem daher rühren, dass die Briten bei der Kolonialisierung Nordamerikas auf die Hilfe von Handelsgesellschaften und wohlhabenden Einzelpersonen angewiesen gewesen sein sollen. Zu der damaligen Zeit hatten im englischen Mutterland nur wohlhabende, unabhängige Männer das Recht auf politische Mitsprache. Allerdings erreichten nur wenige diesen Status im Mutterland, während in den Kolonien im Verhältnis zum Mutterland viele diese Unabhängigkeit erreichten. Jack Greene bezeichnet diese neu entstandene Klasse als property-owning settler class [..,]‘‘9. Die Mitglieder dieser neu entstandenen Klasse sollen sich als Engländer gesehen haben und daher einen Anspruch auf politische Mitbestimmung geltend gemacht haben. Laut Greene soll das britische Reich zu diesem Zeitpunkt nicht zentral regiert, sondern nur lose als ein Reich zusammengehalten worden sein, während die einzelnen Peripherien sehr eigenständig gewesen sein sollen. So schreibt Greene in seinem Artikel ,,The American Revolution“: ,,The early modern British Empire was thus a loose association of largerly self-governing polities.“10. Außerdem erachtet es Greene als sehr wichtig, dass die amerikanischen Siedler die Wildnis die sie vorfanden nach europäischem Vorbild prägten und sich dementsprechend als englische Bürger gesehen haben sollen. Denn dies führte Greenes Ansicht nach zu dem Konflikt, der schließlich die Unabhängigkeit der 13 Kolonien zur Folge hatte.

In den 1740er und 1750er Jahren wechselte der politische Kurs in der Metropole des britischen Reichs. Das Reich sollte nun zentraler regiert werden. Die diesbezüglichen Maßnahmen sollen zu Spannungen zwischen den amerikanischen Kolonien und dem Mutterland geführt haben., denn die Siedler sollen sich in ihrer Freiheit und in ihren Rechten als Briten angegriffen gefühlt haben.11 Greene sieht die Eskalation nach dem Tea Act von 1773.12 Dieser gab der East India Company das Monopol über den Teehandel mit den Kolonien und erhob zugleich Steuern auf diesen. Als Protest warfen amerikanische Siedler, verkleidet als amerikanische Ureinwohner, am 16.12.1773 342 Kisten Tee der East India Company in den Hafen von Boston.13 Das britische Parlament ergriff mehrere Maßnahmen als Reaktion auf die Boston Tea Party. Es erließ insgesamt vier Gesetze, den Boston Port Act am 31.03.1774, den Massachusetts Government Act und den Administration of Justice Act am 20.05.1774, sowie den Quartering Act am 02.06.1774. Diese Reihe von Gesetzen führten zur Blockade des Hafens von Boston, bis der Tee bezahlt war. Es wurde der gewählte Kolonialrat von Massachusetts aufgelöst, Angehörige der britischen Regierung durften für Verhandlungen über Verbrechen in den Kolonien in andere Teile des Reichs reisen, um dort ihre Gerichtsverfahren abzuhalten und schließlich durften Gouverneure und hohe britische Militärs Truppen in ungenutzten Gebäuden unterbringen.14 Jack Greene ist der Meinung, dass der Streit um diese Steuer letzten Endes zu einem Streit um die britische Identität der Siedler führte, da diese sich bei der Besteuerung ohne Absprache übergangen und auch in ihrem Recht auf Selbstbestimmung angegriffen gefühlt haben sollen, wie er in seinem Buch ,,The Constitutional Origins of the American Revolution‘ ‘ schreibt: ,,By 1776, what had begun as yet another crisis over Parliaments right to tax the colonies, had become a crisis over wether the colonies would become indipendent, and the empire foundered over the inability of Britain and the colonies to agree on a formular for governance that would give Britons overseas the same legal and constitutional rights and the same control over their domestic affairs as Britons at home.‘‘15.

David Ramsey schreibt in seinem Werk ,,The History of the American Revolution“, dass die Briten sich von 1660 bis 1764 mit insgesamt 29 Gesetzen das Handelsmonopol in den Kolonien sicherten. Er schreibt, dass Großbritannien die Kolonien hauptsächlich als Mittel zur Gewinnerzielung gesehen haben soll. Dieses Monopol sollen die amerikanischen Siedler in den Kolonien akzeptiert, jedoch sollen sie sich bedroht gefühlt haben, durch den Anspruch des britischen Parlaments Steuern im Reich zu erheben wie es ihm gefiel.16 In seinem Werk schreibt er diesbezüglich: ,,In the colonies, it was believed, that taxation and representation were inseparable, and that they could neither be free, nor happy, if their property could be taken from them, without their consent.“17

2. Hauptteil

2.1. Analyse „Common Sense‘‘

Zur Beantwortung der Ausgangsfrage wird zunächst das Pamphlet „Common Sense“, von Thomas Pain aus dem Januar des Jahres 1776, behandelt. Thomas Pain war ein bankrotter Korsettmacher, als er Ende des Jahres 1774 in

Philadelphia ankam. Dort schrieb er Aufsätze für das „Pennsylvania Magazine‘ ‘. Zu dem Zeitpunkt an dem das Pamphlet geschrieben wurde, hatten die Feindseligkeiten und Auseinandersetzungen zwischen den Kolonien und dem Mutterland bereits begonnen.18 Das Pamphlet richtet sich gegen die britische Regierung und dabei insbesondere gegen den englischen König George III. und grundsätzlich gegen die Monarchie. Der Text richtet sich in erster Linie an die Siedler in den nordamerikanischen Kolonien, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht ihre Unabhängigkeit erklärt hatten. Er verfolgte das Ziel, die Siedler von eben dieser Unabhängigkeit zu überzeugen. Das wird zum einen dadurch deutlich, dass die Siedler, die loyal zu englischen Krone standen, im Text verunglimpft werden. An einer Stelle des Textes nennt Pain mehrere Verbrechen, die die Briten begangen und die die Siedler ertragen haben sollen. Danach wendet er sich direkt an die Siedler, die eine Versöhnung mit England anstrebten, mit folgenden Worten: ,,If you have not, then are you not a judge of those who have. But if you have, and can still shake hands with the murderers, then are you unworthy the name of husband father, friend or lover, and whatever may be your rank or title in life, you have the heart of a coward, and the spirit of a sycophant.“19 Die Intention wird des Weiteren dadurch deutlich, dass er in dem Text die Kosten der britischen Marine aufrechnet und zudem feststellt, dass die britische Flotte über die Weltmeere verteilt sei, um das riesige Imperium zu kontrollieren und sie zudem einen weiten Weg zu bewältigen hätten, um die Kolonien zu erreichen. Er stellte die These auf, dass die Kolonien in der Lage sein eine eigene Marine aufzubauen, die mit der britischen konkurrieren könnte. Auch auf die Schlagkraft der kolonialen Armee geht er mit den Worten ein: ,,The Continent hath at this time the largest body of armed and disciplined men of any power under Heaven. ‘‘20 Hier wird ersichtlich, dass Pain die eigenen Landsleute von der Unabhängigkeit überzeugen und ihnen die Möglichkeit des Erfolgs darlegen will.

[...]


1 1 Vgl. York, Neil: George III. Tyrant: The Crisis as Critic of Empire, 1775-1776, in: History (Band 94), S.434-460.

2 Vgl. Royster,Charles: A Revolutionary People at War. The Continental Army and American Character, Chapel Hill (1996), S.3.

3 Vgl. Greene, Jack P.: The American Revolution, in: The American Historical Review (Band 105) Nr.1 (2000), S. 93-102.

4 Vgl. Greene Jack P.: The Constitutional Origins oft he American Revolution, Cambridge (2011), S.149.

5 Vgl. Black, Jeremy: Defiance oft he Patriots. The Boston Tea Party and the making of America, in: Journal of American Studies (Band 45) Nr.2 (2011), (https://www.cambridge.org/core/journals/journal-of-american-studies/article/benjamin-l-carp- defiance-of-the-patriots-the-boston-tea-party-and-the-making-of-america-new-haven-yale- university-press-2010-1900-pp-xv311-isbn978-0-3001-1705- 9/A791CB9B3EDB8F938BDC666ACA1CA331), abgerufen am 23.02.2019.

6 Vgl. Neimeyer, Charles: Revolutionary War, Westport (2007), S.20-28.

7 Vgl. Neimeyer: Revolutionary War, S.203-206.

8 Vgl. Morris, Richard B.: The Great Peace of 1783, in : Proceedings of the Massachusetts Historical Society (Band 95) Nr.1 (1983), S.29-51.

9 Greene: American Revolution, S.95

10 Ebd.

11 Vgl. Greene: American Revolution, S.94-100.

12 Vgl. Greene: Constitutional Origins of the American Revolution, S. 149.

13 Vgl. Black: Defiance of the Patriots, S.149.

14 Vgl. Schwarz, Frederick D.: Ther Party’s Over, in: American Heritage (Band 50) Nr.3 (1999), S.110-111.

15 Greene: The Constitutional Origins oft he American Revolution, S.149-150.

16 Vgl. David, Ramsey: The History of the American Revolution. In Two Volumes, Indianapolis (1990), S.47-49

17 Ebd. S.48

18 Vgl. Rosenfeld, Sophia: Common Sense. A political History, Cambridge (2011).

19 Pain, Thomas: Common Sense (1776).

20 Ebd.

Details

Seiten
16
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783346073235
ISBN (Buch)
9783346073242
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v508850
Institution / Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Note
2,0
Schlagworte
unabhängigkeitskrieg gründe streben unabhängigkeit

Autor

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